V > r 1 «^ ^* -1 M '■ ' tr^Ü ■ ♦ Kl Ä THE UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY OS V.A8 L161— O-1096 OSTERREICHISCHE REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN VON D R RICHARD R. v. WETTSTEIN PROFESSOR AN DER K. K. DEUTSCHEN UNIVERSITÄT IN PRAG. XL VIII. JAHRGANG. MIT 7 TEXTILLUSTRATIONEN UND 11 LITHOGRAPHIRTEN TAFELN. WIEN. DRUCK UND VERLAG VON CARL GEROLD'S SOHN. 1898. ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT, Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. deutschen Universität in Prag. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XL VIII. Jahrgang, N°- 1. Wien, Jänner 1898. Zur Systematik der Gattung Sorbus. I. Die Abgrenzung der Gattung. Von Dr. Karl Fritsch (Wien). Die alte Gattung Sorbus wird in neuerer Zeit von manchen Autoren mit Pirus vereinigt, von anderen dagegen in mehrere Gattungen gespalten, so dass von den europäischen Arten nur Sorbus ancuparia L. allein den Gattungsnamen Sorbus beibehält. Ein Vertreter der ersteren Auffassung istFocke 1 ), während Könne 2 ) nach eingehender Untersuchung des Fruchtbaues der wichtigsten Arten zu entgegengesetzten Resultaten gekommen ist. Ich war in den letzten Jahren bei zwei verschiedenen An- lässen gezwungen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen : das erste Mal bei der Bearbeitung der Sorbus- Arten für die Flora essiccata Austro-Hungarica 3 ), das zweite Mal in meiner Excursionsliora 4 ). Nach reiflicher Ueberlegung aller in Betracht kommenden That- sachen entschied ich mich für den Mittelweg, d. h. für die Bei- behaltung der Gattung Sorbus im Sinne der meisten Autoren, mit Einschluss von Gormus, Aria und Torminaria. Am 14. Februar 1896 legte ich in einem Vortrage in der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 5 ) die Grundsätze dar, die mich hiebei geleitet hatten. Die Arbeiten für meine Excursionsflora nahmen damals meine Zeit so sehr in Anspruch, dass ich die Publication dieser Begründung meines Vorgehens verschieben musste. Nun erschien im Jahre 1897 in dieser Zeitschrift eine Abhandlung von Folgner ), in welcher 1 ) „Die natürlichen Pflanzenfamilien" von Engler-Prantl, III. Theil, 3. Abth. S. 24—25 (1888). 2 ) Köhne, Die Gattungen der Pomaceen. Wiss. Beilage zum Programm des Falk-Gymnasiums zu Berlin (1890). 3 ) Vergl. Schedae ad floram Austro - Hungaricam. VII. p. 16—21, (gedruckt 1895). *) Excursionsflora für Oesterreich. S. 276—2 77 (1897). 5 ) Vergl. Verhandlungen der zoolog. botan. Gesellschaft XL VI. S. 100 (1896). 6 ) Folgner, Beiträge zur Systematik und pflanzengeographischen Ver- breitung der Pomaceen. Üesterr. botan. Zeitschrift, XLVII, S. 117 ff. (I897j. Oestevr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1898. 1 504706 dieser — ganz unabhängig von meinen ihm jedenfalls unbekannten, weil nicht veröffentlichten Untersuchungen — zu demselben Resultat gelangt, wie ich, nämlich zur Vereinigung der Kühne' sehen Gattungen Cormus, Aria und Torminaria mit Sorbits. Wenn ich nun nach Erscheinen dieser schätzenswerthen Arbeit doch noch meine Untersuchungen über die Gattungsfrage bei Sorbits hier veröffentliche, so geschieht dies einerseits deshalb. weil der Gebrauch des Namens Sorbits im alten, weiten Sinne in dem lange vor Folgner's Abhandlung erschienenen VII. Hefte der „Schedae ad fioram Austro-Hungaricam" und in meiner Ex- cursionsflora einer Rechtfei tigung bedarf, anderseits aber auch deshalb, weil ich auf Grund anderer Erwägungen zu demselben Resultate wie Folgner gelangt bin, und weil ich glaube, dass die von mir anzuführenden Thatsachen mit den von Folgner rait- mitgetheilten zusammen zur definitiven Lösung der in Rede stehenden Frage beitragen dürften. Meine Erwägungen gingen von der eingangs citirten Publi- cation Köhne's aus, um zu prüfen, ob die dort gegebene Ein- teilung der Pomaceen. soweit dieselbe die alte Gattung Sorbits betrifft, als eine natürliche betrachtet werden könne. Diese Frage glaube ich verneinen zu müssen. Um nicht missverstanden zu werden, betone ich ausdrücklich, dass ich den hohen Werth der Könne' sehen Untersuchungen, die eine wesentliche Erweiterung unserer Kenntnisse bedeuten, unbedingt anerkenne. Nur die Con- sequenzen für die Systematik der Pomaceen, welche Könne aus seinen Untersuchungen gezogen hat, scheinen mir nicht annehmbar zu sein. Könne unterscheidet in seiner Dendrologie 1 ) zunächst zwei Tribus der Pomaceen: Crataegeae und Sorbeae, von denen uns die erste hier nicht weiter interessirt. Die Sorbeae theilt er weiter ein in Piroideae, Sorboideac, Arioideae und Maloideae. Von diesen Untergruppen kommt hier die erste, welche nur die Gattungen Pirus und Cydonia umfasst, gleichfalls nicht in Betracht. In der Gruppe der Sorboicleen treffen wir nur die Gattung Sorbits. Dass die von Könne zu Sorbits gestellten Arten alle unter- einander nahe verwandt sind, unterliegt keinem Zweifel. Alle haben gefiederte Blätter und nur sehr wenig verwachsene Fruchtblätter. Auch darin, dass hier offenbar ein alter Typus vorliegt, der vielleicht den Ausgangspunkt der Entwicklung darstellt, möchte ich Kühne beipflichten. Für diese Ansicht spricht namentlich die geringe Ver- wachsung der Fruchtblätter, sowie der Umstand, dass dieselben hier noch manchmal in der Fünfzahl auftreten. In der Gruppe der Arioideen unterscheidet Könne die Gattungen: Aria, Photiiiia, Eriobotrya, Micromeles und liaphio- lepis. Unter diesen bedürfen Eriobotrya und Raphiolepis keiner weiteren Auseinandersetzung. Unter Aria finden wir alle jene Arten. ] ) Köhne, Deutsche Dendrologie. S. 224, dann S. 241 If. die sich um Crataegus Aria L. gruppiren, ferner Mespilus Chamae- mespilus L. und den japanischen Firns gracilis S. Z. Habituell sind alle Arten durch ungetheilte oder höchstens gelappte Blätter aus- gezeichnet; nur Aria gracilis (S. Z.) Köhne hat gefiederte Blätter und daher den Habitus der Aucuparia- Gruppe. Es ist sehr bemerkenswerth, dass diese Art nicht im Verbreitungsgebiete der anderen Aria- Arten . welches über den Himalaya nicht weiter nach Osten reicht, sundern im Verbreitungsgebiete der Gattung Sorbus s. str. (in Japan) wächst. Auch hat die Art kahle Petalen. ebenso wie Sorbits sambucifolia (Cham.), welcher ebenfalls in Japan vorkommt 1 ). Aria gracilis (S. Z.) steht also zwischen Sorbits und Aria; wenn wir mit Köhne auf den Bau des Gynoeceums das Hauptgewicht legen, gehört die Art zu Aria, ist aber jedenfalls diejenige ^Ina-Art, welche sich am meisten der Gattung Sorbits nähert. Dass übrigens Sorbus und Aria nahe verwandt sind, betont Köhne selbst 2 ); auch das nicht seltene Vor- kommen von Hybriden des Sorbus aucuparia L. mit Aria- Arten spricht dafür. In der Gattung Photinia, wie sie Köhne umgrenzt, finden wir wieder eine sehr stark zu Sorbits hinneigende Art: Photinia foliohsa (Wall, sub Piro) Köhne. Auch diese hat gefiederte Blätter und den Habitus von Sorbus s. str., wohin sie auch, ebenso wie dieoben erwähnte Aria gracilis (S.Z.) von Decaisne 3 ) gestellt wurde. Bemerkenswerth ist, dass Köhne unter allen von ihm zu Photinia gestellten Arten nur bei Photinia foliohsa (Wall. ) manchmal mehr als drei Fruchtblätter gefunden hat, gleichfalls ein Merkmal der Gattung Sorbus str. Uebrigens ist die von Köhne als Photinia foliohsa (Wall.) bezeichnete Pflanze offenbar nicht die Pirus folio- hsa (Wall.) der „Flora of British-India", sondern Pirus Wal- lich ii Hook. 4 ) Interessant ist der Umstand, dass diese Art im Himalaya in einer Meereshöhe vorkommt, welche zwischen der Region der typischen Photinia- Arten und jener der typischen Sorbus - A r t e n sich einschaltet: nach Hook er steigen die echten Photinia- Arten nicht über 7000' während die typischen Sorbus-Arten (S. aucuparia, ivrsina und microphijlla) nicht unter 9000' herabsteigen; Pirus Wullichii Hook. = Photinia foliohsa Köhne wächst in der Region von 6500 — 9000' 5 ). — Die Frage, ob die Vereinigung von Heteromeles und Pourthiaea mit Photinia gerechtfertigt ist, interessirt uns hier J ) Maximowicz, Diagn. pl. nov. Jap. et Mantsh. Dec. XV. p. 172. 2 ) Köhne, Die Gatt. d. Pomac. S. 18. 3 J Decaisne, Memoire sur la famille des Poinacees, in Nouv. Arch. Mus. Paris 1875, p. 159. 4 ) Vergl. Hook er, Flora of British-India. II. p. 376—377. 6) Vergl. Hooker, Flora of British-India. II. p. 376 et 380-381. 1* nicht; wichtig ist aber die Feststellung, dass eine Art existirt. welche Sorbits mit Photinia gewissennassen verbindet 1 ). Unter Micromeles finden wir bei Kühne drei Arten, welche von Decaisne zu Aria gestellt werden; M. Japonica, alnifolia und tiliifolia, alle drei aus dem chinesisch-japanischen Florengebiete, während die typischen Micromeles- Arten die Gebirge Ostindiens hewohnen. Bemerkensw T erth ist, dass die erste dieser drei Arten unserem Sorbits Aria (h.) so ähnlich sieht, dass sie von Maximo- wicz als Varietät desselben betrachtet wurde 2 ); ferner aber auch, dass der von Köhne zu Cormus gestellte Pirus lanata Den. von Hooker mit Pirus Aria var. Jcumaonensis Maxim., also Aria Ja- ponica Den. geradezu indentificirt wird 3 ), was bei dem weiten Speciesbegriff der englischen Systematiker zwar nicht massgebend sein kann, aber doch entschieden auf nahe Verwandtschaft oder — noch vorsichtiger ausgedrückt — auf grosse habituelle Aehnlichkeit hinweist. Wir finden also unter Micromeles eine Art, welche sowohl mit Aria, als auch mit Cormus (im Sinne Köhne's) Beziehungen zu haben scheint. (Fortsetzung folgt.) Arbeiten des botan. Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag XXXIV. Die Inno vations -Verhältnisse von Phaseolns cocci- neus L. (= JP7i. multiflomis Willd.) Von R. v. Wettstein (Prag). Mit einer Tafel und zwei Textbildern. (Schluss.*) 1895. Im April in gute Gartenerde im Freien ausgepflanzt, lieferten sechs der „Wurzeln" Pflanzen, welche zur Blüte und Frucht- reife gelangten; die Pflanzen waren normal, aber nicht kräftig. Ende October wurden die Knollen dem Boden entnommen und in der angegebenen Weise überwintert. 1896. Aus den Knollen wurden im Freien nach der im April erfolgten Auspflanzung vier Pflanzen erzogen, die wesentlich schwächer als jene des Vorjahres waren, aber immerhin blühten und Früchte producirten. Ende October erwiesen sich zwei Knollen als verfault, die beiden andern erschienen noch lebensfähig und wurden in der bekannten Weise überwintert. 1 ) Dies sagt Köhne selbst (Gatt, d Pora. S. 19). 2 ) Sorbus Aria var. kumaonensis Maxim. Diagn. Dec. XV. p. 173. 3 ) Hooker, Flora of British-India. II. p. 375. 4 ) Vergl. Jahrg. 1897, S. 424. 1897. Im April wieder ausgepflanzt, konnte nur einer der Knollen zum Austreiben gebracht werden; er lieferte einen recht schwächlichen Spross, der frühzeitig abstarb l ) , bevor er noch Blüten entfaltet hatte. Das Ergebnis der Versuchsreihe B stimmt im All- gemeinen mit jenem von A üb er ein. Es ergab sich, dass Ph. cocclneus ein Alter von drei, sogar von vier Jahren erreichen kann, dabei aber von Jahr zu Jahr schwäch- licher erscheint. 5. Versuchsreihe C. JPhaseolus coccineus f. albiflora. 1897. 40 Samen wurden im April angebaut und lieferten sehr üppige, reich blühende und fruchtende Pflanzen. Mitte October wurden die Wurzeln ausgehoben; sie zeigten durchwegs jenen Bau. der mit Sicherheit die Möglichkeit der Weiterentwicklung im kommenden Jahre erwarten lässt. 6. Versuchsreihe 1). JPIiaseolus cocclneus f. variegata. 1897. 31 Samen im April im Freien angebaut, ergaben Pflanzen, die sich in jeder Hinsicht wie die der Versuchsreihe C verhielten. Ich habe hier die Resultate meiner Hauptversuche mitgetheilt. Dieselben werde ich zum Theile weiter fortführen um später über das Ergebniss Mittheilung zu machen. Ich gab in der Figur auf S. 427 des vor. Jahrg. eine Ansicht eines Theiles der Culturen des Jahres 1897 nach einer photographischen Aufnahme. Auf ihr sind 1-, 2- und 3jährige Pflanzen (erkenntlich an den die Zeit der Aussaat an- gebenden Etiqueten) zu sehen ; auch die mit den Jahren abnehmende Ueppigkeit ist an der Abbildung deutlich zu erkennen. Aus den im Vorstehenden geschilderten Oulturversuchen ist folgendes zu entnehmen: Phaseolus coccineus und dessen Formen werden bei uns als einjährige Pflanzen cultivirt; entsprechend vor dem Erfrieren geschützt vermag aber die Pflanze den Winter zu überdauern und mehrjährig zu werden 2 ). Das höchste von mir bisher erzielte Alter ist das von a ) Das Absterben wurde durch stärkeres Auftreten von Blattläusen beschleunigt. 2 ) Es ist daher keineswegs das Ergebniss besonderer Züchtung, wenn von einer bekannten Samenhandlung in den letzten Jahren als „Novität" eine „neue ausdauernde Knollen tragende Biesenstangenbohne" empfohlen wurde; ich habe mir denn auch die iSamen dieser „Neuheit" kommen lassen und erzog daraus den gewöhnlichen Ph. coccineus var. albiflora. 4 Jahren. Die Pflanzen nehmen in den (Julturen mit zu- nehmendem Alter an Ueppigkeit und Ertragfähig- keit ab. Eine Untersuchung der überwinterten Theile ergab folgende Innovationsverhältnisse : Im Laufe der ersten Vegetationsperiode verdickt sich allmälig das Hypocotvl und bildet zusammen mit dem oberen Theile der Wurzel ein rübenförmiges Gebilde von 8 — 14 cm Länge und einem Durchmesser (an der dicksten Stelle) von 1 — 3 cm. Die Bildung ist als analog jener von Raphanas (vergl. Warming, Lehrb. d. syst. Bot, Deutsche Ausgabe. S. 291) und Cyclamen (vergl. Schiffner in Oesterr. botan. Zeitschr. 1893. S. 90) zu betrachten und passend als Hypocotvl - Knolle (Schiffner a. a. 0.) zu bezeichnen. Dieselbe (vergl. Tafel I, Fig. 1) treibt der ganzen Länge nach Neben-, beziehungsweise Adventivwurzeln. Die Anfangs fleischige, später holzige Beschaffen- heit derselben geht auch auf den benachbarten Theil des Epicotyls über, der gleichfalls Adventivwurzeln treibt. Im Innern zeigt die entwickelte Hypocotylknolle ein mächtig entwickeltes , mit Stärke vollgepfropftes Parenchym, das von den zerstreuten, das einzige verholzte Element darstellenden Gefässbündeln durchzogen wird. Gegen die Peripherie, also gegen das Periderm zu, stehen die Ge- fässbündel dichter. Oberhalb der dicksten Stelle der Hypocotyl- knolle finden sich zwei deutliche Narben (Tafel I, Fig. 1 c), die Spuren der abgefallenen Cotyledonen, in den Achseln dieser Coty- ledonen, beziehungsweise oberhalb dieser Narben finden sich je 1—6 Knospen 1 )- Die Knospen sind, wenn auch nicht alle, schon an der Keimpflanze zu beobachten. Sie dienen im Verlaufe des ersten Vegetationsjahres zur Bildung von Ersatzsprossen, wenn der Hauptspross abstirbt, sie kommen manchmal bei besonders üppiger Entwicklung der Pflanze auch sonst zum Austreiben. In der Regel bleiben aber diese Knospen (Tafel I, Fig. 1 g) im Knospenzustande und stellen Ueberwinterungsknospen dar. Manchmal, aber durchaus nicht immer, linden sich solche Ueberwinterungsknospeu auch am Ende des Epicotyls, rechts und links von den dortselbst sich finden- den axillären Sprossen. Im Beginne des zweiten Vegetationsjahres erscheint in der Kegel der Hauptspross des ersten abgestorben (Taf. I, Fig. 2 u. 3 S 2 ), zumeist kommt aus jeder Cotyledonarachsel je 1 Seitenspross zu kräftiger Entwicklung (Tafel I, Fig. 2, S,), nur wenn die Axillarknospe des einen Cotyledo aus irgend einem Grund zerstört wurde, kommen auch 2 Knospen in der Achsel des zweiten Cotyledo zur Weiterentwicklung (Tafel I, Fig. 3. SA Auch im zweiten Vegetationsjahre liefert die Cotyledonarachsel Ersatzsprosse, wenn l ) Es ist nicht innner leicht zu entscheiden, ob bei einer grösseren Zahl von Knospen die seitlichen Verzweigungen die primären Knospen darstellen, manchmal ist dies gewiss der Fall. die relativen Hauptsprosse des Jahres eine Zerstörung oder Beein- trächtigung erleiden. — Am Schlüsse des zweiten Vegetationsjahres erscheint die Hypocotylknolle wesentlich vergrössert (Tafel I, Fig. 2 u. 3), sie wird bis 40 mm dick. Der Bau ist im Allgemeinen der- selbe, wie im ersten Jahre, doch stehen die Gefässbündel im peripheren Theile viel dichter, es findet sich häufig Andeutung' einer Holzkörperbildung mit zahlreichen Markstrahlen. Der Nach- weis der Ueberwinterungsknospen ist meist nicht leicht. Die Basis der aus den Cotyledonarachseln entsprungenen Sprosse, also der relativen Hauptsprosse des Jahres, ist zumeist callös verdickt mit faltiger und grubiger Oberfläche. In diesen verdickten Stellen lassen sich" häufig noch ein paar Knospen nachweisen. Ausserdem finden sich zumeist kleine Knospen am Ende des ersten Stengelinternodiums in der Blattachsel oder rechts und links von dem in derselben entspringenden Seitenzweig. Im dritten Vegetationsjahre geht der oberirdische Spross dieses Jahres entweder aus den Cotyledonarachseln oder — und dies ist häufiger — vom Ende des ersten Internodiums des vor- jährigen Sprosses aus. Zumeist wird nur ein solcher Spross ent- wickelt. Am Schlüsse dieses Jahres ist die Hypocotylknolle noch wesentlich vergrössert, sie erlangt einen Durehmesser bis zu 5 cm ; im Innern derselben finden sich deutlich zwei Jahresringe ange- deutet, in der Periphärie sind die Xyleme zu einem recht mächtigen Holzkörper zusammengeschlossen. Auch in diesem Stadium er- scheinen die Zellen des Parenchyms mit Stärke erfüllt. Wenn der Jahresspross aus dem oberen Ende des ersten Internodiums des vorjährigen Stengels hervorgegangen ist, dann ist auch dieses Inter- nodium, insbesondere der basale Theil desselben, relativ stark ver- holzt. Am Ende des dritten Vegetationsjahres konnte ich in den Cotyledonarachseln keine lebensfähigen Knospen mehr finden, nur am Ende des ersten Stengelinternodiums, also an der Stelle, an welcher der Hauptspross des dritten Vegetationsjahres seinen Ursprung nahm, sind manchmal noch Knospen nachzuweisen. Aus diesen geht der oberirdische Spross des vierten Jahres hervor, wenn ein solcher überhaupt noch ausgebildet wird; eine Veränderung im Bau der Hypocotylknolle und der Stengelbasis ist in diesem Jahre — abgesehen von geringer Vergrößerung und Zunahme der verholzten Elemente — nicht mehr zu bemerken. Eine solche Hypo- cotylknolle im vierten Vegetationsjahre zeigt die umstehende, nach einer Photographie hergestellte Abbildung. Nicht ohne allgemeines Interesse erscheint mir nun eine Dis- cussion der mitgetheilten Versuchsergebnisse und Innovationsverhält- nisse. Aus beiden geht mit voller Sicherheit hervor, dass die in den Culturen erzogenen zwei- bis vierjährigen Exemplare von Phaseolus coccineus nicht etwa bloss eine künstliche Verlängerung der Lebensdauer einer annuellen Pflanze darstellen, sondern da es sich um eine ihrem ganzen Baue nach perenne Pflanze 8 handelt. Diese Thatsache im Zusammenhalte mit dem Umstände, dass die Pflanze überall nur als einjährige cultivirt wird, lässt eine zweifache Deutung zu: Entweder ist Phaseolus coccineus perenn und wird nur in Europa als einjährig gezogen, oder die Pflanze ist von Haus aus annuell und hat in der Cultur die Fähigkeit des facultativen Perennirens angenommen. Ich will diese beiden Deutungen kurz betrachten. Die zweit- erwähnte erscheint mir als nicht zulässig. Gegen sie sprich der Umstand, dass bisher, soweit bekannt, noch niemals der Versuch gemacht wurde durch Züchtung den Phaseolus coccineus perenn zu machen, es liegt auch gar kein Grund für einen solchen Versuch vor, da die Pflanze im ersten Jahre reichliehen Ertrag liefert und ihr Anbau ein sehr leichter ist. Gegen jene Deutung spricht ferner der Umstand, dass die klimatischen Verhältnisse jener europäischen Gebiete, in denen heute Ph. coccineus vorherrschend gebaut wird, nämlich Mitteleuropas, derart sind, dass eine perenue Form der 9 Pflanze höchst unzweckmässig, daher existenzunfähig wäre, da die Art gegen Froste überaus empfindlich ist 1 ). Schliesslich spricht dagegen, dass die Fähigkeit des Perenni- rens eine jüngst erworbene ist, die Thatsache. dass die in der Achsel der Cotylen stehenden Ueberwinterungsknospen schon in der Keimpflanze zur Entwicklung kommen, also in einem Stadium, in dem eher atavistisch überkommene, als neu erworbene Eigen- tümlichkeiten aufzutreten pflegen. Dagegen erscheint mir die ersterwähnte Deutung als voll- ständig berechtigt. Für dieselbe sprechen in erster Linie all' die Momente, welche sich gegen die zweite Deutung geltend machen Hessen; für dieselbe spricht die ganz typische, auch bei Exemplaren, welche im ersten Jahre absterben, vorkommende Einlagerung der Reservestoffe in die Hypocotylknolle, spricht endlich die zweifel- lose Herkunft der Pflanze aus dem tropischen Amerika") und die Existenz nahe verwandter perenner Phaseolus-Arten 3 ). Ich glaube daher zu der schon in der Einleitung zu der vorliegenden Abhand- lung ausgesprochenen Behauptung berechtigt zu sein, dass Phase- olus coccinens eine ursprünglich, d. h. in der Heimat, perenne Pflanze ist, welche nur bei uns. in Folge der herrschenden klimatischen Verhältnisse, nicht zu über- wintern im Stande ist. und daher als annuelle Pflanze cultivirt wird. 4 ) Damit ist aber das Interesse, das dem Falle zukommt, nicht erschöpft, sondern wird in einem gewissen Sinne noch gesteigert. Es hat nämlich den Anschein, als wenn die Pflanze nicht nur bei uns nicht als perenne gezogen würde, sondern geradezu die Ten- denz hätte, die Fähigkeit des Perennirens zu verlieren J ) Dass Pli. roccineus schon bei sehr leichten Frösten zugrunde geht, ist jedem Gärtner bekannt, vergl. darüber auch. Lamark Encyclop. meth. III. p. 70 (1789), London Encyclop. des Gartenwes. I. p. 779 (1823) u. a. ) In das wärmere Amerika wurde die Heimat der Feuerbohne zuerst mit Bestimmtheit von De Candolle (Prodrom.) verlegt, seither wird dieser Ursprung ziemlich allgemein angenommen; insbesondere haben Loudon (En- cyclop. d. Gartenb. I. p. 779 (1823] und Dierbach (Grundz. d. ökon. Bot. II. S. 109 [1836/39] die Einführungsgeschichte klargelegt. Eine wichtige Be- stätigung haben alle diese Annahmen durch den von Wittmack (Ber. d. deutsch, bot. Ges. VI. S. 374 [1888] geführten Nachweis erbalten, dass auch Ph. vulgaris, gleichwie die Mehrzahl der anderen Ph.-Arten, dem wärmeren Amerika angehört. 3 ) Perenn sind beispielsweise Pli. /terennis Walt., Ph. macrostaclvjti* EH., sogar frutescent: Ph. Garacalla L , Ph. tuberusus Lour. u. a. J ) Dies Hesse erwarten, dass Phaseolus coccincus im südlichen Europa häutiger perenn auftritt. Ich habe mich nun diesbezüglich an mehrere italienische Fachcollegen oder solche, die längere Zeit im Süden Europas weilten, mit der Bitte um Auskunft gewendet. Ich konnte aber keinen Fall sicheren Perennirens der Pflanze in Erfahrung bringen. Es dürfte dies vielleicht damit zusammen- hängen, dass in Oberitalien, wo Ph. coccineus relativ häufig gebaut wird, er im wesentlichen dieselben klimatischen Verhältnisse, wie bei uns. antrifft, dass in Süditalien die Pflanze anscheinend gar nicht cultivirt wird. 10 und annuell zu werden. Es hat den Anschein, als wenn die Fähigkeit des Perennirens. gleichwie die diesem dienenden Organe rudimentär wären. Ich leite dies aus den folgenden Umständen ab: 1. Dass die Ueppigkeit in der Entwicklung der vegetativen Organe (Länge der Sprosse, Zahl und Grösse der Blätter) und in der Aus- bildung von Blüten und Früchten bei den perennen Exemplaren trotz sorgfältigster Cultur bei günstigsten Existenzbedingungen von Jahr zu Jahr, schon vom 2. Jahre beginnend, geringer wird, ireht aus meinen sämmtlichen Oulturversuchen ganz unzweifelhaft hervor. 2. Nur für das zweite Jahr ist die Entwicklung von Sprossen durch die Knospen in den Ootyledonarachseln vollständig gesichert. Eine Fortentwicklung über das zweite Jahr hinaus findet nur facultativ (wenn Knospen in der Cotyledonarachsel noch vorhanden sind, oder am Ende des ersten Internodiums angelegt werden) statt, trotzdem die Aufspeicherung von Reservestoffen in die Hypocotylknolle am Ende des 2. und 3. Vegetationsjahres dafür spricht, dass eine solche Weiterentwicklung regelmässig stattfinden sollte. Wir haben also einen deutlichen Fall der Umprägung einer perennen Art in eine an nu eile vor uns, also einen Fall in Artbildung, wie er in der Natur recht häufig vorkommt 1 ) und einen Fall, der geeignet ist. ein erwünschtes Licht auf diese anderen Fälle zu werfen. Es dürfte daher angezeigt sein, zum Schlüsse noch zu unter- suchen, wodurch hier jene Umprägung veranlasst wird. Dass Variation und Auslese im Sinne Darwins hier das formumgestaltende Moment war. kann ich nicht annehmen. Eine künstliche Auslese fand — das habe ich schon oben betont — gewiss nicht statt; wenn eine solche eingegriffen hätte, so hätte sie gewiss eher die Umbildung der annuellen Pflanze in eine perenne, als das Umgekehrte angestrebt. Aber auch die Wirksam- keit einer natürlichen Auslese könnte ich mir nicht erklären. Eine solche wäre denkbar, wenn die Wahl zwischen perennen und erst im 2. Jahre blühenden und zwischen anuellen Formen gewesen wäre; dann wären letztere in unserem Klima zweckmässig, erstere unzweckmässig gewesen und daher ausgestorben. Aber Formen, welche im ersten Jahre blühen und fruchten und daneben die Fähigkeit haben, es auch im 2. und 3. Jahre zu thun. sind zum Mindesten ebenso existenzberechtio - t als annuelle. es wäre mithin !) Solche Fälle sind beispielsweise: Gentiana uliginosa Willd. G und G. AmarellaL. P, G. baltica Murb. Q und G. cinnpestrisL. (Vergl. Murbeck in Acta horti Berg. II. Nr. 3. 1S92. — Wettstein in Denkschr. d. Akad. d. Wissensch. Wien, 1896. S. A. S. 61 u. 65), Arenaria serpyllifolia und ]'<»< annua im Tieflande (©) und Gebirge (4) (Vergl. Bonnier in Bull. soc. bot. d. fr. XXVI), Draba venia © und laevigata '4, Viola tricolor und lutea 2j. (Vergl. Kerner A., Die Abhängigkeit der Pflauzengestalt von Klima und Boden. S. 36. — Warnung, Lehrb. d. oekol. Pflanzengeogr. S. 221), viele Kulturpflanzen (G3treidearten, Linum, Papaver) u. A. m. 11 kein Grund einzusehen, warum letztere im Kampfe ums Dasein be- günstigt gewesen sein sollten. Auch durch Hybridisation und nachfolgende Auslese im Sinne Kerner's und anderer vermag ich den Verlust der Fähigkeit des Perennirens in diesem Falle nicht zu erklären. Es spricht nichts dafür, dass eine solche Hybridisation (etwa mit einer Art) statt- fand, denn Ph. coccineus zeigt überall dieselben Formen, er sieht heute noch genau so aus, wie er wenige Jahre nach der um die Mitte des 17. Jahrhundertes erfolgten Einführung, soweit sich dies aus Abbildungen jener Zeit 1 ) entnehmen lässt. ausgesehen hat. Die gegen eine erfolgte Auslese überhaupt oben angeführten Einwände gelten auch hier. Es liegt zweifellos ein Fall von Verkümmerung von Organen und Fähigkeiten du rch Nichtgebrauch vor. Dadurch, dass der perenne Phaseolus coccineus alljährlich am Ende des ersten Vegetationsjahres erfror, konnten die für das 2. und 3. Vegetationsjahr angelegten Organe niemals zur Function kommen, sie verkümmerten in Folge dessen. Für die Richtigkeit dieser An- schauung spricht der Umstand, dass am kräftigsten und regel- nnissigsten noch jene Organe vorhanden sind, die der Innovation des zweiten Jahres dienen und zwar deshalb, weil sie gelegentlich zum Ersatz der frühzeitig verloren gegangenen Sprosse des ersten Jahres noch in diesem Jahre herangezogen wurden und dadurch immerhin relativ häufig zum Functiomren kamen. Insoferne als der Verlust, respective die Verkümmerung eines nichtgebrauchten Organes als eine specielle Erscheinungsform der directen Anpassung aufgefasst werden kann, Hess sich daher die hier behandelte Umprägung einer Art als ein Beleg für diese Form der Artenbildung auffassen 2 ). Erklärung der Tafel I. Fig. 1. Hypocotylknolle von Phaseolus coccineus f. albiflora am Ende des ersten Vegetationsjahres, c = Narben der abgefalleneu Ootyledonen, g = in den Achseln der Cotyledonen stehende Knospen, s, = Epicotyl, resp. Hauptspross des ersten Vege- tationsjahres, k = Wurzelknöllchen. Fig. 2. Oberer Theil einer Hypocotylknolle derselben Piianze am Ende des zweiten Vegetationsjahres; normales Verhalten. Die Buchstaben haben dieselbe Bedeutung, wie in Fig. 1, s,_, = relative Hauptsprosse des zweiten Vegetationsjahres, aus den in den Cotyledonarachseln stehenden Knospen hervorgegangen. ! ) Vergl. Morison, Plant, hist. univ. Sect. 2. Taf., 5 (1680). -) Vergl. Wettstein, Monographie der Gattung Euphrasia S. 37 ff. — Die europ. Arten der Gattung Geiitiana Sect. Endotricha in Denkschr. der Wiener Akad. d. Wissensch 1896. L. 377, S. 70. 12 Fig. 3. Hypocotylknolle derselben Pflanze am Ende des zweiten Vegetationsjahres ; ein Fall, in dem aus der Achsel eines Cotyledo zwei Sprosse (s 2 ) hervorgegangen sind. Die Buch- staben haben dieselbe Bedeutung, wie in Fig. 1 und 2. Fig. 1 — 3 in natürlicher Grösse; die Belegexemplare befinden sich in den Sammlungen des Botanischen Institutes der k. k. deutschen Universität in Prag. JPoa Grimburgii n. sp. Auetore E. Hackel (St. Polten). Annua? Kadix tenuis, fibrosa. Oulmi ex eadem radice pauci, erecti, circ. 25 cm. alti, graciles, 3-nodes, subcompressi, glaber- rimi, basi non incrassati, anthesi sub panicula brevi spatio nudi. Folia glabra: vaginae compressae, laxiusculae, iuternodiis parum breviores longioresve. laeves; ligula oblonga, exserta (circ. 3 — 5 mm longa) obtusa, apice lacera; lamina anguste linearis, obtusiuscuia. plana vel siccando complicata, praeter marginem scabriusculum laevis, foliorum iuferiorum circ. 4 — 6 cm., folii summi vix 1 — 2 cm. longa, vagina sua pluries brevior. Panicula late ovata (6—7 cm. longa. 5 cm. lata), patentissima, laxa, ramis inferioribus geminis. superioribus solitariis ad V a longitudinis indivisis. dein ramulum (in robustioribus) plerumque bispiculatum ramulosque 2 — 4 unispieulatos gignentibus, omnibus laevibus vel superne scaberulis, tenuiter fili- ibrmibus. Spiculae in apice ramorum inferne longe nudorum imbri- cato-congestae. laterales extremae brevissime pedicellatae. onmes late ovatae, obtusae (5 mm. longae, 35 mm. latae), compressae. densissime 4 — 6 tlores, ex virieli, albo, flavo et sordide violascente variegatae. rhachillae glabrae internodia quam gluma tiorens 6 — S-plo breviores. Glumae steriles rlorentibus parum (circ. 1 / (i ) breviores. ovatae, acutiusculae. glabrae, inferior 3-, superior 5-nervis (nervis extimis brevibus). carina laeves. Glumae florentes late ovatae. ob- tusae, saepe leviter emarginatae. 35 mm. longae. in '/ 3 superiore scariosae et enerves, ceterum herbaceae et 5-nervae, nervis extus minime prominentibus. carina et nervis externis (submarginalibus) a basi ad medium usque dense pectinato-ciliatae, ciliis patentibus rigidulis arete contiguis, rectis, niveis. glumae latitudinem sub- aequantibus, in glumae basi longissimis laxis crispis longe protra- hendis, ceterum inter nervös glaberrimae. Palea quam gluma florens 1 5 brevior, elliptico-lanceolata, obtusiuscuia, bicarinata, carinis cilio- lata. — Habitat in arenosis submarinis prope ostium fluminis Pota- mos Corcyrae. Die 12. Aprilis 1897 florentem vel modo defluratam legit amicus Carolus de Grimburg, cui hanc pulcliram speciem dedico. Man entschliesst sich nicht leicht, an die Entdeckung einer neuen Art an einem von Botanikern uicht selten besuchten Orte zu glauben, namentlich wenn dieselbe auf einem so flüchtigen Be- 1o O suche geschieht, wie ihn im April 1897 der Wiener „Wissenschaft- liche Club" und mit ihm Freund Grimburg der Insel Corfü widmete. Aber nach den eingehendsten Untersuchungen bin ich zur Ueberzeugung gelangt, dass hier wirklich eine neue Art vor- liegt, die ja hoffentlieh bald wieder aufgefunden werden wird (ge- naue Standortsangabe s. u.), was umso erwünschter wäre, als bei der Spärlichkeit des vorliegenden Materials ein wichtiger Punkt nicht mit voller Sicherheit festgestellt werden kann. Es handelt sich nämlich um die Dauer der neuen Art. Die vorliegenden Exem- plare machen vollständig den Eindruck einer einjährigen Pflanze: nichts an ihnen stammt aus der vorjährigen Vegetationsperiode, höchstens dürfte die Keimung vielleicht schon im vorigen Herbste stattgefunden haben, da die beiden untersten Blätter im Absterben begriffen sind. Allein mit den wenigen bisher beschriebenen ein- jährigen Arten der Gattung (P. annua L., puberula Steud., pcrsim Trin., parodoxa Kir. et Kar.) hat unsere neue Art nicht die min- deste Verwandtschaft: nach dem Bau ihrer Aehrchen steht sie viel- mehr der Poa bulbosa L. und der P. pumila Host nahe, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass auch P. Grimburgii eine ausdauernde Art sei, welche jedoch, wie so manche andere aus- dauernde Gräser (ich nenne nur z. B. Agrostis castellaiia) die Fähigkeit besitzt, gleich nach der Keimung blühende Halme zu treiben, aus deren Basis erst später die Innovationssprossen für das nächste Jahr hervorgehen. Botaniker, welche etwa im Mai oder Juni an den Standort kommen werden, dürften Gelegenheit haben, diese Frage zu entscheiden oder wenigstens durch Sammeln von Fruchtexemplaren mir die Möglichkeit der Oultur der neuen Art zu verschaffen. Sehen wir also von dem noch unsicheren Merkmale der Dauer ab. so bleiben noch genug andere übrig, um P. Grimburgü von P. bulbosa, pumila und ähnlichen Arten zu unterscheiden. Zu- nächst ist die Eispe sehr auffallend; die Aehrchen stehen dicht ge- drängt an der Spitze langer, bis zu s /a nackter und unverzweigter Aeste, was der ganzen Eispe ein lockeres, gespreiztes Aussehen gibt. Bei P. bulbosa ist die Eispe dicht, die Aeste verzweigen sich schon unter der Mitte und sind gleichmässiger mit Aehren be- setzt; ähnlich bei P. pumila. Das beste Merkmal bietet die Form der Deckspelze fgluma florens, palea inferior vieler Autoren) dar. deren Spitze vollkommen stumpf, ja oft flach abgerundet und nicht selten mit einer schwachen Ausrandung versehen ist, was natürlich erst bei vorsichtigem Flachlegen erkennbar ist. Alle verwandten Arten haben mehr oder weniger spitze Deckspelzen ; nur P. alpina zeigt sie in seltenen Fällen auch ziemlich stumpf. Charakteristisch ist auch die Art der Bewimperung des Kieles und der äusseren Seitennerven. Bei allen verwandten Arten besteht sie aus etwas gekräuselten, nach vorwärts gerichteten Härchen, zu denen bei P. bulbosa noch (wie bei P. Grimburgii) am Grunde der Spelze lang verziehbare Haare kommen, die bei P. pumila und alpina 14 fehlen. P. Grimfmrgii hat aber die Wimpern so dicht aneinder- liegend, dass sie geschlossene weisse Säume von mehr als halber Breite der Spelze bilden, dabei sind sie gerade und abstehend. Der Raum zwischen den Baar-Säumen ist gänzlich kahl und glatt, während sich bei P. pumila und alpina in dem unteren Theile desselben auch Härchen finden, was auch bei P. bulbosa eintritt, wenn sie stark und lang bewimperte Nerven hat. Auch die so merklich (V 5 ) kürzere Vorspelze (palea superior) der P. Grimburgii ist ein gutes Merkmal. Dass die Basis des Halmes wenigstens an den vorliegenden Exemplaren keine Spur einer Verdickung (wie bei P. hulbosn) oder von alten Blattscheiden (wie bei alpina und pu- mila) zeigt, wurde schon angedeutet. Ich bemerke nur noch, dass es auch keine aussereuropäische Art gibt, welcher die P. Grim- burgii näher stünde, als den oben genannten europäischen. Die Mündung des „Potamos" ist von dem Hauptorte Oorfü in kaum l'/nStündigem Spaziergange zu erreichen; die Pflanze wächst daselbst (also auf dem rechten Ufer der Flussmündung) in feuchtem Sande in ziemlich grossen Trupps, die Grimburg anfangs für lockere Rasen hielt, bis er beim Auswaschen der Wurzeln bemerkte, dass sie in gesonderte Halme zerfielen. Hoffen wir also, dass die neue Art bald weiter beobachtet werden wird. Puccinia Scirpi DC. Von Franz Bubtlk (Hohenstadt, Mähren). (Mit Tafel II.) Am Ausgange des Winters des Jahres 1896 fand ich im Teiche von Hohenstadt auf Scirpus lacustris massenhaft Puccinia Scirpi. Jeder Halm dieser Pflanze war voll mit Teleutosporenlagern dieser Uredinee bedeckt. Dass P. Scirpi eine heteröcische Art ist, lag fast an der Hand, obzwar es bisher nicht festgestellt wurde, und demnach war auch das zugehörige Aecidium unbekannt. Ich untersuchte den Teich seit 1. April 18 ( J7 sehr oft und forschte wie im Teiche, als auch auf den angrenzenden Wiesen ver- gebens nach einem Aecidium. Erst am 2. Juni brachte mir ein Gymnasial-Schüler einige Blätter von Limnanthemum nymphoides, die mit dem sehr schönen Aecidium Xy»i))ltüi — conchatus (Pers.) = salirinus Pers. Reichenfeld. An Flieder, (v. Bresad.) 21 Pölyporus velutinus (Pers.) Fr. Reichenfeld. An Erle und Hasel- nuss. (v. Bresad.) — fülms Scop. An Apfelbaum. Amerlügen. (v. Bresad.) — igniarius (L.) Fr. var. resupinata. Eeichenfeld. Au Haselnuss. (v. Bresad.) — radiatus (Sow.) Fr. var. nodulosus Fr. Ardetzeuberg. Au Buche, (v. Bresad.) — fuliginosus Scop. Göfiser Wald. An Tanne, (v. Bresad.) — cinnamomcus Trog. An Firns Malus. Stein. — amorplms Fr. Nicht selten an Tanne. ( v. Bresad.) — adustus (Willd.) var. crispus Pers. Amerlügen an Eiche, (v. Bresad.) Boletus rutilus Fr. Henkerswiese am Wald unter Eiche. — yranulatus L. Bei der Schattenburg. — porphyrosporus Fr. Göfiser Wald. — luridus Schaeffer. Ibid. — Satanas Lenz. Ibid. — scdber Bull. Bei Laz, Amerlügen unter Birke. — subtomentosus L. Ardetzenberg. — floccopits Vahl. Göf. Wald. — striaepes Secret. Ibid. — cdulis Bull. Ibid. — chrysenteron Bull. Ibid. — olivaceus Schaeff. Ibid. — bovinus L. Ibid. — badius Fr. Ibid. — pachypus Fr. Ibid. Agaricini. Lenzites sepiaria (Wulf) Fr. Reichenfeld. Ein Exemplar fand ich an Laubholz nämlich an Erle. Wie Bresadola mir schreibt, ist der Pilz hier zum ersten Male auf Laubholz gefunden. — abietina (Bull.) Fr. Göfiser Wald. — betulina (L.) Fr. Reichenfeld und sonst an Laubholz. (v. Bresad.) — tricolor (Bull.) Fr. Reichenfeld. An Haselnuss. Bei der Wolf- gangskapelle, (v. Bresad.) Schizophyllum commune Fr. an Stämmen häufig, (v. Bresad.) Trogia crispi (Pers.) Fr. Amerlügen. An Buche, (v. Bresad.) Panus stipticus (Bull.) Fr. An Stämmen. Amerlügen. (v. Bresad.) Lentinus coclüeatus (Pers.) Fr. Ardetzenberg. An Buche. Canthardlus muscigenus (Bull.) Fr. Reichenfeld. — eibarius Fr. Göf. Wald häufig. — aitrantiacus (Wulf.) Fr. Ibid. — tubaeformis (Bull.) Fr. Ibid. — cinereus (Pers.) Fr. Ardetzenberg. — infundihuliformis (Scop ) Fr. Göf. Wald. Bussula emetica Fr. subspec 1 : Bussula Clusii Fr. Im Göfiser Wald häufig. 22 Lact ar ms deliciosus (L.) Fr. Allenthalben häufig. — piperatus (Scop.) Fr. Göfiser Wald häufig. — quietus Fr. Ibid. Ziemlich häufig. — acris (Bolton) Fr. Reichenfeld. — lignyotus Fr. Göf. Wald. — subdulcis (Bull.) Fr. Ardetzenberg. An Stämmen. Paxillus atrotomentosus (Bull.) Fr. Reichenfeld. Göf. Wald. (v. Bresad.) Coprinus atramentarius (Bull.) Fr. Reichenfeld. — fimetarivs (L.) Fr. Reichenfeld. — deliquescens (Bull.) Fr. Reichenfeld. Agaricus squarrosus Müller. Reichenfeld. — campestris L. Häufig. — campestris var. silvicola Vittad. Reichenfeld. — velutipes Curt. Reichenfeld. An Weide, (v. Bresad.) — vaginatus Bull. Häufig in Wäldern. — pantherinus DC. Göf. Wald. — phalloides Fr. Maria Grün. — muscarius L. Häufig in Wäldern. — mucidus Schrad. Ardetzenberg. An Buche. — mollis Schaeff. Reichenfeld. An Erle. (v. Bresad.) (Schluss folgt.) Ueber seltene und neue Rubi und Rubus-Hybriden aus Baden, Bayern, Braunschweig, derHercegovina, Schlesien und Ungarn in C. Baenitz' Herbarium Europaeum. Lieferung CV. (88 Nummern) nebst kurzem Excursionsbericht aus der Hercegovina und Schlesien. Von Dr. C. Baenitz (Breslau). Die diesjährige Ausgabe des Herb. Europ. enthält in Lief. OV. eine grosse Zahl interessanter und zum Theile neuer Arten und Hybriden der Gattung Hubus, deren Bestimmung und Beschreibung auch diesmal durch Herrn Sanitätsrath Dr. Utsch erfolgte. Die Herren Kretz er- Braunschweig, Dr. Waisbecker-Güns, Pink- wart- Goldberg und Pr echt eis bauer- Nürnberg haben ebenfalls neue Arten eingesandt, deren Diagnosen weiter unten abgedruckt werden. Fast die Hälfte der Rubi habe ich in der Hercegovina und Schlesien präparirt. Mein 16tägiger Aufenthalt in Mostar (Hercegovina) konnte nur in den letzten Tagen den Rubi gewidmet werden, denn die Blütezeit derselben begann erst Ende Mai, resp. Anfang Juni. Fast in der ganzen näheren Umgebung der Stadt Mostar fanden sich in Hecken und an Zäunen zahlreiche, üppig vegetirende Brombeergebüsche, ganz besonders aber in der Vorstadt Zahum, in der Nähe des 23 Nordlagers und an den Weingärten, welche sich am Stolacfelsen, dem von Prof. Pichler in Mostar sogenannten „Botanischen Garten der Stadt Mostar" '), aufwärts erstrecken. — In Trebinje, wo ich vom 9.— 11. Mai wohnte, habe ich in der Umgebung Brom- beeren nicht beobachtet. Meine zahlreichen Rubi-Excursionen in Schlesien während des Juli und August d. J. wurden durch das fortdauernde Regenwetter sehr erschwert und beeinträchtigt, aber selbst an dem für Schlesien so verhängniss vollen 29. Juli am Zobtengebirge nicht erfolglos gemacht (vgl. Nr. 9513 und 9560). Für mich neue Rubi-Gebiete besuchte ich nur in dem durch- Köhler's emsige Thätigkeit und scharfen Blick klassisch-histo- risch gewordenen Schmiedeberg im Riesengebirge. Alle übrigen Oertlichkeiten hatte ich schon 1896 in Augenschein genommen. In Schmiedeberg galt es in erster Linie den Köhler'schen Standort seines Rubus Reichcnbachii wieder aufzutinden. Herr Dr. Focke- Bremen hatte die Liebenswürdigkeit mir den „Säge- bügel" 2 ) als den Standort zu bezeichnen , wo der verstorbene Zimmermann-Striegau den R. Reichenbacliii Kohl. 1869 zuletzt sammelte. Ich fand in Schmiedeberg bei den königl. Forstbeamten das freundlichste Entgegenkommen und sogar persönliche Führung nach dem „Sägebügel", so dass beim Aufsuchen und Finden dieses Standortes jeder Irrtum ausgeschlossen blieb! Auf der Waldlehne, etwa 750 m hoch, über welche der Sägebügel führt, findet sich ein 12- 15jähriger dichter Fichtenbestand, der jede Rubi-Vegetation, auch amWege ausschliesst, resp. vernichtet hat! Diese bei grosser Hitze unternommene Excursion hatte hier, wie auch in unteren Regionen nur negative Resultate, denn der W T ald oberhalb Arnsberg ist so gut wie „brombeerlos". Dafür entschädigte mich reichlich die Tour nach der „Forstbaude" (Gründelfälle) und dem „Kaffeeborn" durch das Wiederauffinden des B. Mikani Kühl. f. vestita (Nr. 9543) und des R. pygmaeus Wh. et. N. (Nr. 9563). — Jedenfalls wurde der Wald oberhalb Schmiedebergs (nach dem eigentlichen Riesengebirge) zu Köhler' s Zeiten weniger gepflegt als heute, und Sense und Feuer, die stets überall beliebten Vernichtungsmittel der Brombeersträucher, waren wohl weniger thätig als in unseren Tagen. — Eine dritte Tour nach der Nordseite von Sehmiedeberg (nach Hohen wiese) hatte, wie weiter unten ersichtlich, reichen Erfolg. — Im Riesengebirge wiederholte sich die schon 1896 im Mensegebirge gemachte Beobachtung, dass ') Dieser Felsen darf an gewissen Stellen von Schafen und Ziegen nicht beweidet werden; hier entwickelt sich eine Flora, wie ich sie schöner nirgends sah ; die BezeichnuDg „botanischer Garten" ist also sehr zutreffend. 2 ) Der „Sägebügel", oberhalb des Dorfes Arnsberg bei Schmiedeberg ist kein Berg, sondern ein an einer wenig steilen Berglehne emporführender Weg, welcher die Gestalt des „Bügels einer gewöhnlichen Holzsäge" hat; die hier in gerader Linie aufwärts führende Richtung stellt die Säge dar. 24 die Brombeeren in den westliehen Sudeten nicht über 650 m emporsteigen, dafür aber in etwas tieferen Regionen um so üppiger vegetireu. Auch in diesem Jahre hat Obernigk bei Breslau seinen alten botanischen Ruf bewährt: Auf beiden Excursionen (14. Juli und 3. August) hatte ich eine reiche und interessante Ausbeute, zu welcher ich das Auffinden des Bubus JReichenbachii Kohl. f. albi- florus (Nr. 956(3) und des B. Baenitsii Utsch f. fere eglandulosa (Nr. 9503) rechne. In dem Glaucher Wald bei Skarsine unweit Breslau fand ich Bubus caesins X Mikani f. Güntheri (Nr. 9509) und eine der schönsten und ausgeprägtesten Hybriden, den B. capitulatus Utsch (Nr. 9521). welchen ich schon 1896 beobachtete; letzterer bildet an einem wenig bewaldeten Abhang einen umfangreichen Bestand, der das Terrain allein beherrscht und von keinem anderen Bubus unterbrochen wird. Ueber eine zweitägige Tour nach Dyhemfurth und dem nahen Gross-Pogul und dem Zobtengebirge berichte ich unten in der Gesammtübersicht. Eine dreitägige Esscursion nach dem Mensegebirge brachte eine überraschend reiche Fülle neuer Formen, zu welcher in erster Linie Bubus Mikani Kohl. f. Güntheri und f. Bekardii (Nr. 9541 und 9542) nebst B petraeus Kohl. (Nr. 9551) gehören. Den Ausgangspunkt meiner Touren nahm ich in Falken hayn bei Altheide (550 m hoch), von wo der Standort der oben genannten Rubi leicht in wenigen Minuten (/?. Mikani Kohl. f. Güntheri). resp. in einer Stunde zu erreichen ist. — Eine recht weite Ver- breitung hat übrigens bei Falkenhajm der in Lief. 98 unter Nr. 9033 ausgegebene Bubus compactus Utsch f. concolor. während ich Nr. 9034 Bubus compactus f. discolor nur an einer Stelle in wenigen kleinen Sträuchern wiederfand. Die Mehrzahl der nachfolgenden Diagnosen hat, wie im Vor- jahre, Herrn Sanitätsrath Dr. Utsch- Freudenberg zum Verfasser; im andern Falle wurde der Autor genannt. — Alle Diagnosen finden sich auch auf den Etiquetten in Lief. CV. des Herbarium Euro- paeum, auf welches sich die beigefügten Nr. beziehen. Nr. 9503. Bubus Baenitsii Utsch f. fene eglandulosa — B. Schleicheri X bifrons. Stacheln und Blätter wie bei B. bifrons. Drüsen und Blütenstand gehören /{. Schleichcri an. — Von mir in der Karoschker Schonung bei Sitten (Obernigk), 150 m hoch, am 14. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9504. B. Bayer i ] ) X thyrsanthus = B. Schleichcri X Güntheri X Mellardii X thyrsanthus. Schössling und Blätter wie bei B. thyrsanthus; die zerstreuten Drüsen und die verkürzten, zum Theile gebogenen Stacheln sind durch B Schleichcri und B. Bel- lardii zu erklären, der rundliche Blattschnitt durch B. Bcllardii. ') Vgl. die zweite Note zu Nr. 9541. 25 Die Achse des Blütenzweiges, wie auch der bewehrte Sehössling, die Blätter und Eispe wie bei R. thyrsanthus und die kurzen Staub- fäden wie bei R. Güntheri. — Von mir an einem Feldwege in der Nähe der Oberförsterei Nesselgrund im Mensegebirge am 9. Juli, 650 m hoch gesammelt. Nr. 9505. R. brachyadenes Waisb. n. sp. Steht durch kurzgestielte Drüsen und kleine, rosenfarbige Blüten dem R. rudis Wh. et N. und dem R. scdber Wh. et N. nahe, ist jedoch von diesen beiden durch längere, den Durchmesser der Schösslinge oft überragende, gerade, wenig rückwärts geneigte Stacheln, die kurz zugespitzten, an der Eückseite dünnfilzigen Blättchen, ferner durch die nebst kurzem Filz abstehende Behaarung, die zahlreichen dünnen geraden Stacheln der Eispe, endlich durch die nach der Blüte auf- gerichteten, der meist schlecht entwickelten Frucht anliegenden Kelchzipfel, durch die kurzen Staubfäden, welche die Griffel nicht überragen, und die behaarten Fruchtknoten gut zu unterscheiden. — Dr. Waisbecker. — Vom Autor bei Güns in Ungarn am 12. Juli 1895 gesammelt. Nr. 9509. R. caesius X Mihani f. Güntheri. Blätter unterseits, besonders an den Nerven etwas abstehend, seidig be- haart, deuten auf R. vestitus, Stacheln des Blütenzweiges zum Theile hakig, Blättchen eingeschnitten gesägt auf R Schleicher i, Blättchen breit, fast rundlich, Stacheln des Blattstieles meist gerade auf R. BeUardii hin ; schwärzliche Borsten und Drüsen, sowie weiss- grau filzige Kelche erinnern an R. Güntheri; sonst wie R. caesius. — Von mir am 17. Juli 1897 an einem Wege durch die Schonung im Walde bei Skarsine (Breslau) gesammelt. Dieser Bastard bildet dort sehr niedrige, etwa 20 cm hohe, bis in die Schonung ziehende Gebüsche, besonders auf dem wenig betretenen Wege. Nr. 9510. R. caesius X plicatus X macrophyllus. — R. caesius nicht zweifelhaft; R. plicatus in fast kahlem Sehössling. den Stacheln, dem Blattschnitt, den grünen Kelchen und aut- gerichteten Haaren der Blütenstiele kenntlich. Auf R. macro- phyllus weisen hin: sichelige Stacheln des Hlütenzweiges in der dem R. macrophyllus ähnlichen Eispe, zottige Kelche und rothe Blumenblätter. — Von mir in einem Kiefernwalde bei Gross- Pogul (Dyhernfurth) am 3. Juli (120 m) gesammelt; sehr häufig. Nr. 9511. R. caesius X pubescens. — R. caesius unver- kennbar; zum Theil gebogene Stacheln, breit eiförmige, klein ge- sägte, unterseits graugrüne weich haarige Blättchen, derbe kleine, gebogene Stacheln der Eispe sprechen für R. pubescens. — In Gebüschen an dem Oderabhang bei Gross-Pogul (Dyhernfurth). 120 m, von mir gesammelt am 3. Juli 1^97. Nr. 9512. R. caesius X {pubescens X candteans) Herz- eiförmige, unterseits sammt- weichhaarige , feingezähnte Blättchen deuten R. pubescens, langgespitzte, doppelt gesägte dagegen 72. can- dicans an. Sonst wie R. caesius. — ■ Von mir im Eiemberger Walde bei Obernigk, 180 m hoch, am 3. August 1897 gesammelt. 26 Nr. 9513. R. caesius X pubescens X (Sprengelii X villicaulis). Untere Seitenblättchen sitzend (R. caesius); Blätter unterseits sammtig-weissfilzig. Stacheln des Blütenzweiges derb- sichelig ( R. pubescens), Schössling licht behaart, mit geraden und sicheligen bis 4 mm langen Stacheln bewehrt, daneben Sitzdrüsen, Stacheln des Blattstieles fast hakig. Blättchen etwas eckig-gesägt (R. Sprengelii); sonst wie R. villicaulis. — In einem Wäldchen am Fusse des Weinberges (Zobtengebirge), in der Nähe von Klein- Kniegnitz am 29. Juli 1897 gesammelt. — Zahlreiche Gebüsche. Nr. 9514. R. caesius X sanctus X vestitus. Blättchen oberseits wie R. sanctus, unterseits wie R. vestitus behaart: zahl- reiche Stacheln gerade wie R. vestitus; übrigens wie andere Hy- briden des caesius. — Auf einer Wiese am Blato bei Mostar (Hercegovina), 300 m hoch, am 8. Juni 1897 von mir gesammelt. — Sehr zahlreiche Gebüsche, geschützt durch dichte Heckenzäune. Nr. 9515. R. caesius X serpens X macrophyllus f. monstrosa. Zum Theil sitzende Seitenblättchen und die Gestalt der Kelchzipfel zeigen R. caesius an. Länger gestielte Blättchen findet man auch bei anderen derartigen Formen. R. serpens macht sich kenntlich durch die sehr kleinen Stacheln, zahlreiche Drüsen und längliche Blattform. Blattschnitt, grobe Bezahnung und Blüten- stand sind R. macrophyllus ähnlich. — Im Walde an der Nessel- grunder Sägemühle bei Falkenhayn (Mensegebirge), 600 m hoch, von mir am 8. Juli 1897 gesammelt. — Nicht zahlreich, aber in sehr üppigen Gebüschen. Nr. 9516. R. caesius X serpens X thyrsanthus. Blätter und Blutenstand erinnern an R. thyrsanthus, sehr kleine Stacheln, über den Blütenzweig zerstreute kleine Drüsen und aufrechte Kelche an R. serpens, breite, kurz zugespitzte, scharf gesägte Blätteheu, sitzende Seitenblättchen des Blütenzweiges an R. caesius. — Von mir am Waldrande des Weges nach dem Gneisenau berge bei Obernigk, 180 m hoch, am 14. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9517. R. caesius X vestitus X sanctus. Blättchen oberseits wie R. sanctus, unterseits von R. vestitus behaart, übrigens wie andere Hybriden des R. caesius. — Von mir zwischen Wein- gärten oberhalb des Nordlagers, 70 m hoch, bei Mostar (Hercego- vina) gesammelt am 4. Juni 1897. Nr. 9518. R. candicans X macrophyllus. Die doppelt gesägten Blättchen des Blütenzweiges, unterseits blassgrüne Blätter und zum Theil gering bewehrte Blütenstiele zeigen Yi*. candicans an; Blätter und Rispe wie R. macrophyllus. — In Gebüscheu an einem Oderabhang bei Gross-Pogul (Dyhernfurth), 120 m hoch, von mir gesammelt am 3. Juli 1897. — Nur ein Gebüsch, aber gross und üppig. Nr. 9519. R. (candicans X macrophyllus) X pücatus. R. candicans nur angedeutet durch blassgrüne, zum Theil vorn doppelt gesägte Blättchen des Blütenzweiges ; letzterer (mit zottigen Blütenstielen und rothen Blumenblättern) weist auf R. macrophyllus Vi hin. Dem R. plicatus gehören an: die Rispe und der Sehössling mit kurzgestielten Seitenblättchen und stark gekrümmten Stacheln der Blattstiele. — Im Birkwalde am evangelischen Kirchhofe bei Dyhernfurth, 130 m hoch, von mir am 3. Juli 1897 gesammelt. — Die zahlreichen Gebüsche bilden, wie die des R. Rrkheubnehii Kohl. f. rubriflora (Nr. 9070), welcher sich dicht daneben findet, ein Ganzes, nicht durchsetzt von anderen Eubi. Nr. 9520. R. candicans X ulmifolius. Sehössling und Blättchen R. ulmifolius ähnlich ; Stacheln der Blütenzweige und der Rispe wie bei R. candicans. — Ueber Ssandort vgl. Nr. 9517. Nr. 9521. R. capitulatus Utsch, n. hybr. == R. Schleicheri X Bcllardii. Blütenstand dicht gedrängt, kopfig. Die zum Theile hakigen Stacheln des Blütenzweiges, die grob gesägten Blättchen, ferner die etwas filzigen Kelche gehören dem R. Schleicheri an; sonst wie R. Bellardii. — An einem Abhang in der Schonung des Waldes zwischen Ober-Glauche und Skarsine, 184 m hoch, von mir am 17. Juli 1997 gesammelt. — Sehr zahlreiche, einheitliche, aber niedrige Gebüsche bildend. Nr. 9531. R. heterophyllus Utsch, n. hybr. f. Schleicheri B. bavaricus X serpens == R. (bifrons X Bellardii X Schleicheri) X serpens. Stacheln und Blattform wie bei B. bifrons, Blättchen breit, klein gesägt (R. Bellardii), Stacheln des Blattstieles zum Theile hakig, Rispe schmal (R. Schleicheri); letztere mit Beiästchen, Stacheln und Drüsen wie bei R. serpens. — Von 0. Prechtels- bauer im Waldgebüsch bei Unterkreuzberg (Freyung v. W. ) in Bayern, 660 m hoch, im August 1897 gesammelt. Nr. 9532. R. heteropliyllus Utsch, n. hybr. f. serpens. Stacheln gerade, Blättchen nerzeiförmig, vorn ungleich gesägt (R. bifrons), breit, unterseits spärlich behaart (R. Bellardii). Stacheln zum Theil hakig (R. Schleicheri), klein, ungleich, Drüsen kurz. Rispe gross mit Beiästchen (R. serpens). — Im Hüttenwald bei Bierhütte (Freyung v. W.) in Bayern, 670 m hoch, von 0. Prechtelsbauer am 6. August 1897 gesammelt. Nr. 9533. R. hirtus X Günther i. Zahlreiche lange Drüsen und Borsten am Sehössling und Blütenzweig, filzige Blütenstiele und Kelche und kurze Staubfäden gehören R. Güntheri, Bewehrung. Blätter und Rispenbau dem R. hirtus an. — An einem Hohlwege auf dem Hemmerich bei Hohenwiese (Schmiedeberg) im Riesen- gebirge, 550 m hoch, von mir am 22. Juli gesammelt. Nr. 9536. R. macrophyllus W. et N. f. sollingiaca Kretzer. Stieldrüsen auf Deckblättern und Kelchen; Blüten klein; häufige, constante Form am Soltgrunde. Kretzer. — Vom Autor im Wesergebiet bei Boffzen (Soltgrund) am 18. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9537. R. macrophyllus X candicans f. cordifolia. Spärlich behaarter Sehössling, Blattschnitt und unvollkommen aus- gebildete, nur durch Zacken angedeutete doppelte Bezahnung der Blättchen des Blütenzweiges, sowie kürzere Stacheln derselben haben ihren Ursprung in R. macrophyllus. Sonst wie R. candicans. 28 — Im Walde an der Nesselgrunder Sägemühle (bei Falkenhayn) im Mensegebirge, 600 m hoch, von mir am 9. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9538. B. rnacrophyllus X candicans f. elliptica. Die zerstreute Behaarung des Schösslings, die stellenweise fast abstehende Behaarung auf der Blattunterseite und die zerstreute Behaarung auf der Blattoberseite, die weniger ausgeprägte Bezahnung der Blätter weisen auf B. rnacrophyllus hin; sonst wie R. candicans. — Am Waldrande zwischen Falkenha3 r n und der Nesselgrunder Sägemühle (Mensegebirge), 600 m hoch, von mir am 9. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9540. B. Menhei W. et N. f. diversifolia Kretzer. Schösslingsblätter dreizählig und fussförmig (vier- und fünfzählig. Kretzer. — Vom Autor im Wesergebiet (Solling, Fürstenberg) am 19. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9541. B. Mikani Kohl. 1 ) f. Bellardi = R. uestitus X Bayeri-). Zahlreiche gerade Stacheln, beiderseits, aber unterseits auf den Nerven abstehend behaarte, zum Theil rundliche Blättchen weisen auf R. vestitus und der Blattschnitt auf R. Bayeri; zum Theil hakige Stacheln und doppelt gesägte Blättchen gehören R. Schleiclieri an, livide Blätter, dicht weissfilzige Blütenstiele und Kelche, ziemlich kurze Staubfäden dem R. Güntheri und dreizählige. feingesägte Blättchen, lange rothe Drüsen am Schössling und die dichte Bestachelung an Blütenstielen und Kelchen dem B. Bellardii an. — Im Felsgeröll einer Schonung bei Pohldorf ( Falkenhayn i, 650 m hoch, im Mensegebirge von mir am 8. Juli gesammelt, — Auf keiner meiner Touren habe ich einen Kubus in so grosser Zahl gesehen, wie diese Seltenheit an dem Abhang dieser Schonung. — Der sehr beschwerliche Abstieg brachte mich am Bande der Schonung zu Nr. 9551, dem B. petraeus Kohl., war also in hohem Grade lohnend. Nr. 9542. B. 31ikani Kohl. f. Güntheri — B. vestitus X Buyeri. Schössling und Blätter wie B. Bayeri; die rundliche Form der Blättchen und der Blütenzweige erinnern an B. vcstitu*. sind aber feinstachelig und drüsig wie B. Bayeri und oberwärts schwarz- drüsig; die verkürzten Staubfäden weisen auf B. Güntheri. (Auf den Exemplaren linden sich weisslich-gelbe Polster, veranlasst durch BhyUerium Bubi Fr.) ■ — An der Nesselgrunder Sägemühle bei Falkenhayn. 600 m noch, im Mensegebirge einen etwa 5 — 6 m- grossen Steinhaufen überziehend; von mir am 8. Juli gesammelt. — Die glänzend schwarzen Früchte sind überaus süss und wohl- schmeckend. Nr. 9543. B. M ikani Kohl. f. vestita = B. vestitus X Bayeri. Blätter zweizeilig behaart, Blumenblätter roth (B. vestitus). Blätter : ) Siehe Wimmer et Grabowski, Flora Silesiae, Pars II, Vol. I, pag. 56. 1829. -) Zur Erklärung der Diagnose sei bemerkt, dass Dr. Utsch in seinen „Hybriden des Genus Rubus", im Jahresberichte des Westfälischen Prov.- Ver'eines für Wissenschaft und Kunst", 1896, pag. HO, Rubus Bai/eri Forke für den Bastard B. Schleicher i X {Güntheri X Bellardii) hält. 29 fast doppelt gesägt, Stacheln des Blütenzweiges zum Theile hakig (R. Schleicheri), Blättchen rundlieh. Stacheln des Blattstieles gerade, Kelche halb abstehend (R. Bcllardü), Staubfäden so lang wie der Griffel (R. Günther/). — Im Walde an den Gründelfällen bei Schmiedeberg, 550 m hoch, im Riesengebirge von mir am 21. Juli gesammelt. — Diese Brombeere tritt überall am Wege von den Gründelfallen bis zur Forstbaude auf. (Schluss folgt.) Literatur-Ueb ersieht x ). November 1897. Born mü 11 er J. Rhamnns orbiculata Bornm. (Botan. Centralbl. Bd. LXXI,. Nr. 7. S. 225-229). 8°. Von dem unter diesem Namen vom Verf. in der österr. -botan. Zeitsehr 1887 publicirten Bhamnns hat Sagorski in diesem Jahre am Original- standorte (Cattaro) reiches Materiale gesammelt. Dasselbe ergab die nahe Verwandtschaft mit B. intermedia und machte eine Namensänderung nöthig. Verf. nennt die Pflanze jetzt R. Sagorskii. Bresadola G. e Saccardo P. A. Enumerazione dei Funghi della Valsesia raccolti dal Oh. Ab. A. Oarestia (Malpighia XI. fasc. 6/8. p. 241-325). 8°. Celakovsky J. L. Eine merkwürdige Oulturform von Philadelphias (Ber. d. deutschen botan. Ges. Bd. XV. Heft 8. S. 448-456). 8°. 12 Fig Beschreibung einer im Chudenicer Parke (Böhmen) aufgetretenen Philadelphus-Form mit eingeschlechtigen weiblichen Blüten, die Verf. Ph. coronarim f. vidua nennt (Ph. coronarius X latifolius ?) , ferner Bemer- kungen über das Androeceutn von Philadelphus überhaupt. Oieslar A. Ueber den Ligningehalt einiger Nadelhölzer (Mitth. aus d. forstl. Versuchswesen Oesterr. 1897. Heft 23). 4°. 40 S. Dörfler J. Der Banater Standort des Uotrijchium Virginianum (L.) Sw. (Allg. botan. Zeitsehr. 1897, Nr. 11, S. 172-174). 8°. Nähere Angaben über das Vorkommen des B. V. bei Karlsdorf nächst Neu-Moldovo. — — Jahreskatalog pro 1897/98 der Wiener botan. Tausehanstalt. Wien (Selbstverlag). 4°. S. 69-88. Ausführlich beschrieben werden hier Tulipa Callieri Halacsy et Lev. spec. nov. (Tauria prope Sudak; leg. Callier), Narcissus Benacensis Porta spec. nov. (Ital. sup. Brescia; leg. Porta). Phytenma laxiflorum Beyer (S. Germano in den grajischen Alpen, leg. Beyer). — Im Uebrigen vergl. S. 36. J ) Die „Literatur-Ueber sieht" strebt Vollständigkeit nur mit Kücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich-Üngarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Kedaction. 30 FialaFr. Viola ßeckiana n. sp. e seetione Melanium. (Wissensch. Mitth. aus Bosnien und der Hercegovina. V. Bd.j gr. 8°. 2 S. 1 Farbentafel. Fundorte: Smolir.gebirge im Bez. Zepce und zwischen Bugojno und Kupres. Fiffdor W. Ueber die Ursachen der Anisophyllie. (Ber. d. deutschen botan. Ges. XV. S. (70)— (79).) 8°. Wichtigste Resultate: 1. Die Anisophyllie gleicht sich, was bisher im Allgemeinen ohne Widerspruch als richtig anerkannt wurde, im Laufe der Weiterentwicklung eines Sprosses allmälig aus und zwar unter dem Einflüsse des Lichtes. 2. Unter dem Einflüsse desselben Factors findet schliesslich eine Umkehrung der Anisophyllie — Strobilanthes Manii ausgenommen — statt, so zwar, dass die auf der morphologischen Oberseite befindlichen ursprünglich kleinen Blätter zu grossen werden und umgekehrt. Freyn J. Ueber neue und bemerkenswerthe orientalische Pflanzen- arten. (Schluss.) (Bull, de Fherb. Boiss. V. Nr. 10, p. 781—281.) 8\ Neu: Chamaemelum Tempskyanum Freyn et Sint., Centaurea dra- kiensis Freyn et Sint., P. kalambakensis Freyn et Sint., Hieracium dolo- picum Freyn et Sint., H. eriobasis Freyn et Sint., H. sermonikense Freyn et Sint., Campanula luristanica Freyn, Verbascum viscidulum Freyn et Sint., V. pmdicolum Freyn et Sint., V. tymphaeum Freyn et Sint., Vcrouica filicaulis Freyn, Leptorhabdos glutinosu Freyn, Romulea Temp- skyana Freyn, Colchium halophihim Freyn et Bornin., C. varians Freyn et Bornm., C. hiemale Freyn, C. halepeuse Freyn. HansgirgA. Neue Untersuchungen über den Gamo- und Karpo- tropismus, sowie über die Beiz- und Schlafbewegungen der Blüten und Laubblätter. (Sitzungsber. d. böhm. Ges. d. Wissensch. Math.- naturw. Ol. 1896). 8°. 111 S. — — Beiträge zur Biologie und Morphologie des Pollens. (A. a. Ü. 1897.) 8°. 76 S. Holuby J. L. Erigeron acer L. und seine Varietäten in der Flora der Trentschiner Karpatheu (Deutsche botan. Monatsschr. XV. Jahrg. Heft. 11. S. 285-289). 8°. Verl. beschreibt folgende Formen von E. a. : ß. calvescens Hol., y. amelloides Hol, d. serotinus Hol., f. glaberrimus Hol. Kern er von Mari lau u A. Pflanzenleben. 2. Aufl. 2. Bd. 24 Heft. Leipzig (Bibl. Institut), gr. 8°. S. 529—576. 2 Farbentafeln und Textill. 1 M. Kneucker A. Bemerkungen zu den „Carices exsiccatae". III. Lief. (Allg. botan. Zeitechr. Nr. 11. S. 177—179). 8 n . Enthält u. A. folgende Angabe: Nr. 67. Carex Davalliana X echinata — C. Vaponii Muret am Telferberg bei Sterzing in Tirol, leg. R. Huter. Krasser Fr. Bemerkungen über Oleum Myristicae expressum und über Oleum Macidis. (Zeitschr. d. allgem. österr. Apotheker -Ver. LI. Jahrg. Nr. 34. S. 824-825.) «°. — — Die Verfälschungen der Muscatnüsse und der Macis. (Zeitschr. d. allgem. österr. Apotheker -Ver. Bd. LT. Nr. 33. S. 791-795). 8°. Lorenz v. Liburnau J. Eine fossile HaJimcda aus dem Flysch von Muntigl bei Salzburg. (Sitzungsber. d. kais. Akad <1. \Vis>. 31 Wien. Math.-naturw. Cl. GVL Bd. 1.-3. Heft. S. 174-177.) 8°. 2 Taf. Beschreibung und Abbildung eines Halimeda- ähnlichen Fossiles vom genannten Standorte unter dem Namen H. Fuggeri Lor. JUagnus P. Einige Bemerkungen zu Herrn Prof. Dr. Fr. Thomas' Mittheilung über einige Exobasidien und Exoaseeen. (Forstlich naturw. Zeitschr. VI. Jahrg. Heft 11. S. 435—438.) 8°. Enthält u. A. folgende Fundortsangaben: Ecobasidium Vaccinii uli- ginosi auf Yacc. Myrtülus häufig in Tirol; auf Vacc. Vit. Idaea in Tirol sehr verbreitet (Magnus), Jauerburg in Krain (lg. Voss), Meltzergrund im Riesengebirge (leg. Wille), Weckelsdorfer Felsen in Böhmen (lg. A. Stef- fens); auf Vacc. uliginosum in Tirol sehr verbreitet (Magnus), auf Arcto- staphylus uva ursi im Ampezzothal (Magnus). — Magnusiella Umbelli- ferarum (Rostr.) Sadeb. auf Eeracleum zw. Val di Ledro und Val d'Ampola, bei Bondo in Judicarien (Raciborski), Ratzes (Sadebeck), Innichen (W. Magnus). MurrJ. Beiträge und Bemerkungen zu den Archieraceen von Tirol und Vorarlberg. IV. (Deutsehe botan. Monatsschr. XV. Jahrg. Heft 11. S. 281—285.) 8°. Kritische Bemerkungen über mehrere Formen und Fundortsangaben. Neu beschrieben wird Hieracium Weitfeldense Murr. Xoe Fr. Der Schulgarten des Carl Ludwigs-Gvmnasiums im XII. Bezirke in Wien. I. Theil. (XIV. Jahresber. des C. L.-Gymn.) 8°. 26 S. 1 Plan. Nach einleitenden allgemeinen Bemerkungen über Schulgärten bei Mittelschulen und Mittheilungen über die bisherigen Bestrebungen zur Er- richtung solcher schildert Verf. die Anlage und Einrichtung des von ihm begründeten Gartens des genannten Gymnasiums. Palla E. Einige Bemerkungen über Trichophorum atrichum und caespitosuM. (Ber. d. deutschen botan. Ges. XV. Bd. 8. Heft. S. 467—471.) 8°. Verf. hat Trichophumm atrichum für Oesterreich constatirt (Tirol: St. Gertraud bei Sulden). Ferner theilt er mit, dass T. caespitosum (L.) zwei vollständig verschiedene Arten umfasst, deren eine, T. germanicum Palla, in der norddeutschen Tiefebene, im Harz und Schwarzwald, in den französischen und skandinavischen Tiefländern sich findet, während die zweite, T. austriacum Palla, Oesterreich, Italien, der Schweiz, den Gebirgen Frankreichs und Norwegens, Lappland, Grönland, Nordamerika und dem Himalaja angehört. „T. caespitosum 11 aus Oesterreich ist durchwegs T. austriacum. Pehersdorfer A. liotanische Terminologie alphabetisch geordnet. Handbuch zur Auffindung aller in der Botanik vorkommenden lateinischen Kunstausdrücke und solcher deutschen, welche einer Erklärung bedürfen. Steyr (Selbstverlag). 8°. 58 S. 50 kr. Ein gutgemeintes Büchlein, das auch Anfängern, besonders solchen, die der lateinischen Sprache unkundig sind, gute Dienste leisten wird und in Anbetracht des niederen Preises leichter als andere analoge Bücher von diesen angeschafft werden kann. Manche Ausdrücke sind nicht glücklich erklärt, z. B. „abiens = übergehend, z. B. der Eierstock in den Griffel" (S 5), „Spiralgefässe - Gefässe, bei welchen die Faser in schraubenförmigen Windungen die Gefässwand bildet" (S. 49), „Ringe = Fasern, welche wag- recht zur Pflanzenachse liegen und hohle, walzige Räume bilden" (S. 45) etc. 32 Prowazek S. Die Pflanze in der Kunst. (Die Natur. 4*1. Jahrg. Nr. 4a. S. 511-513.) 8°. Raciborski M. Eenige observaties over de zoogeoaamde „Dong- kellanziekte". (Medd. v. h. Proefstation voor Suikerriet in \Ve>t- Java. Nr. 30.) 8°. ö p. Raciborski M. Lijer, eine gefährliche Maiskrankheit. (Ber. d. deutschen botau. Ges. XV. Bd. Heft 8. S. 475—478.) 8°. Beschreibung einer auf Java häufigen Erkrankung des Maises, die von den Eingeborenen „Lijer" genannt wird und durch eine neue Fervno$} oro- Art (P. Maydis Raab.) verursacht wird. Scherffel A. Phaeomarasraius. ein neues Agaricineen - Genus. (Schluss.) Hedwigia. XXXVI. Bd. Heft 5. S. 289 290 ) 8°. 3 Fig. S chilberszky K. Magyurorszag flöraja különös tekintettel a gyogy- növinyek tenyesztesere. (Jahrb. d. Pharmaceuten-Congresses 1896. p. 44-51). 8°. „Die Flora von Ungarn mit besonderer Rücksicht auf die Cultur offi- cineller Pflanzen." Scholz E. Rhizoctonia Strobi, ein neuer Parasit der Weymouths- kiefer. (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. Wien. XLVII. Bd. Heft 8. S. 541—555. 8°. 6 Abb.) Eingehende Beschreibung einer durch einen Pilz verursachten Erkran- kung von Pinus Strobus im österreichischen Karste. Es gelang noch nicht, Fruchtkörperbildung des Pilzes zu beobachten, weshalb ihn Verf. in die prov. Gattung Rhizoctonia stellt. Storck J. R. v. Die Pflanze in der Kunst. Ein Vorlagen werk für den Zeichenunterricht. 1. Supplem.-Heft. Wien (Waldheim). Fol. t> Taf. 10 M. WiesbaurJ. Die Conservirung der Naturaliensammlungen. (Natur und Offenbarung. 43. Bd.) 8°. 40 S. Kurze Anweisung über Mittel zur Conservirung von Naturalien, ins- besondere botanischen Sammlungen (Schwefelkohlenstoff, Carbolspiritus, Sublimat, Naphtalin, Arsenik, Formol). Verf. theilt vielfach die Ergebnisse eigener Versuche mit. — —Referat von „Pokorny, Naturgeschichte des Pflanzenreiches". 20. Aufl., bearb. von Latzel u. Mik. (Oest. Literaturbl. VI. Jahrg. S. 374—375.) 4°. Verf. erwähnt in diesem Referate der Pttlmonaria bohemica Wiesb. (hybr. nov.) = P. obscura X officinalis. Winter P. Zur Flora Carniolica. V. (Deutsche botan. Monatsschr. XV. Jahrg. Heft 11. S. 297—298.) 8°. Fortsetzung eines Ueberblickes über die Geschichte der floristischen Erforschung; behandelt Fleisch mann und Graf. Asche rsonP. Mittheilungen über einige neue, interessante Pflanzen- funde in der Provinz Brandenburg. (Verh. d. botan. Ver. der Pro- vinz Brandenburg. XXX. Bd. S. XXXIV-XLIII). 8°. Betrifft PotamogetoH Bparganiifolius, Convulluria majalis var. rosea. Chenopodium carvnafotm, Garex obtusata. — Wie alle ähnlichen Mitthei- 33 hingen des Verf. nicht blos von lücalfloristischeui, sondern in Bezug auf Syste- matik, Biologie und Nomenclatur der betreffenden Arten von allgemeinerem Interesse. AvettaC. Osservazioni sulla Puccinia Loßujana Thüm. (Mal- phigia XL fasc. 6/8. p. 236—240). 8°. Vorläufige Mittheilung über die Biologie dieser Art. Bei der Auf- zählung der bisher bekannten wenigen Standorte und Nährpflanzen übersieht Verf., dass die Art von Wettstein auf Muscari racemosum in Wien auf- gefunden wurde. (Vergl. Kerner Schedae ad Flor. Austr. Hung. V. p, 108.) Bley Fr. Botanisches Bilderbuch für Jung und Alt. I. Theil. Um- fassend die Flora der ersten Jahreshälfte. Mit Text von Berdrow. Berlin (G. Schmidt.) 4°. 95 S. und 216 Bilder auf 24 Farbentafeln. Mk. 6. Farbige Abbildungen und Beschreibungen der wichtigsten wildwach- senden und cultivirten Pflanzen der Heimat der Aufblühzeit nach geordnet. Das hübsch ausgestattete Buch ist jedenfalls geeignet, Anfängern die Kenntniss von Pflanzenforraen in leichter und angenehmer Art zu vermitteln. Bubeni P. Flora pyrenaea per ordines naturales gradatim digesta. Opus posthumum curante 0. Penzig. Vol. I. Mailand (U. Hoepli). 8°. p. 554. — Mk. 16. Chodat E. Stapfia Chod. Un nouveau aenre de Palmellacees. (Bull, de l'herb. Boiss. V. Nr. 11. p. e39-947.) 8°. 1 Taf. Ausführliche Beschreibung des Baues einer von Stapf bei Hallstatt in Oberösterreich entdeckten neuen Palmellacee. Einzige Art: 8. cylindrica Chod. OogniauxA. Un nouvelle espere de Momordica du Sambese. (Bull, de l'herb. Boiss. V. Nr. 7.) 8°. p. 1. M- fasciculata Cogn. Africa aequat.-austr. : Bassin du Sambese ä Bo- ruma, leg. Menyhart. Durand Th. et Wildeman E. Materiaux pour la flore du Congo. 1. fasc. (Bull, de la Soc. roy. de Bot. de Belg. XXXVI. Tom. 2. fasc. p. 47-97.) 8°. 3 Tab. Engler. Die natürlichen Pflanzenfamilien. 136. Lief. Leipzig (W. Engelmann). 8 n . — Mk. 1-50. Die Lieferung enthält Nachträge zu Theil IV. 3 a, 3 b, 4, 5, und zwar zu den Familien der: Polemoniaceae, Hydrophyllaceae (Harms), Borragi- iiaeeae (Gurke und Harms), Vcrbenaeeae, Labiatae (Briquet), Solanaceac, Scrophulariaceae (Wett stein), Orobanchaceae (Engler), Gesiieriaceae (Fritsch), Bignoniaceae (Schumann), Pedaliaceae (Harms), Globula- riaceae (Wettstein), Acanthaceae (Lindau), Myoporaceae (Wettstein), liubiaceae (Schumann), Flirymaceae (Briquet), Gaprifoliaceae, Adoxa- ceae (Fritsch), Valerianaceue (Harms), Dipsacaceae (Harms), Cucur- bitaceae (Pax und Engler), Campanulaceae (Engler), Gnodeniaceae (Harms), üompositae (0. Hoffmann). — Angefügt ist ein Verzeichniss der Angiospermen- Gattungen, denen bis jetzt eine sichere Stellung innerhalb einer Familie nicht angewiesen werden kann, ausgearbeitet von Harms. Eriksson J. Weitere Beobachtungen über die Specialisirung des Getreideschwarzrostes. (Zeitschr. f. Pflanzenkrankheiten. Bd. VII. Heft 4. S. 198—202.) 8°. Oesterr. botan. Zeitschrift. 1. Heft. 1898. 3 34 Hamberg K. 11. B. Enumeratio plantarum Sueeiae, Norvegiae, Fenniae et Daniae. JStockliolm. 133 p. 8°. Hock F. Allerweltspflanzen iu unserer heimischen Flora. (Deutsche botan. Monatsschr. 1897. Heft 8. 10, 11.) 8°. Behandelt die geographische Verbreitung von Gapsella b. p., Stellaria media, Portulaca oleracea, Erigeron canadense, Samolus Valerandi, Sola- num nigritm, Lamium amplexicaule, Chenopodium album, Gh. munde, Urtica dioica, U. urens, Potamogeton natans, Juncus bufonius, Cynodon daetylon. (Forts, folgt). Kuckuck P. Beiträge zur Kenntuiss der Meeresalgen. Kiel und Leipzig (Lipsius und Fischer). 4°. 46 S. 7 Taf. Inhalt: 1. Ueber Bhododermis parasitica Batt. 2. Ueber Bhodo- chorton membranaceum Magn. 3. Die Gattung Mikrosyphar Kuck. 4. Ueber zwei höhlenbewohnende Phaeosporeen. Kükenthal G. Die Formenkreise des Carex gracilis Curt. und C. vulgaris Fr. (Allgem. botan. Zeitschr. 1897. Nr. 10 u. 11.) 8°. Lampert K. Das Leben der Binnengewässer. 5. Lief. Leipzig (Tauchnitz). gr. 8°. S. 193—240. 1 Abb. - Mk. 1-50. Lidforss B. Zur Physiologie des pflanzlichen Zellkernes. (Acta soc. physiogr. Lund. Tom. VIII.) 4°. 28 S. 1 Farbentafel. Mönkemeyer W. Die Sumpf- und Wasserpflanzen. Ihre Be- schreibung. Cultur und Verwendung. Berlin (G. Schmidt). 8°. 189 S. 126 Abb. — Mk. 4 -50. Bei der grossen Beliebtheit, deren sich Sumpf- und Wasserpflanzen in der Gärtnerei und bei den Anlagen von Aquarien erfreuen, insbesondere aber in Anbetracht ihrer grossen Wichtigkeit für botanische Gärten ist es sehr erwünscht, dass ein erfahrener Züchter, wie der Verf., seine Erfah- rungen mittheilt. Aber auch sonst ist das Buch geeignet, eine vollkommene Orientirung bezüglich der Sumpf- und Wasserpflanzen zu erleichtern; wesentlich tragen dazu die schönen Abbildungen bei. Murbeck S. Contributions ä la connaissance de la flore du Nord- Ouest de l'Afrique et specialement de la Tunisie I. Ranunculaceae — Oucurbitaceae. (Acta reg. soc. Physiogr. Lund. Tom VIIL) 4°. 132 p. 6 Taf. Verf. hat 1896 eine botanische Forschungsreise in das im Titel ge- nannte Gebiet unternommen, und publicirt hiermit den ersten Theil seiner Ergebnisse. Die mit echt skandinavischer Gründlichkeit ausgeführte Arbeit ist ein überaus wichtiger Beitrag zur Kenntuiss der Flora von Nordwest-Afrika. Pfeffer W. Pflanzenphysiologie. Ein Handbuch der Lehre vom Stoffwechsel und Kraftwechsel in der Pflanze. Zweite völlig um- gearbeitete Auflage. 1. Band. Stoffwechsel. (Wilh. Engelmann). 8°. 620 S. 70 F. 70 Fig. — Mk. 20. Ein grösseres Geschenk hat die wissenschaftliche Botanik seit vielen Decennien nicht erhalten, als das vorliegende Buch Pfeffer 's, welches nun nach fünfjähriger angestrengtester Arbeit von dem Meister unserer physio- logischen Forschung im ersten Bande uns vorgelegt wurde. Es ist für einen Jeden, welcher seit einer längeren Reihe von Jahren sich mit unserer Wissen- schaft beschäftigt hat, klar, dass eine Neuauflage der 1880 erschienenen 35 Pfeffer'schen Physiologie heute ein ganz neues Buch sein müsste, welches mit der ersten Auflage gerade den Titel gemeinsam hat. Die glänzende Anordnung des Riesenstoffes und der durchdringende kritische Scharfblick des Verfassers zeigt sich nun am besten in dem Umstände, dass auch heute noch die allgemeinen Capitel des Buches wie festgefügte Säulen aufrecht stehen, wenn auch der darauf ruhende Bau durch die rastlose Arbeit zahl- reicher Forscher sich allmälig ausgedehnt hat und in gar manchen Einzel- heiten den Stempel der Vollendung an sich trägt. Dass ein jeder Botaniker, wenn auch nicht speciell Physiologe, das monumentale Werk in seiner Handbibliothek besitzen und genau studiren müssen wird, ist ja natürlich, und um so eher kann sich Ref. darauf be- schränken, nur einige neuere und neueste Gesichtspunkte von hohem all- gemeinen Interesse daraus zu erwähnen, ohne eine wirkliche Besprechung zu geben. Letztere müsste entsprechend ausgeführt fast selbst ein kleines Buch ausfüllen. So ist beispielsweise von allgemeinstem, höchstem Interesse (auch für den Zoologen und Thierphysiologen) das zweite Capitel: ,.Morphologisch- physiologische Vorbemerkungen", in welchem eine ungemein detail- und inhaltsreiche, äusserst fesselnd und geistvoll geschriebene Morphologie und allgemeine Physiologie des Protoplasma gegeben wird. Dieser Abschnitt bildet ein helles Streiflicht der modernen Forschungsepoche und kennzeichnet auf das Lebhafteste den Charakter Pfeffer' scher Darstellungskraft und For- schungsmethode, wo doch so zahlreiche grundlegende Arbeiten des Verfassers oftmals berührt werden mussten. Ich verweise hier nur auf die Darstellung der Thatsache, dass das lebende Protoplasma nur in stetem Werden und Vergehen existirt, sowie das Planetensystem in stetigem Wechsel ein stetes Ganzes bildet, und wie hierzu ein besonderer Stoffwechsel (Betriebsstoff- wechsel) nöthig ist. Die Wechselbeziehungen zwischen Zellkern und Proto- plasma werden zum ersten Male ausführlich gewürdigt und an die über- triebenen Vorstellungen von der Bedeutung des Zellkernes wird der Mass- stab einer verdienten Kritik angelegt. Die leider vielfach in Aufnahme ge- kommene phantastische Plasmatheorie 0. Loew's („actives Albumin") erfährt eine eingehende Zurückweisung. Der durch die moderne physikalisch-chemische Forschung bereits weit- überholte Nägeli'sche Theorie der Molecularstructur organisirter Körper wird natürlich in ihrer ursprünglichen Form auch von Pfeffer nicht mehr ver- treten. Auf das die Mechanik des Stoffaustausches behandelnde Capitel sei ganz besonders hingewiesen, weil dasselbe auf den Fundamenten eigenster Forschung aufgebaut ist und in seiner concisen Zusammenstellung ein voll- ständiges Bild der einschlägigen Fragen bietet, welche allgemeinste physio- logische Bedeutung besitzen. Die ausgezeichneten Arbeiten Schwende ner's, Leitgeb's u. A. über den Spaltöffnungsapparat bilden in dem Abschnitte über Mechanik des Gasaustausches eine werthvolle Bereicherung des Thatsachenmateriales. Dass im Weiteren die Wasserfrage die nothwendige scharfkritische Behandlung erfährt, ist selbstverständlich. Bezüglich der Betheiligung der rothen Strahlen als maximalwirksamster Factor bei der photosynthetischen Assimilation hat sich Pfeffer für den Engelmann'schen Standpunkt entschieden. Dass sich betreffs der Kohlensäure-Assimilation durch nitriticirende Organismen im Dunkeln, betreffs der Aschenbestandtheile der Pflanzen vielfach Punkte des höchsten Interesses ergeben in Folge zahlreicher neuer Arbeiten, brauche ich nicht erst hervorzuheben. Ich will nur noch ganz besonders hinweisen auf das Capitel über die Assimilation freien Stickstoffes und vor allem Anderen auf die glänzende Behandlung des anaeroben Stoffwechsels. Der zweite Band des Werkes, welcher in etwa zwei Jahren erscheinen dürfte, wird unter dem Titel „Kraftwechsel" hauptsächlich die Wachsthums- vorgänge und Reizbewegungen zu behandeln haben, und damit werden wir 3* 36 endlich ein langersehntes, allen Ansprüchen der heutigen Wissenschaft nach- kommendes grosses Handbuch der physiologischen Botanik vollständig besitzen. Die Verlagshandlung hat das Werk, dessen erster Band nahezu den doppelten Umfang der ersten Auflage besitzt , in dankenswerther Weise aus- gestattet. Czapek. Eouy G. Flore de France ou description des plantes qui croissent spontanement en France, en Corse et en Alsace-Lorraine. Tome IV. Paris. (E. Deyrolle). 8°. 313 p. — Frcs. 6. Der vorliegende Band umfasst Droseraceae, Monotropaceae, Malvaceae, Lineae, Geraniaceae, Zygophyllaceae, Rutaceae, Fraxineae, ESapindaceae, Uiceae, Celastrineae, Rhamneae, Siniarubaceae, Anacardiaceae, Leguminosae (Beginn). — — Illustrationes plantarum Europae rariorum. Fase. VIII. Paris (Deyrolle). 4°. pl. 175—200. — Frcs. 50. — — Eevision du genre Onopordon. Paris (Deyrolle). 8°. 23 p. 25 pl. — Frcs. 15. Schinz H. Die Pflanzenwelt Deutsch-Südwest- Afrika's. IL (Bull. de l'herb. Boiss. V.) 8°. p. 59—101. Schwarz A. F. Phanerogamen- und Gefässkryptogamen-Flora der Umgebung von Nürnberg- Erlangen und des angrenzenden Theiles des fränkischen Jura. (Abh. der naturhist. Gesellsch. Nürnberg. X. Bd. V. Heft. S. 185-204 und 1—162.) 8°. Der vorliegende Theil enthält Nachträge zum allgemeinen Theil und den Beginn des speciellen. Derselbe umfasst. einen Theil der Choripetalen von den Ranunculaceeu bis zu den Rutaceen; er enthält genaue Beschrei- bungen und detaillirte Verbreitungsangaben; die Arbeit zeigt ebenso sorg- fältige Literaturbenützung wie eigene Untersuchung. Webber J. H. Notes on tue feeundation of Zamia and the pollen tube apparatus of Gingko. (Bot. Gazette. XXIV. Nr. 4. p. 225 bis 235.) 8°. 1 Taf. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Der Jahreskatalog pro 1897/98 der Wiener botanischen Tauschanstalt, welche unter der Leitung J. Dörfler's steht, ist eben erschienen. Derselbe übertrifft noch alle vorhergehenden an ßeichaltigkeit und au Werth der angebotenen Pflanzen. Ins- besondere Gruppe V und VI enthält eine grosse Zahl neuer und höchst seltener Pflanzen; viele der letzteren waren wohl noch nie- mals in Tausch oder käuflich zu haben. Besonders hervorgehoben sei, dass nach Erfahrungen des Ref. die Pflanzen, welche die Tausch- anstalt anbietet, musterhalt präparirt, richtig bestimmt und sorg- fältig etikettirt sind. Der Katalog kann bei dem Herausgeber J. Dörfler, Wien, III., Barichgasse 36, bezogen werden. 37 Von dem Exsicaten -Werke L. Chevallier, „Planta e Sa- harae alger iensis" ist die zweite Lieferung, umfassend Nr. 123 bis 254, erschienen. Sie enthält Pflanzen aus der Umgebung von Laghouat, von verschiedenen Orten des Mzab, sowie aus Metlili und Ouargla. Preise per Centurie 72 Mark. (Adresse: L. Chevallier, Precigne, Sarthe. Frankreich.) Der Tausch- und Kaufkatalog der Lunds Botaniska Före- ning für 1897 ist erschienen. Er ist wieder ausserordentlich reich an seltenen Arten (Phanerogamen und Kryptogamen). Aufragen siud an den Seeretär N. Hermann Nilsson zu richten. Roumegouere 0. Fungi exsiccati praecipue Gallici. Cent. LXXII. (Nr. 7101-7200.) Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der mathem.-naturw. Classe vom 11. November 1897. Herr Dr. A. Nalepa übersendete eine vorläufige Mittheilung über „Neue Gallmilben" (15. Fortsetzung). In derselben werden beschrieben : Eriophyes annulatus n. sp. erzeugt das Erineam rhamni Pers. auf den Blättern von Mhamnus cathartica (Mödling, Nied.-Oest.). — E. grannidaius n. sp. erzeugt Bräunung der Blätter von Berberis vulgaris (Mödling). — E. psilonotus n. sp. ruft Erineum auf den Blättern von Evonymus verrucosus hervor (Mödling). — Trimerus cristatus n. sp. erzeugt wellige Kräuselung und Umbiegen des Randes der Blätter von Quercus pubescens (Mödling). — T. rhyn- chothrix n. sp. bedingt Verkrümmungen der Blätter von Banun- culus alpestris (Arosa, Schweiz; leg. Thomas). Die Generalversammlung der deutschen botanischen Gesellschaft pro 1897 fand in der Zeit vom 21. — 25. September in Braunschweig statt. Die in derselben vorgenommene Neuwahl des Ausschusses ergab folgendes Resultat. Es erscheinen gewählt: zum Präsidenten Seh wendener (Berlin), zum Präsidenten-Stellvertreter Vöchting (Tübingen); zu Ausschussmitgliedern: Buchen au (Bremen), Cohn (Breslau). Conwentz (Danzig), Cramer (Zürich), Drude (Dresden), Göbel (München), Haberlandt (Graz), Hegel- mai er (Tübingen), Pfitzer (Heidelberg), Radlkofer (München). Reinke (Kiel), Solms-Laubaeh (Strassburg) , Stahl (Jena), Strasburger (Bonn), Wiesner (Wien); zu Mitgliedern der Com- mission für die Flora von Deutschland: Freyn (Prag), Gräbner (Berlin), Haussknecht (Weimar), Luerssen (Königsberg i. P.), Schübe (Breslau). Zum Ebrpiimitgliede wurde Rud. Arm. Philippi gewählt. -- Es kamen Nekrologe auf Batalin, F. Müller, Fcrd. 38 v.Müller, Russow, Bornemann, Strähler. Schnetzler und Taubert zum Vortrage. — Ueber den wissenschaftlichen Theil der Versammlung vergl. diese Zeitschr. 1897. Die Wahl des Berliner Vorstandes erfolgte in der am 29. Oc- tober stattgehabten Sitzung. Es wurden gewählt: zum Vorsitzenden Engler; zu dessen Stellvertretern: Kny und Wittmack; zu Schriftführern: Frank, Könne und Urban; zu Mitgliedern der Redactionsconimission : Ascherson, Magnus und Reinhardt; zum Schatzmeister: 0. Müller. Die Secretariatsgeschäfte wird auch weiterhin Dr. 0. Müller (Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 35. II) führen. Personal-Nachrichten. Prof. Dr. T. Fr. Hanausek wurde zum Inspector der Unter- suchungsanstalt für Lebensmittel in Wien ernannt. Prof. Albert Zimmeter ist am 15. December in Innsbruck im 49. Lebensjahre gestorben. Sein Herbar ging in den Besitz des Museums „Ferdinandeum" in Innsbruck über. Der bekannte Rhodologe Jos. von Keller ist am 17. December in Wien im 57. Lebensjahre gestorben. Der Leiter der biologischen Station am Müggelsee, Prof. Dr. Frenzel, ist gestorben. Dem em. Director der landw. Obst- und Weinbauschule in Marburg, H. Goethe, wurde das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens verliehen. Dr. C. Osten f eld -Hansen in Kopenhagen hat seinen Namen in 0. Ostenfeld geändert. (Botan. Centralbl.) Inhalt der Jänner-Nummer : Fritsch K. Zur Systematik der Gattung Sorbus. S. 1. — Wett- stein E. v., Die Innovations- Verhältnisse von Phaseulus coccineus. (Schluss.) S. 4 — HackelE.. Pou ßrimburgii n. sp. S. 12. — Bubäk Fr., Puccinia Scirpi DC. S. 14 — Rick J.. Zur Pilzkunde Vorarlbergs. S. 17. — Baenitz 0, Ueber seltene und neue Rubi und Rubus- Hybriden. S 22. — Literatur-Uebersicht. S. 29. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute tte. S. 36. — Akademien, Botan. Gesellschaften etc. S. 37. — Pcisonal-Nachrichten. S. 38. Redacteur: Prof. Dr. R. v. Wettstein, Prag, Smichow, Ferdinandsquai 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III., Barichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreiohische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monats und kostet ganzjährig 16 Hark. Zu herabgesetzten Preisen und noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI -XU a 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direct bei der Administration in Wien, 1., Harbaragasso 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren . Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. IVB. Dieser Nummer liegt bei: Tafel I (Wettstein), Titel, Umschlag und Inhalt des XLVII. Bandes, ferner eine Ankündigung über Dr. W. Pfeffers Pflanzenphysiologie (ein Handbuch der Lehre vom Stoffwechsel und Kraft- wechsel in der Pflanze). — Tafel II (Bubäk) folgt mit der nächsten Nummer. 39 INSERATE. * r £££££££££££££&&£££££££££££££&£££&£ik££±£££j£4£n 5 « 2 Die (lirecten P. T. Abonnenten der „Oester- reichischen botanischen Zeitschrift" ersuchen wir höflich um gefällige rechtzeitige Erneuerung des Abonnements pro 1898 per Postanweisung an unsere Adresse. Abonnementpreis jährlich 16 Mark; nur ganzjährige Pränumerationen werden angenommen. Die xldministration in Wien I., Barbaragasse 2. Soeben erschienen : Dr. C. Baenitz, Herbarium Europaeum. Lief. CM. Ungarn, Kroatien, Oesterr. Küstenland, Italien, Schweiz und Süd-Frankreich. 47 Nr. Mk. 6" — . Lief. CHI. Deutschland, Oesterreich, Belgien. 35 Nr. Mk. 5* — . Lief. CIV. Hieracium, Salix. 37 Nr. Mk. 5'—. Lief. CV. Rubus. 88 Nr. Mk. 15-—. Lief. CVI. Pteridophyta, Characeae. 57 Nr. Mk. 9'—. Lief. CVII. Dalmatien und Hercegovina. 119 Nr. Mk. 29* — . Lief. CVIII. Bosnien, Bulgarien, Serbien (Persien). 38 Nr. Mk. 11*—. Herb. Americanum, Lief. XIV. 17 Nr. Mk. 7—. Herb. Americanum, Lief. XV. 140—170 Nr. ä Centime Mk. 35'— , Einzel-Nr. ä Mk. —-50. Inhaltsverzeichnisse versendet der Herausgeber: Dr. C. Baenitz in Breslau, Marienstrasse 1 F. Wir kaufen die Jahrgänge 1851, 1854, 1855, 1856, 1857, 1858, 1859, 1863 der ,,0esterreichischen botanischen Zeitschrift 1- und erbitten Anträge. Carl Gerold's Sohn Wien, I., Barbaragasse 2. flfffffffffffff ^ff ^ff ^P ^P f*f ^P ^ff ^fr ^fr ^^ "^r ^P- ^fr ^fr ^fr Vor Kurzem ist erschienen der Jahres -Katalog pro 1897/98 der Wiener Botanischen Tauschanstalt. In diesem werden rund 4000 Pflanzen- Arten, Formen und Hybride, die in schönen und instructiven Herbar-Exemplaren vor- handen sind, angeboten. Die beiden höchst werth igen Gruppen V und VI des Kata- loges umfassen allein 872 Nummern, und von diesen entfallen auf die letzte Werthgruppe (keine Species unter 10 Einheiten werth!) nicht weniger als 553 Nummern. Aus dem Inhalte sei vor Allem auf prächtige Novitäten aufmerksam gemacht, die noch nie in einem Tausch kata löge enthalten waren, wie z. B. : Achillea absinthoides, Aegilops Turcica, Alsine Tkessala, Alyssum HeldreichU, Anthemis, Bouyana, Campanula Jlercegovina, Campanula Pelia, Cardamine Fialae, Caucalis Torgesiana, Ckamaemelum Tempskyarmm, Centaurea HeldreichU, öentaurea Kcdabakensis, Crocus Viltnae, Euphrasia Bicknelli, Galium Reiseri, Hypericum Byzantinum, Jurinea Kilea, Knautia Byzantina, Lithospermum Zaknii, MalabaUa Tenvpskyana, Narcissus Benacensis, Nigella Bithynica, Nymphaea Fennica, Spartina Neyrauti, Synvphyandra Sporadum, Tidipa Oallieri etc. Die Zahl der im Kataloge offerirten Seltenheiten ersten Ranges ist sehr bedeutend. Einen kleinen Begriff von dieser Reichhaltigkeit bietet die Nennung von Pflanzennamen wie: Achillea chrysocoma, AndrzeiowsMa Cardamine, Anemone Uralensis Artemisia Caucasica, Astragalus oxyglottis, Braya glabella, Campanula Sartorii, Carex ursina, Centaurea sterilis, Colchicum Boissieri, Convolvidus Persicus, Crocus Susianus, Dianthus acicularis, Draba arctica, Dupontia Fischeri Erica Watsoni, Eutrema Edwardsii, Galanthus Olgae, Matthiola odoratissima, Melandryum dicline, Mulge- dium cacaliifoliiim, Onohrychis Pattasü, Ranuncnlus Wilanderi, Saxcifraga flagellaris, Sideritis Taurica, Süene ihymifoUa, Stachys tetragona, Thalictrum Orientale, Tri- folium latinum, Vesicaria Tymphaea, Ventenata macra, Viola Mauritii, Asplenium lepidum, Athyrium crcnatum etc. etc. Ja sogar eine Reihe solcher Arten werden diesmal zum Tausche und Kaufe angeboten, die bisher in Folge ihrer ausserordentlichen Seltenheit für fast unerreiehbar galten und daher in dem Pracht- werke von G. Rouy, Jllustrationes p/antarum Europae rariorum" photo graphisch reproducirt wurden, wie z. B. : Koniga emarginata (aus Thessalien!), Ulex micranthus (aus Portugal!), Rubus humulifolius (aus dem Ural!), Peucedanum obtusifolium (aus Constantinopel!), Arniea alpina (aus Lappland!), tlymemmema Lacomcum (aus Laconien!), Euphor- bia acamtkothamnos und Narcissus Etruscus (aus Griechenland!), Salix pyrolifolia laus dein Ural!|, Dupontia psilosantha (aus Spitzbergen!) und Andere. Ueberdies enthält der Katalog Diagnosen neuer Arten, sowie eine grosse Zahl sorgfältig überprüfter Literatur-Nachweise und wissenschaftliche Notizen, so dass er gewiss auch Nicht- Sammlern manches Interessante bietet. Der Katalog ist (gegen Doppel- Postkarte oder Einsendung von ungebrauchten Postmarken im Werthe von 50 Pfg.) franco zu beziehen durch J. Dörfler, Wien, III., Baiichgasse 36. Uuchdruikerei vou Carl Ucrold's Sohn in Wien. ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT, Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. deutseben Universität in Prag. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XL VIII. Jahrgang, N°- 2. Wien, Februar 1898. Ueber eine neue Alectorolophus- Art und das Vor- kommen saison-trimorpher Arten -Gruppen innerhalb der Gattung. Von Sv. Murbeck (Lund). (Mit Tafel III.) A. asperulus. — Nova spec. — Oaulis 1 — 2 dm. altus, inflorescentia excepta ex internodiis 7 — 9 construetus, basi circumcirca villosiuseulus, superne ad internodiorum latera alternatim puberulus, eaeterum glaber, non nigro-striolatus, e parte media ramos paueos arcuato-adscendentes plerumque emittens, inter inflore- scentiam etramificationemsummamaut aphyllusautpare unico, rarius paribus foliorum duobus instruetus. Folia c a u 1 in a 2 — 35 cm 1 o n g a, 03 — 08 cm 1 a t a , erecto-patula vel patentia, internodHs plerumque longiora. in pagina superiore scabrida, inferiora oblongo-lanceolata, obtusiuscula, media et superiora plus minus an- guste lanceolata, versus apicem attenuata, saepius subacuta, utrinque dentibus 6 — 9 remotis, porrectis, parum adpressis, obtusis vel foli- orum summorum acutiusculis praedita. Bracteae supra scabridae, eaeterum glabrae, infimae foliis caulinis supremis similes calycemque fruetiferum plerumque multum superantes. mediae ovato-rhomboi- dales vel triangulari-lanceolatae, in apicem produetae, calycem nihil vel parum superantes, renu-le dentatae ; dentes inaequales, lanceolati, inferiores patuli, bis vel ter longiores quam lati, acuti, sed numquam in aristam produeti. superiores breves, porrecti. Oalyx lutescenti-viridis, nee nigro-striolatus nee maculatus, per totam superficiem pilis brevissimis acutis adpressis eglandulosis dense obsitus ideoque scabridus, fruetifer diam. 11— 14 mm. Co roll a 12 — 14 mm longa, immaculata, fauce aperta; tubus leviter sursum curvatus, sub finem anthesis non elongatus. calyce paullo brevior; labium superius adscendens, leviter et aequaliter arcuatum, marginibus inferioribus coneavis, den- tibus flavis, subporrectis, oblique ovatis , 12 mm longis, lmm latis, apice rotundato-obtusis, non truneatis ; labium in- oesterr. botan. Zeitschr. 2. Heft. 1898. 4 42 ferius superiore vix tertia parte brevius illique non adpressum. sed honzontaliter patens vel paullum detiexum. lobis lateralibus ovato-oblongis. fere duplo longioribus quam latis. mediano brevioribus. Stylus numquam exsertus, sub finem authesis vaJde reeurvus. Capsula suborbicularis, diara. transvers. 9 — 11 mm. Semina valde compressa. reniformia. ala 0'8 — 1mm lata praedita. Abbildung. Taf. III. Figg. 1—3. Vorkommen. Hercegovina: Velez Planina: Auf Felsenschutt zwischen Krummholz etc. an den nördlichen Abstürzen der Kavcina- Spitze. 1600 — 1700 M.; mit Alectorolophus dinaricus (Murb.) Sterneck zusammen. — Leg. Murb eck 8. Aug. 1889. Wie aus der Beschreibung ersichtlich ist, zeichnet sich A. asperulus im Gegensatze zur Mehrzahl der Alectorolophus- Arten. u. A. durch den Mechanismus aus, durch welchen gegen Ende der Anthese Selbstpollination ermöglicht wird. Das Zusammentreffen der Antheren und der Narbe in diesem Zeitpunkt wird nämlich nicht wie bei den meisten Repräsentanten der Gattung durch eine während des Verlaufes der Anthese fortschreitende, mehr oder weniger bedeutende Verlängerung der Oorollenröhre. sondern, da diese ihre ursprüngliche Länge fast nicht verändert, statt dessen dadurch bewirkt, dass sich die Spitze des Griffels hakenförmig abwärts und rückwärts biegt. Durch diese Anordnung stimmt A. asperulus nur mit A. minor (Ehrh.) Wimm. & Grab, und A. stenophyllus (Schur) Sterneck überein. Von diesen beiden einander sehr nahe stehenden Typen ist A. asperulus jedoch durch den Bau der Corolle scharf unterschieden : die Bohre ist nämlich nicht gerade, sondern deutlich aufwärts gebogen; die Oberlippe ist mit zwei immer kräftig entwickelten, schräg länglich-eirunden Zähnen ver- sehen; die Seitenlappen der Unterlippe sind eirund, fast doppelt so lang als breit, bei den beiden erwähnten Typen dagegen kreisrund, mit der Länge nie grösser, oft etwas kleiner als die Breite (Taf. III. Figg. 2, 4). Auch durch den Kelch, dessen Flächen nicht kahl, sondern überall mit kurzen, einzelligen, konisch zugespitzten Haaren dicht besetzt sind (Fig. 3), unterscheidet sich die hier beschriebene Art sowohl jvon den contiuentalen Formen des A. minor a ) wie auch von A. stenophyllus. Schon durch die oben angegebenen Merkmale lässt sich also A asperulus leicht von sämmtlichen bisher bekannten Species der Gattung unterscheide»; Durch seine Gesanmitcharaktere nimmt A. asperulus eine systematische Stellung ein, die etwas genauer beleuchtet zu werden verdient. In seiner sehr werthvollen Arbeit „Beitrag zur Kenntniss der Gattung Alectorolophus All" 2 ) theilt J. von Sterneck die x ) In Schottland tritt an einigen Punkten eine Form von A. minor auf, die von F. B. White mit dem Namen „EhiiutntJius crista-yalli Var. Drum- mond-Hayi" (The Scottish Naturalist 1886, p. 324) bezeichnet worden ist, und die nach der Originalboschreibung und nach einem in meinem Herbar befind- lichen Exemplar (aus Clova, Forfar; leg. E. F. Li n ton) am Kelche ganz die- selbe Behaarung zeigt wie A. asperulus. 2 ) In der Oesterr. botan. Zeitschr. 1895. 43 bekannten Arten der Gattung in zwei Sectionen ein, die er folgendermassen eharakterisirt: „Sectio I. Majores Stern. : Die Co- rollenröhre verlängert sich während der Anthese um ein Bedeutendes, wodurch die Antheren an die Stelle gebracht werden, an der an- fänglich die Narbe stand; Corollenröhre stets nach aufwärts mehr oder weniger gebogen; Oberlippe mit kegelförmigem Zahn, der länger als breit ist. — Sectio IL Minores Stern.: Die Corollen- röhre bleibt während der Anthese nahezu gleich lang. Am Schlüsse der Anthese krümmt sich der Griffel hakenförmig nach abwärts, wodurch die Narbe den Antheren genähert wird; Corollenröhre gerade; Zahn der Oberlippe auf eine kleine ovale Kerbe reducirt." — Wenn man bei dieser Zweitheilung der Gattung mit Sterneck 1 ) das Hauptgewicht auf die verschiedene Anordnung für die Selbst- pollination legt, muss A. asperulus unbedingt zu der Section Mi- nores gerechnet werden. Anderseits zeigt jedoch diese Art, wie die erwähnten Sectioncharaktere angeben, sowohl durch ihre deutlich aufwärts gebogene Corollenröhre wie auch durch die kräftige Ent- wicklung der Zähne der Oberlippe eine TJebereinstiminung mit der Gruppe Majores. Die Thatsache, dass die betreffende Art Charaktere vereint, welche bisher mit gutem Recht als Kennzeichen ver- schiedener Hauptgruppen innerhalb der Gattung aufgefasst werden konnten, erhält ein noch grösseres Interesse in Folge des geolo- gischen Alters, das derselben zuzuschreiben ist. Es wurde oben betont, dass sich A. usperulus auch durch die stark verlängerten Seitenloben der Unterlippe von den zwei bis jetzt bekannten Mi- nores- Typen scharf unterscheidet; von der Mehrzahl der Majores- Species (den Gruppen A. Acquidentati Stern, und B. Jnaequi- dentati Stern.) ist diese Art durch den offenen Corollen Schlund verschieden, von den übrigen (den Gruppen C. Alpini Stern, und D. Anomali Stern.) durch die Form der Oberlippenzähne. resp. durch die concave (nicht convexe) untere Kante der Oberlippe, und von sämmtlichen Repräsentanten der Section Majores ausserdem durch den abweichenden Mechanismus der Selbstpollination. Die Pflanze bildet also anders ausgedrückt einen relativ freistehenden Art- Typus. Aus den eingehenden und genauen Untersuchungen Sterneck's geht jedoch zur vollen Evidenz hervor, dass die Typen, die sich in näher liegenden Zeiten ausgesondert, von ihren nächsten Verwandten hauptsächlich durch Verschiedenheiten des vegetativen Systems abweichen, z. B. durch Form und Zähnung der Stengelblätter und Bracteen, Zahl der Tnternodien zwischen der Inflorescenz und dem obersten Zweigpaare, zuweilen auch durch die Behaarung des Kelches, dass aber solche Verschiedenheiten, wie die hier beschrie- bene Pflanze im Bau der Oorolle zeigt, immer aus einer während längerer Zeiträume fortschreitenden Differenzirung resultiren. Dass die betreffende Art ein relativ hohes geologisches Alter besitzt, ist also keinem Zweifel unterworfen; höchst wahrscheinlich stellt sie ebenso wie so viele andere schärfer begrenzte und für die Hoch- !) L. c. pag. 379 (Sep. pag. 49). 4* 44 gebirge der Balkanhalbinsei eigenthümliche Arten, ein Relict einer schon in präglaeialer Zeit existirenden südosteuropäischen Gebirgs- flora dar '). In Folge ihres Alters und der vermittelnden Stellung, die sie betreffs ihrer Gesammtcharaktere zwischen den beiden Sectionen Majores und Minores einnimmt, muss die hier beschriebene Art für das Beurtheilen der Entwicklungsgeschichte der Gattung Alec- torolophus grosse Bedeutung erhalten. Wie aus dem Erwähnten hervorgeht, ist der Unterschied zwischen den Sectionen Majores und Minores durch die Bekanntschaft mit dieser Art auf die ver- schiedene Anordnung für die Selbstpollination reducirt. Man könnte fragen, ob eine ausschliesslich auf die betreffende Verschiedenheit begründete primäre Zweitheilung der Gattung als auch wissenschaft- lichen Forderungen entsprechend aufgefasst werden kann, d. h. ob sie wirklich ein Ausdruck für die phylogenetische Entwicklung ist. Factisch sind durch A asperulus die Unterabtheilungen 0. Alpini und D. Anomali der Section Majores mit den beiden bisher be- kannten Repräsentanten der Section Minores nahe verknüpft. Ab- gesehen von dem verschiedenen Mechanismus für die Selbstpolli- nation ist nämlich besonders A. alpmus (Baumg.) Stern, von der hier beschriebenen Art fast nur durch den kahlen Kelch und die länger ausgezogenen Oberlippenzähne verschieden, und der ein- zige Repräsentant der Unterabtheilung Anomali, A. dinaricus (Murb.) Stern., zeigt auch, wenn man den erwähnten Mechanismus, den glatten Kelch und die couvexen unteren Ränder der Oberlippe ausser Acht lässt, eine frappirende Aehnlichkeit mit A. asperulus. Es mag deshalb fraglich erseheinen, ob nicht Alpini und Anomali nebst A. asperulus und den übrigen Minores einen gemeinschaftlichen Ursprung besitzen. Sterneck ist zwar zu der Auffassung gekommen, dass nach der Differenzirung des Gattungstypus in Majores und Minores jene den mittleren und südlichen, diese dagegen den nörd- lichsten Theil von Europa besiedelten, und dass die letzteren erst später — etwa im Laufe der Glacialperiode — südwärts gewandert sind. 2 ) Diese Annahme, die bisher als wohl begründet anzusehen war, kann, nachdem die hier beschriebene Art bekannt geworden, die Minores betreffend nicht länger aufrecht gehalten werden, da es keinem Zweifel unterliegt, dass A. asperulus entweder in denselben Hochgebirgsgegenden entstanden, wo sich diese Art noch findet, oder vielleicht in den Südalpen, also jedenfalls in einem Gebiete, das mit dem, welches die Unterabtheilungen Alpini und Anomali einnehmen, und wo auch diese einst entstanden sind, nahe zusammen- hängt, resp. zusammenfällt. Da nun ausserdem Alpini und Anomali nebst A. asperulus und den anderen Minores sich durch ihren !) Wettstein, Die Oinorika-Fichte, p. 46 (1891) (Sitz.-Ber. d. kais. Akad. d. Wissensch. in Wien, math.-nat. Cl. XCIX, I). — Murb eck, Bei- träge zur Kenntniss der Flora von Südbosnien und der Hercegovina, p. 8 — 10 (1891) (Acta Univ. Lund. Tom. XXVII). — Wettstein, Beitrag zur Flora Albaniens, p. 3—15 (1892) (Bibliotheca botanica, Heft 26). 2 ) Sterneck, 1. c. p. 379 (Sep. pag. 5i). 45 offenen Oorollenschlund und ihre vorwärts gerichteten Oberlippen- zähne von den übrigen Arten der Gattung, d. h. den Unterabthei- lungen Aequidentati und Inaequidentati, unterscheiden, welche zu- sammen eine sehr natürliche, unter Anderem durch die aufwärts gebogene Unterlippe und den in Folge dessen geschlossenen Oorollen- schlund sowie durch abwärts gerichtete Oberlippenzähne charakte- risirte Gruppe bilden, so scheint weiter die Frage berechtigt, ob nicht eine auf diese Verschiedenheiten begründete primäre Eintei- lung der Gattung mit deren Entwicklungsgeschichte besser über- einstimmend wäre. Für das Durchführen einer solchen scheinen mir jedoch hinreichende Gründe nicht vorzuliegen. Aus dem Oben- erwähnten dürfte jedenfalls hervorgehen, dass der entwicklungs- geschichtliche Zusammenhang zwischen den verschiedenen natür- lichen Gruppen der Gattung Alectorolophus noch einer weiteren Aufklärung bedarf. Diese natürlichen Gruppen, welche meiner Meinung nach bis weiter als untereinander gleichwerthig beobachtet werden müssen, sind folgende: I. Majores 1 ), II. Alpini Stern., III. Anomali Stern., IV. Minores Stern. 2 ) A. asperulus ist nicht nur durch seine systemastische Stel- lung interessant, sondern auch dadurch, dass diese Art keinen „Saison- Dimorphismus" zeigt. Die mit diesem Namen bezeichnete 3 ) eigen- thümliche und für die Kenntniss der Speciesbildung sehr lehrreiche Erscheinung, die früher bei der Mehrzahl endotricher Gentianen sowie auch bei vielen Euphrasien constatirt worden war, hat Stern- eck für die Gattung Alectorolophus noch mehr charakteristisch ge- funden. Nicht genug damit, dass innerhalb dieser Gattung die meisten Arten höheren Ranges eine Spaltung in zwei im Anfang des Sommers resp. im Spätherbst blühende und durch gewisse stets wiederzufindende morphologische Verschiedenheiten ausgezeichnete Paralleltypen aufzuweisen haben, welche sich auf zwei Serien, „Aesti- vales" und „ Autumnales" , vertheilen, sondern auch die nur von einer einzigen Form repräsentirten Arten lassen sich nach Sterneck 4 ) aus morphologischen und biologischen Gründen in die eine oder andere der genannteu Serien einrangiren, wobei man sich dann denken müsste, dass die fehlende Parallelform entweder ausgestorben oder noch nicht entdeckt worden ist 5 ). Eine solche Einrangirung der hier beschriebenen Art lässt sich nicht ausführen. Um die Zeit, wo sie eingesammelt wurde i) — Majores Stern., mit Ausschluss der Unterabtheilungen Alpini und Anomali. 2 ) Hierher gehört, ausser A. minor und A. stenophyllus, auch A. asperulus, insofern man nicht diesen letzteren als Repräsentanten einer eigenen Gruppe auffasst, welche dann zwischen die Anomali und die typischen Minores ein- zuschalten wäre. 3 ) Wettstein, Der Saison-Dimorphismus als Ausgangspunkt für die Bildung neuer Arten im Pflanzenreiche, 1895 (Ber. d. Deutsch. Bot. Gesellsch., Bd. XIII, pag. 303-313, Taf. XXIV.) 4 ) L. c. pag. 470—472 (Sep. pag. 61—63). 5 ) Der fehlende Paralleltypus des A. Frej/nii Stern, ist neuerdings von Wettstein entdeckt und von ihm unter dem Namen A. Sterneckii beschrieben worden (in der Oesterr. bot. Zeitschr. 1893, pag. 357) 46 — den 8. August — standen die meisten der gesehenen Exemplare in voller Blüte, einige wenige hatten noch keine Blüte entfaltet und nur einzelne Individuen befanden sich in einem frühen Frucht- stadium. In Betracht der Höhe des Fundortes über dem Meere, des Grades der Entwicklung, den die übrige Vegetation, z. B. die Gramineen und die Laubbäume, zur gleichen Zeit erreicht hatten, muss der erwähnte Zeitpunkt behufs eines Vergleichs mit den Ver- hältnissen in den niedrigeren Gegenden Mitteleuropas ungefähr 2 — 3 Wochen zurüekgerückt werden. Die Blütezeit des A. aspe- rulus muss somit als im Hochsommer eintreffend betrachtet werden, also wenigstens einen Monat nach der der Aestivalis-Typen. und ebenso lange vor der der Autumnalis-Typeü ; dieses wird übrigens mehr direct dadurch bewiesen, dass in demselben Jahre Repräsen- tanten der erstgenannten Serie auf dem Kamme des Trebovio in Bosnien (1000—1600 m.) am 25. Juni in voller Blüte angetroffen wurden. Repräsentanten der letzteren dagegen am 5. September. Auch nicht mit Rücksicht auf ihre morphologischen Eigenschaften lässt sich die hier beschriebene Art zu einer der genannten Serien führen : Der Stengel ist öfter verzweigt als bei den Aestivales, aber die Zweige sind weniger zahlreich, kürzer und an der Basis weniger abstehend als bei den Autumnales; die Internodieu des Stengels sind nicht viel kürzer als die Blätter (bei den Aestivales im All- gemeinen länger, bei den Autumnales meistens bedeutend kürzer als diese); auch die Breite der Blätter und Bracteen ist. ebenso wie die Richtung der ersteren, fast intermediär, so auch die Grösse der Fruchtkelche; von 22 eingesammelten Individuen besitzen end- lich 10 gar keine, 11 ein einziges und 1 zwei Paare von Stengel- blättern zwischen das oberste Zweigpaar und die untersten Bracteen eingeschaltet (bei den Aestivales sind typisch keine, bei den Au- tumnales typisch 2 — 4 Paar Blätter eingeschoben) 1 ). Auch innerhalb der Gattung Alectorolophus besitzen wir also eine nicht saisondimorphe Art. den monomorphen Arten Gentiana crispata Vis.. G. neapolitana (Froel.) und G. Murbeckii "Wettst. unter den endotrichen Gentianen 2 ) vollkommen entsprechend. Mit diesen drei Gentianen stimmt dieselbe auch darin überein, dass sie eine Hochgebirgspflanze ist und also Gegenden mit relativ kurzer Vegetationszeit angehört und, was recht interessant ist, weiter darin, dass sie nicht auf geschlossenen Wiesen, sondern auf steinigen, re- lativ vegetationsarmen Orten auftritt, wo also die Factoren, die man mit Wettst ein 3 ) als die äusseren Ursachen des Saison- Dimorphis- mus ansehen muss, nicht einwirken können. x ) Vergl. Sterneck, 1. c. pag. 45 — 46 (Sep. pag. 8 — 9). 2 ) Vergl. Wettstein, Die europäischen Arten der Gattung Gentiann, aus der Section Endotricha Froel. und ihr entwicklungsgeschichtlicher Zu- sammenhang, Wien, 1896 (Denkschr. d. math.-nat. Cl. d. kais. Akad. d. Wissensch.). 3 ) Der Saison-Dimorphismus (1. c. pag. 310—311). (Schluss folgt.) 47 Zur Systematik der Gattung Sorbus. I. Die Abgrenzung der Gattung. Von Dr. Karl Fritsch (Wien). (Schlnss. ') Die Maloideen Koehne's enthalten die Gattungen Aronia, Stranvaesia, Cormus (incl. Torminaria 2 ). Docynia, Amelanchier, Peraphyllum, Malus und Chaenomeles. Von diesen enthalten nur Aronia und Cormus Sorbus-Arten anderer Autoren, wenn ich von dem in seiner systematischen Stellung zweifelhaften Malus crataegi- folia (Targ.) Köhne = Sorbus florentina (Zuccagn.) Nym. absehe. Zu Aronia gehören die zwei als Gartengehölze bekannten Arten: Sorbus arbutifolia (L. f.) und S. melanocarpa (Willd.), welche allerdings von den typischen Sorbus- Arten bedeutend ab- weichen, aber sowohl mit Sorbus aucuparia L., als auch mit Sor- bus Ana (L.) Hybride bilden. Die Gattung Cormus enthält bei Köhne unter „A. Cormus s. str." Sorbus domestica L., Pirus lanata Don und Pirus crenata Lindl. (nicht Don! 3 ); unter ,.B Torminaria'- 1 Crataegus tormi nalis L. ; unter „0. Eriolobus" Crataegus trilobatu La Bill. Was zunächst Sorbus domestica L. anbelangt, so ist die weit- gehende Uebereinstimmung dieser Art mit Sorbus aucuparia L. in den meisten Merkmalen allgemein bekannt. Wesentliche Unter- schiede liegen nur im Bau des Gynoeceums und der Frucht, nament- lich in der Art der Verwachsung der Fruchtblätter. An der nahen Verwandtschaft beider Arten ist meines Erachtens trotzdem nicht zu zweifeln. Dagegen stehen die beiden Himalaya- Arten, die Köhne zu Cormus s. str. bringt, wieder Sorbus Aria (L.) sehr nahe, nament- lich Sorbus lanata (Don), welche habituell unserem europäischen Sorbus Mougeoti Soy. Will, et Godr. sehr ähnlich ist. Geogra- phisch sc hl iessen sich Sorbuslanata (Don) und S.crenata (Lindl.) sehr gut an die auf den Gebirgen Armeniens und Per- siens wachsenden Aria-Arten 4 ) an. nicht aber an Sorbus domestica L., welche gar nicht nach Asien hinübergeht. Die Griffelzahl ist übrigens nach Hooker bei Sorbus lanata (Don) nicht 5, wie Köhne angibt, sondern 2 — 3, wie bei Aria. 5 ) Wenn auch, was wahrscheinlich ist, Köhne und Hooker verschiedene Arten vor sich gehabt haben ), so geht doch aus *) Vergl. Nr. 1, S. 1. 2 ) In der „Dendrologie" hat Köhne Torminaria als eigene Gattung behandelt. 3 ) Vergl. Hook er, Flora of British India IL p. 375 und 380. 4 ) Vergl. Boissier, Flora Orientalis II. p. 658. (Varietäten von S. Aria.) 5 ) Hooker, Flora of British India II. p. 375; vergl. auch Boissier, Fl. Orient. Suppl. p. 199. c ) Dies ist auch der Synonyme wegen wahrscheinlich, da beispielsweise Pirus vestita Wall, von Köhne mit Pirus lanata Don, von Hook er aber mit Pirus crenata Lindl. identificirt wird. 48 diesen Angaben hervor, dass im Himalaya mehrere unter- einander und mit Sorbus Aria (L.) ähnliche Arten exi stiren, bei denen die Griffelzahl Zwischen 2 und 5 schwankt, die also entschieden zur Gattung Aria Köhne's nahe Beziehungen haben, wenn nicht überhaupt dorthin gehören. Sorbus torminalis (L.) ist der einzige Vertreter der Köhne'- schen Untergattung (später Gattung) Torminaria. Die Pflanze ist durch die charakteristische Blattform, das harte Endocarp der Früchte und das constante Vorkommen von nur 2 Fruchtblättern ausgezeichnet. Könne erklärt den Blütenbau als ganz verschieden von Aria; jedoch hat schon Beck 1 ) darauf hingewiesen, dass Sorbus Chamaespüus (L.) im Bau des Gynoeceums die Mitte hält zwischen Torminaria (== Hahnia) und Aria, weshalb Beck diese beiden Gattungen, die auch durch Hybride verbunden sind, ver- einigt. Von dieser vereinigten Gattung Aria im Sinne Beck's ist Cormus nur durch das Vorhandensein von 5 Fruchtblättern zu unterscheiden; nachdem wir aber in der Gruppe von Sorbus lanata (Don) ein Schwanken in der Fruchtblattzahl von 2 — 5 constatirt haben, so fällt dieser Unterschied hinweg und Cormus muss mit Aria vereinigt werden. In ganz ähnlicher Weise lässt sich die Ver- einigung von Aria und Cormus mit Sorbus s. str. begründen; die früher besprochene Aria gracilis (S. Z.) und die zwischen Sorbus und Aria vorkommenden Hybriden einerseits, die grosse habituelle Aehnlichkeit zwischen Sorbus avcuparia L. und Cormus domestica (L.) anderseits fordern diese Vereinigung. Wir kommen also dadurch zu der Gattung Sorbus s. 1. im Sinne der älteren Autoren. Man kann nun allerdings einwenden, dass man auf diesem Wege weiterschreitend Morbus mit Pirus, Photinia. Aronia etc. etc. vereinigen könnte und schliesslich vielleicht die ganzen Pomaceen in eine oder zwei Gattungen zusammenziehen müsste. Dem gegen- über glaube ich behaupten zu können, dass sich die Gattung Sorbus beispielsweise von Pirus s. str. durch die in der Knospenlage in verschiedener Weise gefalteten (nicht gerollten) Laubblätter 2 ) durch zusammengesetzte Inflorescenzen a ). (meist auch) durch die Beschaffenheit des Endocarps und endlich durch das Vor- kommen einer schraubigen Verdickung in den Gefässen des secundären Holzes 4 ) recht gut unterscheiden lässt und dass man bei genauer Untersuchung aller Merkmale an den Arten der anderen in Betracht kommenden Gattungen gewiss auch ähnliche Unterscheidungsmerkmale wird feststellen können. Bur gerstein r l Beck, Flora von Niederösterreich. S. 710. 2 ) Vergl. Folgner, a. a. 0. 3 ) Bei einigen Arten, die einfache Inflorescenzen haben, scheint mir die Zugehörigkeit zu Sorbas zweifelhaft; so z. B. bei Crataegus trilobata Labill. 4 ) Burger stein, Vergleichend-histologische Untersuchungen des Holzes der Pomaceen. Sitzungsberichte der kaiserl. Akad. d. Wiss. Wien, math.-nat. Cl. Bd. CIV. Abth. I. S. 757 (1895). 49 konnte z. B. nur aus dem Baue des Holzes die meisten Pomaceen- Gattungen unterscheiden: Sorbus, Cormus, Aria und Torminaria erwiesen sich aber als nicht unterscheidbar. Die Köhne'sche Gruppirung und Abgrenzung der Pornaceen- Gattungen ist eine künstliche, weil sie sich auf ein einziges Merkmal, nämlich den Bau des Gynoeceums. stützt. Ich habe schon wiederholt 1 ) Gelegenheit gehabt, zu betonen, dass eine natürliche Anordnung im System nur dadurch erreich- bar ist, dass man alle an den einzelnen Arten vorkom- menden Merkmale berücksichtigt. Nur durch Nichtbeachtung dieses Grundsatzes ist es zu er- klären, dass man in früherer Zeit beispielsweise Adoxa in die Familie der ihr ganz unähnlichen Oaprifoliaceen stellte 2 ), dass man Aruncus und Filipendula mit den in den vegetativen Organen total ver- schieden gebauten strauchigen Spiraea-Arten in einer und derselben Gattung unterbrachte 3 ), dass man unter den Cruciferen Turritis von Arabis trennte 4 ), Conringia aber mit Erysimum vereinigte 5 ). Diesen wenigen Beispielen liessen sich sehr zahlreiche andere aus allen Pflanzenfamilien hinzufügen. Eine eingehende Nachuntersuchung der Pomaceen-Gattungen und eine neue Gruppirung derselben ist in dieser Abhandlung nicht beabsichtigt. Ich wollte nur durch die vorstehenden Erörterungen den Vorgang begründen, dass ich auch nach der Publication der Köhne'schen Untersuchungen noch die Gattung Sorbus im alten Umfange beibehalte. Die Feststellung eines natürlichen Systems der Poinaceen muss weiteren Forschungen anheimgegeben werden. Die wiederholt citirten Arbeiten von Köhne, Burgerstein und Folgner sind werthvolle Bausteine hiezu. Weitere Nachträge zu „Die Orchidaceen Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und der Schweiz". Von Max Schulze (Jena). Als ich im Frühjahre 1897 in den „Mittheilungen des Thüring. botan. Vereins" Nachträge zu meinem Buche veröffentlicht hatte, ver- muthete ich nicht, dass ich denselben jetzt schon wieder neue würde folgen lassen können. Ich verdanke das den ungemein zahlreichen Zusendungen, die mir im Laufe dieses für die Orchideen so ausser- ordentlich günstigen Sommers aus vielen Gebietsteilen gemacht !) Vergl. beispielsweise Botan. Centralbl. XXXIX. S. 294 (1889); Ver- handlungen d. zool. bot. Ges. 1893, Sitzber. S. 10; 1894, Sitzber. S. 35; 1897, Sitzber. S. 638. 2 ) Vergl. Verhandl. d. zool. bot, Ges. 1892, Sitzber. S. 7. 3 ) Vergl. Verhandl. d. zool. bot. Ges. 1889, Sitzber. S. 26. 4 ) Vergl. Verhandl. d. zool. bot. Ges. 1894, S. 309. 5 ) Vergl. Verhandl. d. zool. bot. Ges. 1895, S. 380. 50 wurden, und ersehe daraus mit grosser Befriedigung und Freude, dass der Eifer der Freunde dieser schönen Pflanzenfamilie nicht nachgelassen, vieiraehr zugenommen hat. Diese Zusendungen ent- hielten manches Interessante und auch einiges Neue, das im Nach- folgenden mitgetheilt wird. Von sonstigen neuen Funden konnte ich zu meinem Bedauern nur die citiren , die in den wenigen mir zu Gebote stehenden Zeitschriften und in den mir freundlichst ge- sendeten Sonderabdrücken enthalten sind; die Berichte der Com- mission für die Flora von Deutschland der Deutschen botan. Ge- sellschaft erscheinen leider nicht mehr. Nochmals meinen herzlichsten Dank allen den Herren, die mir Zusendungen und Mittheilungen machten! Die in diesen Nach- trägen Genannten sind: Abel. Othenio, cand. jur. et geol. in Wien ; Abromeit, Dr. Johannes. Assistent am königl. botan. Garten und Institute in Königsberg i. Pr. ; Becker, W\, Lehrer in Wettelroda bei Sangerhausen; Chenevard, P., in Genf; Diedicke, Lehrer in Erfurt; Graebner, Dr. Paul, in Friedenau-Berlin; Issler, E., Lehrer in Colmar im Elsass; Leimbach, Dr. G.. Professor und Director in Arnstadt in Thüringen; Lutze, G., Collaborator in Sondershausen; Naumann, Dr. Ferdinand, Marinestabsarzt a. D. in Gera (Reuss j. L.); Petry, Hermann, Referendar in Strassburg im Elsass; Reinecke. C, Lehrer in Erfurt; Rettig, Ernst, In- spector des grossherzoglich botan. Gartens in Jena; Ruthe. Rudolf, Kreisthierarzt in Swinemünde; Schröter, Dr. Carl, ordentl. Pro- fessor der Botanik in Zürich; Winkler, Willy, Privatgelehrter in Jena; Wirtgen, Ferdinand, in Bonn. ! bedeutet, dass mir die Pflanze von dem angegebenen Fund- ort vorlag; ! ! dass ich sie selbst an der genannten Stelle auffand. Cypripedium Calceolns Huds. Mit gelblichen Flecken auf den Laubblättern, die sich auch in der Cultur erhielten, bei Porstendorf unweit Jena E. Rettig! — Ein dreiblütiges Exemplar wurde auch in der Jenaer Flora von W. Winkler gefunden. var. viridiflorn M. Seh. Am Tautenburger Forst bei Jena!! — Bei dieser Pflanze fehlten die purpurnen Punkte der Lippe und des Staminodiums gänzlich. Orchis Morio L. Sehr kräftige Pflanzen von 30 — 35 cm Höhe, deren unterste Deckblätter oft 7- oder 9-nervig und deren oberste bis undeutlich 5-nervig sind (f. robustior Chenev. in sched.), bei Crauves bei Genf und auf Hügeln des Mauremont im Oanton Waadt Chenevard ! b. caucasica C. Koch. 1 ) Eine gewissermassen die 0. Morio und 0. pieta verbindende Form. Von der zarteren Tracht und mit den kleineren Blüten der 0. picUi , aber mit kürzeren , höchstens bis 7 mm langen Spornen. So bei Rositten in Ostpreussen (leg. Frau !) Vergl. Keichenbach fil, Icon., S. 18 u. Taf. 150, Fig. IV. 51 Suttkus) Abroraeit. I 1 ) — Auch die von H. Maus für Karlsruhe in Baden angegebene IL picta. von der sich jetzt ein Exemplar in meinem Besitze befindet, möchte am besten hierher zu ziehen sein , wenngleich bei derselben der Sporn schon etwas länger ist. 0. coriophora L. Monströs gebildete Blüten fand 0. Abel im Prater bei Wien. 2 j 0. ustulata L. var. virescens Casp. 3 ) Blüten grünlieh-weiss gefärbt. Zwischen Unislav und Kisin in Ostpreussen Preuss. 4 ) 0. militari* L. fl. suec. Weissblühend bei Oharrat im Oanton Wallis Chenevard ! ß. stenoloba Doli. Abweichend durch das Fehlen der Seiten- lappen der Lippe (f. singularis Heidenreich in sched.) bei Szag- manten im Kreise ßagnit in Ostpreussen Heidenreich. 5 ) 0. müituris X Simia. Eine sich durch die Gestalt der Lippe mehr an 0. militaris anschliessende Form bei Oharrat in Wallis Chenevard ! 0. purpurea Huds. Mit rein weissen, gänzlich unpunktirten Perigonen bei Sondershausen Lutze! 6 ) 0. purpurea X Simia. Im Elsass auf dem Sigolsheimer Hügel nördlich von Colmar und im Hardtwald bei Heitern Iss ler. 7 ) Wohl neu für das Deutsche Eeich. — Von 0. Simia, der sie durch den Bau der Lippe ähnlicher erscheint, verschieden durch die ver- längertem und lockerere Aehre, purpurn gefärbten, relativ kürzeren Helm, grössere und mit breiteren, nur wenig einwärts gebogenen Abschnitten versehene Lippe. Von 0. purpurea sofort durch die ') Die Pflanze wurde etwa in drei Exemplaren und höchst wahrscheinlich auf unterem Diluvial-Mergel (blauem Schiuffmergel) aufgefunden. Der um das an der Haffseite (nicht an der See) auf Alt-Alluvium gelegene Fischerdorf Rositten befindliche Boden ist für die Strecke von circa 2 km südwestlich unterer Diluvial-Mergel, nördlich und etwas nordwestlich zeigt sich Haffsand und Grand. Das Ganze gliedert sich nur als eine Oase von circa 2 km Länge und 1 km Breite an die mächtige Dünensandbildung der kurischen Nehrung an, die vonSW. nach NO. verläuft (nach briefl. Mitth. des Herrn Dr. J. Abromeit). 2 ) S. 0. Abel, Einige neue Monstrositäten bei Orchideenblüten, Sep.- Abdr. aus den Verh. der k. k. zool.-botan. Ges. in Wien, Jahrg. 1897, S. 5. 3 ) Li Schriften der physik.-ökon. Ges. in Königsberg, 35. Jahrg., 1884, S. 72. 4 ) Dr. Preuss berichtet a. a. 0., dass er ein Exemplar mit weissen Blüten unter den normalen Exemplaren dieser in Norddeutschland sehr seltenen Orchidee im Jahre 1883 gefunden habe — dann wäre seine Pflanze mit der var. albiflora Thielens zu identificiren -; Dr. Abromeit aber schreibt mir, dass, wie er sich genau zu entsinnen vermöge, die Farbe der Blüten nicht weiss, sondern grünlich- weiss gewesen sei. — Vergl. auch Abromeit, Besprechung von Jos. B.Scholz, Vegetationsverhältnisse des preussischen Weichselgeländes (XL Heft der „Mitth. d. Copernikus-Ver. f. Wissensch u. Kunst" zu Thorn, 1896), in Jahresber. d. Preuss. botan. Ver., 1896/97, S. 69 (33). 5 ) S. Jahresber. d. Preuss. botan. Ver., 1895/96, S. 32. (Mit Abbild.) c ) Hier bereits 1862 (von Ir misch) aufgefunden, sowie in den beiden letzten Jahren von Lutze beobachtet (G. Lutze briefl.). 7 ) S. auch Issler, in Deutsch, botan. Monatsschr., 1897, S. 176. — Herr I ssler entdeckte diesen Bastard bei Sigolsheim in etwa zwölf Exem- plaren, von denen er ein einziges mitnahm, das durch seine Güte in meinen Besitz kam; bei Heitern fand sich nur eine Pflanze (briefl. Mitth.). 52 schmäleren, etwas eingebogenen Abschnitte der Lippe zu unter- scheiden, von 0. militaris X Simia durch die Färbung des Helmes, grössere Lippen, deren Mittellappen bis zur Theilungsstelle deutlich allmälig verbreitert ist. und dessen Abschnitte meist zweimal so breit als die längeren Seitenlappen sind. 0. mascula L. Eine durch die Gestalt der Lippe an 0. ma- cidata erinnernde Form mit vorgezogenem, ganzrandigen, spitzen Mittellappen — zuweilen ist die Lippe auch fast ungetheilt, dabei vorn spitz — auf dem Gipfel des Tanay (ca. 1200 m) im Wallis Chenevard! Eine andere, sehr merkwürdige, in vieler Hinsicht an 0. tri- dentata mahnende Form mit sehr hellgefärbten Blüten, kleineren Deckblättern und Spornen (beide etwa nur 1 / 2 so lang als die Frucht- knoten), mit flachen, denen der 0. tridentata sehr ähnlich gestal- teten Lippen, sowie mit zusammenneigenden oberen und nur ab- stehenden unteren Perigonblättern : bei Kraftsdorf zwischen Jena und Gera in Thüringen F. Naumann! — Für dieselbe Fundstelle wird 0. tridentata angegeben; an eine Beimischung derselben möchte aber schon wegen der sehr lockeren, bei 5 - 5 cm Länge nur neunblütigen Aehre kaum gedacht werden können. F. Naumann sah übrigens 0. tridentata daselbst nicht. b. speciosa Koch. Mehlauken, Kreis Labiau in Ostpreussen Böttcher, 1 ) Bleicheroda bei Nordhausen Seidel. 2 ) c. obtusiflora Koch. Spitze des Tanay im Wallis Chene- vard! Dieselbe rein weiss blühend bei Erfurt 0. Eeinecke! 0. mascula X pallens. Bex (Canton Waadt) Chenevard! — Blätter nur massig verbreitert, Aehre verlängerter und weniger dicht als bei 0. pallens. Blüten ? gelb, nur die mit verlängerterem und schmä- lerem Mittel läppen versehene Lippe ein wenig geröthet. Perigon- blätter zugespitzter als bei 0. pallens. 0. mascula b. speciosa X pallens. Vier nebeneinander wach- sende, ziemlich gleich gestaltete Pflanzen bei Jena!! — Blätter 4 — 6, nicht punktirt, wie bei 0. pallens gestellt. Blüten hellroth mit in der Mitte gelblich gefärbter, unpunktirter Lippe. Perigon- blätter wie bei der f. erythrantha Beck. Sonst wie bei der f. Kiss- lingii Beck. 0. pallens Y sambucma. Knollen? Stengel 22 cm hoch, unten dick; bei dem einen Exemplar ist derselbe bis über die Mitte be- blättert, bei dem anderen sind die Blätter wie bei 0. pallens in- serirt. Blätter 5 und 6, bis 13 cm lang und bis 5 cm breit ; ihre grösste Breite in oder ein wenig über der Mitte der Spreite. Die unteren Blätter sehr an die der 0. pallens erinnernd, vorn stumpf- lich, die höher gestellten hier und da etwas zugespitzt. Aehre eiförmig, verlängerter als bei 0. sambucina, reichblütig. Deck- blätter länger als die Fruchtknoten, das unterste länger als seine Blüte, bei der einen Pflanze fast sämmtlich mehrnervig und netz- *) Jahresber. des Preuss. botan. Ver., 1895/96, S. 29. 2 ) Jabresber. des Preuss. botan. Ver., 1896/97, S. 66 (30). 53 aderig, bei der anderen nur die unteren deutlich netzaderig und die höher gestellten 1- (die mittleren selten 3-) nervig, dabei aber weniger häutig und weniger bleich als bei 0. pallens. Blüten gelb Aeussere Perigonblätter eiförmig und stumpf, 3- nervig; die seit- lichen inneren merklich kürzer, übrigens fast gleich gestaltet; bei allen Perigonblättern die Nerven (wie bei 0. sambucina) stark hervortretend. Lippe ungefähr so lang wie die äusseren Perigon- blätter (7— 8 mm), unpunktirt (?), seicht dreilappig und in ihrer Form zumeist mehr auf 0. pallens hinweisend. Sporn etwa so lang als der Fruchtknoten, kegelig- walzenförmig, hier und da walzen- förmig, bei der einen Pflanze bei sämmtlichen Blüten wagerecht abstehend oder aufstrebend, bei der anderen Pflanze abwärts geneigt und nur die der oberen Blüten aufstrebend. — Die breiten Blätter, wie die Gestalt der Blüten, insbesondere der äusseren Perigon- blätter, bezeugen die Anwesenheit der 0. pallens, die grossen, netz- aderigen Deckblätter die der 0. sambucina. Joux Brülee im Canton Wallis Chenevard! — 0. Chenevardii m. ') 0. incamata L. var. albiflora Lee. u. Lamtt. Gampel bei Genf Chenevard! — var. ocliroleuca Wüstn. Frastanzer-Au (Hb. Ohnesorge u. Hb. Eichen) Riehen. 2 ) (Fortsetzung folgt.) Beiträge zur Fixirung und Praeparation der Süss- wasseralgen. Von Ferdinand Pfeiffer R. v. Wellheim (Wien). Jeder Algologe hat gewiss schon die Erfahrung gemacht, dass eben gesammeltes Material selbst einen kurzen Transport in ver- schlossener Flasche nicht aushielt, sondern sofort abstarb oder, wenn es auch am Leben blieb, für die Untersuchung und Conservirung vieler feinerer Structuren, wie z. B. der Gallerte bei den Conjugaten, unbrauchbar geworden war. An diesem Verderben sind unter Anderem der Mangel an genügender Durchlüftung des Wassers, die Fäulniss der rasch zu Grunde gehenden thierischen Organismen und die plötzliche Aen- derung der gewohnten Lebensbedingungen schuld. Für schwierigere Untersuchungen und Studien ist es daher, um derartige Verluste zu vermeiden, unbedingt nöthig, die erbeu- teten, empfindlicheren Algen am Fundorte selbst und möglichst rasch zu fixiren. ■ Das für diese Zwecke bisher meist gebrauchte Fixirungsmittel ist der Alkohol. a ) Nach P. Chenevard in Genf, dem Entdecker dieses Bastardes, dessen Eifer in der Durchforschung seiner Gegend bereits zahlreiche interessante Orchideenformen zu Tage förderte. 2 ) S. G. Eichen, Zur Flora von Vorarlberg und Liechtenstein, in Oest. botan. Zeitschr., 1897, S. 139. 54 Dieser hat zwar den Vortheil. dass er überallhin leicht mitge- führt und das Material in seinen mehr oder minder mit Wasser oder Wasser und Glyeerin verdünnten Lösungen zugleich conservirt werden kann, also eine höchst bequeme Anwendung gestattet, gibt aber bezüglich der Structuren des Zellinhaltes oft unzureichende Resultate und verursacht auch an der äusseren Form bei stärkererer Concentration bedeutende Schrumpfungen. In letzterer Zeit wird vielfach für die Conservirung von Pflanzen das im Jahre 1869 von Hofmann im gasförmigen Zustande herge- stellte Formaldehyd (Formalin. Formol) H.CHO (C H, 0) in der käuflichen 40procentigen Lösung in Anwendung gebracht, welche von Dr. F. Blum 1 ) in die Mikrotechnik eingeführt worden ist. Sie wird dem Wasser, in welchem sich die Algen befinden, in dem Masse zugesetzt, dass der Gehalt an Formol ungefähr 4 bis 5 Procent beträgt. Formollösungen zeigen nach längerer Zeit oft einen flockigen, weissen Niederschlag. Formol dringt ausserordentlich rasch in die Objecte ein, schneller als die meisten anderen Fixirungsmittel. Schrumpfungen der äusseren Form ruft dasselbe im Gegensatze zum stärker procen- tigen Alkohol nie hervor. Auch hier ist die Fixirung des Zellinhaltes meist ungenügend. Nar bei den Oonjugaten erhielt ich manchmal zufriedenstellende Resultate. Dagegen fixirt Formol die Gallerte vortrefflich ; ebenso erhält es in manchen Fällen, z. B. bei den Chlorophyceen. die natürliche Farbe. Uebrigens ist deren Erhaltung für den Histologen eher uner- wünscht, weil dadurch später vorzunehmende Färbungen erschwert werden. Kalium aceticum und Chromalaun sind gleichfalls empfohlen worden. Dieselben sind jedoch keine Fixirungsmittel im mikrotech- nischen Sinne. Sie erhalten zur Noth die äussere Form und. wie Formol, bei einzelnen Algen die natürlichen Farben und haben daher für den Systematiker, wo es auf die Erhaltung der Farbe ankommt, einige Bedeutung. Für den Histologen hat so conser- virtes Material keinen Werth. Bessere Fixirungen lassen sich mit der bekannten Ripart- Petit'schen Flüssigkeit 2 ), der jungt von Amann in Vorschlag ge- l J „Das Formaldenyd als Härtungsmittel'', Zeitschrift für wissenschaftl. Mikroskopie von Dr. W. J. Behrens, Band X, Jahrg. 1893, pag. 314. a ) Carnoy, La Biol. Cell., pag. 95. Kampherwasser, ungesättigt 75 gr. Aqua destillata 75 gr. Eisessig 1 "'■'■ Kupferacetat bis 30 gr. Kupferchlorür his 30 gr. Gestattet zur besseren Fixirung einen Zusatz von Osmiumsäure oder Bromwasser. 55 brachten Lactophenol - Kupferlösiing 1 ) und dem von E. Stras- burger 2 ) wieder empfohlenen Holzessig erzielen. Sämmtliche dieser Mittel bieten ungefähr eine gleich bequeme Anwendung, wie Alkohol oder Formol. Im Grossen und Ganzen musste man aber bisher auf eine Fixirung des Materials am Fundorte selbst verzichten und dieselbe zu Hause mit längst erprobten Mitteln vornehmen, unter welchen die Chrom essigsaure und die übrigen Chromsäure- Mischungen den ersten Rang einnehmen. Diese haben jedoch, wie bemerkt, den Nachtheil, dass es un- thunlich ist, sie im concentrirten Zustande auf Bxcursionen mitzu- führen, um sie den Aufsammlungen entsprechend zuzusetzen. Ihre An- wendung ist stets eine relativ umständlichere und sie erfordern unmittelbar nach erfolgter Fixirung ein gründliches Auswaschen. wenn nicht Niederschläge. Macerationen oder sonstige Schädigungen eintreten sollen. Um für algologische Zwecke brauchbar zu sein, müsste viel- mehr ein Fixirungsmittel folgende Eigenschalteu besitzen: 1. Das Mittel muss bei Wanderungen ohne besondere Gefahr im trockenen Zustande oder in coneentrirter Lösung mitgeführt und den Aufsammiungen einfach zugesetzt werden können. 2. Es muss lange Zeit haltbar sein. 3. Es muss den Grundbedingungen einer Fixirungsflüssigkeit völlig entsprechen, vor Allem also die Objecte rasch durchdringen, den Zellinhalt ohne allzu starke Plasmolyse, Ausfällungen oder Lösungen wichtiger histologischer ßestandtheile abtödten (fixiren) und zugleich härten. 4. Es darf Veränderungen der äusseren Form durch Quellungen oder Schrumpfungen nicht hervorrufen und nachträgliche Färbungen weder verhindern, noch erschweren. Diese letztere Forderung be- J ) Zeitschrift für wissensch. Mikroskopie von Dr. W. J. Behrens, Band XIII, Jahrg. 1896, pag. 18 u. f. : a) Lactophenol- Kupferlösung : Kupferchlorid, kristallisirt 02 gr. Kupferacetat, kristallisirt 02 gr. Aqua destillata 95 gr. Lactophenol 5 gr. Dient zum Aufbewahren. b) Die Lösung a) zehnfach concentrirt: Kupferchlorid, kristallisirt 2 gr. Kupferacetat, kristallisirt 2 gr. Lactophenol 96 gr. Dient zum Fixiren auf algologis< hen Bxcursionen. Beim Einsammeln wird das Wasser, in welchem die Algen enthalten sind, mit 5 bis 10 Procent der Lösung b) versetzt. Lactophenol besteht aus : Carbolsäure, chemisch rein, kristallisirt...... 20 gr. Milchsäure, spec. Gewicht 1*21 20 gr. Glycerin, spec. Gewicht 1-25 40 gr. Aqua destillata '20 gr. ä ) Das botanische Practicum, III Auflage, Jena 1897, pag. 366. 56 zieht sich natürlich nur auf die Tinctionsfähigkeit im Allgemeinen, nicht aber etwa auf eine Färbung mit einem bestimmten Farbstoff. Es ist ja bekannt, dass gewisse Fixirungsmittel Färbungen mit be- stimmten Farbstoffen begünstigen, indem sie gleichzeitig als Beize wirken, während Fixirungen mit sonst vortreffllichen Mitteln an denselben Objecten bei Anwendung desselben Farbstoffes keine gleich günstigen Tinctionsresultate zu Stande kommen lassen. 5. Endlich inuss es ein Auswaschen der Objecte. wenigstens unmittelbar nach der Fixirung nicht erfordern, sondern soll eine immerwährende oder doch längere Conservirung des Materiales in der eigenen Lösung gestatten. Da die bisherigen zur Fixirung verwendeten Mittel diesen Ansprüchen nicht vollständig zu entsprechen vermochten, und bei ihrem Gebrauche bald dem einen, bald dem anderen derselben kein Genüge geleistet war, so wurden im Laufe des vergangenen Früh- jahres und Sommers Reihen von Fixirungsgemischen systematisch an einer grösseren Zahl Algen der verschiedensten Gattungen erprobt und versucht, durch entsprechende Modifikationen dem erstrebten Ziele, soweit es anging, nahezukommen. Den Ausgangspunkt bildeten dabei die von Lavdowsky 1 ) zur Untersuchung der karyokinetischen Vorgänge in thierischen und pflanzlichen Zellen empfohlenen Fixirungsgemische. Beide seiner Lösungen, u. zw. : I. IL Aqua destill 20 Thl. Aqua destill 30 Thl. Alkohol 95^ .... 10 Thl. Alkohol 95# 15 Thl. Formol conc 3 Thl. Formol conc 5 Thl. Eisessig 0.5 Thl. Eisessig 1 Thl. geben wohl auch bei Algen gute Kernfixirungen, aber weniger günstige Resultate rücksichtlich der Chromatophoren. üebrigens Hessen diese Versuche deutlich die grosse Brauch- barkeit des Formols für die vorliegenden algologischen Zwecke er- kennen, sobald dasselbe nicht allein, sondern in Verbindung mit anderen tauglichen Reagentien zur Verwendung gelangte, und war damit der Weg gewiesen, auf welchem ein Erfolg möglich schien. Zuerst versuchte ich es mit einer Mischung von gleichen Volumtheilen des käufliehen, 40procentigen Formols und concen- trirter, wässeriger Sublimatlösung. Ich erzielte damit prächtige Fixirungen z. B. bei Volvox, über deren Ergebnisse seinerzeit be- richtet werden wird. Bei der Giftigkeit des Sublimats ist jedoch das Mitnehmen derartiger conceutrirter Lösungen auf Excursionen schwer zulässig. Weiters ist ein Auswaschen der Objecte, wenn auch nicht unmittel- bar, so doch in kurzer Zeit nach der Fixirung nöthig. *) Von der Entstehung der chromatischen und achromatischen Substanz in den thierischen und pflanzlichen Zellen. (Anat. Hefte, Band IV, H. 3, 1894, pag. 355—447.) 0< Dann wurden Formol- Jod- und Formol-Methylalkohol -Jod- Mischungen in Anwendung gebracht, welche öfters gut fixirten, aber Unzukömmlichkeiten vorzüglich in der Richtung boten, dass die Lösungen nur kurze Zeit haltbar waren und die Algenfarbstoffe, (wenn auch verändert) in einer Weise widerstandsfähig machten, dass sich dieselben später schwer durch Alkohol extrahiren Hessen. So erhielt ich dadurch bei Cosmarnim Botrytis Menegb., welches mit Formol-Jod fixirt und nach Hämatoxylinfärbung in venetianischen Terpentin eingeschlossen wurde, das eigenthümliche Bild des grünen Chroinatophors, aus welchem der blaue Kern und die schwächer blau gefärbten Pyreno'ide hervorleuchteten. An dem- selben Objecte hoben sich auch die stärker gefärbten Poren von der Zellmembran, welche fast ungefärbt blieb, und vom grünen Chroraatophor scharf ab. Schliesslich versuchte ich eine Mischung von Formol-Holzessig und, als diese vielfach gute Fixirungen des Zellinhaltes gab, aber in manchen Fällen z. B. bei Vaucheria, Gladophora, Closterium, Peuium, Tetmemorus Zellhautquellungen und Plasmolyse hervorrief, Gemische von Formol-Holzessig-Methylalkohol, sowie von Formol- Holzessig-Methylalkohol, in welch' letzterem mehr oder weniger Pikrinsäure gelöst war. Da die Pikrinsäure-Mischung gegenüber dem einfachen Formol- Holzessig-Methylalkohol keine wesentlichen Vortheile bietet und im Uebrigen der letztere so ziemlich allen gestellten Anforderungen entspricht, so habe ich mit demselben allein die Versuche im aus- gedehnten Masse fortgesetzt und glaube auf Grund der gewonnenen Erfahrungen dem Algologen denselben mit bestem Gewissen em- pfehlen zu dürfen. Ich beschränke mich daher auch im Folgenden lediglich auf dieses Gemisch, auf die Mittheilung seiner Zusammensetzung und Anwendungsweise, wie auch auf gewisse Umstände, welche bei der Untersuchung oder Praeparation des damit fixirten Materials zu beachten wären. Die concentrirte Mischung, — sie sei als Stammlösung be- zeichnet, — besteht aus je gleichen Volunitheilen 40procen- tigen Formols, Holzessigs (acetum pyrolignosum puriss.) und Methyl- alkohols (rectif. puriss ) und kann vorräthig gehalten werden. Ihre Anwendungsweise ist eine sehr einfache. Der Algenwatte oder dem Magma wird nach dem Decantiren des überschüssigen Wassers ein Quantum der Stammlösung zugesetzt, welches mindestens das doppelte Volumen des übrig gebliebenen Wassers beträgt und dabei wiederholt aufgeschüttelt. Letzteres ist für das rasche und gleichmässige Eindringen der Fixirungsflüssig- keit wichtig. In dieser durch das Algenwasser mehr oder weniger ver- dünnten Mischung können die Algen, deren Fixirung und Härtung gewöhnlich nach einigen Stunden vollendet sein wird, lange Zeit (nach den bisherigen Beobachtungen durch Wochen und Monate) Oesterr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1898. 5 58 ohne Schädigung verweilen und entfällt somit gänzlich das unmittel- bare, auf Exemtionen oder Reisen lästige und oft unmögliche Aus- waschen des Materials. Fürchtet man übrigens bei subtilem Material Schädigungen durch allzu lange Zeit andauernde Einwirkung, so steht es natürlich frei, gelegentlich die Fixirungsflüssigkeit zu decantiren und durch Wasser (am besten luftfreies, also ausgekochtes und abgekühltes) zu ersetzen, welchem irgend ein Desinfectionsmittel, etwa Oarbol- säure beigefügt ist. Ebenso kann hiezu mit Vortheil die von mir empfohlene lOprocentige Glycerinmischung 1 ) verwendet werden. Hat man diese Procedur ein oder mehrere Male bis zum Ver- schwinden des Geruches der Fixirungstiüssigkeit vorgenommen, so lässt man in der Regel bis zur weiteren Verwendung stehen. Nur wenn es sich um die Gallerte selbst oder um gallertige Algen (Hydrurus z. B.) handelt, welche durch längeren Aufenthalt in Wasser oder lOprocentigem Glycerin leiden würden, ist es nöthig das Material entweder bis zur Bearbeitung in der concentrirten Fixirungsflüssigkeit zu belassen oder dasselbe, sobald als thunlich, nach irgend einer der bekannten Methoden 2 ) in starken Alkohol zu bringen. Ich ziehe das letztere vor. Die Uebertragung in Alkohol muss übrigens stets vor der Untersuchung oder Färbung und Praeparation geschehen, weil die Algenfarbstoffe auch durch diese Fixirungsflüssigkeit unvollständig zerstört werden. Meist bilden sich in den Zellen kugel- und tropfen- förmige Ausscheidungsproducte, welche das Bild des Zellinhaltes stören, den Einblick hindern und daher vorerst durch Alkohol ent- fernt werden müssen, in welchem sie sich übrigens leicht lösen. Ist die Alge oder das Magma stark mit Kalk, welcher sich bei der Fixirung nicht löst, versetzt oder incrustirt. so muss vor der Unter- suchung, bezhgsw. Praeparation entkalkt werden. Ich verwende dazu mit Vortheil die meinerseits zur Fixirung empfohlene Chrom- essigsäure 3 ), in welche die Objecte aus der obigen Fixirungsflüssig- keit direct ohne Auswaschen übertragen werden können. Die Entkalkungsflüssigkeit muss gegenüber der Algenmenge reichlich vorhanden sein, eventuell gewechselt werden. Nach einigen Stunden pflegt der Kalk gelöst zu sein. Ausserdem werden auch die noch vorhandenen Algenfarbstoffe vollständig zerstört, so dass bei solchem Material eine Extrahirung derselben durch Alkohol ent- fällt. Nach der Entkalkung wird natürlich sofort gründlich aus- gewaschen. Das Entkalken von Magma ist immer mit grösseren Schwierig- keiten verbunden, weil die sich entwickelnde Kohlensäure die Theilchen nach Oben reisst und die Sedimentirung erschwert. Man wird daher nur in seltenen Fällen bei wirklich grossen Kalkmengen dazu greifen. J ) Zur Praeparation der Süsswasseralgen. (Pringshehn's Jahrbücher für wissensch. Botanik, Bd. XXVI. pag. 678.) 2 ) 1. c. pag. 679 u. f. 3 ) 1. c. pag. 676. 59 Das Ueberführen in Alkohol kann nach dem bekannten Glycerin- verfahren 1 ) geschehen. Wird hiebei zur langsamen Concentrirung des lOprocentigen Glycerins der Schwefelsäure-Bxsiccator benützt, so ist darauf hin- zuweisen, dass Formol in den Algen fast stets zurückgehalten wird, wenn auch die Fixirungsflüssigkeit durch Wasser oder lOprocentiges Glycerin soweit ausgewaschen erscheint 2 ), dass keinerlei Geruch mehr bemerkbar ist. Die Dämpfe desselben gehen, wo sie mit der Schwefelsäure in Berührung treten, mit letzterer Verbindungen ein, welche auf deren Oberfläche eine mitunter starke Haut bilden. (Scbluss folgt.") Zur Pilzkunde Vorarlbergs. Von J. Rick S. J. (Feldkirch. | I. (Schluss.) ») Agaricus procerus Scop. Reichenfeld. — ? polystichus Berk. Göfiser Wald. — melleus Fl. Dan. An Stämmen nicht selten. Phalloidei. Phallus impudicus L. Saminathal. — caninus Huds. ßeichenfeld. Sclerodermei. Scleroderma Bovista Fr. Reichenfeld. Lycoperdinci. Lycoperdon caelatum Bull. Bei Dalaas. An der Nob. — gemmatum Batsch. In Wäldern häufig. — — var. furfuraceum Fr. Göfiser Wald. — — var. echinatum Pers. Saminathal. (v. Bresad.) — — var. excipiiliforme Scop. Ibid. (v. Bresad.) — pyriforme (wohl piriforme) Schaeff. In Wäldern häufig. Geaster fornicatus (Huds.) Fr. Göfiser Wald und Reichenfeld. (v. Bresad.) — limbatus Fr. Reichenfeld. (v. Bresad.) — Bryantii Berk. Ibid. (v Bresad.) — tunicatus Vitt. Göf. Wald. Garina. (v. Bresad.) — striatus (DC.) Fr. Reichenfeld. Nididariei. Crucibulum vulgare Tul. Nicht selten. Cyathus striatus (Huds.) Hoffm. Sehr häufig. — vemicosus (Bull.) DC. Reichenfeld. An Holz. *) 1. c. pag. 679 u. 680. '-) Durch Alkohol dagegen wird Formol vollständig und leicht entfernt. 3 ) Vgl. Oesterr. hotan. Zeitschr. Nr. 1, S. 17. 5* 60 II Ascomyceten. Hypocreaceae. Cordyceps entomorrhiza (Dicks.) Link. Reichenfeld. Auf Schmetter- lingspuppen. — Dittmari Quelet. Göf. Wald. Auf einer Wespe. — Helopis Quel. Reichenfeld. Auf einer Käferlarve. — cinerea (Tul.) Sacc. Reichenfeld. Auf Oarabuslarven. — ophioglossoides (Ehrh.) Link. In Wäldern häufig. Auf Elapho- myces cervinus. — capitata (Holmsk.) Link. Nicht selten in den Wäldern um Feldkirch. Isaria farinosa. Conidienstroma zu Cordyceps militaris (L.) Link. Sordarieae. Podospora coprophüa (Fries). Auf Kuhkoth häufig. Xylarieae. Hypoxylon rutilum Tul. Saminathal. An Buche. * — concentricum (Bolton) Greville. Reichenfeld. An Erle. — serpens (Pers.) Fries. Reichenfeld. Sed sporis minoribus. — multiforme Fr. Feldkirch. Auf Linde. *Ustulina vulgaris Tul. Reichenfeld An Apfelbaum. Xylaria hypoxylon (Lin.) Greville. Allenthalben an Laubhölzern. — polymorpha (Pers.) Greville. Reichenfeld. An Laubholzstämmen. * — — forma pistillaris Nitschke. Ibid. * — — forma Mentzeliana Tul. Ibid. *-- — forma spathulata Pers. Ibid. — digitata (L.) Grev. Garina. Auf Holz. Bulgarieae. *Ombrophila Clavus (A\h. et Schwein.) Cooke. Reichenfeld. An Ästchen. — helotioides Relrni iioy. spec. Göfiser Wald. Auf einer Brandstelle an Tannenästchen. Coryne sarcoides (Jacqu.) Tul. Allenthalben an Baumstämmen. * — — var. urnalis (Nyl.) Karst. Feldkirch. An Eiche. — — var. viridescens Rehm. Reichenfeld. An Linde. Hymenoscypheae. Helotium citrinum (Hedw.) Fries. Häufig an Buche. — — forma confluens. Schwein. Saminathal. An Buche. — var. lenticulare (Bull.) = Helotium lenticulare Fr. Feldkirch. An Eiche. Hymenoscypha virgultorum (Vahl). Phill. Reichenfeld. — — forma salicinum (Pers.). Tisis. An Weide. — _ var. fructigenum (Bull.) Reichenfeld. Trichopezizeae. Dasyscypha Willkommii Hartig. Reichenfeld. An Lerchenrinde. — cahjciformis (Willd.). Amerlügen-Reichenfeld. An Tannenrinde. 61 Eupezizeae. *Pitya vulgaris Fuckel. Amerlügen. An Taimenrinde. JBarlaea MicMi 1 ) Rekin noY. spec. Reichenfeld und an anderen Orten. Unterscheidet sich nach Dr. Rehin zumal durch viel kleinere Sporen von allen bisher beschriebenen Arten. Humaria viridulofusca Rehin iiot. spec. Reichenfeld. Am Boden. Ein schöner Pilz mit sehr stark keuligen Paraphysen. — granulata (Bull.) Quel. Auf der hinteren Gampalpe. Auf Kuhkoth. — ollaris (Fries) Cooke (videtur). Reichenfeld. Auf Waldboden unter Tannen. — Occardii (Kalchbr.) Saminathal. Am Boden. *Pyronema omphalodes (Bull.) Fuckel. Reichenfeld. Auf Kohlenstaub. Äleuria rhenana Fuckel. Im Göfiser Wald nicht selten. Ein im frischen Zustande wunderschöner Pilz. Geopyxis capularis (L.) Sacc. Allenthalben häufig. — carbonaria (Alb. et Schwein.) Sacc. Malbunthal. Auf einer Brandstelle. Acetabula sulcata (Pers.) Fuckel. An der Gamp. Auf nacktem Waldboden. Macropodia macropus (Pers.) Fuckel. Reichenfeld. Die in Reichen- feld gesammelten Exemplare zeigen ein stark helvellaartiges Aussehen. Doch fanden sich am selben Standorte auch typisch schüsseiförmige Individuen. Die Art ist auch sonst in den Wäldern um Feldkirch nicht selten, doch fand ich dort stets typische Formen. — bulbosa (Hedw.) ? Sacc. An der Gamp. Auf Waldboden. Plicariella ferruginea (Fuckel). Göfiser Wald. Auf Lehmboden neben dem Weg. Melachroia xantliomela (Pers.) Boud. Häufig auf Waldboden. Plicaria chrysopela (Cooke). Reichenfeld. Auf Blumentöpfen des Warmhauses. — pustulata (Hedw.) Grill. Allenthalben am Boden. — jonella (Quel.). Reichenfeld. Am Boden. — olivacea (Quel.). Reichenfeld. In der Nähe einer Brandstelle. — violaceo-nigra Rchm. An der Gamp. An Holz und angrenzender Erde. — sepiatra (Cooke). (videtur). Reichenfeld. Auf mit Erde ver- mischtem Kalk. — ampelina (Quel.). An der Gamp. Auf dem Boden. * — succosa (Berk.) forma purparascens Bres. Reichenfeld. Auf Erde. Pustidaria vesicidosa (Bull.) Fuckel. Reichenfeld. Auf Compost- haufen und faulenden Kleidern. (3 Standorte). — Stephensoniana (Ellis) Rehm. Reichenfeld. Auf faulendem Tannenbrett. — coronaria (Jacqu.). Reichenfeld. Auf Waldboden unter Tannen. *) Der Gattungsname Bariaea muss nach Rehm „Ascomyceten 1 - S. 1269 aufgegeben und Detonia Sacc. dafür gewählt werden. 62 Otidea leporina (Batsch) Fuckel. Göfiser Wald. — — forma pumila. Ibid. — aurieula (Schaeff.) Rehra. Hinterälpele. — cantharella (concinna, forma juvenilis). Ibid. — ? concinna (Pers.) Göfiser Wald. — abietina Fuckel forma decoloratn. Göf. Wald. — — Fuckel, forma nigra Mick. nov. forma. An der Garap. Diese in einer Höhe von ca. 1500 m gesammelten Exemplare sind frisch fast schwarz und zeichnen sich, wie auch Dr. Rehm i. 1. bestätigt, durch die eigenthürnliche Bildung der Paraphysen aus. Diese zertheilen sich oben strahlenförmig. — cantharella Quel. Reichenfeld. Unter Haselnussstauden. Sphaerospora trechispota (B. et Br.) Sacc. Allenthalben am Boden. Pseudoplertania melaena (Fries) Sacc. Göf. Wald. An faulendem Tannenstamm. Lachnea giegaria Rehm. Auch forma pseudogregaria mit stark warzigem Episporium. Reichenfeld. Auf Erde. — ? gilva (Boud.) Sacc. Reichenfeld. Auf Erde. — amphidoxa Rehm. Reichenfeld. Am Boden häufig. — theleboides (Alb. et Schwein.) Gill. Reichenfeld. Auf Torf. — scutellata (L.) Gill. Reichenfeld. An Holz. Auch sonst häufig. — umbroriim (Fries) Gill. Garina. Auf Waldboden. — umbrata (Fries) Phill. Garina. (Rodewyk). — stercorea (Pers.) Gill. Nenziger Himmel. Aut Kuhkoth. — — var. gemella Karst. Alpe Albona. Auf Kuhkoth. — setosa (Nees) Phill. Reichenfeld. Auf Holz. — ? hirta (Schum.) Gill. Saminathal. Auf Kohle. Da die SporeD viel grobwarziger sind, stellt Dr. Rehm diese seine Bestimmung als fraglich hin. *Sarcoscypha coccinea (Jacq.) Cooke. Amerlügen. Auf Holz. Ascoboleae. Ascophanus ochraceuz (Crouan) Boud. Hintere Gampalpe. Auf Kuhkoth. — carneus (Pers.) Boud. Reichenfeld. Auf faulendem Gewebe. Lasioboliis equinus (Müller) Karst. Hintere Gampalpe. Auf Kuhkoth. Saccobolus Kerverni (Crouan) Boud. An der Letze. Ascobolus stercorarius (Bull.) Schrot. Allenthalben häufig. — carbonarius Karst. Reichenfeld. Auf Waldboden. — viridis Ourrey (videtur). Reichenfeld. Auf Erde. — atrofuscus Phill. et Plovvr. (videtur). Reichenfeld. Auf einer Brandstelle. Helvellaceae. *JJicroglossnm atropurpureum (Batsch). Amerlügen. — viride (Pers.) Gill. Ardetzenberg. *Geoglossum opltioglossoides (L.) Sacc. Reichenfeld. — hirsutum Pers. Ardetzenberg. Leotia gelatinosa Hill. Häufig im Herbst. 63 Helvella pulla Holmsk. Reichenfeld. Unter Haselnussgebüsch. — — forma Klotzschiana (Oorda). Ibid. — elastim Bull. Nicht selten im Gebiet. — — forma deformis Göfliser Wald. — — forma deni grata, Ibid. -- lacunosa Afzel, Ardetzenberg. Saminathal. — pallescens Schaeff. Ibid. — crispa (Scop.) Fries. Göf. Wald. Nicht selten. *Gyromitra infula (Schaeffer) Quelet. Göfliser Wald. Verpa bohemica (Krombh.) Schrot. Reichenfeld. Morchella hybrida (Saw.) Pers. Reichenfeld. — rimosipes DO. Reichenfeld. — gigas (Batsch) Pers. Feldkirch. — conica Pers. Amerlügen. — elata Pers. Burg Siegberg und Amerlügen. Diese herrliche Morchel wird als selten angesehen, dürfte jedoch im Gebiet häufiger vorkommen. Ueber seltene und neue Rubi und Rubus-Hybriden aus Baden, Bayern, Braunschweig, der Hercegovina, Schlesien und Ungarn in C. Baenitz' Herbarium Europaeum. Lieferung OV. (88 Nummern) nebst kurzem Excursionsbericht aus der Hercegovina und Schlesien. Von Dr. C. Baenitz (Breslau). (Schluss ) ') Nr. 9550. H. pedemontanus Pinkwart, n. hybr. Ist nach Dr. Utsch aus der Kreuzung von R. macrophyllus X (Bei- lardii X serpens) hervorgegangen. — „Für R. serpens sprechen der Reif und die Behaarung, sowie die Stacheln und Drüsen des Schösslings, die zum Theil länglichen Blättchen, die kurzen Drüsen der Rispe, welche zwischen R. serpens und R. macrophyllus fast intermediär ist, ferner die Beiästchen, die etwas filzigen Kelche und ziemlich kleinen Blüten. R. Bellardii ist schwach vertreten in den zum Theile stacheligen Kelchen. Die aufgerichteten Kelche kommen beiden Parentes zu. R. macrophyllus gehören an: die grossen Blätter mit ihrem Blattschnitt, ihrer groben Bezahnung. welche bei seineu Hybriden eine doppelt gesägte wird, und der Rispenbau mit seiner oft kurz gestielten Endblüte und die langzottigen Kelchzipfel mit ihrer Neigung zurück zu schlagen. Ihm gehört auch wohl die dichte Behaarung der Schösslinge an, sowie die Behaarung der Oberseite der Blätter." — Am Bürgerberge bei Goldberg in Schlesien im Juli 1897 vom Autor ansammelt. *) Vgl. Oesterr. botan. Zeitschr. Nr. 1, S. 22. 64 Nr. 9551. R. petraens Kohl. 1 ) = R. vestitus X hirtus. Blättchen unterseits zweizeilig- weichhaarig, herzeiförmig- rundlich. Stacheln kräftig, lang, Blumenblätter blassroth wie bei R. vestitu*. Schössliug braunroth, sehr ungleich stachelig. Blütenzweig reich ungleich-drüsig, Stacheln gerade; auch die Form des Blutenstandes ist dem R. hirtus ähnlich. — Zwischen Felsgeröll am unteren Rande der Schonung bei Pohldorf, 650 m hoch, im Mensegebirge 8. Juli 1897 von mir gesammelt. — Niedrige, aber sehr kräftige Sträucher: nicht zahlreich. — Vgl. Nr. 9541. Nr. 9552. R. platyphyllos G. Br. f. rosea Kretzer. Blumen- blätter röthlich; Griffel roth. — Am Deister bei Steinkrug in Hannover am 7. Juli von Kretzer gesammelt. Nr. 9554. R. plicatus >( macropliyllus. Schössling und Blättchen mehr dem Fi plicatus. Blütenzweig und Rispe dem R. macropliyllus näher stehend. — In Gebüschen am Wasserlauf des Göpperthaines bei Breslau am 29. Juni 1897 von mir gesammelt. Nr. 9556. R. porphyracanthos F. f. fissn Kretzer. Blättchen fast eingeschnitten gesägt; Nerven auf der Unterseite des Blattes stark hervortretend. — Kretzer. — An der Porta Westphalica (Volmerdingen) in einer Hecke an der Landstrasse am 11. Juli 1897 von F. Kretzer gesammelt. Nr. 9557. R. Prechtelsbaueri Utsch, n. hybr. = R. Sprengelii X rudis. Schössling wie bei R. rudis, aber etwas be- haart (R. Sprengelii), Blätter R. rudis ähnlich, aber vorn eckig gesägt (R. Sprengelii). Stacheln des Blütenzweiges zum Theil strohfarbig, auch wohl hakig {R. Sprengelii), Blätter intermediär: Blütenstand wie bei R. rudis, nur etwas schmäler. — In Wäldern bei Mühlendorf und Erlau in Bayern. 270 m hoch, im August 1897 von Prechtelsbauer entdeckt und gesammelt. Nr. 9558. R. pubescens X Schleicheri X villicaulis. f. ellipüca. Stacheln etwas ungleich, zum Theil gebogen, die des Blütenzweiges zum Theil hakig; die schmale Rispe und die Sitz- drüsen an den Deckblättern weisen auf R Schleicheri hin, der sonst nur schwach vertreten ist. Die jüngeren, unterseits weiss- grauen Blättchen erinnern an R. pubescens. Habitus des R. villi- caulis. — An der Rotkappe, einem Wegweiser im Riemberger Walde bei Obernigk. 180 m hoch, von mir am 3. August 1897 ge- sammelt. — Selten. Nr. 9559. R. pubescens X Schleicheri X villicaulis f. obovata. Behaarter Schössling, meist gebogene, breite Stacheln, und unterseits filzige Blättchen erinnern an R. pubescens; keilige Blättchen, gebogene, zum Theil hakige Stacheln in der Rispe weisen auf R. Schleicheri hin. der auch hier schwach vertreten ist Fast drüsenlose Form. Habitus des i2. villicaulis. — Am Waldrande des Gruudberges bei Obernigk. 180 m hoch, von mir am 3. August 1897 gesammelt. — Sehr zahlreiche Gebüsche. x ) Siehe Wimmer et Grabowski, Flora Silesiae, Pars II, Vol. I, pag. 55, 1829. 65 Nr. 9560. R. pubescens X (Sprengelii X villicaulis). Schössling dicht behaart; Stacheln des Blattstieles krumm, Blätter unterseits bleichgrün, eiförmig, klein gesägt, Rispe mit zum Theil kleinen, krummen und hakigen Stacheln, wie bei R. pubescens ; Kelche locker und zurückgeschlagen wie bei R. Sprengelii; sonst wie R. villicaulis. — In einem Garten von Klein-Kniegnitz dem Gasthause gegenüber, im Zobtengebirge, 280 m hoch, von mir am 29. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9561. R. pubescens X. villicaulis. Stärkere Behaarung, theilweise gebogene Stacheln des Schösslings und kleine Bezähmung der Blättchen, ferner zum Theil krumme Stacheln im Blutenstände weisen auf R. pubescens hin; sonst wie R. villicaulis. — Zwischen Steingeröll an einem Waldrande bei Rückers im Mensegebirge, 450 m hoch, von mir am 10. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9562. R. pungens Utsch, n. sp. Glandulose aus der Gruppe des R. serpens mit etwas aufsteigenden, zerstreut kurz- stacheligen, runden, dichtbehaarten und dichtdrüsigen Schösslingen. Die graubraunen Drüsen überragen das Haarkleid nicht. Blättchen auffallend schmal elliptisch, eiförmig 3 mal so lang als breit, all- mälig sehr lang gespitzt, scharf und ziemlich grob gesägt, ober- und unterseits ziemlich lang und dicht seidenhaarig. Rispe breit und locker, zerstreut fein stachelig; Blüten weiss. — Im Zinkenwald bei Siegelau (Waldkirch in Baden) im August 1897 von A. Götz ge- sammelt. Nr. 9563. R. pygmaeus W. N. *) = R. Köhleri X MiJcani. Stacheln zum Theil, Blätter ganz wie bei R. Köhleri, nur die Unterseite zweizeilig behaart, wie bei R. vestitus; Blättchen zum Theil schmäler und lang zugespitzt, auch doppelt gesägt und Stacheln des Blütenzweiges zum Theil gebogen wie bei R. Schleichen; Blütenstiele langborstig bewehrt, wie bei R. Günther/, Stacheln des Blattstieles und die meisten des Blütenzweiges gerade, wie bei R. Bellardii. — In der Nähe des „Kaffeeborns" bei Schmiede- berg im Riesengebirge, 500 m hoch, ein etwa 4 — 5 m 2 grosses Gebüsch bildend, von mir am 21. Juli 1897 gesammelt. Der von den Autoren schlecht gewählte Name R. pygmaeus wurde schon von Wimmer und Grabowski 1829, pag. 43 mit „niedriger Brombeerstrauch 1 * übersetzt, was für die sehr kräftigen, aber nur l*25m hohen Sträucher mit langen, nieder- liegenden Schösslingen vollkommen zutrifft. — Ob der an einem Feldwege zwischen Aeekern liegende Standort lange erhalten bleibt, ist zweifelhaft. Nr. 9564. R. pyramidalis Kaltb. f. subglandulosa Kretzer. Die sparsamen Drüsen im Blütenstande sind fast nur auf die Deckblätter und Kelche beschränkt. Endblatt in der Regel lang gespitzt. — Kretzer. — Im Wesergebiet (Solling. Fürsten- bergj am 19. Juli 1897 von F. Kretzer gesammelt. ] ) Siehe Wim m er et Grabowski, Fl. Silesiae, Pars II, Vol. I, pag. 42, 1829. — Vgl. auch Focke, Synop. Eubor. Germ. pag. 353, 1877. 66 Nr. 9566. R. Reichenbachü Kohl. 1 ) f. albiflorus = R. serpens X villicaulis. Habitus des II. villicaulis in Rispe und Be- haarung; übrigens 11. serpens stark hervortretend, so dass man fast zweifeln könnte, ob man diese Form als drüsige, weiss blutige Form des R Reichenbachü oder als Rückkreuzung desselben mit R. serpens, also als Jl. serpens X Reichenbachü, auffassen soll. — Im Riemberger Walde bei Obernigk, 180 m hoch, von mir am 3. August 1897 gesammelt, — Der Standort liegt auf der linken Seite des Weges, welcher von Obernigk nach Riemberg führt; sehr zahlreiche Sträucher in dem feuchten, der Stadt Breslau gehörigen Walde sichern dem Staudorte eine längere Zukunft. Nr. 9569. R. rudis W. et N. f. plicata Kretzer. Zierliehe Sonnenform mit auffallend kleinen, gefalteten, unterseits filzigen, meist 5 zähl igen Schösslingsblättern. — Kretzer. — Im Wesergebiet (Solling. Fürstenberg) am 19. Juli 1897 von F. Kretzer gesammelt. Nr. 9570. R. sanctus Schreb. = R. tomentosus X ulmifolius. Wie R. ulmifolius. aber Stacheln oft zu zweien am sternhaarigen Schössling; Blättehen rundlich, ziemlich grob gesägt und oberseits- mit Sternhaaren und längeren Haaren dicht bedeckt. — In Hecken am Bahnhofe in Mostar (Hercegovina), 60 m hoch, am 5. Juni 1897 von mir gesammelt. Nr. 9571. R. serpens Wh. f. oblonga Kretzer. Blätter des- Schösslings stets dreizählig; das längliche, am Grunde verschmä- lerte Mittelblättchen sehr kurz gestielt, nicht selten zehnmal länger als die Stielchen. — Kretzer. — In einem feuchten Walde bei Harsum (Hildesheim) am 26. Juli 1897 von F. Kretzer gesammelt. Nr. 9572 und 9573. R. serpens X {pubescens X villi- caulis). Schössling und Blätter wie bei R. villicaulis, nur Drüsen und Stacheln wie R. serpens; Stacheln des Blütenzweiges zum Theil gebogen ; jüngere Blätter weissfilzig wie bei R. pubescens. — In einem Wald eben zwischen Skarsine und dem Walde bei Ober- Glauche und an der Landstrasse von Breslau nach Steine bei Laniseh von mir am 17. und 18. Juli gesammelt. Nr. 9574. R. serpens X vestitus f. opaca. Schössling rauh- haarig, Blätter unterseits zweizeilig behaart, graugrün, oberseits matt, dunkel gefärbt. Stacheln zum Theil lang, ungleich wie bei R. vestitus. Blättchen länglich, lang zugespitzt, Blütenzweig ungleich drüsig. Kelch zum Theil aufrecht wie bei R. serpens. — In der Karosehker Schonung (Sitten bei Obernigk) von mir am 14. Juli 189/ gesammelt. Nr. 9575. IL serpens X vestitus f. splendens. Stacheln verkürzt, Schössling und Rispe sehr zerstreut kleindrüsig, Blättchen länglich, Kelche halb aufrecht wie bei R. serpens, oberseits hell- grün, glänzend; Rispe schmal und Blumenblätter roth wie bei IL vestitus. — Am Wege nach dem Greisenauberge bei Obernigk zwischen Alnus-Gebüsch von mir am 14. Juli 1897 gesammelt. ! ) Vgl. „Oesterr, Bot. Zeitschrift" 1896, pag. 436—437. 67 Nr. 9576. R. serpens X {villicaulis X candicans). Stacheln verkleinert. Schössling und Blütenzweig zerstreut-feindrüsig wie bei R. serpens, Blätter und gerade Stacheln des Blütenzweiges wie bei R. villicaulis; Rispe wie R. candicans. — Am Waldrande zwischen Hohenwiese und Buchwald (Schmiedeberg) im Riesen- gebirge, 500 m hoch, am 22. Juli von mir gesammelt. Nr. 9577. R. Spreng elii X villicaulis f. subcanescens. Stacheln des Schösslings und Blütenzweiges zum Theil hakig; Blätteben mit Andeutung doppelter ßezahnung und locker zurück- geschlagene Kelchzipfel deuten auf R. öprengeln hin. Blätter unter- seits etwas grau. Habitus des R. villicaulis. — An einem lichten Waldwege bei Obernigk, in der Nähe von Boronows Ziegelei, nach Riemberg zu. von mir am 3. August 1897 gesammelt. Nr. i'578. R. Sprengelii X villicaulis f. viridis. Blätter unterseits grün, sonst wie Nr. 9577. — An einem Kreuzwege im dichten Walde bei Obernigk. in der Nähe von Boronows Ziegelei, nach Riemberg zu. von mir am 3. August 1897 gesammelt. Nr. 9582. R. vestitus X {serpens X Bellardii). Schöss- ling ärmer an Drüsen, Blätter unterseits blassgrün, zweizeilig be- haart. Stacheln gerade, Rispe schmal wie bei R. vestitus; Stacheln schwach, Blättchen etwas länglich, zum Theil gröber gesägt, Drüsen meist kurz, Blütenstiele und Kelche schwach filzig wie bei R. serpens; Drüsen am Schössling zum Theile sehr lang, Blättchen breit, rund- lich, beiderseits schwach behaart wie bei R. Bellardii. — Im Walde zwischen Ober-Glauche und Skarsine bei Breslau überaus zahlreich und der häufigste Rubus, welcher den Waldboden teppichartig über- zieht; von mir am 14. Juli 1897 gesammelt. Nr. 9583. R. vestitus X ulmifolius. Blättchen wie bei R- vestitus. aber oberseits kahl, sonst R. idmifolius ähnlich. — Zwischen Weingärten am Nordlager von Mostar in der Hercegovina, am 31. Mai 1897 von mir gesammelt. Nr. 9584. R. villicaulis X pubescens. Schössling und Blätter erinnern an R. villicaulis; Blattstiel krummstachelig und Blütenzweig wie bei R. pubescens; Blattunterseite intermediär. — An einer Gartenmauer in Ober-Buchberg bei Schmiedeberg im Riesengebirge, 500 m hoch, von mir am 23. Juli gesammelt, — Die wenigen Sträucher gehören der stattlichsten Brombeere an, denn die unteren emporstrebenden Schösslinge erreichen eine Höhe von 3 m. Nr. 9585. R. vulgaris X conothyrsus Kretzer. Die Form der Blätter, der gekürzte Blütenstand, die mittelgrossen Blüten, die kurzen Staubgefässe und die kahlen Fruchtknoten gehören dem R. vulgaris an. Die schwache und geringe Bestachelung, die weniger dichte Behaarung der Blattunterseite und die Stieldrüsen im Bluten- stände sind dem Einflüsse der R. conotlyrsns zuzuschreiben. — Kretzer. — Vom Autor im Wesergebiete (Solling, Rottmünde) am 18. Juli 1897 gesammelt. (58 Nr. 958G und 9587. R. ulmifolius X candicans. Blättchen verkehrt eiförmig, etwas zottig, kurz zugespitzt, fast doppelt klein- gesägt; Blutenstand wie bei R. candicans. — Von zwei Standorten bei Mostar (Hercegovina): Zwischen Weingärten am Stolacfelsen (6. Juni) und am Nordlager (31. Mai 1897) von mir gesammelt. Nr 9588. E. ulmifolius X vestitus. Wie B. ulmifolius bewehrt und sternhaarig : Blättchen oberseits kahl, aber Stacheln zum Theil gerade; Blättchen wie R. vestitus in Form und Be- haarung der Unterseite; Rispe monströs gross mit abstehender Be- haarung der Achsen. — In Hecken der Vorstadt Zahum bei Mostar (Hercegovina) am 9. Juni 1897 von mir gesammelt. Breslau, den 5. November 1897. Literatur-Uebersicht x ). December 1897. Abel 0. Zwei für Niederösterreich neue hybride Orchideen. (Verh. der zool. bot. Ges. XLVII. 9. Heft S. 609— 6) S°. Beschreibung und ausführliche Behandlung von Gijmnadenia Wett- steinii Abel (G. rubra Wettst. X G. nigra (L.) Wettst.), die Verf. auf dein Schneeberg in Nied.-Oest. entdeckte und von G. Strampfii Achers. (G. albida Rieh. X odoratissima Rieh.), die er am Kruminbachsattel des Schneeberges auffand. Bauer E. Bryologischer Vorbericht aus dem Erzgebirge. (Deutsche botan. Monatschr. XV. Jahrg., Heft 12, S. 315—316.) 8°. Beck v. Mannagetta G. E. v. Die periodische Entwicklung der Pflanzen und die Ergebnisse ihrer Beobachtung. (Wiener ill. Garten-Zeitung XXII. Jahrg.. 10. Heft, S. 313—321.) 8°. Populäre Darstellung des Wesens der Phaenologie und der Bedeutung, welche dieselbe für Gartenbau, Landwirtschaft und Wissenschaft er- langen kann. Degen A. und Dörfler J. Beitrag zur Flora Albaniens und Ma- cedoniens. Ergebnisse einer von J. Dörfler im Jahre 1893 unternommenen Reise (Denkschriften der math. naturw. Cl. der Akademie der Wissensch. Wien, LXIV. Bd., S. 701-748.) 4°. 4 Taf. J. Dörfler hatte 1893 eine botanische Reise nach Ueskueb in Al- banien, Zeleniko, Krivolak, Negotin und Allschar in Macedonien unter- nommen, deren Ergebnisse hier bearbeitet vorliegen. In Anbetracht dessen, dass das bereiste Gebiet bisher nahezu botanisch unbekannt war und die Be- J ) Die „Literatur-Uebersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich-Ungarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaction. 69 arbeitung eine sehr sorgfältige ist, gehört die vorliegende Abhandlung zu den werthvollsten Beiträgen zur Kenntniss der Flora der Balkanhalbinsel. Neu beschrieben werden : Alyssum Dörfleri Degen, Viola Dörfleri Degen, Viola Haläcsyana Degen et Dörfl. (F. Ällschariensis X arsenica), Polygala oxyptera Rchb. Subsp. P. TempsJcycma Deg. et Dörfl., Alsine Anatolica Boiss. Subsp. A. Macedonica Deg. et Dörfl., Cytisus falcatus W. K. Subsp. Albaniens Deg. et Dörfl., Anthyllis Albana Wettst. var. Macedonica Deg. et Dörfl., Dorycnium intermedium Led. var. Macedonicum Deg. et Dörfl., Onobrychis Degeni Dörfl., Saxifraga Griesebachii Deg. et Dörfl., Galium Eerneri Deg. et Dörfl., Cineraria Griesebachii Deg. et Dörfl., Centaurea Wettsteinii Deg. et Dörfl., Campanula Formanekiana Deg. et Dörfl., C. persieifolia L. var. latisepala Deg. et Dörfl., Anchusa Macedonica Deg. et Dörfl., IStatice Rumelica Boiss. var. Temshyana Deg. et Dörfl., Fritillaria Graeca Boiss. var. Gussichiae Deg. et Dörfl., Colchicum Dörfleri Haläcsy, Bromus fibrosus Hack. Ssp. B. Macedonicus Deg. et Dörfl. — Sehr schön sind die beigegebenen Tafeln, besonders Tafel IV. Flatt C. de. Francisei a Mygind observationes critico-botanicae seu Epistolae ad Linnaeum scriptae. II. (Verh. d. zool. bot. Ges. XLVIL, 9. Heft, S. 582—609.) 8°. Forts, und Schluss der Veröffentlichung von Briefen Myginds an Linne. Dieselben enthalten Notizen über zahlreiche Pflanzen und sind für die Klar- stellung mancher Linne'schen Arten von Werth. Ein beigegebenes Verzeichniss der von Mygind erwähnten Autoren und Arten wird die Benützung wesent- lich erleichtern. Formanek E. Berichtigung- zum Artikel „Neue Arten aus Thessa- lien." (Deutsche botan. Monatschr. XV. Jahrg., Heft 12. S. 320 bis 321.) 8°. Veronica Thessalica Form, non Benth. wird in V. Formaneki Heldr., Onobrychis Halascyana Form, non Heldr. in 0- Heldreichi Form, um- getauft. Gutwinski E. Ueber die bis jetzt in Bosnien und der Hercego- vina entdeckten Algen (mit Ausschluss der Diatomaceen). Nebst kurzen Bemerkungen über das Sammeln von Algen für die im Sammeln nicht Bewanderten. (Wissensch. Mitth. aus Bosnien und der Herzego vina Bd. V.) 4° 11 S.. 1 Taf. Haberlandt G. Ueber die Grösse der Transpiration im feuchten Tropenklima. (Jahrb. f. wissensch. Bot. Bd. XXXI, Heft 2, S. 273—288.) 8°. Verf. hat in einer früheren Abhandlung (1892) den Satz ausgesprochen, dass in dem feuchten Tropen klima Westjava's die Transpiration der Pflanzen bedeutend geringer sei als in Mitteleuropa. Dieser Annahme sind später Burgerstein, Giltay und Stahl entgegengetreten. Verf. hält nun auf Grund neuerlicher Versuche seine Behauptung im vollen Umfange aufrecht und zwar nicht bloss mit Bezug auf beschattete, sondern auch auf insolirte Pflanzen. Janczewski. Etudes morphologiques sur le genre Anemone. Chap. III. (Rev. gen. de Bot. 1897 Nr. 106.) 8°. Kneucker A. Bemerkungen zu den „Carices exsiccatae". III. Liefrg., Forts. (Allg. bot. Zeitschr. 1897 Nr. 12. S. 198-200). 8°. Betreffen Nr. 68—72. Unter Nr. 68 wurde Carex Baldensis von folgenden Standorten ausgegeben : Monte Costa am Lago d' Idro, Ferrara am Mte. Maggiore des Mte. Baldo, (lg. Landauer). 70 Kuntze M. Arco in Südtirol. Die Geologie, Flora, Fauna und das Klima des Thaies von Arco. seine Bevölkerung und Geschichte. 4. Aufl. Arco (Emmert). 8°. 146 S., 24 111. 2 Karten und Plane. — 2 M Murr J. Beiträge und Bemerkungen zu den Archieracien von Tirol und Vorarlberg. IV. Forts. ( Deutsche botan. Monatschr. XV. Jahrg. Heft 12, S. 321—323.) 8°. Behandelt werden H. rupicohtm Fr., H. hypochoerideum A. T., H. melanops A. T., H. subincisum A. T , H. expallens A. T., H. oxyodon Fr Richter A. Ueber die Blattstructur der Gattung Cecropia, insbe- sondere einiger bisher unbekannter Imbauba-Bäume des tro- pischen Amerika. (Bibliotheca botanica. Heft 43.) Gr. 4°, 25 S. 5. Doppeltaf. und 3 eint. Tat. 24 M. Sagorski E. Reisebericht. (Deutsche bot. Monatschr. XV. Jahrg.. Heft 12. S. 329.) 8°. Bericht über eine 1897 nach Süd-Dalmatien und Montenegro unter- nommene botanische Reise. Als für Montenegro neu wird Euphrasia liburnica W. genannt. Stapf 0. The botanical history of the Uva, Pampas Grass and their allies. (The Gardeners Chronicle Ser. III. Vol. XXII. Nr. 569 p. 358.) 4°. W inter P. Zur Flora Oarniolica. VI. Forts. (Deutsche bot. Monatschr. XV. Jahrg., Heft 12. S. 323—324.) 4°. Die Fortsetzung des geschichtlichen Rückblickes behandelt H. Frey er. Witlaczil E. Der Unterricht der Naturgeschichte an der Volks- und Bürgerschule. Eine Methodik dieses Unterrichtes auf moderner Grundlage. Wien. (A. Holder.) 8°, 85 S.. — 0.80 M. Zalewski A. Neue Pflanzenformen aus dem Königreiche Polen. Schluss. (Allg. bot. Zeitschr. 1897. Nr. 12, S. 187—191.) 8°. Diagnosen folgender Arten: Euphrasia Fulonica Zal., Ajnya reptans L. var. pyramidata Zal., Ballota nigra L. var. ßubroivmkiana Zal., Leonurus Cardiaca L. var. rotundifolia Zal., Gampanula rotundifolia L. var. Lubiciaua Zal., Inula Britannica L. var. sericans Zal. Bessey Ch. E. The phylogeny and taxonomy of Angiosperms. (Bot. Gazette. Voll. XXIV.) 8°, 34 p. Briquet J. et Chenevard P. Observations sur quelques plantes rares ou critiques des alpes occidentales. (Bull. d. trav. de la Soc. bot. de Geneve VIII. p. 70-75.) 8°. Behandelt: Geranium silvaticum L. var. Wanner i Briq., Coronilla varia L. var. violicea Briq., Saxifraya aizoides L. var. vallesiaca Briq., Gentvma atriculosa L., Hi/ssojjus officinalis L. var. canescens DC, Ajitya pyramidalis L. var. Semproniana Briq., Anacamptis pyramidalis Rieh, var. Tanayensis Chenev. Ohrist H. Die Farnkräuter der Erde. Beschreibende Darstellung der Geschlechter und wichtigeren Arten der Farnpflanzen mit be- sonderer Berücksichtigung der exotischen. Jena (G. Fischer). Gr. 8°. 388 S.. 291 Abb. - 12 M. 71 Ein sehr werthvolles Werk, das eine vollständige Uebersicht über die bisher bekannten Farne gibt; es ist um so wichtiger, da seit 1873, resp. 1868 keine Zusammenfassung der Farne erschien und seit dieser Zeit durch die Forschungen in den Tropen eine grosse Zahl neuer Formen be- kannt wurde. Clos D. Les Anagallis annuels d' Europe au point de vue specifique. (Bull, de la soc. bot. de France. XLIV. Tom. p. 292—307.) 8°. Cogniaux A. et Goossens A. Dictionnaire iconographique des Orchidees. Masdevallia. Paris (Oetave Doin.) — 60 Fr. Colin F. Die Pflanze. Vorträge aus dem Gebiete der Botanik. 2. Aufl.. Lieferung 13. (Schluss.) S. 465-574 und I— XL Breslau (J. A. Kern.) 8°. Costantin J. Les vegetaux et les milieux eusmiques (Adaptation — evolution). Paris (F. Alcan). 8°. 292 p., 17 L 111. Verf., ein Vertreter der Ansicht, dass Neubildung von Arten durch directe Anpassung an die umgebenden Factoren erfolgt, stellt in diesem Buche in übersichtlicher Weise die Erscheinungen der Anpassung der Pflanzen an verschiedene Grade der Wärme, des Lichtes, der Feuchtigkeit etc. zu- sammen. Durch umfassende Berücksichtigung der einschlägigen Literatur stellt sich das Buch nicht bloss als eine werthvolle Sammlung des für die directe Anpassung sprechenden Materiales, sondern auch als ein angenehmes Handbuch der botanischen Oecologie dar. Costantin J. Accomodation des plantes aux climats froid et chaud. (Bull, scientif. de la France et de Belg. XXXI. Tom. p. 489-511.) 8°. Crepin Fr. Les Variations paralleles. (Bull, de la Soc. roy. de bot. de Belg. XXXVI. Tom. p. 203—216.) 8°. Curtis C. C. Text-book of general botany. New-York. (Longmans. Green et Co.) 8°. 367 p. ill. — 3 Doli. Damm er U. Palmenzucht und Palraenpflege. Anweisung zur Auf- zucht und Pflege der Palmen. Frankfurt a 0. (Trowitzsch u. S.) 8°. 134 S. 24 Bild — 4 Mk. Duss R.P. Flore phanerogamique des Antilles francaises. (Martinique et Guadeloupe.) Avec annotations sur Femploi des plantes par le professeur E. He ekel. (Annales de l'Inst. colon. de Marseille. Vol. III.) Mäcon (Protat freies). 8°. 686 S. — 20 fr. Engler A. Die natürlichen Pflanzenfamilien. Leipzig W. Engel- mann). — ä Lief. 1-50 Mk. Lief. 164. 3 Bogen Text, 90 Bilder in 20 Fig. Drude 0. Umbelliferae. (Forts.) Lief. 165. 3 Bogen Text. Engler A. Uebersicht über die Unterabtheilungen, Classen, Reihen, Unter- reihen und Familien der Embryophyta siphonogama. — — Erläuterungen zur vorstehenden Uebersicht. Lief. 166/67. 6 Bogen Text, 90 Bilder u. 22 Fig. Schmitz Fr. u. Hauptfleisch P. Ceramiaceae, Gloiosiphonaceae, Grate- loupiaceae, Dumontiaceae , Nemastomaceae, Bhizophyllidaceae, Squa- mariaceae, Corallinaceae. 72 Hauptfleisch P. Die als fossile Algen (und Bacterien) beschriebenen Pfianzenreste oder Abdrücke. Lief. 168. 3 Bogen Text, 179 Bilder in 32 Fig. Dietel P. Uredinales. Lindau G. Auriculariales, Tremellineae. Hennings P. Daeryomycetineae. Erikson S. Eine allgemeine Uebersicht der wichtigsten Ergebnisse der schwedischen Getreiderost-Untersuchung. (Botan. Centralbl. Bd. LXXIL Nr. 10. S. 321-325, S. 354—362.) 8°. GM Hot X. et Parraentier P. L'anatomie vegetale et la botanique systematique. Nature hybride du Rumex palustris. (Bull, de la Soc. bot. de France. XLIV. Tom. p. 325—342.) 8°. Verf. kommen auf Grund eingehender anatomischer Untersuchungen zu dem Resultate, dass R. palustris eine Hybride von R. maritimus und R. conglomeratus ist, und bestätigen damit das Resultat, zu dem man be- kanntlich auf Grund der morphologischen Vergleiche schon früher kam. (Vergl. Pocke, Beck.) Hart ig E. Die anatomischen Unterscheidungsmerkmale der wich- tigsten in Deutschland wachsenden Hölzer. 4. Auflage. München (Rieger). 8°. 42 S. 21 111. - 1 Mk. Eine neue Auflage des allgemein bekannten zweckmässigen Büchleins. Dieselbe weist von wesentlichen Neuerungen auf eine Einleitung, welche die Physiologie des Holzes behandelt und eine Bestimmungstabelle. Koehne E. Just's Botanischer Jahresbericht. 23. Jahrgang. 1895. I. Abth. 2. Heft. S. 161— 439 (Schluss); II. Abth. 2. Heft. S. 161 bis 320. Berlin (Born träger). 8°. — 12 resp. 7 M. Die beiden Hefte enthalten: Pilze (Sydow), Moose (Sydow). Flechten (Zahlbruckner), Chemische Physiologie (Otto), Morphologie und Physio- logie der Zelle (R. Schulze), Morphologie der Gewebe (R. Schulze), Ptianzenkrankheiten (Sorauer), Pteridophyten (Brick), Paläontologie (Potonie), Pfianzengeographie von Europa (Schübe), Variationen und Bildungsabweichungen (Matzdorf f), Morphologie und Systematik der Pha- nerogamen (Harms). Ivraenzlin F. Orchidacearum genera et species. Vol. I. Fase. 3. Berlin (Mayer et Müller). 8°. — 2-80 Mk. Lubbock J. On Buds and Stipules. Parts III et IV. (Journ. of the Linn-Soc. Vol. XXXIII. Nr. 230.) 8°. 65 p. 4 Taf. LorchW. und Laubenburg K. Die Kryptogamen des Bergischen Landes. Bd. I. Pteridophyten und Bryophyten. Elberfeld (Bädecker). gr. 8". 191 S. — 2 Mk. M < j y er A. Studien über die Morphologie und Entwicklungsgeschichte der Bakterien, ausgeführt an Astasia asterospora A. M. und ßacilhis tumescens Zopf. (Flora 84. Bd. Ergänzungsband 1897. Heft III. S. 185-248.) 8°. 1 Taf. Eine in bacteriologischer Hinsicht wichtige Arbeit. Dieselbe behandelt zunächst eingehend eine neue vom Verf. entdeckte Bacteriacee, die er Astasia asterospora nennt. Von allgemein wichtigen Resultaten seien folgende hervor- gehoben. Die Sporen von A. besitzen Intine und Exine, letztere weist leisten- arti^e Hervor ragungen auf. Bei A. konnte vom Verf ein deutlicher Zellkern nachgewiesen werden. Bei A. und anderen Bacterien beobachtete der Verf. 73 Plasmaverbindungen zwischen benachbarten Zellen. Bei der Sporenbilduug verbleibt im Sporangium ausser der Spore noch Cytoplasma. in dem häufig ein zweiter Kern nachweisbar ist. In systematischer Hinsicht kommt Verf. zu folgender Modification des Migula'schen Systernes: Familie der Bacteriaceae. 1. Unterfamilie Bacterieae. Zellen stets ohne Geissein: Bacterium. 2. „ Bacilleae: Geissein über den ganzen Körper zerstreut; Bacillus 3. „ Pseudomonateae ; Geissein polar: Bactrineum (1 Geissei) und Bactrilleum (mehr als 1 Geissei). 4. „ Astasieae: Geisselbüschel seitlich: Astasia. Murbeck S. Ora vegetativ embryobildning hos flertalet Alchemillor och den förklaring öfver formbestandigheten inom slägtet, zom densamma innebär. (Botaniska Notiser 1897. S. 273—277.) 8°. Die Abhandlung enthält eine sehr wichtige Entdeckung; Verf. fand, „dass bei den zahlreichen nord- und mitteleuropäischen Alchemillen die Embryobildung ohDe Befruchtung stattfindet. Die Ursache der grossen Con- stanz der Alchemillen liegt darin, dass die Embryobildung bei ihnen ein vegetativer Process ist, und darin, dass der Same mit der daraus erwachsenden Pflanze folglich als ein Ableger der Mutterpflanze zu betrachten ist". Potonie H. Die Metamorphose der Pflanzen im Lichte paläonto- logischer Thatsachen. (Naturw. Wochenschr. XII. Bd. Nr. 51. 5. 608—615 ff.) 4°. Abb. Verf. gibt in dieser Abhandlung, welche die Wiedergabe .einer gele- gentlich des 7. naturwissenschaftlichen Ferialcurses für Lehrer in Berlin gehaltenen Vortrages ist, die Grundzüge seiner Anschauung über die Zurück- führbarkeit der acropetalen Verzweigungen der höheren Pflanzen auf die Dichotomieen nieder organisirter Pflanzen (vergl. Ber. d. bot. Ges. XIII, Naturw. Wochenschr. X, Lehrb. d. Pflanzenpaläont.). Sein diesbezüglicher Hauptsatz lautet: „Die Blätter der höheren Pflanzen sind im Laufe der Generation aus Thallus - Stücken hervorgegangen, dadurch, dass Gabeläste übergipfeln und die nunmehrigen Seitenzweige zu Blättern werden." Die Arbeit ist um so lesenswerther, als in ihr das paläontologische Materiale ausreichend benutzt wird, was bekanntlich bei morphologischen Studien selten der Fall ist. Darin, dass die acropetalen Verzweigungen und Ausglicderungen der sog. höheren Pflanzen auf dichotome zurückzuführen sind, möchte Eef. mit dem Verf. vollständig übereinstimmen. Romanes G. J. Darwin und nach Darwin. Eine Darstellung der Darwinschen Theorien und Erörterung der Darwinistischen Streit- fragen. 3. (Schluss-) Band. Aus dem Englischen von B. Nöldeke. Leipzig (W. Engelmann). 8°. 219 S. — 3 Mk. SadebeckR. Die wichtigeren Nutzpflanzen und deren Erzeugnisse aus den deutschen Colonien. Ein mit Erläuterungen versehenes Verzeichniss der Colonialabtheilung des Hamburgischen botani- schen Museums. (Jahrb. d. Hamb. wissensch. Anstalten. XIV.) gr. 8°. 138 S. Das vorliegende Buch ist zwar in erster Linie als Führer durch die reichen und schönen Sammlungen des Hamburger botanischen Museums gedacht, es ist aber zugleich ein für weitere Kreise werthvoller kurzer Abriss über die wichtigsten tropischen Culturpflanzen und deren Producte. Schively A. Oontributions to the Life History of Amphicarpaea monoica. (Public, of the University of Pennsylvania. New. Ser. Nr. 2. p. 270-363.) 8°. 12 Tab. Oesterr. botan. Zeitschrift. 2. Heft. 1898. 6 74 Tieghem Ph. van. Sur une nouvelle sorte de Basigamie. (Journ. de Bot. 11. Ann. Nr. 20. p. 323 -326.) 8°. 1 111. Townsend Fr. Monograph of the british species of Euphrasia. (Journ. ofBotany, Vol. XXXV. Nr. 420. p. 465— 477.) 8°. 7 Tat. Abschluss einer sehr sorgfältigen und genauen monographischen Bear- beitung der britischen Euphrasia- Arten mit Zugrundelegung der Wett- stein' sehen Monographie. Der vorliegende Theil enthält die Beschreibung folgender neuer Hybriden : E. Rostkoviana X brevipila = E. notata Towns., E. gracilis X brevipila = E. diff'ormis Towns., E. occidentalis X brevi- pila = E. pratiuscola Towns., E. brevipila X Scotica = E. venusta Towns., E. Scotica X gracilis = electa Towns. Uline E. B. Eine Monographie der Dioscoreaceen. I. Theil. Morpho- logie mit besonderer Berücksichtigung der systematischen Ein- theilung. Inaug.-Dissert. Leipzig (W. Engelmann). 8°. 40 S. Voigt A. Die botanischen Institute der freien und Hansestadt Ham- burg. Hamburg u. Leipzig (L. Voss), gr. 8°. 100 S. 12 Taf. u 6 Textabbüd. — 4 Mk. Hamburg verfügt über eine Reihe schöner und sehenswerther bota- nischer Institute, unter denen in erster Linie das botanische Museum mit seinen reichen und musterhaft aufgestellten Sammlungen, der botanische Garten mit seinen schönen Culturen und den anmuthigen Landschafts- bildern zu nennen sind. Es war daher ein glücklicher Gedanke, diese Institute, ihre Geschichte und Einrichtnng ausführlich zu behandeln. Wieler A. Holzbildung auf Kosten des Beservemateriales der Pflanzen. (Tharander forstl. Jahrb. Bd. 47. S. 172 ff.) 8°. 76 S. 4 Taf. Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Doubletten- Verzeichniss des Berliner botanischen Tauschvereins, XXIX. Jahrg. 1897/98, herausgegeben von Otto Leonhardt in Nossen i. S. Das eben erschienene Verzeichniss enthält eine grosse Zahl (ca. 5000) von Arten aus allen Gruppen des Pflanzenreiches (Phanerogamen und Kryptogamen), darunter be- linden sich zahlreiche Seltenheiten oder in anderer Hinsicht be- merkenswerthe Arten. Die Pflanzen können im Tausch oder Kauf abgegeben werden, und zwar mit Zugrundelegung einer Werth- einheiten - Berechnung, die durch eine jedem Namen beigesetzte Zahl ermöglicht wird. Die angebotenen Arten stammen aus den verschiedensten Florengebieten Europas, ferner aus Japan, Syrien. Nordafrika, Nordamerika etc. Herr Gustav Mann (München. Neu-Wittelsbach, 24 Roman- strasse) gibt eine käufliche Sammlung von Farnen aus Asien heraus. Die Sammlung umfasst ca. 300 Arten in schön präparirten, gut bestimmten und genau etikettirten Exemplaren und kostet 150 M. 75 Em. Bescherelle (Clamart, Seine, Frankreich) gibt eine Sammlung von Moosen, von Dr. J. Nadeaud 1890 in Tahiti ge- sammelt, heraus. Die Sammlung wird 90 Arten umfassen. Preis 0'50 Fr. pro Species. Unter dem Namen Eeineck u. Czermack, Plantae exsic- catae Brasilienses gibt Herr Otto Leonhardt in Nossen (Sachsen) vom Beginne dieses Jahres an eine Sammlung getrockneter Pflanzen aus der Provinz Rio Grande do Sul aus. Sie erscheint in Liefe- rungen ä 50 Nummern zum Preise von 16 M. Litwinow D. J. Plantae Turcomaniae. Herr Dr. L. in Aschabad (Transcaspien) bietet Oollectionen turkomanischer Pflanzen (ca. 1000 Species) zum Preise von 22 M. die Centurie an. (Allg. bot. Zeitschr.) Fleischer und Warnstorf, Bryotheca Europaea meridio- nalis. Cent. IL — 20 M. Die Centurie enthält u. a. folgende neue Formen: Trichosto- mum Warnstorfii Limpr. var. flaccidum Warnst, et Fl., liryum subalp-inum Warnst., Fontinalis antipyretica L. var. ligurica Fl. Dr. Friedr. Wilms ist nach langjährigem Aufenthalte in Süd- afrika mit reicher Ausbeute nach Deutschland zurückgekehrt. Er gedenkt die von ihm gesammelten Pflanzen, welche von den Beamten des kgl. botan. Museums in Berlin bestimmt wurden, zu veräussern. Es kommen 25 Sammlungen zum Verkaufe, von denen die erste 1400 Arten, die letzte immerhin noch 3 — 400 Arten umfassen wird. Preis für die ersten 6 Sammlungen 40 M. pro Centurie, für die späteren 30 M. Bestellungen nimmt entgegen Dr. Fr. Wilms, Berlin W. Grunewaldstrasse 6/7. Der Katalog verkäuflicher getrockneter Pflanzen aus Skandi- navien von Arvid Haglund und S. Källström in Falun in Schweden ist erschienen und umfasst wieder zahlreiche werthvolle Pflanzen. Besonders reich sind Hybride und die in neuerer Zeit nnterschiedenen Formen polymorpher Gattungen vertreten. Ein- zelne Gattungen wurden durch Specialisten bestimmt, so Hieracium von Dahlstedt, Euphrasia, Alchimilla, Rumex von Murbeck, Batrachium, Viola, Rubus, Sparganium von M. Neumann, Rosa von Matsson, Salix von Floderus, Betulaceen, Von. von Linde- berg, Rotamogeton von Tiselius. — Preis 19 — 25 M. für gewöhn- lichere Arten, 25—27 M. für Seltenheiten. ArnoldF. Lichenes exsiccati. Nr. 1719— 1745 und Nachträge. Arnold F. Lichenes Monacenses exsiccati. Nr. 462 — 493 76 Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der math.-naturw. Classe vom 2. December 1897. Das c. M. Herr Prof. Dr. E. v. Wettstein übersendet eine im botanischen Institute der k. k. deutschen Universität in Prag ausgeführte Arbeit des Herrn Prof. Dr. Victor Schiff ner, betitelt: „Expositio plantarum in itinere suo Indico annis 1893/94 suscepto collectarum". Series prima. Die Abhandlung enthält den I. Theil der wissenschaftlichen Bearbeitung der Ergebnisse einer in den Jahren 1893 und 1894 vom Verfasser mit Unterstützung der „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen unternom- menen Forschungsreise nach Java und Sumatra. Der vorliegende Theil behandelt einen Theil der gesammelten Lebermoose (Marchan- tiaceae, Jungermaniaceae anakrogynae und J. akrogynae pr. p.) und bringt u. a. die Beschreibungen von 61 neuen Arten und 38 neuen Varietäten. K. k. zoologisch - botanische Gesellschaft in Wien. Section für Botanik. Versammlung am 15. October 1897. Herr Prof. Dr. G. v. Beck besprach die ^4rmm'a-Arten der Balkanhalbinsel und gab schliesslich eine systematische Uebersicht derselben, die hier auszugsweise wiedergegeben sei: I. Heterophyllae. a. Cincinni sessiles. 1. A. dalmatica G. Beck. Dalm. Herceg. 2. A. canescens Host. Dalm., Bosn., Herceg., Mont., Alb., Eumel., Griechenl., Ital. 3. A. majellensis Boiss. Dalm., Bosn., Herceg., Moni, Alb.. Maced., Griechenl., Bulg., Ital. Variet. : stenophylla G. Beck, dasypoäa Murb. Ä. argyrocephala Wallr. Griechenl., Athos, Oarien, Libanon. 4. Antilib. ß. Cincinni pedicellati. 5. A. rumelica Boiss. Serb., Bulg., Rumel, Maced., Thessal., Anatol. Variet.: rhodopea Vel., Temskyana Dörfl. et Deg. II. Isophyllae. 6. A. alpina Willd. Serb., Bulg., Bumän. 7. A. sancta Janka. Athos. Herr Keller demonstrirte Abnormitäten und Pflanzen von neuen Standorten. 77 Section für Kryptoganienkunde. Versammlung am 22. October 1897. — Herr H. Zukal hielt einen Vortrag „Uebereine neue Bacterienordnung", in dem er insbesondere die Myxobacterien behandelte, welche durch Thaxter und den Vortr. bekannt gemacht wurden. Botanische Section des deutschen naturw.-inedicinischen Vereines für Böhmen „Lotos". Sitzungam 3. November 1897. Prof. V. Schiffner demonstrirte Herbarmaterial und Detailzeich- nungen der von ihm aufgestellten neuen Lebermoosgattung Wett- steinia aus Java und knüpft daran einige Bemerkungen über den eigenthümlichen Bau des Fruchtastes, der ganz mit dem der sonst gar nicht näher verwandten Gattung Riccardia übereinstimmt. Auch hier wird der Schutz des jungen Sporogones nicht allein durch die Oalyptra besorgt, sondern der fleischig werdende Thorus pistil- lorum wird mit in die Bildung der Schutzhülle einbezogen (Calyptra thalamogena). Der Fruchtast ist bei Wettsteinia ein basaler Seitenast wie bei der nahe verwandten und in den Vegetations- organen fast völlig übereinstimmenden Gattung Marsupidium, bei welcher aber der Schutz des jungen Sporogones durch einen abwärts wachsenden „Fruchtsack" (Perigynium) besorgt wird. Bei der eben- falls nahe verwandten Gattung Adelanthus findet man die dritte und häufigste Art der Schutzeinrichtungen: das Perianthium, ein aus der Verwachsung der drei Blätter des obersten Blattkreises her- vorgegangenes Organ, dem sich hier bisweilen ein sogenannter Bulbus (eine fleischige Verdickung des Fruchtastes unterhalb der Archegongruppe), der als erster Schritt zur Bildung eines Perigy- nium gedeutet werden muss, beigesellt. Zur Gattung Wettsteinia gehören zwei Pflanzen, welche Sande-Lacoste fälschlich zu der einer ganz anderen Gruppe der Jungermaniaceen angehörenden Gattung Plagiochila stellte : P. inversa und P. scabra, welche beide aber nur Formen einer Species sein dürften. Dr. V. Folgner referirte über die Untersuchungen Öela- kovsky's betreffend die Morphologie des Grasembryo und über dessen Deutung der sogenannten Stipularranken von JSmilax. (Vgl. Botanische Zeitung 1897. Heft 9.) Sitzung am 4. December 1897. Prof. Dr. E. v. Wettstein besprach und demonstrirte die Innovations Verhältnisse von Phaseolus coccineus und das Interesse, das demselben in Hinblick auf die Artbildungsfrage zukommt. (Vergl. diese Zeitschr. 1897 Nr. 12 u. 1898 Nr. 13.) Stud. phil. J. M. Polak erörterte die bisherigen Versuche, die Bewegung der Diatomaceen zu erklären und insbesondere die Ansichten 0. Mülle r's, denen er sich im Wesentlichen anschloss. 78 Personal-Nachrichten. Dr. Julius Istvanffy wurde zum ordentlichen Professor au der Universität in Klausenburg und Dr. Alexander Magöcsy-Dietz. zum ausserordentlichen Professor an der Universität in Budapest ernannt. Hofrath Prof. Dr. J. Wiesner in Wien feierte am 20. Jänner seinen 60.. Geheimrath Prof. Dr. Ferd. Cohn in Breslau am 24. Jänner seinen 70. Geburtstag. Dr. Holtermann hat sich an der Universität Berlin für Botanik habilitirt. Prof. Desider Angyar wurde zum Director der königlichen ungarischen Garten- und Obstbaulehranstalt in Budapest ernannt. Prof. Dr. W. Pfeffer in Leipzig wurde zum auswärtigen Mit- glied der Royal Society in London ernannt. Prof. Dr. 0. Breieid in Münster wurde zum auswärtigen Mit- gliede der Landtbruks-Akademie in Stockholm ernannt. Prof. Dr. S. Schwendener in Berlin wurde der bayer. Maximilian-Orden für Wissenschaft verliehen. Dr. S. Murbeck weilt vom 6. Januar bis August d. J. in Paris (6 Rue Cassini). Notizen. Professor Hector Leveille in Mans (Sarthe). rue de Flore 56, sucht Materiale für die Ausarbeitung einer Monographie der Oenotheraceen. Ein vollständiges, gut erhaltenes Exemplar des Exsiccaten- werkes „A. Kerner. Flora exsiccata Austro-Hungarica" ist zu verkaufen. Auskunft ertheilt aus Gefälligkeit Herr Prof. Dr. K. v. Dalla Torre, Innsbruck, Meinhardstrasse. Ungefähr 1200 Arten aus den Sammlungen von Eckion und Zeyher „Plantae Capenses" sind im Tausche gegen palaeotropische Pflanzen abzugeben. Adresse durch die Redaction zu erfragen. Inhalt der Februar- tfuninier : Murbeck S., Heber eine neue Alettoroloplius-Kxt un- manniana Bunge (Reliqu. Lehmannianae , p. 300) (Seseli Lel- mannianum Boiss. Flor. or. IL p. 967), doch ist dies der Be- schreibung nach eine in allen Merkmalen gänzlich verschiedene Pflanze. Die Untersuchung einer Anzahl von Früchten der verwandten Arten ergab die Nothwendigkeit der Unterscheidung einer andern neuen Art, deren Beschreibung ich hier folgen lasse. XXXV. Seseli Serbicum nov. spec. E sectione Hippomar athroides DO. Prodr. IV, p. 144. Eadice perenni; caule crasso, terete, striato, folioso, glaueo, tenuiter pubescenti, ramoso; foliis ambitu oblongis, radicalibus caulinis 123 minoribus, bi- tripinnatiseetis, superioribus minus divisis , sed longioribus, segmentis longe linearibus, angustis, rigidis, acutis, mucronatis, nervoso-striatis, o ra n i b u s petiolis brevibus, dilatatis, margine hyalinis sufYultis. sub lente tenuissime papilloso- pubescentibus ; involucro subnullo vel 1 — 3-phyllo; timbellis 14 — 21-radiis: umbellulis deiisis, globosis; involucelli basi connati phyllis anguste lanceolatis, apice subulatis, umbellula sublongioribus, extus pubescentibus ; floribus, subsessilibus ; petalis ovalibus albis, extus papillari pubescentibus, univittatis, apice in lacinulam inflexam coarctatis; dentibus calycinis lanceolato- subulatis, persistentibus ; stylis erectis brevibus, demum valde elongatis, dilatatis, reflexis, stylopodiis obconicis, margine crenatis duplo-triplo longioribus; mericarpiis oblongis, a dorso compressis, in sectione transversali subellipticis, dense papillari tomentosis, jugis quinque vix prominulis, filiformibus, lateralibus margi- nantibus paullo crassioribus, valleculis trivittatis, vittis commis- suralibus senis, distalibus paullo tenuioribus, jugis fasciculo vasorum solitario et vitta solitaria filiformi tenui percursis. Hab. in Serbia. In monte Suha Planina prope Nis legit L. Adamovic. Dem S. rigidum W. K. täuschend ähnlich, doch durch die Form der Frucht, die dreistriemigen Thälchen und sechsstriemigen Oommissuralflächen, die selbst in ganz reifem Zustande kaum vor- springenden Hauptriefen gänzlich verschieden. Die Frucht von Seseli rigidum W. K. hat stark vorspringende Hauptriefen (Rb. Icon. 1911, f. 8), einstriemige Thälchen und zweistriemige Oom- missuralflächen ; an ihrem Querschnitte ist die Längsachse kaum kürzer als die Querachse, während die Frucht der serbischen Pflanze querbreite, beinahe elliptische Durchschnittsflächen aufweist. Die unteren Blätter des S. rigidum sind stets kahl, während bei S. serbicum sämmtliche (weniger getheilte) Blätter fein papillös behaart sind. Der dreistriemigen Thälchen wegen wäre die Pflanze den Seselinien (Beck Verh. d. zool.-bot. Ges. 1891, p. 797 als Gattung) anzureihen, der Umstand jedoch, dass nunmehr auch, in der Section Hippomarathroides eine Parallelart mit mehrstriemigen Thälchen und Oommissuralflächen entdeckt ist, spricht mehr denn andere Gründe für die Auffassung Fritsch's (Excursionsflora, p. 416), welcher die Zahl der Striemen weder als gattungsbegründendes Merkmal betrachtet, noch dem anderen Extrem verfällt, welches die raehrstriemigen Seseliforraen nur als Varietäten auffasst (Haläcsy, Flora von Niederösterreich, p. 224), sondern dieses bei den Um- belliferenfrüchten gewiss nicht zu vernachlässigende Unterscheidungs- merkmal als ein artenbegründendes gelten lässt. Die Auffassung Wohlfahrth's (Koch, Syn. ed. III, p. 1070), nach welcher die Seselinien eine Rotte der Gattung Seseli bilden, ist nach Auffindung des Seseli serbicum, welches die Form der Hüllchenblätter der Section Hippomarathroides mit den Frucht- merkmalen der Seselinien vereinigt, hinfällig. 10* 124 Der Umstand, dass bei den Seseli-Fmehteh die Oelgänge oft ungleich lang sind, anderseits aber, dass auch dichotomisch ver- zweigte Oelgänge verkommen, wie ich es mit L. Thaisz auch an S. Lehmanni beobachten konnte, gebietet bei Beurtheilung von Querschnitten grosse Vorsicht, da es oft vorkommt, dass Quer- schnitte in verschiedener Höhe dor Frucht ausgeführt, eine ganz andere Zahl und selbst Vertheilung der Striemen aufweist. Thaisz hat durch ein Verfahren das Pericarpium in der Mitte der Oom- missur aufzuschneiden und das ganze Pericarpium abgeschält zwischen zwei Gläser ausgebreitet unter das Mikroskop zu bringen, ein wenn auch nicht einfaches, doch zuverlässiges Mittel gefunden, die Zahl und den Verlauf der Striemen genau feststellen zu können. Budapest, am 4. März 1898. Eine neue, arktische Gentiaiia aus der Section Comastoma Wettst. Von Sv. Murbeck (Lund). (Mit Tafel V). G. chrysoneura Ekstam&Murb. — Nova spec. — Planta annua, minutissima, 8 — 17 millimetra alta. Caulis brevissi- mus vel subnullus, 3— 7-florus. Folia 3 — 7 mm longa, 15— 3 mm lata, infima obovato-lingulata, obtusa, media obovato-oblonga, su- prema ovato-lanceolata, acutiuscula. Flores vulgo 4-meri, rarius 5-meri, subsessiles vel pedunculo 1 — 6 mm longo insidentes. Calyx usque ad basin partitus ; phylla exteriora ovata vel ovato-lanceolata, interi- ora lanceolata vel lanceolato-linearia. omnia suberecta, pallide viri- dia nervulisque aurantiacis anastomosantibus percursa, 'apice acutiu- scula, marginibus haud papulosa, basi in appendicem brevem albe- scentem producta. Corolla sub anthesi ovoideo-campanulata, postea campanulato-subcylindrica, 6 — 9 mm longa, 3 — 4 mm lata, ad medium lobata; tubus etiam post anthesin calyce paullo brevior; lobi erecti. 3— 4 # 5 mm longi, 2 mm lati, oblongi, obtusiusculi, albidi vel vix coerulescentes, nervis tribus aurantiacis ramosis, parum anastomo- santibus percursi, ad basin squamis binis enervibus fimbriatis albis ornati. Stamina in tertia parte tubi superiore inserta eumque parum superantia; antherae apice trianguläres, basi profunde cordatae. Stylus nullus. Stigmata 0*6 — 0*8 mm longa, sublinearia. Fructus late ovoideo-fusiformis, etiam maturus tubum corollae parum superans. Semina late ellipsoidea, exalata. Syn.: „Gentiana campestris?" 0. Ekstam, Neue Beiträge z. Kenntn. d. Gefässpflanzen Novaja Semlja's [in Engler's Botan. Jahrbuch. Bd. XXII pp. 186, 190, 194, (1896)] ; non Linne. Icon.: Tab. V, Figg. 1—5. 125 Vorkommen: Novaja Semlja: In einem südlieh von Karma- kola gelegenen, von Osten nach Westen laufenden Thale (72° 30' nördl. Br.j. Auf dem Fundorte, einem trockenen, geschützten, süd- lichen Abhänge, wurden im Sommer 1895 etwa zwanzig dicht zu- sammenstehende, blühende Individuen von Herrn 0. Ekstani an- getroffen. In Bezug auf ihren Habitus zeigt die oben beschriebene Gen- tiana eine gewisse Uebereinstimmung mit den subacaulen Zwerg- formen der G. campestris, die man hie und da, besonders in den skandinavischen Hochgebirgen, antrifft. Bei genauerer Untersuchung stellt es sich jedoch gleich heraus, dass eine wirkliche Verwandt- schaft weder mit G. campestris noch mit irgend einer anderen Art der Section Endotricha existirt. Im Gegentheil zeigt es sich, dass die in Eede stehende Art der von Wettstein neuerdings unter- schiedenen J ), S3 r stematisch sehr interessanten Gruppe Comastoma an- gehört, die als ein Endglied der Gattung Gentiana zu betrachten ist und dieselbe nahe mit der Section Pleurogyna der Gattung Sweertia verbindet. Wie aus Fig. 5, Tafel V, ersichtlich, zeichnet sich nämlich die Art u. a. dadurch aus, dass keine Gefässbündel in die an der Basis jedes Corollenlappens befindlichen Schlund- schuppen hineintreten. Die zur Zeit bekannten, der Section Comastoma angehörenden Arten sind, von der hier beschriebenen abgesehen, nur folgende 2 ) : die centralasiatischen G. tristriata Turcz., G. Pulmonaria Turcz., G. falcata Turcz., die über die nördliche Hemisphäre weit ver- breitete G. tenella ßottb. und die in den Alpen und im Himalaya vorkommende G. nana Wulf. Unter diesen sind es besonders die beiden letztgenannten, die zum Vergleich mit der neuen arktischen Art heranzuziehen sind. G. tenella, die mit G. chrysoneura durch ihre meistens tetra- meren Blüten 3 ), ihre triangulären, an der Basis tief herzförmigen Antheren und auch dadurch übereinstimmt, dass sich an der Basis jedes Corollenlappens zwei nicht nur deutlich von einander begrenzte, sondern auch von einander etwas entfernte, übrigens nur bis zur Mitte gefranste Schuppen finden (vergl. Figg. 4, 5), unterscheidet sich von dieser durch die Blütenstiele, welche den Kelch an Länge mehrmals übertreffen (bei G. chrysoneura sind sie immer kürzer als dieser), durch die stumpflichen Kelchblätter, die blauviolette, mit schwach hervortretenden Nerven versehene Corolle, die gegen die Fruchtreife röhrenartig verlängert wird, so dass der Tubus weit über den Kelch hervorschiesst, schliesslich auch durch die schmale, kegelförmig cylindrische Frucht, die zuletzt die Corolle etwas über- ') R. v. W ettst ein, Die Gattungszugehörigkeit u. systemat. Stellung d. Gentiana tenella Kottb. u. G. nana Wulf. [Oesterr. bot. Zeitschr. XLVI. pp. 121—128, 172—176; Taf. II. (1896).] *) Vgl. Wettstein, 1. c. pp. 174, 175. 3 ) Bei G. chrysoneura wurden von 32 untersuchten Blüten 24 tetramere und 8 pentamere gefunden. 126 ragt (die Frucht der G. chrysoneura ist breit ei - spindelförmig und immer kürzer als die Corolle). G. nana (Exs. : ßeichb. Fl. germ. n. 1186; Kerner Fl. austr.-hung. n. 185) zeigt beim ersten Blick durch die weniger stark verlängerten Blütenstiele und die relativ kurze Corollenröhre eine etwas grössere Aehnlichkeit mit der neuen Art, in Wirklichkeit ist sie aber von dieser weiter entfernt als G. tenella. So sind bei ihr die Blüten überwiegend pentaraer. und die Kelchblätter, wegen der auch oben convexen Ränder, kürzer zugespitzt; die Corolle ist blauviolett ohne hervortretende Nerven, die Lappen etwas divergirend (bei G. chrysoneura streng aufwärts gerichtet), gegen die Spitze am breitesten und sehr stumpf; die beiden jedem Corollenlappen opponirten Schlund- schuppen sind fast bis zur Basis gefranst und einander so stark genähert, dass sie nicht selten fast zu einer einzigen zusammen- fliessen (Fig. 6) 1 ); die Antheren sind elliptisch, auch an der Spitze ausgerandet; die Narben breit länglich; die Frucht länglich kegel- förmig. Uebrigens sind auch bei G. nana die Blütenstiele bedeutend (gewöhnlich 2 — 5 Mal) länger als der Kelch und die Corollenröhre zuletzt gleichfalls etwas länger als dieser. G. tristriata, G. Pidmonaria und G. falcata, von denen ich im Pariser Museum authentische Exemplare gesehen, weichen durch ihre constant pentameren Blüten, ihre blauvioletten Corollen, ihre länglichen, auch an der Spitze ausgerandeten Antheren, sowie auch dadurch von G. chrysoneura bedeutend ab, dass die beiden an der Basis jedes Corollenlappens befindlichen Schuppen bei ihnen immer zu einer einzigen vereinigt sind (Fig. 7). G. tristriata unterscheidet sich ausserdem durch ihre langen Blütenstiele, ihre lancettlichen oder lineal-lancettlichen Kelchblätter und ihre fast bis zur Basis gefransten Schlundschuppen, G. Pulmonaria durch ihren ver- längerten, aufrechten Stengel und ihre grossen Blüten, deren Corollen- röhre viel länger ist als der Kelch, G. falcata durch ihre stark verlängerten Blütenstiele, ihre viel grösseren Corollen, deren mehr oder weniger divergirende Lappen oben breit abgerundet sind. G. chrysoneura ist die einzige Gentianacee, die bis jetzt auf Novaja Semlja angetroffen wurde. Wahrscheinlich wird wohl diese Art auch an anderen Orten in der arktischen ßegion zu finden sein. Da die Pflanze so ausserordentlich klein ist, wäre es ja leicht erklärlich, wenn sie auf verschiedenen Punkten bisher übersehen worden wäre. Erklärung der Abbildungen auf Tafel V: Fig. 1 — 5. Gentiana chrysoneura Ekstam&Murb. — 1. Mittel- grosses Individuum; */,. — 2. Grosses Individuum; 1 / l . 3. Blüte; B /r — 4. Halbirte Blüte, von innen gesehen; ') In dieser Hinsicht vermittelt G. nana den Uebergang zwischen G. te- nella und Cr. chrysoneura einerseits und den drei folgenden Arten anderseits. 127 5 / r — 5. Die Hälfte einer ausgebreiteten Corolle, von innen gesehen; 10 /j. Fig. 6. Gentiana nana W u\f. Ein Corollenlappen mit den zwei Schlundschuppen ; 10 / r Fig. 7. Gentiana tristr lata Turcz. Ein Corollenlappen mit den zwei Schlundschuppen (zu einer einzigen vereinigt); w / r Die Rubus - Hybriden des Herrn Dr. Utsch nnd die Rubus-Lieferungen in Dr. C. Baenitz: Herbarium Europaeum 1897 und 1898. Von O. Gelert (Kopenhagen). Im Jahresbericht des Westphälischen Provinz -Vereins für Wissenschaft und Kunst für 1894—1896 hat Herr Sanitätsrath Dr. J. Utsch eine Arbeit über Hybriden im Genus Rubus ver- öffentlicht, welche in sachverständigen Kreisen viel Erstaunen und Heiterkeit erregt hat. Ich würde gewiss diese Arbeit nicht einer Besprechung werth gefunden haben, wenn sich nicht nach Er- scheinen derselben eine Art Sport entwickelt hätte, indem Sammler, welche Brombeeren nicht kennen, solche in grossem Massstabe einsammeln und Herrn Dr. Utsch zur Bestimmung übergeben, wonach sie mit den merkwürdigsten Hybrid- Bezeichnungen als Tauschobjecte benützt werden und die meisten Tauschkataloge über- füllen. Auch würde ich nicht um Platz für meine Bemerkungen in dieser hochangesehenen Zeitschrift gebeten haben, wenn nicht gerade hier der sonst verdienstvolle Sammler Dr. 0. Baenitz in diesem und vorigem Jahrgang Platz für weitläufige Anpreisungen seiner von Dr. Utsch bestimmten Rubus- Einsammlungen gefun- den hätte. In der ersten Abtheilung seiner obengenannten Arbeit ver- theidigt Dr. Utsch die Anschauung, dass aus dem grossen Formen- reichthum der Brombeeren nur R. R. tomentosus, ulmifolius, bifrons, macrophyllus, plicatus, rudis, ylandulosus und caesius Stammarten, alle anderen Hybriden sind. In der dritten Abtheilung hat er seine Anschauungen insoweit geändert, dass er R. plicatus als Urform betrachtet und von dieser Urform sollen sich nach der einen Seite die filzblättrigen R. R. thyrsanthus, candicans, elatior, bifrons, ulmifolius und tomentosus, andererseits die drüsigen, grünblättrigen R. R. serpens, rivularis, Bellardii, hirtus, Guentheri und caesius entwickelt haben, alle anderen dagegen sollen Hybriden sein. Die Idee, dass die meisten Rubus- Arten aus Hybriden hervor- gegangen sein sollen, ist nicht neu, ist auch früher viel besser 128 dargestellt worden, aber niemand hat es versucht, die Theorie so in die Praxis überzuführen, wie es jetzt versucht wurde. Es ist für Alle, welche sich mit Brombeeren eingehend beschäftigt haben, wohl bekannt, dass die Bestimmung trockener Zweige eine sehr schwierige Arbeit ist, und selbst wenn gutes und reichliches Material zu Gebote steht, kann man sich doch irren; Dr. Utsch aber nimmt nicht Bedenken, die Abstammung nach einzelnen Herbar-Exemplaren nachzuweisen. Dass die Eesultate darnach sein müssen, ist selbst- verständlich. Die ganze Arbeit ist als ein Eegistrirungsversuch seines Herbariums zu erachten. So finde ich verschiedene Herbar- Exemplare erwähnt, welche aus meiner eigenen Hand stammen oder von mir bekannter Herkunft sind, mit staunenerregenden Bezeich- nungen. So ist R. Langei G. Jensen aus Dänemark erst als R. thyrsanthus X rectangulatus erklärt, aber nachher in der zweiten Abtheilung als R. villicaulis X rectangulatus berichtigt, und doch sind jR. Langei und R. rectangulatus ganz identisch; ich habe mich davon auf den Originalstandorten beider Pflanzen überzeugt. R. Linde- bergii Muell. aus Dänemark wird als „wahrscheinlich R. dumosus X rectangulatus" erklärt mit der Erstaunen erregenden Bemerkung: „R. dumosus mir unbekannt" (!) und nachher in der zweiten Abthei- lung als wahrscheinlich R. pubescens X rectangulatus berichtigt. R. Danicus Focke wird als vielleicht R. Drulii X rectangulatus erklärt mit der interessanten Bemerkung: „R. Drulii ist mir leider unbekannt" ; leider muss ich bemerken, dass ein R. Drulii überhaupt nie existirt hat; in der zweiten Abtheilung wird aber R. Danicus als R. Sprengelii X rectangulatus berichtigt. R. Danicus ist aber, was ich nachgewiesen habe , mit dem Harzer R. leptothyrsus G. Braun identisch, diesen erklärt Dr. Utsch aber als R. Bella rdii X candicans. R. insularis Aresch. wird als R. mucronatus X rectangulatus erklärt und in der zweiten Abtheilung als R. pubescens X rectangulatus (villicaulis) berichtigt, doch sind alle Sachverstän- digen darüber einig, dass R. insularis ein R. villicaulis ist. welcher sehr wenig vom Typus abweicht. R. egregius Focke von Hausberge a. d. Weser wird als R. foliosus X rhamnifolius erklärt, und in der zweiten Abtheilung wird angegeben, dass R. egregius aus Schleswig R. flexuosus X thyrsanthus ist ; ich habe die Pflanze an beiden Orten gesammelt, finde aber nicht die geringste Differenz. R. anglosaxonicus Gelert wird als R. Bellardii X vestitus X macrophyllus erklärt und in der zweiten Abtheilung zu R. Bellardii X Langei berichtigt, jetzt ist aber constatirt, dass R. anglosaxonicus mit R. Schummelii'Whe. identisch ist; Dr. Utsch hält R. Schummeln für identisch mit R. glaueovirens Maass und erklärt diesen als R. serpens X candicans, ändert aber wieder in der zweiten Ab- theilung seine Meinung in R. Bellardii X villicaulis. Ich denke, dass diese Beispiele aus der gedruckten Arbeit genügen ; das ganze Material durchzugehen, würde zu weit führen und ist der Mühe nicht werth; jeder verständige Leser wird einsehen, dass Dr. Utsch nach zufälligen Aehnlichkeiten seine Bastardcombinationen macht 129 und diese öfters, wenn er glaubt, andere Aehnlichkeiten zu sehen, ändert, und zumal Combinationen mit Arten macht, die er gar nicht kennt! Dass es nicht angeht, nach zufälligen Aehnlichkeiten mit den in derselben Gegend wachsenden Arten, Brombeeren als Bastarde zu erklären, werde ich an noch einem Beispiele erläutern. B. Arrhenii Lange, welcher nur im Gebiete vom nördlichsten Schleswig bis Westphalen gefunden worden ist, hat, wie Dr. Focke schon in seiner Synopsis erwähnt, verhältnissmässig gut ausgebildeten Pollen und wird bekanntlich im System neben B. Sprengelii Whe., mit welchem er am meisten Aehnlichkeit hat, gestellt; in einer Abhandlung in E n gl er' s Botanischen Jahrbüchern 1883 macht aber Dr. Focke darauf aufmerksam, dass B. Arrhenii eigentlich keine Verwandtschaft mit it. Sprengelii hat, dagegen aber seine nächsten Verwandten die atlantischen Inseln bewohnen; diese atlantischen Arten stehen aber den südamerikanischen Brombeeren näher als den europäischen. Nachdem ich die atlantischen und verschiedene brasilianische Brombeer- Arten kennen gelernt habe, kann ich mich diesen Entdeckungen Dr. Focke's völlig anschliessen. Es handelt sich hier bei B. Arrhenii offenbar um eine sehr alte Art, deren Entstehung in eine Zeit zurückgeht, wo die Vertheilung von Wasser und Land auf unserem Erdball eine andere war als jetzt. Sehen wir nach, was Dr. Utsch über B. Arrhenii angibt, so finden wir: B. nitidus X Sprengelii, weiter soll B. Sprengeid B. rivularis X macrophyllus sein, B. nitidus B. montanus X plicatus, B. montanus B. Bellardii X vulgaris, B. vidgaris B. rectangulatus X plicatus und B. rectangulatus B. macrophyllus X bifrons sein, also B. Arr- henii ist: B. ([Bellardii X {(macrophyllus X bifrons) X plicatus}] X plicatus) X (rivularis X macrophyllus)! Ich wende mich nun zu den in dieser Zeitschrift so an- gepriesenen Brombeer- Colleetionen des Herrn Dr. C. Baenitz und werde auch aus diesen eine kleine Auswahl besprechen. Die selbst „Nicht-Batologen" meist bekannten Arten B. B. plicatus, villicaulis und maccrophyllus sind in den Lieferungen sehr viel vertreten, und zwar unter folgenden Namen: B. plicatus Whe. et N. : 9089 B. villicaidis X plicatus, 9510 B. caesius X (plicatus X macrophyllus), 9519 B. (candicans X macrophyllus) X plicatus, 9554 B. plicatus X macrophyllus, 9578 B. Sprengelii X villicaulis f. viridis. B. villicaulis Koehler: 9068 B. pubescens X villicaulis, 9070 B. Beichenbachii Koehl. f. rubriflora = B. serpens X villi- caulis, 9503 B. Baenitzii Utsch n. sp. = B. Schleicheri, y bifrons, 9558 et 9559 B. pubescens X Schleicheri X villicaulis f. elliptica et f. obovata, 9560 B. pubescens X (Sprengelii X villicaulis), 9561 B. pu- bescens X villicaulis, 9577 B. Sprengelii X villicaulis f. subcanescens, 9584 B. villicaulis X pubescens. B. macrophyllus Whe. et N. : 9019 B. apricus X pubescens, 9056 B. macrophylloidesTJtsehn. sp. = villicaulis X macrophyllus, 9074 B. Schummelii X macrophyllus, 9087 B. (villicaulis X macrophyllus) X candicans, 9518 B. candi- cans X macrophyllus. Mit grosser Eeclame erwähnt Dr. Baenitz 130 die Wiederentdeckung des „verschollenen, fast mythenhaft gewordenen" R. Reiciienbachii Koehl. Wie bekannt, glaubte Kuntze (Reform deutscher Brombeeren), dass die Angabe dieser Art auf einem Irrthum beruhe, indem er nach Untersuchung des Original- exemplares glaubte, dass Schösslingsstücke und Blütenzweige von zwei verschiedenen Pflanzen gesammelt waren, eine Ansicht, die Focke nach Beurtheilung desselben Originalexemplars als grundlos bezeichnet hat. Dr. Baenitz hat aber die Sache nicht aufgeklärt, denn 1897 hat er einen typischen R. villicaulis, 1898 eine R. nemo- rosus-Form unter diesen Namen und beide als R. serpens X wlfö- caulis ausgegeben. Obwohl Dr. TJtsch meint, dass er von seiner Kinderkrankheit, neue Rubus-Arten zu machen, geheilt ist und sich jetzt nur mit Hybriden befasst, hat er doch nicht unterlassen können, ein Paar neuer Arten aufzustellen, doch natürlich mit Angabe über die Abstammung. Ein Paar werde ich erwähnen, welche eigen- tümlich ausgefallen sind, dieselben sind zu Ehren der Herren Dr. Baenitz und Prechtelsbauer nach diesen Herren genannt: R. Baenitzii, welcher 1897 ausgegeben wurde, war aber ganz typischer R. Radida Whe., wurde aber wieder 1898 ausgegeben und war dann ein ganz typischer R. villicaulis, und beide sollten doch R. Schleicheri X bifrons sein! R. Prechtelsbaueri {Sprengelii X rudis) ist vorläufig nur einmal ausgegeben und ist nur eine Schattenform von R. rudis Whe. et N. Die mitgegebenen Diagnosen sind meistens ganz unbrauchbar, so z.B. „9019 R. apricus X pubescens: Dem R. apricus gehören an die etwas ungleichen Stacheln, die zum Theile geraden Stacheln der Achsen und Blütenzweige und der Blattstiele desselben, sowie die einzelnen Drüsen des Blütenstandes". Das mir vorliegende Exemplar hat gleichmässige Stacheln, wenn auch natürlich dieselben wie bei allen anderen gleichstacheligen Brombeeren in der Länge 1—2 mm variiren; dass dieser Umstand von dem ungleichstacheligen R. Schleichen herrühren sollte, ist ebenso unrichtig, als dass ein- zelne Drüsen und zum Theil gerade Stacheln auf den Blütenzweigen mehr jR. Schleichen als hundert anderen Brombeeren zukommen. Noch ein Beispiel möge angeführt werden. „9081 R. subrudis X sulcatus: Der Charakter des R. sulcatus herrscht vor, der des R. rudis ist in dieser Form nur schwach vertreten. Breslau, in einem Graben dicht am Scheitniger Park bei Leerbeutel." — Die ausgegebene Pflanze ist der nordamerikanische, in Gärten häufig cukivirte R. villosus Ait! — Sapienti sat! 131 Nachträge zur Flora von Vorarlberg und Liechtenstein. Von Prof. Gottfr. Riehen S. J. (Palkenberg i. H.) Die folgenden Ergänzungen zu der letzten Arbeit 1 ) des Ver- fassers über das genannte Gebiet entstammen zunächst der Ausbeute des Sommers und Herbstes 1897. Sodann hat Herr J. Bornmüller mir in freundlichster Weise eine Zusammenstellung wichtiger Funde, die er im Montavon gemacht, zur Benutzung überlassen. Dem Herbar „Stocker" entnahm ich unter anderen auch mehrere Angaben von mehr historischem Interesse. In der Anordnung und Benennung folgte ich vollständig Fritschs Excursionsilora. Allen Freunden der Landesflora, die zu dieser Arbeit beigesteuert, sowie Herrn Prof. Dr. Luerssen (Pteridophyta) und Herrn Dr. Murr für die Hilfe beim Bestimmen des gesammelten Materials sei der herzlichste Dank ausgesprochen. Erklärung der Abkürzungen: Bornm. = Bornmüller, Manuscript, E. = Ender, Mz. = Milz, B. = Riehen, St. == Herbar Stocker, W. = Wacbter, Wd. = Winder, f = neu für das Gebiet. JPteridopJiyta. Polypodium vulgare in den ff. rotundatum, commune und attenuatum Milde, im Göfiser Wald und an anderen Stellen des Gebietes. Am Aelple die f f. pumilum Hausm. auf Flyschschiefer. Asplenium septentrionale (L.) Hoffm. Göfiser Wald. (leg. 1866 Bötzkes in St.). Dürfte jetzt dort nicht mehr zu finden sein. f A. Trichomanes L. var. incisa Moore et Lindl. Wedel bis 2 3 / 4 cm breit; nur ein Wedel mit wenigen Sori. Feldkirch (R. Rick). | var. Harovii Milde. Stadtschrofen (B.). A. viride Huds. var. bipinnatum Clowes. ist zu streichen. -\ var. intermedium (Prsl.) Tschagguns-Vandans (Bornm.). Botrychium Lunaria (L.) Sw. Gargellen (Bornm.). Equisetum palustre L. /'. polystaehyon Vill. Gargellenth. (Bornm.). Lycopodium annotinum L. Versailspitz (Rompel). jZ. Selago L. f. apressa Desv. Vergalda ca. 2000 m (W.). Coniferae. Pinus Cembra L. Unter dem Schweineschrofen gegen Alpe Panül im Gamperdonathal (E.), an den lllfällenf.und oberhalb derselben gegen das Madienerhaus (E. R. W.) einige Exemplare. Sparganiaceae. Sparganium minimum Fr. Sumpf b. Maria Grün (Ohnesorge, R.). a ) Die botanische Durchforschung von Vorarlberg und Liechtenstein. (Im 6. Jahresbericht des öffentlichen Privatgymnasiums an der Stella matutina in Feldkirch.) 90 S. In Commission bei Buchhandlung Untersberger in Feldkircb. 132 Potamogetoneae. Fotamogeton pusillus L. Um Feldkirch und in den Riedgräben Liechtensteins nicht selten (Bötzkes in St., Kemp, Mz., R.). Gramineae. Andropogon Iscliaemum L. Koblach a. d. Kirche (1865 Häusle in St.). Echinochloa Crus galli (L.) Beauv. Zerstreut durch den Walgau (Bötzkes in St., E., St., W.). Plialaris Canariensis L. Bregenz (Mz.). Agrostis rupestris All. Monteneu 1700—1900 m, Dilisuna 2400 m (Bornra.). Calamagrostis villosa (Ohaix) Mut. Silberthal (Bornm.). Discliampsia flexuosa var. montana (L.) Delisuna Alp (Bornra.). OreocMoa disticha (Hoffm.) Lk. (= Seshria disticha) Albona Alp bis zur Spitze des Peischelkopfes (R.). f Phragmites communis var. flavescens Cust. Lustenau-Dornbirn(Wd.). Sieglingia decumbens (L.) Bernh. Dornbirn (Wd.) Tisener Bied. (St.) Göfis (Ohnesorge, K.). Festuca nigricans Schi. Dilisuna Alp (Bornm.). j Bromus arvensis L. Letze. (St.). Cyperaceae. Blysmus compressus (L.) Panz. (= Scirpus compr.) Gargellen (Bornm.). Elyna Bellardi (All.) Simk. Dilisuna Alp (Bornm.). Carex curvula All. Albona Alp. Versailspitz, stellenweise massen- haft (E.). C. disticha Huds. Eeute-Bizau (Wd.). C. canescens L. Albona Alp-Peischelkopf (E. Eick). f C. nigra (L.) var. chlorocarpa Wimm. Albona Alp (E.). C. aterrima Hoppe. Dilisuna (Bornm.). C. irrigua Sm. (det. Kükenthal) Albona Alp (E.). C. capillaris L. Dilisuna (Bornm.). Juncaceae. ~\ Juncus articulatus L. var. vivipara Dornbirn (Wd.). J. Jacquini L. Dilisuna Alp 2150 m (Bornm.). J. trifidus L. Albona Alp (E. Eick). Luzula flavescens (Host) Gaud. Tschagguns. Wälder b. Gargellen (Bornm.). Liliaceae. Tofieldia glacialis Gaud. Ober St. Eochus (R.). Gagea Liotardi (Sternbg.) R. et Seh. Mit auffallend schwach behaarten oder sogar nackten Blütenstielen; am Barthümmeljoch noch über 2000 m (E.). Lilium croceum Ohaix. Ober den Stöcken (R.). Streptopus amplexifolins (L.) DO. Andelsbuch. Wohl der tiefste bisher bekannte Standort in Vorarlberg (Mz.). 133 Orchideae. Orchis globosa L. Ober Gargellen (Bornm.). Also auf Urgestein. Chamaeorchis alpina Eich. Lipper Aelple, am Westabhange der Hornspitze im Gamperdonathal (E.). Goodyera repens (L.) R. Br. Brand-Lünersee (Rick, Wd.). Microstylis monophylla (L.) Lindl. (= 31alaxis monoph.) Monteneu (Bornm.). Coralliorrhiza innata R. Br. Hochälple-Bödele (Wd.) Gargelleu ca. 1350 m (Bornm.). Salicineae. Salix daphnoides Vill. Tschagguns (Wd.). S. Myrsinites L. Gauerthal (Wd.). S. anrita L. Rankweil (Wd.). S. glabra Scop. (?) Drei Schwestern (Juni 1862, leg. Kreisgerichts- actuar Franz v. Posch, in St.). Aristolochiaceae. Asarum Europaeum L. Riefensberg. Langen b. Bregenz (Mz.). Amarantaceae. Amarantus retroflexus L. Feldkirch-Nofels (R.). Caryopivyllaceae. Viscaria viscosa (Gilib.) Aschers. (V. vulg. Roehl.) Pfänder (Mz.). Silene excapa All. Peischelkopf. Seitenmoräne des Gross vermunt- gletschers (R.). Dianthus deltoides L. Gurtisspitz (leg. Häusle und Hackl in St.). D. inodorus (L.) Oefenpass (Wd.). t D. superbus var. grandiflorns (Tausch.) Trisenerberg (E.. Mz., R.). Alpe Valün (Mz.). Saponaria officinalis L. Zwischen den Weiden im Illsand im weit der Schnifiser Brücke (R.). Stellaria nemorum L. Arlberg (St.). t St. uliginosa Murray. f. alpina, nana. Gargellen 1500 m (Bornm.). (Jerastium uniflorum Murray. Peischelkopf 2300 — 2400 m (R.). Auf den Moränen oberhalb der Wiesbadener Hütte zahlreich (E., R., W.). Älsine recurva (All.) Wahlbg. Sulzfluh (Wd.). Arenaria biflora L. Peischelkopf (Rompel). Spergula arvensis L. Möggers (Mz.). Hanunculaceae. Trollius Europaeus L. Laugen b. Bregenz (Mz.). Anemone sulphnrea L. Liechtensteiner Alpen (Juni 1862 leg. von Posch in St.). 134 A. vernalis L. Liechtensteiner Alpen (2. Juni 1862 leg. v. Posch in St.). Im oberen Gamperdonathal häufig (E., Mz., E.). Im Brandnerthal (Juli 1861 leg. Pharmaceut Kohl in St.). Dilisuna (Bornm.). Clematis Vitalba L. Im Montavon bis Lorüns, aber nicht höher aufwärts beobachtet (R.). Ranuncidus divaricatus Schrk. (R. circinatus Sibth.). Frastanzer Au (W.). R. glacialis L. Oberhalb der Wiesbadener Hütte häufig (E., E.. W.). R. Flammula var. reptans Rchb. Tisis (St.). Thalictrum flamm L. (non lucidum L.). Hard am Bodensee ( Bötzkes in St.). Dagegen dürften die früheren Angaben für die Um- gebung Feldkirchs auf TU. lucidum L. zu beziehen sein. Cruciferae. Fetrocallis Pyrenaiea (L.) E. Br. Der Fundort Bothe Wand ist nach den Exemplaren in (St.) zu streichen. Thlaspi arvense L. Ludesch (B.). Roripa riparia Gremli. Bei Feldkirch (St.). Cardamine alpina Willd. Abhang des Peischelkopfs (R.). Piz Buin („August 1866 leg. Tschavoll und die Professoren Nachbaur und Sander, welche drei die zweiten waren, die jenen Gipfel erstiegen" in St.). Bei der Ersteigung, welche ich 26. August 1897 in der Begleitung der Herren Ender und Wächter ausführte, hinderte leider der tiefe Neuschnee, die Gipfelflora zu beobachten. C. impatiens L. Ober St. Bochus gegen das Solaruel (E.). G. silvatica Lk. Gaschurn-Ibau Alp (E.). Lunaria rediviva L. Schweineschrofen b. St. Eochus (E.). Neslia paniculata (L.) Desv. Zwischen Innerberg u. Kristberg (Wd.). Draba Wahlenbergii Hartm. Kämme oberhalb des Dilisuna-Sees 2500 m (Bornm.). B. tomentosa Wahlbg. Am „Kamin" an der Scesa plana (E.). Spusa- joch unter dem Panüler Schrofen (E., E.). (Schluss folgt.) Zur Pilzkunde Vorarlbergs. Von J. Rick S. J. (Feldkirch.) IL Der milde, dem Pilzwachsthume äusserst günstige Winter 1897/98 ermöglichte es mir, noch Manches zu sammeln. Fast alle in diesem Beitrage angeführten Pilze sind in Bezug auf die Be- stimmung von den schon früher erwähnten Forschern Dr. Eehm und Abbe Bresadola revidirt, 135 I. Basidiomyceten. Gijmnosporangium Sabinae (Dicks). Auf Juniperus Sabina. Im botanischen Garten. Reichenfeld. Auch das Aecidium auf Blättern von Pirus communis. Tremellineae. Dacrymyces deliquescens (Bulliard) Duby. An Tannenholz. Reichen- feld u. a. a. Orten. — stillatus Nees. An Tannenholz häufig. Calocera palmata (Schum.). An Eiche. Feldkirch. Naematelia encepliala (Willden.) Fr. An Tannenholz. Tosters. Bei Göfis. — virescens (Schum.) Corda. An Tannenholz. Garina. Auricularia lobata Sommerf. An Eiche. Amerlügen. Nach Bresa- dola i. 1. ist dieses nur eine Form von A. mesenterica (Dicks). Ich kann der Ansicht des gelehrten Mykologen nur beipflichten. Die Unterschiede sind von keiner Bedeutung. Exidia glandulosa (Bull.) Fr. Allenthalben nicht selten. — recisa (Dittmar) Fr. An Weidenzweigen. Tosters. Tremella albida Huds. An Laubholzstämmen feuchter Standorte. Saminathal. Bresadola bringt diesen Pilz mit Recht bei Exidia unter. Clavariei. Ciavaria pallida Schaeff. Göfiser Wald. Bresadola bemerkt i. 1. zu diesem Pilze, er sei von den wenigsten Mykologen recht verstanden worden, und sei, wie es scheine, dem Alpengebiete eigenthümlich. Thatsächlich konnte ich ihn auch zu keiner der inWinter's „Pilze" aufgeführten Clavarien stellen. — Ardenia Sowerby. An Erlenholz. Reichenfeld. — contorta Holmskiold. An Erlenästchen. Saminathal. — Bresadolae Quel. An faulem Polyporus. Burg Siegberg bei Göfis. Thelephorei. Corticium roseum Pers. An Pappel. Tosters. Saminathal. — amorphum (Pers.) Fr. An Tannen häufig. Corticium comedens Nees. An Eiche und anderen Laubbäumen häufig. — confluens Fr. An Eiche. Amerlügen. — cincreum Fr. An Laubbholz. Reichenfeld. — quercinum (Pers.) forma ciliatum Fr. (ut spec). An Buche. Reichenfeld. — incarnatum (Pers.) Fr. Bei Feldkirch. — giganteum Fr. An Tanne. Göfis. — laeve Pers. An Laubholz häufig. — Sambuci Pers. An Sambucus häufig. 136 Corticium bombycinum (Soram.) Br. Schellenberg. Winter führt diese Art als Synonym von Cort. serum (Pers.) an, welches nach Bresa- dola mit Gort. Sambuci Pers. identisch ist. — puniceum (Alb. et Schwein.) Fr. An einem faulenden Tannen- strunk. Schellenberg. — Zurhausenii Bresadola iioy. spec. l ) effusum, in plagulas irreguläres 1 — 5 cm longas, 1 — 2 cm latas distributum, margine similari, aeq rt rasso, mox libero et saepe subreflexo, primitus cereaceum, dein indurato-aridum, fragile, nee proprie lignosum, e pallido crustulinum, vetustate albicans; hymenium ut plurimum tuberculatum, demum late rimosum; substantia alba 1 — l 1 /? mm crassa demum friabilis; sporae hyalinae, elongatae, uno latere depressae, 8— 10 = 4 — 5/u,; basidia clavata 25 = 7 — 8 (i; hyphae contextus tenues, conglutinatae, septatae, 3 — 5 fi latae. mox degeneratae et grumoso-collapsae. Hab. ad truncos mueidos fagi. Saminathal. Obs. Forma, crassitie etc. valde Stereis resupinatis, atque praeeipue Stereo candido Schw. accedit, a quo colore, forma magis elongata. hymenio tuberculoso, haud pulvinato et sub- stantia magis friabili praesertim differt. Inter Corticia enumero propter hyphas contextus tenues, mox degeneratas uti in plurimis Corticiis, inter quae, meo sensu, etiam Stereum candidum esset adscribendum. Ich lasse hier die Diagnose des Corticium Mickii JSres. nov. spec. folgen. (Vergleiche diese Zeitschrift 1898, Nr. 1, S. 19.) Effusum, subrotundum v. polygonale, saepe confluens, mem- branaceo-molle, margine primitus subfimbriato, dein similari et sublibero, ex albo cremeum, exsiccando candicans. hymenium in vegeto subundulatum, in sicco laeve et rimosum; sporae hyalinae, globosae, 7y 2 — 9 = 7 1 /, — 8V 2 V* crasse apiculatae; basidia clavata, 30—35 = 9 — 10 fi; hyphae parcae, conglutinatae. parum distinetae. Hab. ad truncos et corticem Sambuci nigrae. Obs. Corticio confluenti Fr. affine, a quo substantia molliori, haud ceracea et sporis constanter globosis praeeipue distinguitur. Stereum hirsutum (Willd.) Pers. An Laubholz häufig. — areolatum Fr. An Taxus häufig. — alneum Fr. f. sitanea. An Berberis. Feldkirch. — rubiginosum (Dicks). Fr. An Laubholz. Reichenfeld. An Eiche. Tosters. Hydnei. Odontia tricolor (Alb. et Schwein.). An Tanne. Reichenfeld. — fimbriata Pers. An Laubholz. Saminathal. x ) Der Autor hat mir in dankenswerther Freundlichkeit die Veröffent- lichung der von ihm gegebenen Diagnosen dieses und des Cort. Eickii überlassen. 137 Odontia Pruni Lasch. An Nussbaum. Schellenberg. — arguta Fr. An Tanne nicht selten. — alutacea (Fr.). An faulendem Tannenholz — farinacea Pers. Auf Polyporus Reichenfeld. Die letzten drei Arten führt Winter bei Hydnum auf. Phlebia radiata Fr. An Laubholz. Saminathal. Reichenfeld. — merismoides Fr. An Laubholz. Saminathal. Tosters. Badulam orbicularc Fr. An Laubholz, zumal Kirschbaum, häufig. Irpex sinuosus Fr. An Weide. Frastanzer Ried. Hydnum fallax Fr. An Polyporus. Göfiser Wald. Polyporei. Solenia anomala (Pers.) Fckl. An Laubholz. Reichenfeld. Porothelium fxmbriatum (Pers.) Fr. An Laubholz. Saminathal. Merulius aureus Fr. An Tanne. Reichenfeld. Trametes cinnabarina (Jacqu.) Fr. An Birke. Fellengatter. An Kirschbaum. Göfis. Trametes Kalchbrenneri Fr. An Buche. Amerlügen. Nach Bresadola nur Form von Trametes gibbosa (Pers.). — rubescens (Alb. et Schw.) Fr. An Kirschbaum. Fallengatter. — campestris Quelet. An Apfelbaum. Ardetzenberg. — serialis Fr. An Tannenholz. Ist nur die mit Hut versehene Form von Polyporus collosus Fr. Polyporus Vaillantii (DC.) Fr. An Tanne. Saminathal. — • Badula (Pers.) Fr. An Polyporus. Saminathal. — obducens Pers. An Pappel. Frastanzer Ried. medidla panis (Pers.) Fr. An Eichenbalken. Feldkirch. — (Pers.) var. pulchella. An Laubholz. Saminathal. (= Poly- porus pidchellus Schw. Syn. fung. North-Am. ! = Polyporus nitidus var.: fulgens Fr. = Paria variicolor Karsten! = Poria vitellinida Karst! So Bresadola i. 1.). — rliodellus Fr. f. lilacino-livida. An Buche. Feldkirch. — contiguus (Pers.) Fr. An Erle. Reichenfeld. Polyporus ferruqinosus (Schrad.) Fr. An Taxus. Tosters. — stereoides Fr. An Laubholz. Saminathal. — populinus Fr. An Pappel. Tosters. Nach Bresadola ist P. popu- linus Fr. = Polyp, obducens Pers. -- Ribis (Schum.) Fr. An Evonymus. Garina. igniarius (L.) Fr. An Eiche. Tosters. — nigricans Fr. An Weide, Göfis. — borealis (Wahlenb.). Fr. An Tanne häufig. hispidus (Bull) Fr. An Apfelbaum. Göfis. Fellengatter. fomentarius (L.) Fr. An Buche. Saminathal häufig. floriformis Quel. An Tannenbrett. Reichenfeld. — chioneus Fr. An Birnbaum. Gisingen. - abictinus (Dicks.) Fr. An Tanne häufig. — epileucus Fr. An Kirschbaum. Tosters. Seheint sehr selten zu sein. OosteiT. botan. Zeitschrift. 4. lieft. IS!I8 11 138 Pohjporus brumalis Fr. An Laubholz, zumal Erle. Saminathal. — elegans (Bull.) Fr. An Weide, Reichenfeld. Saminathal. An Birnbaum. Garina. — elegans (Bull.) Fr. var. nummularius Fr. An Laubholz. Amerlügen. — calceolus (Bull.) = varnts Fr. An Weide. Tisiser Ried — picipes Fr. An Weide. Tisiser Ried. Saminathal. — fuscidulus (Sehrad.) Fr. An Laubholz. Saminathal. — arcularius (Batsch) Fr. An Laubholz. Saminathal. Ist vom Vorigen kaum verschieden. — lobatus (Schrad.) Fr. Am Boden. Göfiser Wald. Agaricini. Agaricus heteroclitus Fr. = destruens Brond. An Holz. Bei Nofels. — nidulans Pers. An Laubholz. Saminathal. — serotinus Schrad. An Buche. Saminathal. — epibryus Fr. f. maior. An Kräuterstengeln. Schellenberg. Hymenogastrei. Hysteraugium clatJt-roides Vittad. Am Boden. Reichenfeld. II. Ascomyceten. Hyprocreaceae. Nectria cinnabarina (Tode). An Laubholzast. Reichenfeld. Tubercularia vulgaris Tode. Conidienpilz zu Nectria cinn. Häufig. Euphacidieae. Rhytisma acerinum (Pers.) Fr. Auf Ahornblättern häufig. Eusticteae. Propolis faginea (Schrad.) Karst. An Nussbaumholz. Cenangieae. Cenangium furfuraceum (Roth.). De Not. An Erle. Reichenfeld. Mollisieae. Mollisia cinerea (Batsch). Karst. An Akazie. Reichenfeld. Helotieae. Phialea subpallida Rehm. Am Hirnschnitt von Haselnuss. Reichenfeld. Chlorosplenium aeruginascens (Nyl.) Karst. An Erle. Saminathal nicht selten. Rutstroemia bolaris (Batsch.). An Erlenästchen. Saminathal. Helotium herbarum (Pers.) Fr. An Kräuterstengeln. Reichenfeld. Sclerotinia Libertiana Fckl. (videtur.). In Gartenerde. Reichenfeld. DasyscypJia cerina (Pers.) Fckl. An Erlen häufig. — distinguenda (Karst.) Sacc. An Eiche. Tosters. 139 Helvellaceae. Geoglossum glutinosum Pers. Am Stadtschrofen b. Feldkirch. Vcrpa Krombhoteii Oorda. Göfiser Wald. Tuberaceae. Eydnotria Tulnasnei Berk. et Broome. Unter Haselnussgebüsch. Eeichenfeld. Stephensia bombycina (Vittad.) Tul. Unter Haselnussgebüsch. Beichen- feld. Nicht gerade selten. Die Exemplare sind aber kleiner, als Fischer sie beschrieben. Tuber Magnatum Pico. In Lehmboden. Eeichenfeld. — excavatum Vittadini. Im Boden einer Wiese unter Linde. Eeichenfeld. — ruf um Pico. In Lehmboden. Eeichenfeld. ? Bahamia fragiformis Tul. Eeichenfeld. Elaphomyces cervinus (Pers.) Schröter. In Nadelwäldern häufig Onygena corvina. Alb. et Schw. Auf Haaren einer Bürste. Eeichenfeld. Beobachtungen über Variationen in den Blüten von JPapaver Bhoeas L. Von J. v. Hasslinger (Sniichow). In der Umgebung Prags, auf Feldern, Eainen und zerstreut im Gerolle des weissen Berges (Kreideformation) und bei Kuchelbad (Silur form ation) beobachtete ich seit zwei Jahren — im Sommer 1895 und 1896 — die Blüten des an diesen Orten reichlich vor- kommenden Papaver Rhoeas L. und fand bei Untersuchung von etwa 200 Blüten recht interessante, ineinander mannigfach über- gehende Variationen der Zeichnungen der Petalen. Man bemerkt am Grunde des stets prächtig scharlachrothen Blumenblattes Grund- fiecke von mancherlei Färbimg und Zeichnung; im Habitus der Pflanzen erscheinen uns keine auffallenden Veränderungen, mit den Veränderungen dieser Zeichnungen Hand in Hand zu gehen; nur betreffs der Grösse notirten wir bei circa 80 gemessenen Pflanzen folgende Daten : Höhe der Pflanzen I. Alle 4 Blumenblätter mit schwarzem, weissgesäumtem Grundfleck 50—60 cm IL Alle 4 Blumenblätter mit schwarzem Grundfleck . 50 „ III. Alle 4 Blumenblätter roth, ohne jeden Grundfleck . 15 — 80 „ IV. Alle 2 Blumenblätter mit schwarzem, 2 Blumen- blätter mit schwarzem, weissgesäumtem Grundfleck 50 „ V. Alle 2 Blumenblätter mit schwarzem, weissgesäumtem Grundfleek; roth, ohne Grundfleck . . . .50 — 70 cm VI. Alle 2 Blumenblätter mit schwarzem Grundfleck; 2 Blnmenblätter ganz roth 35 — 80 „ n* 140 141 Der schwarze Grundfleck ist mitunter prächtig tiefschwarz, sammtartig; manchmal ist er von bläulichen oder lila feinen Adern der Länge nach durchzogen. Beim Verschwinden des Grundfleckes erscheinen rothe oder lila Adern immer dichter vom Blattgrunde aus in den Fleck einzudringen, das Schwarz wird lichter, kleiner und verschwindet endlich ganz; siehe Fig. 6, 9, 10. Oft sind die Grundflecke mit einem weissen Band umgeben, der immer gekerbt erscheint und im Vereine mit dem tiefen Schwarz einen schönen Gegensatz zu dem leuchtendrothen Blumenblatt bildet. Diese weissen Ränder verschwinden zum Theile erst mit dem Verschwinden des schwarzen Grundfieckes , siehe Fig. 4. 5, 6; theils bleibt der schwarze Grundfleck und der weisse Rand wird dann durch zu- nehmende Aederung vom schwarzen Grundfleck aus undeutlicher und verschwindet endlich ganz. Das Weiss des Randes ist mitunter etwas bläulich bis auch lila angelaufen. In sehr vielen Blüten finden sich nur 2 Grundflecke, die sich dann stets gegenüber stehen; die 2 anderen Blumenblätter sind in diesem Falle ganz roth, Fig. 11, 12. Ferner beobachteten wir, dass, je kleiner und dürftiger die Pflanze wächst (auf unfruchtbarem Boden), desto mehr sich die Grundflecke verlieren ; siehe Fig. 6, 9, 10. Die kleinsten Exemplare hatten stets nur rothe Blumenblätter ohne alle Zeichnung. Aber ganz rothe Blüten erscheinen auch an kräftig entwickelten Stöcken von 80 cm Höhe und darüber. Je üppiger dagegen die Mohne standen, desto auffallendere Zeichnungen und Farben fanden sich an den. mitunter bis 12 cm Durchmesser zählenden, prächtigen Blüten. In der nebenanstehenden Tafel sind nur einige der hauptsächlichsten Erscheinungen auf- genommen. Nachdem Papaver Argemone L. und Orientale L. oft schwarze Grundflecken in ihren rothen Blüten tragen; Papaver Bhoeas L. schon mit schwarzlila und blauschwarzen Grundflecken beobachtet wurde; Pap. amoenum (Gartenpflanze) in der feuerrothen Blüte weisse Grundflecke und Pap. officinale Gmel. in weissen Blüten lila Flecken zeigt; dagegen Papav. dubium L. ganz rothe Blumen- blätter trägt, während das so nahe verwandte Glaucium cornicu- latum Crt. in scharlachrother Blüte schwarze, weissgerandete Grundflecke zur Schau bringt — so liegt der Gedanke nahe, dass Hybridisation jene Farbenvariationen bei P. Bhoeas veranlassen könnte. Ob dies der Fall ist, ob regellose individuelle Variation vor- liegt oder ob die angegebenen Variationen mit äusseren Factoren im Zusammenhange stehen, das kann ich nicht entscheiden. Zweck dieser Zeilen ist, dazu anzuregen, auch in anderen Gegenden den Farbenvariationen der Mohnblüten Aufmerksamkeit zu schenken. Erst durch vielseitige Beobachtungen wird sich ein Urtheil über den Grund jener Variationen gewinnen lassen. 142 Literatur-Uebersicht x ). Jänner und Februar 1898. Am ad ei G. Ueber spindelförmige Eiweisskörper in der Familie der Balsamineen. (Botan. Oentralbl. LXXIII. Bd. S. 1—9, 33—42.) 8°. 2 Taf. Arnold F. Lichenologische Ausflüge in Tirol. XXX. (Verh. d. zool.- botan. Ges. Wien. XLVII. Bd. 10. Heft. S. 671—678.) 8°. Zusammenstellung des in den Beiträgen I— XXIX enthaltenen colos- salen Materiales nach Substraten, Fundorten u. dgl. Ascherson P. Nachruf auf Casimir v. Piotrowski. (Verh. d. botan. Ver. der Prov. Brandenb. XXXIX. Jahrg. p. LXXYII bis LXXX.) 8°. Borbas V. Vasvarmegye növenigeografiai viszonyai. (Geographia plantarum comitatus Castriferrei.) Editio 2. Budapest. 4°. p. 497 bis 536. Abb. Die ganz magyarisch geschriebene Abhandlung enthält eine eingehende pflanzengeographische Schilderung der Flora des Eisenburger Comitates in Ungarn. Auf S. 525 erscheinen in Autotypie nach Photographien abgebildet : Mentha Waisbeckeri Beck, Geutiana castenatorum Borb., Rosa Victoria Hungaroritm Borb., Potentilla serpentini Borb., P. pseudoserpentini Waisb. BresadolaJ. Genus Mölleria Bres. critice disquisitum. (Bull, della Soc. bot. Ttal. 1897. Nr. 6. p. 291—292.) 8". Calegari Matte o. Specie nuove e localita nuove di specie giä note della flore di Parenzo in Istria. (Malpighia XL fasc. 9/10. p. 466—467.) 8°. Czapek F. Ueber einen Befund an geotropisch gereizten Wurzeln. (Ber. d. deutschen botan. Ges. Jahrg. 1897. S. 516—520.) 8°. Um zu erkennen, ob eine Wurzel oder ein anderes Organ eine Rei- zung erfahren hat oder nicht, steht uns bis heute kein anderes Mittel zu Gebote, als die Beobachtung, ob die Reizung eintritt oder nicht. Verf. hat nun eine Reihe von Entdeckungen gemacht , welche nicht blos methodisch ein derartiges Kennzeichen abgeben, sondern von grösserer Bedeutung noch dadurch sind, dass die betreffenden Vorgänge mit dem Vorgange der Reiz- aufnahme in Beziehung stehen. Er fand, dass Wurzelspitzen, in ammonia- kalischer Silbernitratlösung gekocht, eine starke Silberreduction geben, also sich schwärzen. Diese Reaction geben gereizte Wurzelspitzen viel inten- siver als ungereizte. Ferner beobachtete Verf. , dass in gereizten Spitzen eine Abnahme leicht Sauerstoff abgebender Substanzen eintritt. Es ergibt sich dies aus dem verspäteten Eintreten der Reactionen mit einer Emulsion von Guajakharz in Wasser (Blaufärbung), mit Indigweiss (Blaufärbung) und mit einer wässerigen Lösung von « Naphtol mit Parapbenyldiamin (Vioiett- färbung). J ) Die „Literatur-Uebersicht" strebt Vollständigkeit nur mit Rücksicht auf jene Abhandlungen an, die entweder in Oesterreich-Ungarn er- scheinen oder sich auf die Flora dieses Gebietes direct oder indirect beziehen, ferner auf selbständige Werke des Auslandes. Zur Erzielung thun- lichster Vollständigkeit werden die Herren Autoren und Verleger um Einsendung von neu erschienenen Arbeiten oder wenigstens um eine Anzeige über solche höflichst ersucht. Die Redaction. 143 Czapek F., Ueber Orseillegährung. (Centralbl. f. Bakteriologie, Para- sitenkunde etc. IV. Bd. S. 49—52.) 8°. Verf. weist nach, dass die Orseillegährung auf die Einwirkung eines Mikroorganismus zurückzuführen ist, der sich regelmässig im faulenden Harne des Menschen findet und den er rein züchten konnte. Es ist dies ein Bacillus, der die Flechtensäure unter Abspaltung von Orcin verarbeitet, welches sich in der ammoniakhaltigen Flüssigkeit in Orcein umsetzt. Form an ek E. Einige neue Arten aus Serbien und Bulgarien. (Deutsche botan. Monatschr. 1898. Nr. 2. S. 18-22.) 8°. Als neu beschrieben werden: Podanthum canescens W. K. Subsp. rhodopeum Form., Carlina macrocephala Form., C. rhodopea Form., Knautia Midzorensis Form., Gentiana rhodopea Form , G. serbica Form., Delphinium Midzorense Form., Alyssum rhodopense Form., Viola rhodo- pensis Form., Silene papulosa Form. Gutwin s ki R. Materyaly do Flory Glonow Galicyi. (La Nuova Notarisia. Ser. VIII. Nov. p. 125—130.) 8°. Heinricher E. Aus dem botanischen Institut zu Innsbruck. Ori- ffinalreferate aus botan. Gärten und Instituten. (Botan. Centralbl. LXXIII. Bd. Nr. 4. S. 108—113.) 8°. In diesem „Originalreferat" wiederholt Verf. die Angaben einer in dieser Zeitschrift 1897, S. 368, kurz besprochenen Abhandlung, welche durch den Eeferenten in Jahrb. f. wissensch. Botanik, Bd. XXXI, Heft 2, bereits eine eingehende Richtigstellung erfuhren. Verf. fügt der Wiederholung seiner Angaben nur zwei Notizen bei, die abermals einer Richtigstellung bedürfen. 1. S. 110 sagt Verf. : „Die Sätze 1 und 2 waren schon in meiner vor- läufigen Mittheilung „Zur Kenntniss der parasitischen Samenpflanzen" (Ber. d. naturw.-medicin. Ver. zu Innsbruck 1896) ausgesprochen, allerdings 2 ohne Mittheilung der bezüglichen Versuche. Da auch Wettstein in seiner Mono- graphie zu wesentlich den gleichen Sätzen gelangt, mir aber dieselbe erst 2 — 3 Wochen nach meinem diesbezüglichen Vortrage zuging, käme hier allen- falls die Prioritätsfrage in Sicht." Ich betone, dass mich Prioritätsstreitig- keiten im Allgemeinen ganz kühl lassen, da ich der Ansicht bin, dass es unsere Aufgabe ist, die Wahrheit zu suchen, und es da ziemlich gleichgiltig ist, wer bei Uebereinstimmung der Resultate früher eine Thatsache fand. Nur zur Charakterisirung des sonderbaren, mir bei einem ernsten Forscher ganz unverständlichen Vorganges will ich bemerken, dass von einer Priori- tätsfrage hier gar keine Rede sein kann. Meine Monographie war 1894 fertig, was schon daraus hervorgeht, dass sie am 1. Jänner 1895 mit dem De Candolle'schen Preise bedacht wurde; sie wurde im Laufe des Jahres 1895 gedruckt und erschien Anfangs Jänner 1896, also jedenfalls viel früher als die vorläufige Mittheilung Prof. Heinricher's, welche ein Separat- abdruck aus einem Berichte über einen am 25. Februar abgehaltenen Vor- trage war, also im günstigsten Falle im Laufe des März oder April 1896 erschien. (Ich erhielt sie im August vom Verf. zugesendet.) Dass ich erst 2 — 3 Wochen nach dem Vortrage Prof. Heinricher's dazu kam, ihm meine Monographie zu senden , hat natürlich bei der ganzen Sache gar nichts zu thun, da bei einem eventuellen Prioritätsstreite der Tag des Erscheinens eines Buches und nicht der Tag, an welchem es ein Forscher zum Geschenke erhält, massgebend ist. Daraus geht hervor, dass die Bemerkung Prof. Heinricher's auf S. 110 über die „allenfalls in Sicht kommende Prioritätsfrage" zum Min- desten überflüssig ist, dass aber — und das ist bedauerlicher — die Bemer- kung auf S. 109: „Während meiner Studien und als einige der Ergeb- nisse bereits veröffentlicht waren, erschien Wettstein's Mono- 144 graphie der Gattung Euphrasia", welche direct ein Prioritätsrecht für Prof. Heinricher zu reelamiren sucht, einfach unrichtig ist. 2. Auf S. 112 erwähnt Verf., dass er irn Frühjahre 1897 den Beweis erbrachte, dass E. Hostkoviana auf verschiedenen dicotylen Nährpfianzen gezogen und zur Blüte gebracht werden kann, dass er in einem am 7. Mai in Innsbruck gehaltenen Vortrage hlühende E. Hostkoviana in einer mit Müliriug'ui besetzten Topfcultur, ferner die gleiche Euphrasia blühend in einem Topfe, in welchem verschiedene Dicotylen vertreten waren, vorzeigte. Er sagt nun weiter, dass diese vorläufige, im Mai gemachte Mittheilung ihm in der Frage der Ernährbarkeit von Euphrasia durch Dicotyledonen die Priorität gegen Wettstein sichere, der in der September-Nummer der Oesterr. botan. Zeitschr. 1897 über denselben Gegen- stand berichtete. Dazu bemerke ich Folgendes. Bekanntlich sichert die Prio- rität einer Auffindung die Publication derselben. Public irt hat Prof. Heinricher seine bezüglichen Funde erst am 20. Jänner 1898 in dem hier in Rede stehenden Originalreferat, früher wurde von ihm diesbezüglich nichts publicirt. In der im August 1897 im Separatabdrucko wenige Tage vor meiner oben erwähnten Abhandlung publicirten Arbeit (Jahrb. f. wissensch. Botanik XXXI. Bd. Heft 1) erwähnt Prof. Heinricher blos, dass er der „Anschauung zuneige, dass die Auswahl der Wirtbspflanzen bei der Mehr- zahl der grünen Halbschmarotzer keine weitgehende ist, sondern dass sie ergreifen, was sie eben finden", dass F. stricta Haustorien auf einer Vicia- wurzel gebildet hatte. Nachdem ich wenige Tage später (1. September) die Resultate zweijähriger Experimente, durch die ich die Ernährbarkeit von E. Hostkoviana durch Dicotylen eingehend nachwies, publicirte, so könnte ich mit thatsächlichem Rechte die Priorität für mich in An- spruch nehmen. Zu demselben Resultate könnte ich kommen, wenn ich den Zeitpunkt der Entdeckung selbst in's Auge fasse: ich habe schon 1896 die Thatsache zweifellos sichergestellt (vergl. Oesterr. - botan. Zeitschr. 1897, S. 321) und mehreren Fachmännern demonstrirt , Prof. Heinricher seiner eigenen Angabe nach erst im Frühjahre 1897. Obwohl ich also mit viel mehr Recht die Priorität für mich reelamiren könnte, so will ich dies gar nicht, da dies für mich, wie ich schon oben sagte, gar keine Bedeutung hat: ich constatire die Thatsache, dass wir beide, Prof. Heinricher und ich, unab- hängig von einander im Laufe der Jahre 1896/97 zu derselben Ueberzeugung gelangten, und dass gerade so wie ich darauf verzichte, auf die Prio- rität Anspruch zu machen, es Herr Prof. Heinricher nicht nöthig hat, eine Priorität für sich künstlich zu construiren. Uebrigens hat Prof. H. bei seinem neuerlichen Versuche, sich die Priorität in einer die Ernährungs- verhältnisse der Euphrasien betreffenden Angelegenheit zu sichern, in dop- pelter Hinsicht Unglück; erstens hatte er es nach dorn Gesagten nicht nöthig seine Priorität mir gegenüber zu betonen, und zweitens gebührt die Prio- rität weder ihm noch mir, sondern einem anderen Fachcollegen , der schon vor 14 Jahren den Parasitismus einer Euphrasia officinalis auf einer dicotylen Pflanze beobachtete und mit Beigabe einer Ab bildung publicirte. Die betreffende Bucbstelle kann Jedermann finden, der eines der verbrei- tetsten Lehrbücher der Botanik durchsieht. Wettstein. HellwegerH. Zur ersten Friihlingsflora Norddalmatiens. (Deutsche botan. Monatschr. XVI. Jahrg. 1. Heft. S. 7—10.) 8°. Hoc kauf J. Ueber Äschengehalte von Drogen aus dem Pflanzen- reiche. (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker -Ver. 36. Jahrg. Nr. 1. S. .1—5, Nr. 2. S. 25-28. Nr. 3. S. 49-55.) 8°. MurrJ. Dichtbehaarte Formen beiden heimischen Campanulaeeen. (Allg. botan. Zeitschr. 1898, Nr. 1. S. 7.) 8°. Zusammenstellung rel. dichtbehaarter Formen von CamjKunila und l'hi/tcuma- Arten. 145 Murr J. Beiträge und Bemerkungen zu den Archieraeien von Tirol und Vorarlberg. V. (Deutsche botan. Monatschr. XVI. Jahr«-. Heft 1. S. 4-7.) 8°. Die Arbeit betrifft : H. Murrianum A. T., H. Hittense Murr, H. Aro- lae Murr, H. anthyllidifolium Murr, H. rhoeadifolium Kerner, H. cirritum A. T. Nemec B. Ueber abnorme Kerntheilungen in der Wurzelspitze von Allium Cepa. (Sitzungsber. d. k. böhm. Ges. d. Wiss. Math.- naturw. Ol. 1898. IV.) 8°. 10 S. 1 Taf. P ach er D. Beiträge zur Flora von Kärnten, betreffend die Gattung Rubus. (Jahrb. d. naturhistor. Landesmuseums f. Kärnten. XXIV. Heft.) 8°. 1 1 S. Bearbeitung einer von G. A. Zwanziger in Kärnten zusammen- gebrachten Rubus-CoUection. Neu: R. iifrons Vest. var. heterotrichus Borb., R. indecresccns Borb. , R. Zwanziger i Borb. , R. PacJieri Borb., R. hirtus W. K. var. uchrosetus Borb., R. sursumcanus Borb., R. BeUardii var. ochrosetus Borb. Palacky J. Ueber die Einrichtung geographischer Herbarien zum Zwecke des Unterrichtes in geographischer Botanik. (Verh. des XII. deutschen Geographentages in Jena. 1897. S. 97/98.) 8°. Verf. plaidirt für die Anlegung von Länder-Herbarien in botanischen oder geographischen Instituten , um Anfängern die Charakter-Elemente der einzelnen Floren vorzuführen. Der Gedanke ist gewiss zweckmässig, doch ist seine praktische Durchführbarkeit an zwei Voraussetzungen geknüpft; erstens dürfen die einzelnen Länder-Herbarien nicht zu gross sein (wenn Verf. von 500—8000 Species für jede Flora spricht, so erscheint dies dem Kef. als viel zu hoch gegriffen), zweitens dürfen sie nicht aus zufällig zur Verfügung stehenden Arten, sondern müssen aus sorgfältig ausgewählten Charakterpflanzen bestehen. In letzterer Hinsicht besitzen diese Länder- Herbarien viel Analogien mit den pflanzengeographischen Gruppen der bota- nischen Gärten. Prohaska K. Dritter Beitrag zur Flora von Kärnten. (Carinthia IL Nr. 6.) 8°. 11 S. Der Beitrag bringt in Form eines kurzen Excursionsberichtes zahl- reiche bemerkenswerthe Angaben. Als neu für das Kronlaud werden vom Verf. aufgeführt: Galium lucidum. All. (Garnitzenklamm) , G. elatum Thuill. var. iiisubricuni Gaud. (Möderndorf) , Campanula Cervicaria L. (Unterdrauburgl. Roll J. Beiträge zur Laubmoos- und Torfmoosiiora von Oesterreich. (Verh. d. zool.-botan. Ges. Wien. XLVII. Bd. 10. Heft. S. 659 bis 671.) 8°. Aufzählung der vom Verf. in Oesterreich, besonders in Tirol, dann aber auch in Salzburg, Böhmen, Kärnten, von 0. Kohl in Istrien ge- sammelten Moose. Römer J. Der Charakter der siebenbürgischen Flora. (Allg. botan Zeitschr. 1898. Nr. 1. S. 7—8.) 8°. (Forts.) Steiner J. Flechten aus Britisch-Ostafrika. (Sitzungsber. d. math.- naturw. Cl. d. Akad. d. Wiss. in Wien. OVI. Bd. 4. Heft. S. 207 bis 234.) 8°. 14<) Utsch. Rubus Kuenicus Sehott. (Deutsehe botan. Mooatsehr. 1898. Nr. 2. 22 S.) 8°. Die Pflanze soll ein Bastard der Combination vestitus X Bellardii X Schleichen X Güntheri sein! Vorkommen: Böhmerwald. Wettstein E. v. Grundzüge der geographisch-morphologischen Methode der Pflanzensystematik. Jena. (G. Fischer.) 8°. 64 S. 7 Karten. 4 Textill. — 4M. "VViesner J. Ueber die Buheperiode und über einige Keimungs- bedingungen der Samen von Viscum album. (Berichte d. deutschen botan. Ges. Jahrg. 1897. S. 503-516.) 8°.' Aus der Zahl der Besultate der Abhandlung seien hier hervorgehoben : Die herrschende Ansicht, dass unter den in der Natur gegebenen Bedingungen die Samen der Leimmistel etwa eine halbjährige Ruheperiode durchzumachen haben, hat sich vollkommen bewährt. Ebenso richtig ist es, dass die Samen der Leimmistel ohne Licht nicht zum Keimen zu bringen sind, selbst wenn die sonstigen Keimungsbedingungen auf das vollkommenste erfüllt sind. Die Keimlinge von Viscum album haben einen ombrophoben, hingegen die untersuchten tropischen Viscum- Arten einen ombrophilen Cha- rakter. Unter Einhaltung der günstigsten Keimungsbedingungen lässt sich die Euheperiode der morphologisch vollkommen ausgebildeten , aber noch nicht gereiften Samen auf 1—3 Monate, die der reifen Samen auf 2—3 Mo- nate reduciren. Die factische sechsmonatiiche Ruheperiode der Leimmistel- samen, die sich unter den in der Natur herrschenden Bedingungen ergibt, ist rücksichtlich eines Theiles der Samen nicht als eine erworbene, erblich festgehaltene Eigenthümlichkeit aufzufassen, da sie durch Herstellung gün- stiger Keimungsbedingungen bis auf % reducirt werden kann. Man darf sich also wohl die Vorstellung bilden, dass die Eigenthümlichkeit der Leim- mistelsamen, eine bis zum Frühling währende Ruheperiode zu besitzen, noch nicht vollständig, wenn auch mit Rücksicht auf die gegebenen klimatischen Verhältnisse in ausreichendem Masse ausgebidet ist. Zacharias 0. Forschungsberichte aus der biologischen Station in Plön. Theil 6. Abth. 1. Stuttgart (E. Ncägele). 8°. 87 S. 3 Taf. Fortan sollen die botanischen Abhandlungen der Plöner Forschungs- berichte getrennt von den zoologischen erscheinen. Es ist dies entschieden ein glücklicher Gedanke, der eine weitere Verbreitung dieser Berichte in botanischen Kreisen bewirken wird. Das vorliegende Heft enthält: Zacha- rias 0. Summarischer Bericht über die Ergebnisse meiner Rieseugebiz'gs- excursion von 1891 (S. 1 — 8). — Schröder B. Neue Beiträge zur Kenntniss der Algen des Riesengebirges (S. 9 — 47). — Müller 0. Bacillariales aus den Hochebenen des Riesengebirges (S. 48 — 82). — Alle drei Abhandlungen sind für die Alpenflora des Riesengebirges in pflanzengeographischer , bio- logischer und systematischer Hinsicht von grossem Interesse. Za]wodny J. Beitrag zur Kenntniss der Wurzel von Sorghum saccha- ratum. (Zeitschr. f. Naturw. Bd. LXX. 1898. Heft 3, S. 169 bis 183). 8°. — — Plumula und ßadicula von Brassica oleracea acephala. Zeitschr. f. Naturw. Bd. LXX. Heft 1/2. p. 103—106.) 8°. Z ukal H. Ueber die Myxobacterien. (Bei*, d. deutschen botan. Ges. 1897. S. 542—552.) 8°. 1 Taf. Die im Titel der Arbeit genannte Organismengruppe wurde erst in jüngster Zeit durch die Arbeiten Thaxter's und Zukal's näher bekannt. Erstem hielt sie für eine eigentümliche Ordnung der Bacteriaceen, Letzterer für eine Ordnung der Myxomyeeten. Auf Grund neuerer Untersuchungen 147 schüesst sich nun Zukal den Anschauungen T axter 's an. Er gibt zugleich eine üebersicht der bisher bekannten Gattungen und Arten; diese sind: I. Myxococcus Thaxt. mit 7 Arten, darunter M. macrosporus Zuk., den Verf. in dieser Abhandlung neu beschreibt. II. Polyangiiim Link mit 1 Art. III. Chondromyces B. et C. mit 7 Arten. Baade F. Naturgeschichte in Einzelbildern, Gruppenbildern und Lebensbildern. II.Theil. Pflanzenkunde. 4. Aufl. Halle (H. Schrödel). gr. 8°. 296 S. 85 Abb. — Mk. 3-50. Bruchmann H. Untersuchungen über Selaginella spinulosa. A. Br. Gotha (A. Perthes.) gr. 8°. 64 S. 3 Taf. Sehr eingehende entwieklungsgeschichtliche Untersuchung über die ge- nannte Pflanze, die zeigt, wie viel noch an verbreiteten einheimischen Pflanzen zu entdecken ist. Insbesondere wurde der Bau des Stengels und der Wurzel, Anlage, Wachsthum und Vei zweigung des Stengels, d«-r Wurzeln und Blätter, das Vorkommen einer Mycorhiza, die Entwicklung des Prothalliums und der Keimlinge genau untersucht, Mit Rücksicht auf die systematische Stellung der Pflanze ist die Arbeit sehr werthvoll. Cleve P. T. Synopsis of the naviculoid Diatoms. Part IL Stock- holm (P. A. Nordstedt u. Sön). 4°. 220 p. 4 pl. — Mk. 40. Engler A. Die natürlichen Pflanzenfamilien. Leipzig (W. Engel- mann). 8°. ä Lief. Mk. 1-50. Lief. 169. G. Müller. Musci. (Bog. 10—12, 176 Einzelbild.) — Lief. 170. P. Hennings Dacryomycetineae, Exobasidiineae, Hymenomycetineae.(Bog. 7—9, 167 Einzelbild.) Fischer Ed. Beiträge zur Kenntniss der schweizerischen Rostpilze. (Bull, de l'herb. Boiss. VI. Nr. 1. p. 11—17.) 8°. Die Abhandlung besteht aus folgenden Theilen: 1. Fuccinia Aecidii Leucanthemi n. sp. und P. Caricis montanae. (Verf. zeigt, dass das Aec Letic. auf Crysanthemum Leucanthemum und ein auf Centaurea Scabiosa auftretendes Accidium je zu einer auf Carex montana lebenden Puceinia gehören.) 2. Die Uromyces - Arten der alpinen Primeln. 3. Gymnospo- rangium iuniperinum und G. tremelloides. 4. Cronartinm ribicolum im Oberengadin. Gautier G. Catalogue raisonne de la Flore des Pyrenees-Orientales. Introduction par Ch. Fl ah au lt. Perpignan (Im. Matrobe). 8°. 550 S. — 6 Frcs. Goebel K. Organographie der Pflanzen, insbesondere der Arche- goniaten und Samenpflanzen. I. Theil. Allgemeine Organographie. Jena (G. Fischer.) 8°. 232 S. - 130 Abb. — 6 Mk. Ein in vielfacher Hinsicht bemerkenswerthes Buch, auf dessen Fort- setzung man gespannt sein kann; es enthält nicht nur eine zusammenfassende Behandlung der äusseren Morphologie vom bekannten Standpunkte des Ver- fassers, sondern auch die Mittheilung einer grossen Auswahl werthvoller eigener Beobachtungen desselben und origineller Ideen. Eine Skizzirung des Inhaltes mag folgende Üebersicht geben: I. Allgemeine Gliederung des Pflanzen- körpers (S. 1 — 52) (Eintheilung der Organe bei den Samenpflanzen, Organ- bildung der Thallophyten, normale Organbildung am Vegetationspunkt und Regenerationen, Verwachsungen und Verkrümmungen). II. Symmetrie- verhältnisse (S. 53 — 121) (Stellung der Organe an radiären Achsen, Dor- 148 siventrale Sprosse , Symmetrieverhältnisse der Blätter, Symmetrieverhältnisse von Blüten und Inflorescenzen). III. Verschiedenheit der Organbildung auf verschiedenen Entwicklungsstufen, Jugendformen (S. 121 — 151). IV. Miss- bildungen und deren Bedeutung für die Organographie (S. 152—175). V. Beeinflussung der Gestaltung durch Correlation und äussere formative Eeize. Hildebrand Fr. Die Gattung" Cyclamm , eine systematische und biologische Monographie. Jena (G. Fischer). 8°. 190 S. 6 Taf. Die Monographie der interessanten Gattung zerfällt in zwei Theile; der erste bringt genaue Diagnosen und Beschreibung der 13 Arten mit Verbreitungsangaben, der zweite — der Schwerpunkt der Arbeit — bespricht eingehend den vegetativen Aufbau, den Bau der Blüten, die Bestäubungs- einrichtungen, Fruchtbildung, Bastardbildung, das Variiren der Formen und teratologische Bildungen. Die Angaben beruhen durchwegs auf jahrelanger Beobachtung der Arten in der Cultur; sie bringen nicht blos in vielen Fällen eine Richtigstellung bisheriger Annahmen , sondern eine Fülle neuer That- sachen. Ikeno S. Zur Kenntniss des sog. centrosomähnlichen Körpers im Pollenschlauch der Cycadeen. (Flora. 85. Bd. S. 15— 18.) 8°. Webber beobachtete einen centrosomähnlichen Körper im Pollen- Schlauch von Zamia , Ikeno einen solchen bei Ci/cas und Hirase bei Ginkgo. Belajef f hat in den ^permatogenen Zellen der Farne und Schachtel- halme ein intensiv färbbares Körperchen beobachtet, das er mit jenem centrosomähnlichen Körper identificirt. Verf. erklärt nun alle jene Bil- dungen thatsächlich für Centrosomen, die sich bei der Spermatogenese enorm ausdehnen und eine Befestigungsstelle der Cilien bilden. Japp 0. Auf Bäumen wachsende Gefässpflanzen in der Umgegend von Hamburg. (Verh. d. naturw. Vereins Hamburg 1897.) 8°. 17 S. Kränzlin F. Orehidacearum genera et species. Vol. I. Fase. 4. Berlin (Mayer u. Müller), gr. 8°. Lief. 4. S. 193—256. — 2-80 Mk. Limpricht G. Die Laubmoose. Raben hör st' s Kryptogamenflora von Deutschland. Oesterreieh und der Schweiz. 2. Aufl. IV. Bd. 3. Abth. 32 Lief. Leipzig (E. Kummer). 8°. S. 321—384. 111. — 2-40 Mk. Die Lieferung bringt den Schluss der Gattung Amblystegium und den Beginn der Gattung Hypnum. Oltmanns Fr. Die Entwicklung der Sexualorgane bei Coleochaete palvinata. (Flora 85. Bd. S. 1—14.) 8°. 1 Taf. Eine neue Untersuchung der Entwicklung der Sexualorgane der Coleo- chaeten war mit Rücksicht auf die grosse Rolle, die dieser Pflanze in philo- genetischer Hinsicht zugewiesen wird, gewiss am Platze. Verf. konnte allerdings den Beobachtungen Pringsheim's nichts wesentlich Neues an- fügen; er bestätigt sie in den meisten Momenten. Zum Schlüsse erörtert Verf. die Thatsachen, welche für den vermutheten Zusammenhang der Coleochaete mit den Archegoniaten sprechen könnten, kommt aber ebenfalls zu dem Ergebnisse, dass das Gewicht jener Thatsachen kein zu grosses ist. Potonie H. Die Beziehung der Sphenophyllaceen zu den Cala- raariaeeen. (Neues Jahrb. f. Mineralogie etc. 1896. II. Bd. S. 141 bis 156.) 8°. Verf. begründet seine Anschauung, nach der die Sphenophyllaceen i'ire nächsten Verwandten unter den Salviniaceen besitzen. 149 Reiche 0. Flora de Chile. Vol. I. Fam. 1—30. Santiago und Dresden (Zahn u. Jänsch). 8°. 379 p. — 12 Mk. Reichen bach H. G. L. und Reichenbach H. G. Icones florae gerrnanicae et helveticae simul terrarum adjacentium ergo mediae Europae. Contin. F. G. Kohl. Tom. XXIII. Dec. 9 et 10. Leipzig ( J. A. Barth.) 4°. 8 p. 21 Taf. — ä 6 Mk. Sa int- Lager. Grandeur et decadence du Nard. Genre grammatical des noms generique. Paris (Bailiiere). 8°. 28 p. Behandelt das grammatikalische Geschlecht der Gattungsnamen. Schaar F. Die Marcgraviaceen und Bombaceen, zwei biologisch sehr merkwürdige exotische Pflanzenfamilien. (Mitth. d. k. k. Garten - bauges. in Steiermark. 1898. Nr. 1. S. 5—9.) 8°. 3 Fig. Schübe Th. Die Verbreitung der Gefässpflanzen in Schlesien nach dem gegenwärtigen Stande der Kenntnisse. Breslau. 8°. 100 S. 1 Karte. Die Arbeit, welche eine Festgabe anlässlich des 70. Geburtstages F. Cohn's darstellt, ist eine gedrängte Flora von Schlesien. Sie gibt die Verbreitung der einzelnen Arten auf Grund einer vom Verf. vorgenommenen Netzeintheilung des Landes. Scott D. H. Introduction to structural botany, flowerless plants. Ed. 2. London (Black). 8°. 116 p. — 3 sh. 6 d. So lms- Laubach H. Graf zu. Ueber die in den Kalksteinen des Culm von Glätzisch E'alkenberg in Schlesien enthaltenen Structur bietenden Pflanzenreste. III. Abhandlung (Botan. Zeitung 1897. Heft XX). 4°. S. 219-226. — — Ueber Medullosa Leuckarti. (Botan. Zeitung 1897. Heft 10.) 4°. S. 175—202. 2 Taf. — — Die Flora von Strassburgs Umgebungen. (Festgabe des deutschen Apotheker -Ver. Strassburg 1897.) 8°. 8 'S. Verf. bespricht eine Reihe der interessantesten Pflanzenstandorte der Umgebung Strassburgs, so insbesondere die Ufer und Altwasser des Rheins, die Wiesen und Wälder der Alluvialniederung, die Wälle und Glacis der Festung etc. Townsend Fr. Euphrasia Canadensis nov. sp. (Journ. of Botany. XXXVI. Nr. 421. p. 1—2.) 8°. 1 Tab. Tschirch A. und Oesterle 0. Anatomischer Atlas der Pharma- kognosie und Nahrungsmittelkunde. Lief. 13. Leipzig (Tauchnitz). 4°. — 1-50 Mk. Die vorliegende Lieferung behandelt in bekannter Weise: Cortex Condurango, Flores Arnicae, Fructus Juniperi, Rhizoma Hydrastides, Herba Stramonii, Semina Stramonii. Warburg 0. Die Rohproducte unserer Oolonien, speciell die phar- maceutisch wichtigeren derselben. (Berichte d. deutschen pharmac. Ges. VII. Jahrg. Heft 6. S. 208-222.) 8°. 150 Weber C. A. Ueber eine ornorikaartige Fichte aus eiuer dem älteren Quartäre Sachsens angehörenden Moorbildung. (Engler's Botau. Jahrb. XXIV. Bd. 4. Heft. S. 510-540.) 8°. 3 Taf. Verf. untersuchte Picea-Reste, welche sich in einer altquartären, von einem Moore herrührenden Ablagerung bei Aue im sächsischen Erzgebirge fanden. Er gelangte auf Grund eingehendster morphologischer und anato- mischer Untersuchung von Blättern, Zapfen, Samen, Zweigen, Holz und Pollen zu dem Ergebnisse, dass Reste einer omorika-ahnlichen Fichte vor- liegen, die er Picea omorikoides nennt. Durch diesen Fund wurde die An- sicht Wettstein's, dass „die heutige Picea Omorica der Rest einer ehe- mals in Mitteleuropa verbreiteten Pflanzengruppe anzusehen ist" und die daraus gefolgerten pfianzengeographischen Schlüsse vollauf bestätigt. Wille N. Beiträge zur physiologischen Anatomie der Laminariaceen. Christiania (Centraltrykkeriet). gr. 8°. 70 S. 1 Taf. Zusammenfassende Abhandlung über die physiologischen Gewebe- systeme der Laminariaceen, die eine deutliche Gliederung in Assimilations- system, mechanisches System, Leitungssystem und Speicherungssystem auf- weisen. Die Herausgabe der bekannten Zeitschrift „Die Natur" hat mit 1. Jänner d. J. Prof. Dr. W. Uhle in Halle übernommen. Tubeuf Dr. C. Freiherr v. gibt vom 1. Jänner d. J. ab eine neue Zeitschrift unter dem Titel „Praktische Blätter für Pflanzenschutz" heraus. Dieselbe soll insbesondere dem Praktiker die wichtigsten Nachrichten über Schädlinge und Krankheiten der Oulturpflanzen vermitteln. Verlag von E. Ulm er in Stuttgart. Preis pro Jahrgang (12 Nummern) 2 M. Akademien, Botanische Gesellschaften, Vereine, Congresse etc. Kais. Akademie der Wissenschaften in Wien. Sitzung der mathem.-naturw. Olasse vom 13. Jänner 1897. Das w. M. Herr Hofrath Director A. v. Kern er überreicht eine Ab- handlung von Prof. Dr. J. Steiner, betitelt: „Prodromus einer Flechtenflora des griechischen Festlandes". Sitzung der mathem.-naturw. Classe vom 20. Jänner 1898. Herr Dr. Alfred Burgerstein übersendet eine Abhandlung: „Beiträge zur Kenntniss der Holzstructur der Pomaceen". Dieselbe enthält Ergänzungen zu den früheren Arbeiten des Verfassers über Pomaceen, unter Anderem Untersuchungen über den histologischen Bau des (seeundären) Holzes von Pirus Boll- willeriana var. bnlbiformis, Chamaemeles coriacea Lindl., Hespero- meles pernettyoides Wedd., Rhaphiolepis japonica Sieb, et Zucc, ferner mehrerer Arten von Crataegus und Phot'uiia. 151 K. k. zoologisch - botanische Gesellschaft iii Wien. A. Section für Botanik. In der Sitzung am 19. November 1897 demonstrirte Prof. Dr. G. v. Beck zapfentragende Zweige eines im Weikendorfer Eevier im Marchfelde vorkommenden Exem- plares der Pinus permixta G. Beck. — Herr Director Lauche demonstrirte hierauf blühende Exemplare seltener Gewächshaus- pflanzen, Aroideen. Orchideen, Lilium-, Nepenthcs-Arteu u. a. — Dr. C. v. Keissler zeigte Früchte von Maclura amantiaca vor. — Herr A. Teyber sprach über neue Pflanzenstandorte aus Nieder- österreich. — Herr J. Vierhapper zeigte Exemplare des von ihm für Salzburg nachgewiesenen Avenastrum planiculme vor. — Dr. M. R. v. Eichenfeld besprach eine von ihm entdeckte neue Girsium- Hybride : C. Travignoli Eichenf. (montanum X palustre), Tirol, Travignolo-Thal; ferner eine von ihm ebendort beobachtete weiss- blütige Form von Gentiana calycina. — Dr. E. v. Halacsy hielt einen Vortrag über „eine neue Umbellifere der österreichischen Flora" ; es ist dies Peiicedanum crassifolium Hai. et Zahlbr. (= AtJiamantha latifolia Vis.), die Vortr. bei Abbazia auffand. — Schliesslich besprach Prof. Dr. G. v. Beck „die Spermatozoiden der Gymnospermen" unter Berücksichtigung der einschlägigen Ar- beiten Belajeff's, Ikeno's, Hirase's, Webber's. In der Sitzung vom 17. December 1897 hielt Prof. Dr. K. Fritsch einen Vortrag über „Van Tieghem's System der Phanerogamen". — Herr Dr. E. v. Halacsy zeigte einige vom Pfarrer Wiedermann bei Rappoltenkirchen in Niederösterreich gesammelte und vom Vortr. bestimmte Rubus-Formen vor. B. Section für Kryptogamenkimde. Sitzung vom 26. No- vember 1897. Herr Dr. L. Hecke sprach „über Getreiderost b ' und referirte über die wesentlichsten Ergebnisse der Forschungen Eriksson s und Hennings'. — Priv.-Doc. Dr. Krasser erstattete einen eingehenden Bericht über die neuere algologische Literatur. Die 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird in der Zeit vom 19. — 24. September in Düsseldorf stattfinden. Die Vorarbeiten für die Abtheilung für Botanik haben die Herren Prof. Dr. Buckendahl (Fürstenwahlstrasse 70) und Oberlehrer Rob. Ley (Elisabethstrasse 59) übernommen. Dieselben ersuchen um Anmeldungen von Vorträgen und Discussionen bis Ende April d. J. Der Stadtrath von Karlsbad in Böhmen hat beschlossen, für 1900 die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte einzuladen und einen diesbezüglichen Antrag beim Vor- stande der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte gestellt. 152 Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. Herr Georg Treffer in Luttach (Post Sand). Tirol, versendet eben das XVIII. Verzeichniss von Herbarpflanzen, welche von ihm im Kaufwege bezogen werden können. Es enthält Pflanzen aus ver- schiedenen Florengebieten Europas, insbesondere aus Tirol; die relativ grosse Zahl von Hieracien wurde von Murr und Dürn- berger revidirt. Die Treff er' sehen Pflanzen sind durchwegs schön präparirt und reich aufgelegt und sind zu sehr massigen Preisen (10 — 14 Pfennige) zu beziehen. Kryptogamae exsiccatae. editae a Museo Palatino Vindo- bonensi. Auetoribus G. de Beck et A. Z ah lb ruckner. Cent. III. 1898. Die eben erschienene Centurie dieses werthvollen und schönen Exsiccatenwerkes, die Beiträge von 33 Fachmännern bringt, ent- hält u. a. folgende Formen aus Oesterreich-Ungarn : Nr. 202. Synchytrium Anemones Woron. Ungarn, Pressburg, leg. Bäumler. — 203. Ciboria bolaris Fuckel. Ungarn, Pressburg, leg. Bäumler. — 204. Ombrophila strobilina Rehm. Böhmen, Luk, leg. 0. de Müller. — 205. Helotium divinum Fries. Niederöster- reich. Rekawinkel, leg. G. de Beck. — 206. Microglossum viride Gillet. Niederösterreich, Hadersfeld, leg. G. cle Beck. — 207. Blnj- tisma acerinum Fries. Niederösterreich. Schneeberg, leg. J. Dörfler; Ungarn, Dobsina. leg. F. Filärszky. — 208. Rhytisma salicinum Fries. Ungarn. Inäm im comit. Hont, leg. A. Magöcsy-Dietz. — 209. Coccomyces coronatus De Not. Niederösterreich, Sonntagsberg bei Rosenau. leg. P. P. Strasser. — 210. Endogone pisiformis Link. Ungarn, Budapest, leg. Magöcsy-Dietz. — 212. Actinonema Jiosac Fries. Ungarn. Pressburg, leg. et det. Bäumler. — 213. Septoria salicicola Sacc. Ungarn, Wald „Schur" bei St. Ge- orgen, leg. A. Zahlbruckner. — 214. Septoria Chelidonii Desmaz. Salzburg, Kapuzinerberg, leg. J. Dörfler. — 215. Glocosporium cylindrospermum Sacc. Ungarn, Pressburg, leg. et det. Bäumler. — 216. Microstroma albnm Sacc. Ungarn, Wald „Schur" bei St. Georgen, leg. et det. Bäum ler. — 217. Microstroma Juglandis Sacc. a) Ungarn, Pressburg. leg. Bäum ler, b) Ungarn, Budapest, leg. Magöcsy-Dietz. — 218. Monilia Linhartiana Sacc. Mähren, Eisgrub; leg. H. Zimmermann. — 219. Heterosporium Omithogali Klotzsch. f. minor Bäuml. Ungarn, Pressburg, leg. et det. Bäumler. — 220. Cladosporiwn epiphyllum Marthas. Ungarn, Budapest, leg. et det. F. Filärszky. — 222. Nostoc commune Vaucher. Ober- österreich, St. Wolfgang, leg. Lütkemüller. — 225. Oscillaria antliaria Jürgens, var. repens Agard. Ungarn, Budapest, leg. F. Filärszky. — 226. Polycystis aeruginosa Kütz. Ungarn, Budapest. See „Varosligetitö", leg. F. Filärszky. — 229. Glosterium ace- rosum Ehren b. Niederösterreich, Frankenfels, leg. et det. S. Stock- inayer. — 230. Gosmarium leue Rabh. Ungarn, Budapest, leg. et 153 det. G. de Istvanffi. — 231. Disphinctium curtum NägelL Ober- österreich, Rierlbacher Moor. leg. et det. J. Lütkemüller. — 233. Gonium pectorale Müller. Ungarn, Budapest, leg. et det. F. Filarszky. — 235. Trentepohlia jolitlius Wahr. Salzburg, im Thale Eauris bei Wörth, leg. M. Eysn. — 236. Sacheria rigida Sirodot. Dalmatien. Topol.je, leg. G. de Beck. — 237. Closterium Ehrenbergii Meneghini. Niederösterreich, Gumpoldskirchen, leg. et praep. F. Pfeiffer de Wellheim. — 238. Zygnema spec. Nieder- österreich, Wien, Prater, leg. et praep. Pfeiffer de Well heim. — 239. Spirogyra spec. Steiermark, Spital am Semmering, leg. et praep. Pfeiffer de Wellheim.. — 240. Ulothrix Sonata Kützing. Steiermark, Spital am Semmering, leg. et praep. Pfeiffer de Well- heim. — 81 c, d) Hydraras foetidus Kirchner, var. Dacluzelii Rabh. Steiermark, Spital am Semmering, leg. et praep. Pfeiffer de Wellheim. — 241. Cladonia delicata Flk. f. quercina Wainio. Niederösterreich, Sonntagsberg bei Rosenau, leg. P. P. Strasser. — 242. Cladonia amaurocraea Schaer. a) var. fasciadata Kernst. Tirol, bei Ehrenberg im Pusterthal, leg. E. Kernstock. — 243. Cla- donia papillaria Hoffm. Tirol, Kienberg bei Ehrenberg, leg. E. Kernstock. — 244. Cladonia foliacea Schaer. var. cmvoluta Wainio. Ungarn, Kecskemet, leg. L. Hollös. — 245. Cladonia verticülata var. evoluta Stein. Tirol, Kienberg bei Ehrenberg, leg. E. Kernstock. — 246. Evernia prunastri Ach. Niederösterreich, Rorreg im Isperthal, leg. Fr. de Grossbauer. &) f. sorediifera Ach. Niederösterreich, Sonntagsberg bei Rosenau, leg. P. P.Strasser. — 247. Parmelia dubia Schaer. Tirol, St. Sigmund und Ehrenberg im Pusterthal, leg. E. Kern stock. — 248. Physcia tenella Nyl. Niederösterreich, Krems, leg. J. Baumgartuer. — 249. Acarospöra cineracea Lahm. Niederösterreich, Sonntagsberg bei Rosenau, leg. P. P. Strasser. — 250. Caloplaca caesiorufa A. Zahlbr. Nieder- österreich, Arnsdorf, leg. Baumgartner. — 251. Caloplaca pyracea Th. Fries. Niederösterreich, Sonntagberg bei Rosenau, leg. P. P. Strasser. — 252. Caloplaca cerina a) Ehrharti Th. Fries. Nieder- österreich, Sonntagberg bei Rosenau, leg. P. P. Strasser. — 253. Caloplaca arenaria var. Lallavei A. Zahlbr. Küstenland, Triest, leg. Schul er. — 245. Lecanora verrucosa Laur. Tirol, „Lueger- Alpe", „Wolfendorn". Brenner, leg. J. Sc hu ler. — 255. Thclotrema lepadinum Ach. Niederösterreich, Kienberg bei Pöggstall, leg. F. d e Grossbauer. — 256. Pertusaria corallina Arn. Tirol. Ehrenberg, leg. Kernstock. — 257. Pertusaria fagineaWsiimo. Niederöster- reich, Sonntagberg bei Rosenau, leg. P. P. Strasser. — 258. Bacidia endoleuca Kickx. Tirol, Hötting, leg. J. Sc hui er. — 259. Lecidea (Biatorä) uliginosa Ach. Tirol, Paschberg bei Innsbruck, leg. Schuler. — 260. Lecidea (Biatora) flexuosa Nyl. Niederösterreich, Sonntagberg bei Rosenau, leg. R. Reiter. — 261. Lecidea (ßiatora) granulosa Ach. Tirol, Kienberg bei Ehrenberg, leg. Kern stock. — 262. Lecidea jurana Schaer. Niederösterreich, Prochenberg bei Ybbsitz, leg. P. P. Strasser. — 263. Iihisocarpon distinäunt, O.csterr. botan. Zeitschrift. 4. Heft. 1898. 12 154 Th. Fries, a) Niederösterreich, Dürrenstein, leg. Baum g artner. b) Tirol. Ehrenberg, leg. Kernstock. — 264. Rhizocarpon Mori- tagnei Koerb. Niederösterreich, Krems, leg. Baumgartner. — 265. Rhizocarpon (Catocarpon) polycarpum Th. Fries. Tirol, Ehren- berg, leg. Kern stock. — 266. Melaspilea arthonioides Nvl. Küstenland, Boschetto bei Triest, leg. Schuler. — 267. Buellia Schaereri DNotar. Tirol, Paschbergwald bei Innsbruck, leg. Schuler. — 268. Arthopyrcnia fallax Arn. Kärnten, „Plecken", leg. J. Steiner. — 269. Arthopyrenia fallax var. conspurcata Stnr. nov. var. Kärnten, Hornstein bei Klagenfurt. leg. J. Steiner. — 270. Syuechoblashis nigrescens Anzi. Küstenland, S. Giovanni bei Triest, leg. Schuler. — 271. Nardia hyalina Carr. Vorarlberg. Kristberg bei Dalaas, leg. C. Loitlesberger. — 273. Aplozia crenulata var. gracillima Hook. Vorarlberg, Kristberg bei Dalaas. leg. C. Loitlesberger. — 274. Scapania irrigua Dum. Ober- österreich, Laudachsee am Traunstein, leg. C. Loitlesberger. — 275. Aplozia pumila Dum. Vorarlberg, Klosterthal, leg. Loitles- berger. — 276. Scapania asper a Bern. Oberösterreich, Laudachsee. Gmunden, leg. Loitlesberger. — 277. Cephalozia media Lindbg. Vorarlberg, Bludenz, leg. Loitlesberger. — 280. Cephalozia leucantha Spruce. Vorarlberg, „Saminathal", leg. Loitlesberger. — 281. Riccia sorocarpa Bisch. Oberösterreich, Windern bei Schwanenstadt, leg. A. Zahlb ruckner. — 282. Asterella fragrans Trevis. Niederösterreich. Krems, leg. J. Baumgartner. — 283. Sphagnum cymbifolium Ehrh. Ungarn, „Stufengraben". Tatra, leg. F. Filärszky. — 286. Sphagnum platyphyllum Warnst. Nieder- österreich, am Jauerling bei Spitz, leg. J. Baumgartner. — 287. Phascum cuspidatum Schreb. Niederösterreich, Wien. Gersthof. leg. G. de Beck. — 288. Dicranella heteromalla Schimp. Nieder- österreich. Rekawinkel, leg. M. Heeg. — 289. Dicranum Mühlen- heckii Bryol. Europ. Niederösterreieh, Krems, leg. Baumgartner. — 291. Pterygoneurum cavifolium Jur. Nieder Österreich, Wien. Gersthof, leg. G. de Beck. — 292. Pterygoneurum subsessile Jur. Ungarn, Csepel, leg. J. B. Förster. — 293. Barbula flavipcs Bryol. Europ. Steiermark, „Hartlesgraben" bei Hieflau, leg. Baum- gartner. — 294. Physcomitrium pyriforme Brid. Ungarn, „Kis-viz" bei Föth, leg. Schilberszky. — 295. Fanaria microstoma Byol. Eur. Salzburg, am Taurach unterhalb Mautern dorf, Lungau. leg. L. Fiedler. — 296. Fanaria hygrometrica Sibth. var. calvescens Bryol. Eur. Ungarn, Stadtwäldchen bei Budapest, leg. Schilberszky. — 298. Philonotis fontana Brid. Vorarlberg. Albona bei Langen, leg. Loitlesberger. — 299. Rhynchostegium depressum Bryol. Eur. Niederösterreich, Krems, leg. J. Baumgartner. Das Museum „Herbarium Haussknecht", über das schon der Jahrgang 1896, S. 469, dieser Zeitschnift ausführliche Mittheilungen brachte, ist nun vollendet, Es enthält jetzt sämmt- 155 liehe Sammlungen, welche Prof. Haussknecht bisher besass; in neuerer Zeit sind noch hinzugekommen : das Herbarium Borne- mann, besonders reich an Pflanzen Sardiniens, das Eanuncu- laceen-Herbarium von Huth, das Herbarium Vatke und das Herbarium Gebhardt, das besonders reich an Sieber'schen Originalien ist. Vor Kurzem wurde das Museum vom Grossherzoge von Sachsen-Weimar eingehend besichtigt, der sich überaus aner- kennend über dieses bedeutungsvolle, in Deutschland einzig dastehende Privat-Institut aussprach. — r. Herr H. Hof mann (Grossenhain, Kngr. Sachsen, Garten- strasse 547) beginnt mit der Herausgabe eines Exsiccatenwerkes, betitelt „Piantae criticae Saxoniae". Dasselbe soll insbesondere Formen polymorpher Gattungen enthalten. Die Herausgabe wird in Fascikeln a 25 Nummern (ä 6 M.) erfolgen. Lieferung I enthält folgende Formen: 1. Rubus suberectus And., 2. R. plicatus Wh. N., 3. R. opacus Focke, 4. R. sulcatus Vest., 5. R. amygdalanthus Focke, 6. R. bifrons Vest., 7. R macrophyllus Wh. N. var. piletostaehys G. G.. 8. R. Sprengelii Wh. N., 9. R. caesius X Sprengelii F., 10. R. (Jimbricus Focke, 11. R. Weicher i Hofm., 12. R. rodala Wh.. 13. R. Guentheri Wh. N., 14. R. Bellardii Wh. N., 15. Mentha aquatica L. ssp. riparia Schreber, 16. M. verticillata L. var. Motoliensis (Opitz), 17. Hieracium collinum (Gochn.) Naeg. et Pet. subsp. Ueclitritzii N. et P., 18. H. Auricula L. subsp. amaurei- lema Naeg. et Pet,, 19. H. spathophyllum Naeg. et Pet, subsp. exorrhabdum N. P., 20. H. umbellif'erum Naeg. et Pet. susp. saxonicum N. P., 21. H. hyperdoxam Sag. (= H. umbellif. X PHo- xella). 22. Aspenium Tricliomanes Huds. f. typica, 23. A. viride Huds., 24. A. adulternum Milde f. typica, 25. A. adidterinum M. var. Poscliarskyanum Hofm. Exsiccatae Potentillarum spontanearum eultarumque von K. Siegfried. Mitte December des abgelaufenen Jahres erschien wieder eine Lieferung dieser verdienstvollen Exsiccaten-Sammlung in gleich schöner und reicher Ausführung wie die vorhergehenden; sie umfasst 45 Blätter, mit Ausnahme von 3 (durch ! bezeichneten) durchaus der Cultur entnommenen Exemplaren. Von österreichisch- ungarischen Fundstellen werden hier dieselben wörtlich übersetzt angeführt : n. 6 n - Rot. ereeta (L.) D T. ] ) aus Südschweden : See Yddie- gesjön. n. 49 a - P. macrocaly Hult. von Cournilie in den Pyrenäen, n. 54. P. hispanica Zimm. von Origuela, Prov. Teruel, Valencia. : ) Die Combination Potentilla (Tormentilla) ereeta hat 180 Jahre vor aiir schon Scopoli gemacht; ich muss daher diese Autorschaft ablehnen! 12* 156 Fi. 78 1 - P. umbrosa Stev. vom Tschatyrdagh im Taurus. n. 80 P. laeta Eeichb. vom bois de Vizenque. Prov. Aveyron. Frankreich, i). 116 a ' P. intermedia L. non auet. var. canescens Rupr. (1860) non Besser et anct. al. von Rupossova. Prov. Moskau. li. 129* P. thyrsiflora Hüls, non Zimm. von Reisen bei Lyssa in Posen. n. 138. P. arenicola Blocki , P. super - argentea L. non auct. al. X P- isopetala Blocki von 4 Fundstellen: a) Galizien, sehr selten auf sandigen, begrasten Hügeln um Kortu- mowka bei Lemberg. unter den Aeltern auf Kalkboden (locus classicus); b) Galizien, auf sandigen, sonnigen, be- grasten Hügeln um Lesienice bei Lemberg unter den Eltern auf Kalkboden (locus classicus) c) und d) von Serpuchov am Okafluss. Prov. Moskau. ]i. 141. P. Johanniniana Goir. von Tombetta bei Verona (lucu.- classus). n. 146. P. Rhenana M. P. Müller vom Castell Attenahr bei Ooblenz am Rhein. n. 152 a - P. argentata Jord. Mähren: an offenen steinigen Stellen am Kuhberg bei Znaim auf Granitboden. n. 153 a - P. pseudo-argentm Blocki vom Berge Karabirdjik bei Tossia in Paphlagonien. n. 237 b P. aurigera A. Kerner J ) von Rocheray im Thale Joux, Ct. Waadt (forma). n. 254 a - P. subnivalis Brügger, Kärnten: Gailthal auf Alpen- wiesen auf dem Berge Osternik über die Alpe Feistritz zwischen die Aeltern, auf Kalkboden. i). 278 a - P. Peyritschii Zimm. von Piz Padella bei Samaden. n. 311 a - P. speciosa Willd. raora. Aktasch bei Gümüsch-khane in Türkisch-Armenien. ! n. 320 a - P. carmolica A. Kerner. Kram: an schattigen, steinigen, gebüschreicheu Ufern des Idrizarlusses bei Idria, auf Kalkboden (C. Mulley). n. 324 a - P. Huteri Siegfr. vom Muntatsch am Fusse des Piz Pa- della bei ISamaden. n. 326. P. Amthoris Huter. Tirol: auf kurzbegrasten trockenen Weiden auf dem Hühuerspiel „Amthorspitze". Auf Kalk- schieferboden. n. 336. P. Wilcsekii Siegfr. (1891) von Vallon de Geuroz über dem Dorfe Vernaygaz in Wallis (locus classicus). a ) Es muss richtig aurigena A. Kerner heisseu! Bei dieser Gelegenhpit möchte ich auch darauf hinweisen, dass Hut er 's Combination P. nivea L. < venia L. den Namen P. breunia Huter zu fuhren hat (nicht P. brenn m Hut,); so steht auf der Original-Etiquette und der Name breuni ist nicht dunkler als der Name brcnni (Brenner). — Vergl. Schneller Chr., Tirolische Namensforschungen, Innsbruck, 1890. 8". p. 20. 157 n. 354. P. Davurica Nestl. aus dem botanischen Garten in Berlin, n. 431 a - P. pectinata Fischer von Kyschtym bei Ekaterinburg. Prov. Perm, am Ural, n. 469. P. lanuglnosa Fischer vom Kloster St. Georg auf dem Taurus. n. 501. P. ranuncoloides Humb. u. Bonpl. aus dem botanischen Garten in Upsala. n. 525. P. nivea L. non auct. var. incisa Lehm., wie P. pecti- nata Fischer, n. 561. P. Hopwoodiana Sweet, vom botanischen Garten ia St. Petersburg, n. 625. P. axilliflora Hook. fil. vom botan. Garten in Kew. u. 646 a P. venia L. non auct. var. asiatica Siegfr. u. Keller. von der Alpe Manator auf dem Karagvelldagh bei Gümüsch- kane in Türkisch -Armenien, n. 711. P. petata Nestler forma laciniata Siegfr. non auct. al. von Limenas auf der Insel Thasos auf Eruptivboden. n. 737. P. lateriflora Rydberg aus dem botanischen Garten in Upsala. n. 920. P. nevademis Boiss. var.' condensata Boiss. von Dornajo und Cerro de Tos oro in der Siera Nevada in Spanien, n. 936 b - P. taurica Willd. non Zimm. var. Pirotensis Borbäs von Kara-Tepe bei Burgas in Bulgarien, n. 937. P. Besseana Siegfr. von Fully in Wallis (loc. class.). n. 978. P. Gibclliana Siegfr. bei Ponte Stura in Piemont auf Alluvium (loc. class.). n. 978 a - P. Gibelliana Siegfr. von San Mauro am Po bei Turin, n. 982 a - P anrea L. non auct. forma vegctior Favrat herb. vom Berge Foscagno bei Bormio. n. 985. P. Oleensis Petunnikow. von Lughky bei Sperpuchov. Prov. Moskau (1. class.). n. 1013. P. strkia Siegfr. non Jordan von Glattfelden bei Zürich (loc. class.). n. 1017. P. aryentea L. non Willd. et auct. al. var. tenerrima Velenovsky von Nova Mahala bei Sadovo in Bulgarien. ! n. 1064. P. aureaeformis Gelmi, P. tridentina Gelmi X aurea L. non auct. Südtirol: an trockenen, steinigen, begrasten Stellen aut dem Berge Vasone bei Trient zwischen den Aeltern auf Kalkboden, 1. class. (£. Gelmi). ! n. 1005. P. Vasonensis Gelmi, P. tridentina Gelmi X P glanditli- fera Krasan non auct, al. Südtirol : ebenda, loc. class. (E. Gelmi). n. 1065. P. pseudotyrsiflora Siegfr., P. thyrsiflora Hüls, non Zimm. X P argentea L. non auct. von Reisen bei Lissa in Posen. Dr. K. W. v. Da IIa Torre. Innsbruck. 158 F. Foutrey in Corrombles (Frankreich, Cöte d'Or) gibt ein „Herbier cryptogamique de la Cute d'Or" heraus. Dasselbe umfasst Pilze, Moose und Flechten, insbesonders seltenere uud neue Arten und kostet per Centurie 20 Fr. Arnold F., Lichenes exsiccati. Nr. 1719 — 1745 und Nachträge. — — Lichenes monacenses exsiccati. Nr. 462—493. Fleischer und Warnstorf, Bryotheca Europae meridionalis. Cent. II. — 20 M. Botanische Reise. Der Botaniker G. Rigo hat eine für eine ganze Saison (Mitte März bis Ende August) berechnete Sammelreise nach Mittel- und Süd-Italien unternommen. Es soll dies eine Wiederholung, bezw. Fortsetzung jener Reisen sein, die Huter, Porta und Eigo in den Jahren 1874, 1875 und 1877 mit so grossartigen Erfolgen durchführten. Eigo hat zwei Hilfskräfte gewonnen, die ihn begleiten und beim Sammeln unterstützen. Er befindet sich derzeit am Capo Pali- nuro, dem einzigen Standorte der Primula Valinurl Pet. Nach Einbringung dieser hochinteressanten Species begibt er sich nach dem südlichsten Sicilien, und zwar über Syracus nach Avola und Noto, und gedenkt dort, beziehungsweise im Gebiete von Taormina, den April über zu bleiben. Im Mai bis fast Ende Juli soll in Cala- brien gesammelt werden, während der August für die Majella- Gruppe in Aussicht genommen ist. Der genaue Eeiseplan ist von Pfarrer Rupert Hut er aus- gearbeitet. Die zu erhoffende Pflanzen- Ausbeute wird ausschliesslich durch die Wiener botanische Tauschanstalt (J. Dörfler, Wien, III., Barichgasse 36), in deren Auftrage Eigo die Eeise unternimmt, zur Vertheilung gebracht. J. D. Personal-Nachrichten. Prof. K. Haussknecht in Weimar wurde zum grossherzog- lichen Hofrath ernannt, Wie bekannt, werden in Prag derzeit an Stelle des alten botanischen Gartens zwei neue angelegt, ein Garten der deutschen und ein solcher der böhmischen Universität. Zum Director des botanischen Gartens und Institutes der deutschen Universität wurde Prof. Dr. R, v. Wettstein, zum Director des Gartens und Institutes der böhmischen Universität Prof. Dr. L. Celakovsky ernannt. 159 Oberlehrer Budolf Beyer in Berlin wurde zum Professor ernannt. Dr. L. Linsbauer wurde zum Professor am Staatsgymnasium in Pola ernannt. Dr. Henry Potonie in Berlin wurde zum königl. Bezirks- geologen ernannt. Prof. P. J. Wiesbaur wurde zum Professor am Gymnasium in Duppau (Böhmen) ernannt. Im Jahre 1898 geht eine schwedische Polar-Expedition unter der Leitung des Prof. A. G. Nathorst ab; an derselben werden als Botaniker Doc. Gunnar Andersson, als Bacteriologe Dr. Levin theilnehmen. — An einer zweiten Expedition, welche 1898 unter Sverdrup's Leitung nach Nord-Grönland unternommen wird, wird sich als Botaniker Herr H. G. Simmons in Lund be- theiligen. K. B. J. Forsseil, der bekannte schwedische Lichenologe, ist am 12. Februar d. J. gestorben. Frances Ramaley, Instructor der pharmaceutischen Botanik an der Universität Minnesota, ist zum Assistent-Professor der Botanik an der Universität von Colorado ernannt worden. J. G. Suchman ist zum Begierungsbotaniker von Victoria als Nachfolger F. v. Müller's ernannt worden. Die Akademie des sciences in Paris hat folgende Preise ver- liehen: Den Prix Desmazieres an J. Eriksson für seine Unter- suchungen über Getreideroste, den Prix Montagne an Bourquelot für seine Arbeiten über die Physiologie der Pilze, den Prix Thore an Sappin-Trouffy für seine Untersuchungen über die Entwick- lung der Uredineen und den Prix Gay an Ch. Flahault für seine pflanzengeographischen Studien über das französische Mittelmeer- gebiet. Die „Societe botanique de France" hat in ihrer Sitzung vom 24. December gewählt: zum Präsidenten Franchet, zu Vice- Präsidenten Zeiller, Boudier, Olos und Roze. Inhalt der April-Nummer : Degen A. v., Bemerkungen über einige orientalische Pflanzenarten XXXIV. S. 121. — Mnrbeck Sv., Eine neue, arktische Gentiana ans der Sect. ComaUoma. S. 124. — Gelert 0., Die Ilnbus- Hybriden des Herrn Dr. Utsch etc. S. 127. — Riehen G., Nachträge zur Flora von Vorarlberg und Liechtenstein. S. 131. — Eick J., Zur Pilzkunde Vorarlbergs. S. 134. — H as sli n g er J. v., Variationen in den Blüten von Papaver Rhoeas. S. 189. — Literatur-Ucbersicht. b. 142. — Akademien, bot. Gesellschaften, Vereine, Con- gresse etc. S. 150. — Botanische Sammlungen, Museen, Institute etc. S. 152. — Botanische Reise. S. 158. — Personal-Nachrichten. S. 158. Redacteur: Prof. Dr. R. v. Wettstein, Prag, Smichow, Ferdinandsquai 14. Verantwortlicher Redacteur: J. Dörfler, Wien, III., Baiichgasse 36. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. Die „Oesterreichische botanische Zeitschrift" erscheint am Ersten eines jeden Monats und kostet ganzjährig lfi Mark. Zu herabgesetzten Preisen sind noch folgende Jahrgänge der Zeitschrift zu haben: II und III ä 2 Mark, X— XII und XIV— XXX ä 4 Mark, XXXI-XLI ä 10 Mark. Exemplare, die frei durch die Post expedirt werden sollen, sind mittelst Postanweisung direetbei der Administration in Wien, I., Barbaragasse 2 (Firma Carl Gerold's Sohn), zu pränumeriren. Einzelne Nummern, soweit noch vorräthig, ä 2 Mark. Ankündigungen werden mit 30 Pfennigen für die durchlaufende Petitzeile berechnet. INSERATE. Wir kaufen die Jahrgänge 1851, 1854, 1855, 1853, 1857. 1858, 1859, 1863 der .,Oesterreichischen botanischen Zeitschrift'- und erbitten Anträge. Carl Gerold's Sohn Wien, L, Barbaragasse 2. *■- # * * # #■ * *- * * * * * &■. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien, L, Barbaragasse 2. Soeben ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Excursionsflora für Oesterreich (mit Ausschluss von Galizien, Bukowina und Dalmatien). Mit theilweiser Benützung des „Botanischen Excursionsbuches" von G. Lorinser verfasst von IDt. ZKIa,rl Fritscii, k. k. a. o. Professor der systematischen Botanik an der k. k. Universität in Wien. 46 Bogen in 8°. Bequemes Taschenformat. Preis brochirt M. 8. — , in Leinwandband M. 9. — . Ä * Behufs Tausch und Verkauf erbittet sich bis 31. October (mit Lieferzeit bis Ende November 1898) Offerten in duplo von vorzüglich getrockneten Pflanzen (europäische Idchenes, Hepaticae, Musci fr. und Cryptogamae vascul.), dann Phanerogamen aus Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Russ- land und von der Balkan-Halbinsel Dr. O. Gintl, Prag (Kgl. Weinberge), Nr. 135. NB. Dieser Nummer ist beigegeben: Tafel V (Murbeck). Buchdruckerei von Carl Qerold'a Sohn In Wien. ÖSTERREICHISCHE BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. Herausgegeben und redigirt von Dr. Richard R. v. Wettstein, Professor an der k. k. deutschen Universität in Prag. Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien. XL VIII. Jahrgang, N n - 5. Wien, Mai 1898. Luziila campestris und verwandte Arten. Von Franz Buchenau (Bremen). Mit Tafel VII. Bei der Ausarbeitung" meiner Monographia Juncacearum (Engler, Jahrb., 1890. XII.) bereitete mir die Gruppe der Luzula campestris ganz besondere Schwierigkeiten. Nachdem ich die hier- her gehörenden Pflanzen seit 1863 besonders beachtet und Alles in der Literatur über sie Veröffentlichte studirt hatte, verwendete ich in den Jahren 1887 und 1888 mehrere Monate auf Versuche. sie in naturgemässer Weise zu gliedern. Aber diese Versuche hatten keinen befriedigenden Erfolg. Weder die Zusammenziehung der so sehr verschiedenen Formen in eine oder ganz wenige Arten, noch die Zerklüftung in sehr zahlreiche lieferte ein Resultat, welches der Natur sich anpasste. Man wolle nachlesen, was ich darüber in der Monographie, p. 143, 144 gesagt habe. Ich schlug endlich den Mittelweg ein, die europäisch-asiatischen Formen, deren spe- cifische Zusammengehörigkeit mehr und mehr anerkannt worden ist, unter dem Namen L. campestris zusammen zu fassen, dagegen die australischen, südafrikanischen und nordamerikanischen Formen: L. Colensoi, pumila, Cheesemani, picta, longiflora, hawaiiensis, africana, crinita, comosn und austrälasica als besondere Arten aufzuführen. Dieses Verfahren hat sich — wie fremde und eigene Erfahrung zeigt — als zweckmässig erwiesen, da es sehr eine be- queme Uebersicht aller Formen ergab. Dass es allen verschiedenen Ansichten entsprechen würde, konnte ich natürlich nicht erwarten. Die Anwendung des Species-Schemas auf eine polymorphe Gruppe bedingt ganz unvermeidlich durch die Persönlichkeit des Bearbeiters ein subjectives Element, welches der Auffassung anderer Beobachter vielleicht nicht entspricht, So hat denn Otto Kuntze (Revisio generum plantarum, 1891, IL. p. 724), ohne genauere Nachunter- suchung, alle hierher gehörigen Pflanzen für „Formen der viel- gestaltigen Luzula campestris DC. = Jimcodes campestre OK/' erklärt, was freilich sehr bequem ist, aber gewiss der Natur nicht entspricht. Oesterr. botan. Zeitschrift. 5. ITpft. 1808. 13 162 Das von mir im Jahre 1888 eingeschlagene Verfahren hatte aber (wie ich auch 1. c. p. 144 hervorhob) z. T. auch seinen Grund darin, dass das vorliegende Material mir noch nicht genügte. Für solche polymorphe Gruppen reicht es nicht hin. die Materialien mehrerer grossen öffentlichen Herbarien einmal durchgearbeitet zu haben. Man muss wiederholt nach kürzeren oder längeren Zwischen- räumen zu ihnen zurückkehren ; man muss die kritischen Theile möglichst vieler Formen beschreiben und nach demselben Massstabe zeichnen; man muss immer von Neuem vergleichen und erwägen, um endlich die verwandtschaftlichen Beziehungen der verschiedenen Formen zu erfassen. Dies ist mir für die nordamerikanischen und die australischen Formen durch das Entgegenkommen mehrerer Herren möglich ge- worden. Aus Nordamerika erhielt ich Materialien durch die Güte der Herren Fr. V. Ge vi 1 1 e in Washington, B. L. Eobinson in Cambridge und J. M. Macoun in Ottava. Pflanzen aus Neuholland, Tasmanien, Neuseeland und die benachbarten Inseln übersandten mir der nun schon von der Erde abberufene Ferdinand v. Müller in Melbourne, Herr Th. F. Cheeseman in Auckland und der Schulinspector Herr Donald Patrie zu Dunedin auf der Südostseite der Südinsel 1 ) von Neuseeland (jetzt in Auckland). Der letztgenannte Herr überschickte mir im September 1893 eine Sammlung von nahezu 50 Luzula-Formen von Neuseeland und den Auckland's-Inseln mit genauen Standortsangaben, im Juni 1894 und nochmals im März 1898 einige Nachträge. Solche neue Materialien legen natürlich dem Mono- graphen die Pflicht auf, zu ihnen Stellung zu nehmen. Ich werde daher auf den nachfolgenden Blättern in aller Kürze eine Darlegung meiner jetzigen, durch wiederholte eingehende Untersuchung ge- wonnenen Ansichten geben. Es wird dann Sache der Localbotaniker (Field-botanists nach der sehr zutreffenden Bezeichnung der Eng- länder) sein, meine Ergebnisse in der freien Natur zu prüfen. In solchen polymorphen Gruppen kann nur durch Zusammenwirken der Floristen nnd der Monographen in vielfacher langsamer Arbeit eine naturgemässe Gliederung erreicht werden. Ehe ich aber zur Darlegung der gewonnenen Resultate über- gehe, muss ich wohl ganz kurz meine Ansicht über die Behandlung solcher, in der Natur auftretenden polymorphen Gruppen darlegen. Ich glaube, dass fast alle die hier besprochenen Formen (und sogar die schöne mexikanische L. caricina) in einem genetischen Zusammenhange stehen, welcher nach geologischem Zeitmasse nicht weit zurückreicht. Das ist aber natürlich kein Grund, sie alle als eine Species zu betrachten. Wohin sollten wir wohl bei unseren heutigen Ansichten über die Genesis der organischen Wesen ge- langen, wenn wir gemeinsame Abstammung als Kriterium des Species -Begriffes ansehen wollten? Es handelt sich vielmehr um l ) Ich erinnere daran, dass die Engländer vielfach die südlich gelegene Stuart-Insel mit zu Neuseeland rechnen, wonach dann die „Südinsel" unserer Geographen den Namen „Middle-Island" führt. 163 das Verhalten der organischen Formen in der Jetztzeit. Weitgehende Uebereinstimmung im Baue der wichtigsten Organe und Fähigkeit der erfolgreichen gegenseitigen Befruchtung bilden die Grundlage für die specifische Abgrenzung, wobei dann noch die aus der geo- graphischen Verbreitung gewonnenen Gesichtspunkte erwogen werden müssen. Bei polymorphen Kreisen versagen aber jene Kriterien mehr oder weniger. Lässt sich auf hybride Entstehung der Mittel - formen schliessen, so wird die Sache meist relativ vereinfacht. Die erkannten Bastarde sind mit den alphabetisch geordneten Namen der Starnmarten (nicht mit eigenen Artnamen) zu bezeichnen und bei der auf diese Weise zuerst genannten Art aufzuführen; das Vorkommen von Rückkreuzungen ist dabei besonders zu beachten und zu erwähnen. Treten aber Bastarde dauernd und in grösserer Menge auf, erhalten sie sich (zunächst in der Eegel auf vegetativem Wege) und erwerben vielleicht sogar nach und nach wieder ge- schlechtliche Potenz, so sind sie zu „Blendarten" geworden. Sie sind dann mit einem eigenen Artnamen (welchem ein X vorgesetzt wird) zu bezeichnen und in die Reihe der anderen Arten aufzu- nehmen ; als Beispiele nenne ich: Ammophila X baltica Link (= Ammophila arenaria X Calamagrostis Epigeos) und Agropy- rum X acutum Römer et Schultes {-Agr. junceum X repens). Hybridisation spielt aber in der Gruppe der Luzula campestris offenbar nur eine geringe Rolle. Die hierher gehörigen Pflanzen sind sehr ausgesprochen proterogyn. Daher findet eine Kreuzung der verschiedenen Blüten statt, aber die Blüten derselben Pflanze befruchten sich mit voller Wirkung, und ebenso scheint die Be- fruchtung verwandter Formen l ) mit gutem Erfolge zu geschehen. 2 ) Die Vielgestaltigkeit der L. campestris kann daher nicht auf Hybri- disation zurückgeführt werden, obwohl in einzelnen Fällen allerdings frühere einmalige oder wiederholte Kreuzung mit verwandten Arten anzunehmen ist; vielmehr ist die Art sehr bildsam durch äussere Einflüsse (Substrat, Licht, Wärme, Feuchtigkeit u. s. w.). Unter diesen Umständen s ) gewinnt die Häufigkeit oder gar das Vorwalten von Mittel- ') Vergl. übrigens auch das Schlusscapitel dieses Aufsatzes, die auf- fallenden Aehnlichkeiten von Formen verschiedener Arten betr. 2 ) Nach einigen Beobachtungen erscheint es mir sogar wahrscheinlich, dass auch agam (also ohne Einwirkung eines Pollenschlauches) sich gute Samen bilden können. 3 ) E. Figert hat (Leimbach, Deutsche botanische Monatsschrift, 1897, XV), p. 12 — 14 eine „Luzula intermedia Figert" aufgestellt, welche er für den Bastard: L. campestris X multiflora erklärt. Ich mache zunächst darauf aufmerksam, dass der Name sehr unglücklich gewählt ist, da wir bereits drei Synonyme „L. intermedia" besitzen (vgl. Monographia, p. 494), und man die neue Verwendung eines solchen Artnamens unter allen Umständen vermeiden sollte. Dann aber sind Luz. campestris DC. var. vulgaris und var. multiflora sicher nicht verschiedene Arten, sondern nur Varietäten einer Art, Varietäten, zwischen denen sich die deutlichsten Uebergänge finden, und welche sich gewiss auch fruchtbar vermischen würden, wenn ihre Blütezeit nicht zu verschieden wäre. Die (überdies völlig fruchtbaren!) Mittelformen hat Figert eben als Bastarde gedeutet. 13* 164 formen zwischen zwei ausgeprägten Formen eine grosse Bedeutung ; ich betrachte dann die letzteren nicht als Arten, sondern als Varietäten einer und derselben Art. Ist dagegen eine Form isolirt, also nicht mehr durch Mittelformen mit anderen verbunden, so scheint es mir zweckmässig, sie als besondere Art zu benennen und zu beschreiben. Dies gilt natürlich besonders von geographisch isolirten Formen, welche ja bei der erschwerten oder völlig ausgeschlossenen Ver- mischung mit der Ausgangsform voraussichtlich noch weiter in der einmal eingeschlagenen Richtung variiren werden ( von unseren Pflanzen gilt dies z. B. von L. africana, longiflora und hawaiiensis). Alle Formen eines solchen polymorphen Kreises zu beschreiben, würde (wie ich schon Monogr. p. 144 hervorhob) höchst unzweck- mässig und auch kaum thunlich sein. Es kann sich nur darum handeln — und diese Aufgabe ist wahrlich zeitraubend und schwierig genug — die Hauptformen hervorzuheben und gut zu charakterisiren und die Mittelformen gut und übersichtlich zwischen sie zu gruppiren. Ganz anders wird das Verfahren gegenüber polymorphen Cultur- pflanzen sein müssen. Hier, wo plannlässige Kreuzung die Organi- sation der Gewächse erschüttert, wo dann mannigfach abgeänderte Pflege und zielbewusste Auslese die Formen abgeändert und darauf fixirt hat. wird jede Anwendung des Speciesbegriffes ausgeschlossen sein. Wer möchte wohl die Culturformen der Posen, der Begonien, der Fuchsien auf diese Weise zu gliedern versuchen? In vielen Fällen (vergl. W. 0. Focke, Die Pflanzen-Mischlinge, 1881) ist es nicht einmal mehr möglich, in solchen Gartenproducten die Stamm - arten sicher zu erkennen. Man kann sie nur noch vom Standpunkte des Gärtners aus classificiren, z. B. Moosrosen, Theerosen, Kletter- rosen, remontande Posen, Centifolien u. s. w. Anders bei den natürlichen polymorphen Formen. Hier muss der Versuch gemacht werden, sie in einer der Natur entsprechenden Weise zu gliedern. Erst wenn dieser Versuch annähernd gelungen sein wird, kann mit einiger Aussicht auf Erfolg an das Studium der Bedingungen für jene Variabilität gegangen werden. Augen- blicklich, wo wir noch so wenig über die Gesetze der Vererbung und der Abänderung wissen, erscheint die Ermittelung dieser Be- dingungen noch fast aussichtslos. Aber die Zeit ist gewiss nicht fern, in welcher wir in dieser Beziehung heller sehen werden. I. Luzula campestris in Australien. Für Australien kommen hier in Betracht: L. Colensoi Hkr. fil., triandra Fr. B., crenulata Fr. B., micrantha Fr. B., pumila Hkr. fil., Cheesemani Fr. B., picta Less. et Rieh., Banksiana E. M., longiflora Benth., crinita Hkr. fil., leptophylla Buchenau et Petrie, rhadina Fr. Br., Wettsteinii Fr. B. australasica Steudel, L. cam- pestris DC. var. bulbosa Fr. B., var. migrata Fr. B., var. Petriana Fr. B. und (wenn ich die hawaiischen Inseln an Australien an- schliessen darf) L. hawaiiensis Fr. B. 165 Ueberblickt man die Gesammtheit dieser Formen, wie sie in den meisten grösseren Herbarien, wenn auch nur in einzelnen Re- präsentanten, vorhanden sind, so drängt sich von selbst die Ueber- zeugung auf, dass sie von einer Form von L. campestris abstammen müssen, welche in einer nicht allzu fernen geologischen Periode aus der alten Welt nach Australien einwanderte. Diese Stammpflanze muss der var. multiflora Celakovsky an- gehört haben, welche ja auch in der alten Welt die verbreitetste und die variabelste Form ist; sie ist überdies die einzige Form, welche in den indischen Gebirgen vorkommt. Auf dem australischen Boden variirte die Pflanze aber in anderen Richtungen als auf dem europäisch -asiatischen Festlande. Wahrscheinlich fand auf Neu- seeland auch gelegentliche Kreuzung mit den dort vorhandenen Formen von L. racemosa (einer überwiegend in Südamerika ver- breiteten Art) statt. (Vergleiche das Schlusseapitel.) Ich nenne diese, unserer var. multiflora entsprechende, aber nicht mehr mit ihr identische Grundform daher var. migrata Fr. B., die eingewanderte. Sie bildet das Centrum, mit dem noch jetzt die wenigen umgewandelten Formen in Beziehung stehen. Die alpinen neuseeländischen Arten: L. Colensoi, pu- mila, micrantha, Cheesemani, triandra und crenulata bilden eine eigene, anscheinend gut umgrenzte Gruppe. Ihnen ist ein neues biologisches Merkmal, der kissenförmige Wuchs, gemeinsam. Auch unsere europäischen Varietäten multiflora und suäetica erscheinen gelegentlich auf den Hochalpen oder auf stark dem Winde aus- gesetzten Standorten (z. B. den Shetlandsinseln) in Zwergformen: aber diese bilden immer kleine Rasen, niemals geschlossene Kissen. Von den genannten Arten sind vielleicht pumila und Cheesemani noch jetzt durch Uebergänge mit den var. Petriana und picta der Lus. campestris verbunden; die anderen stehen ohne Vermittelung da. Dass ich noch drei neue Arten dieser Gruppe und überdies die sehr beachtenswerthe var. macrostemon der L. Colensoi be- schreiben konnte, lässt noch weitere Ueberraschungen aus den neuseeländischen Gebirgen erwarten. Wie nahe liegt es, dabei des Verhaltens der Gasteropoden-Gattung Achatinella auf den hawaiischen Inseln zu gedenken , welche dort so ausserordentlich variirte. dass nahezu in jedem Thale eine besondere Art lebte, von denen jetzt freilich schon manche ausgerottet sind. 1 ) Von Luzula pumila Hkr. fil. und Cheesemani ) Fr. B. kann ich nachtragen, dass beide am Grunde des Samens eine sehr kleine Carunkel besitzen. Auch bei Lue. pumila ist nicht immer der Blütenstand im strengsten Sinne ein Kopf (so dass also alle Blüten- l ) Achatinella ist, wenn ich recht unterrichtet bin, auf die Hawaiischen Inseln beschränkt. Nach Pfeiffer, Nomenciator Heliceorum viventium sind von dort 288 Arten beschrieben (ausschliesslich der Varietäten und der species dubiae). Paetel's neuester Katalog zählt (einschliesslich der Varietäten) sogar 350 auf. 166 Achsen derselben Ordnung sind); vielmehr findet sieh auch zuweilen (aber viel seltener als bei L. Cheesemani) ein seitlicher Kopf, welcher aber so dicht an den terminalen Kopf herangedrängt ist, dass er im äusseren Umriss völlig mit ihm vereinigt ist. Es folgen nun die Diagnosen der hieher gehörigen neuen Formen : L. Colensoi Hkr. fil. yar. macrostemon Fr. B. Differt a plantä typieä (Colenso, No. 1729) staminibus tepala distincte superantibus (in plantä typieä ca. 1 / 4 brevioribus); seminibus basi non carunculatis. — Kelly' s Hill, 4000 feet, Otira-ßiver, Provinz Westland auf der Südinsel von Neu-Seeland ; leg. Don. Petrie. — Die gleichfalls „in alpibus ad fluni. Otira; Mart. 1874" von Berggreen gesammelte Pflanze ist steril. Die Länge der Staubbl. und das Fehlen der Carunkel sind so auffallend, dass die Pflanze vielleicht als besondere Art abgetrennt zu werden verdient. (Reife Samen der typischen Pflanze liegen mir nicht vor.) i. micrantha Fr. Buchenau n. sjj. Planta dense caespitosa, pulviniformis. Folia rigida, planiuscula 10 — 20 mm longa. Caules folia aequantes. Inflorescentia simplex, capitata, 4—5- (rarius 3—8-) flora (rarius composita, capituloides). Tepala aequilonga, acuta, obscure lateritia. Stamina 6. Fructus trigono- ellipticus, acutus, superne obscure lateritius, basi pallidior. Distr. geogr. Mt. Cardona near Lake Wanaka, 5000 feet. Otago, Neu-Seeland ; leg. Don. Petrie. Descr. Perennis, dense caespitosa. pulviniformis. fere tota glabra. Radices capillares, fuscae. tibrosae. Rhizoma erectum, breve. multiceps. Caules erecti, rigidi, basi foliati, folia subaequantes. 15 — IS mm longi, diam 0*5 — 0"8 mm. Folia brevia, rigida, erecta; lamina 10 usque 20 mm longa, 0*75 usque 1*1 mm lata, planiuscula (vix canaliculata). glabra, cartilagineo-marginata, apice obtusa, spha- celata; vagina clausa, membranacea, rubro-striata. Inflorescentia terminalis, erecta, capitata, 4 — 5- (rarius 3 — 8-) flora (rarius com- posita, sed contracta, capituloides). Bractea infima (vel 2 infimae) frondosa, inflorescentiam superans, ceterae et prophylla hypsophyllina. membranacea, alba, marginibus sublaeeris. Flores parvi, ca. 2'2mm longi. Tepala aequilonga, lanceolata, acuta, apice obscure-lateritia. 1 ) basi pallidiora, marginibus hyalinis, angustissimis. Stamina 6. tepalis ca. 1 / 3 breviora; filamenta flliformia; antherae oblongae, fila- mentis ca. duplo breviores. Pistillum Fructus (submaturusl trigono-ellipticus, tepala fere aequans, acutus, nitidus, obscure-lateri- J ) Ziemlich der FarbentoD, welchen Saccardo, Chromotaxia ; lateritius nennt, während ich unter Ziegelt'arben eine viel lebhaftere Nuance verstehe. Ich möchte die Farbe der Perigonbl. und der Frucht, von L. micrantha lieber mit derjenigen von polirtem Mahagoni vergleichen. 167 tius. 1 ) basi pallidior. Semina ca. 1 mm longa, pallide eastanea. apice apiculata, basi breviter carunculata. Nota. Laubblätter starr, aber nicht eigentlich borstenförmig. Blütenstände kaum über die Blätter hervorragend. Blüten klein r mahagonifarben. Frucht dreikantig-elliptisch, spitz, fast so lang als die Perigonblätter. (Fortsetzung folgt.) Zur Systematik der Gattung Sorbits. TT. Die europäischen Arten und Hybriden. (Erste Abtheilung.) Von Dr. Karl Fritsch (Wien). Wenn ich von dem in seiner systematischen Stellung zweifel- haften Sorbiis florentina (Zuccagn.) Nym. 1 ) vorläufig absehe, so kann ich unter den europäischen Sorbus-Arten zunächst fünf Haupt- arten 2 ) unterscheiden: Sorbus domestica L., aueuparia L., Aria (L.) Cr., Chamaemespilus (L.) Cr. und torminalis (L.) Cr. Jede dieser fünf Arten kann als Typus einer besonderen Section gelten : Sorbus domestica L. repräsentirt die Section Cormus (Spach als Gatt.), S. aueuparia L. die Section Aueuparia (Medic. als Gatt.). 8. Aria (L.) Cr. die Section Aria Pers., S. Chamaemespilus (L.) Cr. die Section Chamaemespilus T3C, S. torminalis (L.) Cr. die Section Torminaria DC. Ich halte auch die hier gewählte Reihen- folge der Sectionen für die richtige, und zwar aus folgenden Gründen : Cormus ist ein alter Typus, der von den übrigen Arten scharf getrennt ist, auch keine Zwischenformen oder Hybriden mit anderen Sectionen aufweist 3 ). Diesem Typus zunächst verwandt 4 ) ist offenbar Aueuparia, gleichfalls ein alter Typus, aber mit Aria durch eine fast lückenlose Reihe von Zwischenformen, welche zum Theile sicher Hybriden sind, verbunden. Ebenso allmälig geht Aria einerseits in Chamaemespilus, andererseits in Torminaria über ; da aber Chamae- mespilus im Fruchtbau zwischen Aria und Torminaria steht, B ) so schiebe ich die Section auch zwischen diese beiden ein, obwohl zwischen Chamaemespilus und Torminaria keinerlei Zwischenformen existiren. Dass ich mit dieser Reihenfolge der Sectionen nicht etwa 2 ) Vergl. über diese Art Köhne, Die Gattungen der Pomaceen, S. 27: Burger stein, Vergleichend -histologische Untersuchungen des Holzes der Pomaceen, S. 42 [764]. 2 ) Ueber den Begriff „Hauptarten" vergl. nieine Abhandlung: „Ueber einige Orobus-Arten und ihre geographische Verbreitung". Sitzber. d. kaiserl. Akad. d. Wiss. in Wien, inath.-naturw. Cl. Band CLV. Abth. I. S. 485 (1895). 3 ) Ueber aussereuropäische Arten, die zwischen Cormus und Aria ver- mitteln, vgl. oben S. 48. 4 ) Vergl. darüber S. 47 des vorliegenden Jahrganges. 5 ) Vergl. Beck, Flora von Niederösterreich, S. 710. 168 ragen will, dass ich Torminaria für die jüngste der Sectionen halte, brauche ich kaum zu betonen; ich wollte nur die zweifellos nahe verwandten und namentlich die durch Zwischenformen hybriden oder nicht hybriden Ursprunges verbundenen Gruppen neben einander stellen, soweit dies bei der Reihen-Anordnung überhaupt möglich ist. Der Formenreichthum der fünf Sectionen ist ein sehr ver- schiedener. Cormus, Aucuparia, Chamaemespilus und Torminariu enthalten nur je eine europäische Art, ') wenn man von denjenigen Formen absieht, die schon als Uebergänge zur Section Aria oder als Hybriden aufgefasst werden müssen. Dagegen besteht die Section Aria aus einer ziemlich verworrenen Formengruppe, die zum Theile Annäherungen an die Sectionen Aucuparia, Chamaemespilus und Torminaria zeigt, zum Theile aber auch typische Aria- Formen umfasst, welche sich mein - oder minder enge an Sorbus Aria (L. | Cr. anschliessen. Diese Section ist daher auch bei Weitem die formenreiehste und schwierigste. Ich wende mich nun der speciellen Besprechung der einzelnen europäischen Arten und Hybriden zu. Section 1. Cormus (Spach als Gattung). Typische Art : Sorbus domestica Linne Spec. plant., ed. 1, p. 477 (1753). Syn. Cormus domestica Spach Hist. veg. Phan. II, p. 97 <1834V) lieber die isolirte Stellung dieser jedenfalls alten Art habe ich schon oben gesprochen. 3 ) Habituell S. Aucuparia L. so ähnlich. dass diese beiden Arten, wenigstens in sterilem Zustande, leicht verwechselt werden können, ist doch der Bau des Gynoeceums und der Frucht ein ganz verschiedener. 4 ) Entsprechend dem Alter der Art ist auch ihre Variabilität eine sehr geringe. Sorbus domestica L. variirt meines Wissens nur in der Breite der Blättchen, in der Dichtigkeit der Behaarung (was vielleicht von der Lage des Stand- ortes abhängt) und in der Gestalt der Früchte, welche bald birn- förmig, bald kugelig (apfelfbrmig) sind. Die Heimat der Art ist das südliche Europa von Spanien bis zur Krim, sowie das mediterrane Nordafrika. Durch die Cultur hat sie eine weitere Verbreitung, namentlich in Mitteleuropa, erlangt. Hybriden des Sorbus domestica L. sind nicht bekannt. ] ) Aucuparia enthält mehrere mit Sorbus aucuparia L. nahe verwandte Arten ausserhalb Europa. -) Ich führe stets nur die wichtigsten Synonyme an, namentlich hei den keinem Zweifel unterliegenden Arten. Alle citirten Literaturstellen habe ich, soweit mir dies möglich war, selbst eingesehen. ■"') Decaisne (Mein, sur la fam. d. Pomacees, p. 157) stellte auch den oben erwähnten Sorbus florentiua (Zuccagn.) Nym. = Firus crataegifolia Savi zu Cormus; mit Sorbus domestica L. ist dieser jedoch sicher nicht näher ver- wandt. 4 ) Vergl. Beck, Flora von Niederosterreich, S. 703. 169 Section 2. Aucuparia (Jleclicus als Gattung). Typische Art: Sorbus aucuparia Linne Spec. pl. ed. 1, p. 477 (1753). Auch diese Art steht unter den europäischen ziemlieh isolirt. hat aber ohne Zweifel einerseits mit Sorbus domestica, andererseits mit der Aria-Grupipe unleugbare Verwandtschaft. Die nächst ver- wandten Arten leben jedoch im Himalaya, in Ostasien und Nord- amerika. Die Variabilität ist erheblich grösser als die des Sorbus domestica; sie bezieht sich auf die Wuchsform, die Gestalt und Serratur der Blättchen, auf die Behaarung, sowie auf die Früchte. Jedoch ist keine einzige 1 ) der zahlreichen Formen scharf abzu- grenzen, so dass es auch unzulässig ist, Arten von Sorbus aucu- paria abzugliedern. Gleichwohl können nicht alle diese Formen auf den Einfluss des Standortes oder Klimas zurückgeführt werden : vielmehr gibt es augenscheinlich solche, deren Merkmale von äusseren Einflüssen wenig oder gar nicht abhängig sind. Was zunächst die Wuchs formen anbelangt, so ist es erklär- lich, dass die Art in günstigeren Lagen und bei freier Entwicklung baumartig wird, während an sehr hoch gelegenen Standorten, sowie dort, wo die Pflanze an der baumartigen Entwicklung gehindert ist, dieselbe strauchig bleibt. Im Herbar Kerner liegen Exemplare aus Alpein im Stubaithale (Tirol), welche von der oberen Grenze der verticalen Verbreitung dieser Art (ca. 2050 m) herstammen. Dort bleibt die Pflanze sehr niedrig, etwa spannenhoch, hat sehr kleine Blätter und kommt nicht zur Blüte. In Bezug auf die Serratur der Blättchen variirt Sorbus aucu- paria in ähnlicher Weise wie die Rosen aus der Gruppe der Rosa canina L. Die Serratur ist bald einfach, bald ganz oder theilweise doppelt. Aus dem Pontus liegt mir ein Exemplar vor (Sintenis. Iter orient, 1889, Nr. 1624), dessen Blättchen bis über die Mitte ganzrandig und im übrigen Theile durchwegs einfach und sehr fein gesägt sind. Mitteleuropäische Exemplare weisen meistens eine schärfere und tiefere, häufig doppelte Serratur auf. Eine scharfe Grenze zwischen einfach und doppelt gesägten Formen gibt es hier ebenso wenig wie bei den Rosen. Die Behaarung der jungen Zweige, Blätter und Blüten- stände schwankt ziemlich bedeutend. Selbstverständlich dürfen hiebei nur Exemplare verglichen werden, welche sich in demselben Ent- wicklungsstadium befinden, da auch stark behaarte Formen zur Zeit der Fruchtreife oft nahezu kahl werden. Die dicht wollig behaarten Formen können mit dem Namen Sorbus lanuyinosa Kit. bezeichnet werden. Diese Kitaibel'sche Pflanze wurde zuerst in der zweiten Auflage von Schult es' „Oesterreichs Flora", IL. p. 50 (1814) kurz diagnosticirt; die ausführlichere Beschreibung Kitaibel's wurde l ) Vielleicht mit Ausnahme des unten zu besprechenden Sorbus \>rae- morsa (Guss.j. 170 erst im Jahre 1864 veröffentlicht. 1 ) Reich enbach 2 ) u. A. glaubten in derselben eine Hybride S. aucuparia X domestka zu finden; jedoch spricht die ausdrückliche Angabe, dass die Frucht der von S. aucu- paria gleich und nur kleiner sei als jene, gegen diese Annahme. Thatsächlich habe ich stark wollig behaarte Formen von S. aucu- paria gesehen, deren Früchte bedeutend kleiner waren als jene des S. aucuparia unserer Voralpen; solche sammelte beispielsweise Pernhoffer bei Seckau in Steiermark. 3 ) Stark wollige Formen kommen jedoch keineswegs nur im pannonisehen Gebiete vor; ich sah solche beispielsweise auch von mehreren Punkten aus der Umgebung von Innsbruck (Kerner). Eine scharfe Abgrenzung zwischen S. lanuginosa Kit. und typischem S. aucuparia ist weder morphologisch noch geographisch möglich. Das Gegenstück zur var. lanuginosa (Kit.) bildet die rar. glabrata Wimm. et Grab., 4 ) welche aus den Sudeten beschrieben wurde, aber auch in den Alpen, namentlich in höheren Lagen, vorkommt. Sie ist ebenso wenig wie die var. lanuginosa scharf vom Typus abzugrenzen. Als typische S. aucuparia nehme ich die am weitesten verbreitete und häufigste Form, welche in Bezug auf die Behaarung zwischen den Varietäten lanuginosa und glabrata ungefähr die Mitte hält. 5 ) In Bezug auf die Variabilität der Früchte ist in erster Linie der sogenannten „süssen Eberesche" zu gedenken, welche von Kraetzl im Jahre 1890 als var. dulcis ausführlich beschrieben wurde. 6 ) Diese Pflanze verbindet mit der eigenartigen Frucht auch einige Abweichungen in Bezug auf Anzahl. Gestalt und Serratur der Blättchen. — Dass die Grösse der Früchte veränderlich ist, wurde schon bei Besprechung der var. lanuginosa hervorgehoben. Gussone hat aus Sicilien eine Pirus praemorsa be- schrieben, 7 ) welche von manchen Autoren 8 ) als eigene Art, von den meisten ,J ) aber als Unterart oder Varietät des Sorbus aucuparia betrachtet wird. Mir liegt (im Herbar Kerner) ein Blatt und ein !) Pauli Kit aibelii additamenta ad tioraui Hungaricain. Ed. A. Kanitz. Linnaea XXXII, p. 584. Der ebendaselbst, p. 585, beschriebene Sorbus syr- miensis Kit. scheint eine Jugendfonn von Sorbus dornest ica L. zu sein. -) Reichenbach, Flora Germanica excursoria, p. 627. — Vgl. auch Kerner in Oesterr.-botan. Zeitschrift, 1869, ö. 274. 3 ) Vgl. Schedae ad norain Austro-Hungaricain VII, p. 16. 4 j Wimmer et Grabowski, Flora Silesiae IL 1, p. 21 (1829). — lieber andere Namen kahlblättriger Formen vgl. Beck, Flora von Niederöster- reich, S. 708. 5 ) Ich identificire also nicht, wie Beck a. a. 0., die var. glabrata mit S. aucuparia typica. 6 ) Kraetzl, Die süsse Eberesche. Wien und Olmütz, 1890. ') Gussone, Florae Siculae prodromus I., p. 571 (1827). s ) So von Strobl in Oesterr.-botan. Zeitschr. 1886, S. 239. ■') Vergl. z. B. Bertoloni, Flora ltalica V, p. 152; Lojacano, Flora Sicula I. 2, p. 199. • 171 Stück eines jungen Fruchtstandes vor, welches von einem Original- exemplar Gussone's herrührt; ausserdem ein Fruchtexemplar, wel- ches Strobl im Jahre 1873 sammelte. Ich habe den von Strobl 1 ) vollkommen richtig angegebenen Unterscheidungsmerkmalen nichts hinzuzufügen. Die Vergleichung reichlichen Materiales von Sorbus aucuparia mit den erwähnten Exemplaren von Sorbus praemorsa (Guss.) Strobl ergab, dass An näher ungs formen an verschiedenen Punkten des Verbreitungsgebietes von Sorbus aucuparia vorkommen, dass aber keine derselben vollkommen den Typus der Sorbus prae- morsa erreicht. Charakteristisch für letztere Pflanze bleiben immer die breiten, stumpfen und relativ kurzen Blättchen, sowie die auf- fallend grossen Früchte. Ich möchte hiernach Sorbus praemorsa den Eang einer Unterart zuerkennen. Sorbus praemorsa ist bisher nur aus den Gebirgen Siciliens und Calabriens bekannt. Während Sorbus domestica im Süden zu Hause ist, gehört der viel weiter verbreitete Sorbus aucuparia mehr dem Norden an. steigt in den Alpen viel höher und kommt in den wärmeren Theilen Europas überhaupt nur auf den Gebirgen vor. Die Verbreitung des Sorbus aucuparia erstreckt sich über fast ganz Europa und über einen sehr grossen Theil Asiens (mit Ausnahme der tropischen und subtropischen Gebiete). In Nordamerika wird derselbe durch nahe verwandte Arten vertreten. Nachträge zur Flora von Vorarlberg und Liechtenstein. Von Prof. Gottfr. Riehen S. J. (Palkenberg i. H.) (Schlussj. 2 ) Erklärung der Abkürzungen: Bornm. = Bovnmüller, Manuscript, E. = Ender, Mz. = Milz , E. = Riehen, St. = Herbar Stocker, W. = Wächter, Wd. = Winder, f = neu für das Gebiet. Arabis Mrsuta (L.) Scop. Geht bei St. Rochus fast bis 1500 m (R.). A. Jacquiiiii Beck. (A. belliäifolia Jacq.). An der Mündung der Lutz (R.). Dilisuna Alp (Bornm.). Berteroa incana (L.) DO. Hat sich am alten Standort mächtig ver- breitet, während Silene dichotoma Ehrh. daselbst augenfällig zurückgeht. Mesedaceae. Reseda lutea L. Ried bei Hohenems (Mz.). Crassulaceae. Sedum villosum L. Der Fundort „Gurtis (Hs)" ist nach den Exem- plaren in (St.) zu streichen. a ) Strobl an dem in Note 2 angegebenen Orte, wo die Pflanze zum ersten Male Sorbits praemorsa genannt wird. -) Vergl. Nr.. 4, S. 131. 172 S. acre L. Bahndamm bei der Haltestelle Sehlins (R. ). Tschagguns (Wd.). Eine offenbar im Vordringen begriffene Art. Stocker sammelte Aug. 1860 diese Art „beim Aufstieg auf den Arlberg" und bemerkt dazu: „Geschmack eher fade als scharf". In der That ist bei den Exemplaren am Arlberg dieser Umstand sehr auffallend, worauf ich schon vor mehreren Jahren Dr. Murr aufmerksam machte. Saocifvagaceae. t Saxifraga Aizoon var. Intacta Willd. Dilisuna (Bornm.). S. mutata L. Unter dem Karren bei Dornbirn (Wd.). £. patens Gaud. Saminathal (St.). Ä exarata Vill. Peischelkopf 2300 m. Seitenmoräne des Gross- vermuntgletsehers ; selten (R.). S. Seguieri Spr. Peischelkopf mit der vorigen (R.). Ribes Uva crispa L. Die schon früher als zweifelhaft aufgeführten Standorte Tosters etc. von it. Grossularia L. gehören nach den Befunden in (St.) hierher. Itosaceae. t Sorbus erubesccns Kern. = Aria X CJiamaemeqrilus. Am Fellhorn ober Eiezlern 1700—1800 m (Bornm.). Fragaria elatior Ehrh. Gaschurn (R., W.). Potentüla minima Hall. fil. Garsella Alp (R.j. P. Crantzii (Cr.) Beck. (P. vülosa Crtz.) Dilisuna Alp (Bornm.). Sibbaldia procumbens L. Im ganzen Urgesteinssebiet häufig (Bornm.. E.. E., W.). Oberhalb " Gargelleii", 1700— 1900 m, eine sehr üppige Form (f. ntaior), wie sich sonst die Exemplare nur in der Cultur zu gestalten pflegen (Bornm.). Geitm reptans L. Naafkopf, Juni 18G2 u. Bothe Wand, August 1863 leg. v. Posch (St.). Dilisuna Alp (Bornm.). Ober der Wies- badener Hütte (E.. R.. W.i. Alchimilla hyhrida (L.) (A. montana Willd.) Alpe Yals im Gamper- donathal (R.). Rosa peiiclulina L. Findet sich auch im Thal z. B. im Reichenfeld unter dem Stadtschrofen (Loitlesberger, R., St.) und am Veits- kapf (St.). li. dumetorum Thuill. Trisenerberg (R.). B. tomentosa Sm. Pfänder (Wd.). Unter der Alpe Furx, Aufstieg zum Hohen Freschen (R.). t B. micrantha Sm., und zwar aus der Abtheilung der macrophyllae (cfr. Braun in Beck, Flora von Niederösterreich). Was die Blättehen angeht, so finden sich an demselben Strauch alle Uebergänge von fast kreisrund bis elliptisch und breiteiförmig, mit abgerundeter und etwas verschmälerter Basis. Kelchzipfel subpersisteut, Eeeeptaeulum glatt, höchstens ganz unten die eine oder andere Stieldrüse. Tisis (R.). Prunus Padus L. Langen b. Bregenz (Mz.). Bauren (R, ). 173 Legumitiosae. Medicago falcata L. Im ganzen Walgau und in Liechtenstein häufig (R.). M. varia Martyn. Im ganzen Walgau nicht selten (R.). Trifolium fragiferum L. Frastanzer Ried (Sept. 1856 St.). T. campestre Schreb. var. malus Koch. Im Geröll nahe der Lutz- mündung (R.). var. minus Koch, (nach Gremli) Giesingen (St.). Tisis (R.). Der Unterschied in der Grösse der Blütenköpfe und auch in der Farbe ist bei diesen Varietäten sehr beträcht- lich, dagegen ist die verhältnismässige Länge des Stieles der Traube zum Stützblatt nicht so auffallend. Bei var. malus freilich kaum länger; bei var. minus aber kommen neben Stielen, die mehr als doppelt so lang sind als das Stützblatt. auch solche vor. die nur dessen Länge erreichen. Astragalus alpinus L. zusammen mit Phaca friglda L., Hedysarum obscurum L. und Oxytropls montana (L.) DC. auf der Diüsuna Alp (Bornm.), also auf Urgestein; doch tritt in nächster Nähe auch Arlbergkalk zu Tage. Oxytropls campestrls (L.) D C. gelbblühend. Eingang des Solaruel (E.). Vlcla dumetorum L. Gaschurn (R.). Lathyrus niger (L.) Bernh. (ürobus niger L.) St. Victorsberg. (Bötzkes in St.). Geraniaceae. Geranium sanguineum L. Trisenerberg (E., R., Rick). Oxalideae. Oxalis stricto, L. Giesinger Au (R.). Lineae. ■\ Llnum cathartlcum var. subalpinum Hsskn. (cfr. Mitth. d. Thür. Bot. Ver. 1894), Gampadelalp circa 1(300 m (Bornm.). JPolygalaceae. Polygala microcarpa Gaud. (P. alpestrls Rchb.) sehr häufig zwischen den Stöcken n. der Nob (R.). JEmpetracea e. Empetrum nigrum L. Madlenerhaus-Wiesbadener Hütte (R.). Malvaceae. Malva Alcea L. Lautrach (Mz.). var. fastigiata Oav. Schellenberg. Bludeuz (W.). M. sllvestris L. Schruns-Kreuzgasse (R.). Guttiferae. Hypericum humifusum L. Lautrach (Mz.). 174 Violaceae. Viola palustris L. Möggers (leg. Schauert in Mz.). Stubiger Alp und Albona Alp. sowie auf den Alpen vom Fuss des Peischelkopfes bis Rauz ziemlich häufig (R,, Rick.). f V. orophila Wsbr. = mirabilis X Riviniana (det. Wsbr.) Fellen- gatter (W.). V. rupestris Schmidt. ( V. arenaria D C. ) Dornbirn (Wd.j. Oenothereae. Epilobium palustre L. Torfwiesen unterhalb Gargellen (Bornm.). „Feldkirch (H.)" ist nach (St.) zu tilgen. t E. obscurum Schreb. Kristberg (Bornm.). (?) Circaea intermedia Ehrh. Tsehagguns-Yandans (Bornm.). G. alpina L. Gampadelthal 1200 m (Bornm.). Umbelliferae. | Chaerophyllum Gicutaria Vill. var. gläberrimum Cel. (Prodrom. 589). Bei Gargellen in dieser Form vorherrschend (Bornm.). Pachjplearum simplex (L.) Rchb. Rothe Wand (1863 v. Posch in St.). Dilisuna, häufig. (Bornm.). Albona Alp-Peischelkopf, ca. 1900 m. Solarueljoch (R., Rick). Athamania Cretensis var. mutellinoides Larn. (var. rupestris Vill.) Garsella Alp (R., W.). Peucedanum palustre (L.) Mnch. Inner dem kühlen Brünnlein bei Frastanz (St.). Heracleum Sphondylium var. clegans Jacq. Frastanzer Au (R.). Ludesch (Bötzkes in St.). Laserpitium Prutenicum L. Uebersachsen (St.). L. Siler L. Sareiserjoch (Mz.). JPirolaceae. Pirola media Sw. Uebersachsen (St.). JPrimulaceae. ■j- Primala acaidis X elatior findet sich in allen bei E. Widmer aufgeführten Formen am Pfänder (Sündermann i. 1.). f P. pid>cscens Jacq. (in verschiedenen Farben) zugleich mit P. Arctotis Kern. = superviscosa -f- Auricida am Arlberg auch auf Vorarl- berger Seite (Sündermann i. 1.). P. Heerii Brs;g. — viscosa Vill. -f integrifolia. Dilisuna (Sünderm. Allg. bot Zeitschr. 1895). ■f Soldanella hybrida Kern. = alpina ~f- pusilla. Hoher Freschen und am Arlberg nicht selten (Sündermann i. 1.). Anagallis caerulea Schreb. Da diese Art in (St.) fehlt, von anderen aber niemals in Vorarlberg beobachtet wurde, dürfte sie wohl zu streichen sein. 175 Gentianaceae, Gmtiana cruciata L. Doren (Mz.). Gentiana acaulis L. (non auet.) var. alpina Vill. Diese Varietät findet sich in meiner früheren Arbeit mit dem Fundort „Widderstein (H)" erwähnt. Dazu schrieb mir Sündermann: „G. alpina Vill. ist nach meinen Beobachtungen eine gute Art. Sie hat genau die Blattbildung wie G. bracliyphijlla, aber von der Grösse wie G. vema und entwickelt genau wie G. verna oder brachypli. unterirdisch bis 50 cm weit kriechende Stämmchen (G. acaulis hat nur kurze Ausläufer). Die Blüte ist kleiner und von hellerer Farbe. Sie kommt nur in den Südalpen und echt wohl nur in den Bergamasker Alpen vor, wo ich sie öfters sammelte". Hieraus ergäbe sich, dass die var. minor Koch, nicht als Synonym zu G. alpina Vill. gelten könnte. Ich fand letzten Herbst auf der Nob und den angrenzenden Alpen der Freschen- gruppe nicht selten Exemplare, welche in allen ihren Theilen bedeutend kleiner als die typ. Form waren und ausnahmlos bleiche Blumenkronen trugen; solche Exemplare entsprechen aber der Diagnose der var. minor Koch, vollständig. G. brachyphylla Vill. Sulzfiuh 2600—2700 m (Bornm.). Convolvulaceae. Cuscnta Epithymum Murr. Im Rheinthal und Walgau häufig. (War im früheren Verzeichniss übersehen worden.) C. Trifolii Bab. Auf Medicago lupulina L. unter Nofels (R.). Ardetzenberg (W.). Labiatae. Teucrium montanum L. Auch im oberen Montavon (E.). Galeopsis angustifolia Ehrh. Liechtenstein, nicht selten. (R., W.). G. speciosa Mill. Nofels. Saminathal (W.). Illfälle (R.). Die Behaarung wechselt sehr, die Exemplare vom Saminathal z. B. sind fast kahl — nur an den Knoten sind Haare — während die der anderen Fundorte dicht behaart sind. Nach einer freundlichen Mittheilung des Herrn Wächter zeigen die unter G. speciosa eingereihten Exemplare des Wiener Hofmuseums hinsichtlich der Behaarungsgalle möglichen Uebergänge. ScropJiulariaceae. Vcrbascum thapsiforme Schrad. Zerstreut durch den ganzen Walgau (R.). Vcronica bellidioides L. Albona Alp-Peischelkopf. circa 2250 m. (R., Rick). Madlenerhaus-Wiesbadener Hütte und oberhalb der letzteren. Ibau Alp-Versailspitz (R.). Euphrasia hirtella Jord. Alpe Valün (Mz.). St. Rochus bis Spusagang und Solaruel sehr häufig. Schattenlagant vereinzelt (R.). Dem- nach erstreckt sich die Verbreitung am Rhaeticon von den Drei Schwestern bis zum Lüner See. Das massenhafte Auftreten 176 auf der Südseite (Schweiz) z. B. zwischeu der Schamellahütte und der Alpe Fasons (R.) deutet darauf hin, dass wir hier den ursprünglichen Standort zu suchen haben. Ut f iculariaceae. ütriculaHawdgaris I, 1 M dre i Arten häufig in den Riedgräben v <" f ■ f m Ha ^ ne - Liechtensteins und bei Tisis (R). i . minor L. \ Orobanchaceae. Qröbanche lucorum A. Br. Auf Berberis. Auf dem linken Illufer ober Frastanz. Unweit der Schnifiser Brücke auf dem rechten Ufer der 111 (R.). Caprifoliaceae. Lonicera caerulea L. Guschgfiel gegen den Gallinakopf (leg. 1861 Kohl in St.). Gallinakopf (leg. 1864 v. Posch in St.). Oberhalb der Illfälle (W.). Valerianaceae. Yalerlanella dentata (L.) Poll. Innerberg (Wd.). Valeriana supina L. Spusagang ca. 2100 in (E., Mz., R.). Camp anulaceae, j Campanula pasilla Huke. f. uniflora. Monteneu, 1900 m. /'. sub- alpina ■ = f. subranuilosa Jord. 20 — 40 blutig. Vandans. circa 650 m (Bornm.). C. cenisia L. Rothe Wand (leg. Aug. 1861 F. Kohl. Aug. 1863 v. Posch in St.). Ober dem Brandner Ferner (E.). C. laüfolia L. Spätenbach bei Dornbirn (Wd.). Phyteuma pauciflorum L. Rothe Wand (leg. Aug. 1861 Kohl in St.). PK. spicatum L. mit blassblauen Blüten. Solaruel (R., Rick). Monteneu (Bornm.). Ph. Halleri All. Garsella Alp (R., W.). Gargellen (Bornm.). Compositae. Afiter alpinus L. Auffallend stark behaarte Form am Peischelkopf, auf Urgestein (R.). f Flore albo am Lüner See (Sündermanu i. 1.). Erigeron annuus (L.) Pers. (Stenactis ann.) Zwischen Altach und Lustenau (leg. Sept. 1865 Häusle in St.). Ofr. diese Zeitschr. 1897, p. 251/52. E. Atticus Vill. Niedere bei Andelsbuch (Mz.). Arlberg ober Stuben (1. Aug. 1862 St.). E. glabratus Hoppe et Hornsch. Monteneu. Fellhorn und Rauheck, auf Vorarlberger Boden (Bornm.). Füago arvensis L. Rankweil-Sulz (leg. Kohl in St.). t Gnaphalium Hoppeanum Koch. Monteneu bei 1800 m häufig (Bornm,). G. Norvegicum Gunn. Hoch Gerach (Bötzkes in St.). 177 G. uligiuosum L. Schruns-Kreuzgasse (R., W.). Anthewis Cotula L. St. Gallenkirch (R.). Achillea macrophylla L. Arlberg (2. Aug. 1861 Otto von Furten- bach in St., 5. Aug. 1863 St.). f A. Thomusiana Hall. fil. = atrata X macrophylla. Am Arlberg (Sündermann i. 1.). A. Ptarmica L. Tisis (23. Sept. 1859 St.). Doronicum Clusii (All.) Tausch. Peischelkopl ca. 2300 m (R.). Senecio Carniolicus Willd. Fellhorn ober Riezlern (Bornm.). S. Jacobaea X alpinus (cordatus) Kühberg bei Dornbirn ( Wd.). f S. erraticus Bert. Göfis-Valduna (St.). Saussnrea lapathifolia (L.) Beck. Zwischen Alpe Valün und Gritsch (Mz.). ■\ Cardaus agrestis Kern. Bei Feldkirch (R.) und wohl auch noch weiter verbreitet, aber bisher nicht von C. crispus L. unter- schieden. Cirsium eriophorum (L.) Scop. Dürfte noch im oberen Gamperdon zu finden sein, da es auf der Südseite des Solarueljoches vor- kommt (R.). C. rivulare (Jacq.) Lk. Dornbirn (Wd.). Centaurea angustifolia Schrank. Die Exemplare in (St.) besitzen freilich schmale und spitze Blätter, sind aber durchaus nicht spinnwebig-wollig ; deshalb ist diese Art für das Gebiet wenigstens fraglich. C. montana L. Konnte ich trotz sorgfältiger Beobachtung im oberen Montavon nicht entdecken. C. alpestris Heg. et Heer. Wahrscheinlich vom Arlberg, sicher aus Vorarlberg (Mz.). Aposeris foeiida (L.) Oass. St. Rochus-Hirschbad (E., R.) und beim Sareiserjoch (Mz.) sehr vereinzelt, während auf der Schweizer Seite zwischen Fasons und Solarueljoch diese Art massenhaft vorkommt (R.). Leontodon Taraxaci Vill. Lois. Kleines Walserthal (Berchtold). Mulgedium dlpinum (L.) Less. Uebergang von Hohenems nach Ebnit (Mz.). Crepis alpestris (Jacq.) Tausch. Gargellen, also auf Urgestein. (Bornm.). C. blattarioides (L.) Vill. Gargellen. Gampadelthal (Bornm.). C. virens L. Innerberg-Kristberg (Wd.). Geht also auch höher. 0. pahulosa (L.) Much. Maria Ebene (Bötzkes in St.). -f- Frenanthes purpurea var. tmuifolia L. Blätter lineal. Ober den Stöcken (R.). Hierasium l ) callianthum A. T. Eingang des Solaruel. Sowohl typisch, als auch in einer Uebergangsforra zu H. villosum f. calvifolittm N. P. (R.). H. subspeciosum N. P. subsp. melanophaeum N. P. Aufstieg zum Solarueljoch (R.). ') Alle Bestimmungen verdanke ich Herrn Dr. Murr. Oesteir. botan Zeitschrift. 5. Heft. 1898. 14 178 j 11. viUosum var. angustifolium mit der Behaarung der f. calvi- folium N. P. Fuss der Drei Schwestern. OberSt. Rochus an verschiedenen Stellen (R.). H. villosiceps subsp. villosiceps N. P. Garsella Alp (R.). H. dentatum Hoppe, subsp. Gaudini Christen. Oberes Gamperdona- thal. ziemlich typisch. Fuss der Drei Schwestern, weniger scharf ausgeprägt (R.). Auf der Garsella- Alp fand ich Exemplare. welche der subsp. runcinatum N. P. sehr nahe stehen, sowie eine Mittelform zwischen dieser Subspecies und dem H. elon- gatum subsjj. villosoides Murr. E. elongidum subsp. elongatum N. P. Gamperdonathal (B.). H. lacerum Reut. An den Abstürzen der Drei Schwestern gegen die Garsella-Alp (R., W.). H. subcaesium Fr. Bei St. Rochus (R.). H. incisum Hoppe. An verschiedenen Stellen des Neuzinger Himmels (R.). H. laevigatum Willd. Schruns- St. Anton an einer Stelle massenhaft (R.. W.). Zur Flora von Ober- Steiermark. Von J. Freyn (Prag). Im Sommer 1897 erfüllte sich mein lange gehegter Wunsch, die von mir bisher immer nur vom Eisenbahnwagen aus gesehenen Eunsthaler Alpen einmal durchstreifen zu können. Der Aulass war ein doppelter. Einmal richtete sich die mit Freund Ha ekel besprochene gemeinsame Wanderung diesmal direct in die Euns- thaler Alpen und zum Zweiten hatte ich für meine Familie Sommer- wohnung in St. Peter-Freyenstein (600 m Seehöhe), einem zwischen Leoben und Vordernberg anmuthig gelegenen Dörfchen, ge- nommen. Um dorthin zu gelangen, muss man von Hie flau aus über Eisenerz reisen und überschreitet so den südlichen Theil des genannten Gebirges, dessen Zinnen und Zacken von Freyenstein aus, insoweit sie dort überhaupt sichtbar sind, lange nicht so unüberwindlich aussehen, wie vom Ennsthale selbst aus. Mein Aufenthalt in Steiermark währte diesmal immerhin einige Wochen : vom 18. — 24. Juli und vom 15. August bis 8. September. In dieser Zeit wurde mit Hackel am 15. Augnst zum Tamischbachthurm von Gstatterboden aufgestiegen und in der Ennsthaler Hütte (etwa 1650 m) übernachtet ; am 16. August der Gipfel (2043 m) erreicht und der Rückweg nach Gstatterboden genommen, sowie ein kleiner Theil des Gesäuses östlich von Gstatterboden (560 in) begangen; am 17. zu Fusse durch das Gesäuse nach Johnsbach (700m) gewandert und dort beim Donnerwirth über- nachtet; am 18. zum Ennseck (1630 m) aufgestiegen und von mir die umliegenden Latschenbestände uud Felspartien, dann die Felsen und Geröllhalden, welche ostwärts den Fuss des Hochthors 179 bilden, „Tellersack" genannt (1750 m), sowie das „Rosskaar" des- selben Gipfels besucht (1800 m). l ) dann gemeinsam die Abhänge des „Hoch-Zinödls" entlang der „Pongratz-Promenade" (± 1600 m) abgegangen, vom „Gamsbrunnen" (etwa 1600 m) aus zum „Sulz- kaarhund" (± 1800 m) aufgestiegen und die dorthin geneigten Steilhänge des „Hoch-Zinödls" abgesucht, sodann in der Hesshütte übernachtet. Während tagsdarauf Hackel die Plauspitze bestieg, untersuchte ich die gegen die obere Köder- (== Schweine-) Alm absinkenden Geröllhalden (1600 — 1700 m) der Gstadlfeldmauer n und das passartige Dolinengebiet (1500— 1600 m) zwischen dieser und der unteren Koder-Alm, aus dem sich die dräuende Pyramide des grossen Oedsteins erhebt. In Johnsbach nahmen wir von einander Abschied und ich wanderte ostwärts. In Freyenstein langte ich am 20. August an. Nebst den nach Zulass des regnerisch gewesenen Wetters nur sehr kurzen Streifereien und Spaziergängen unternahm ich zwei weitere Ausflüge: einen mit meinem Bruder Rudolf Freyn in das Serpentingebiet von Kr au bat (560 — 800 m) am 25. August und eine mit dessen Sohne Josef Freyn am 2. und 3. September auf den Reiting, jenen Gebirgsstock, welcher die ganze Gegend beherrscht, der aber — insoweit meine Funde einen Rückschluss gestatten — botanisch noch sehr wenig aus- gebeutet worden sein muss. Den Reiting bestieg ich von der Eisen- bahnstation Seitz aus über Dirnsdorf durch den Fallgraben. Dessen oberes Ende, die „Breitschlucht" beim Jagdhause (etwa 1600 m) und die steile Graslehne, welche von dort zum Grat des Bechel- grabens (± 1900 m) hinaufführt, wurde abgesucht, ebenso der „Grieskogl" bis zum Gipfel (2150 m) und die recht felsigen, wenn auch sanften Triften, welche sich von hier aus bis zum Grat des Reitings und zur Wurzel des Bechelgrabens (± 2050 m) erstrecken und von letzterer Stelle an wieder zum höchsten Gipfel des Reiting. dem „Gössek" (2215 m) massig steil hinanführen. Den überaus Pflanzenreichen Hochtriften des Reiting widmete ich volle 7 Stunden, die in der Höhe von 1900 m an zugebracht wurden. Gelegentlich der Rückreise nach Prag machte ich am 8. September noch einen Seitenausflug von Eisenerz aus zum Leopoldsteiner See (±625m). konnte aber wegen des strömenden Regens fast gar nichts und bei einem Spaziergange ins Gesäuse von Hieflau (520 m) aus. aus selber Ursache nur sehr wenig ausrichten. In orographischer Hinsicht besteht fast das ganze von mir besuchte Gebiet aus Kalksteinen verschiedener Entstehungszeiten; sie steigen von der Thalsohle bis zu den höchsten Gipfeln in oft wild zerklüfteten Wänden auf. bilden scharfe, zackige Grate, an anderen Stellen Kaare und Mulden oder trichterförmige Kessel, ganz wie am Karst, und noch an anderen Stellen sind durch Ein- stürze gewaltige Trümmerhalden entstanden. Die aus feinem Gruss bestehenden Steilhänge sind dagegen selten und lange nicht so aus- ') Ausklang des Pflanzenlebens. 14* 180 gedehnt, wie ich sie in anderen Gegenden der Alpen schon so oft gesehen habt*. Das ganze Kalkgebiet ist sehr wasserarm, und be- sonders in den Hochlagen sind die Quellen recht sparsam vertheilt. Der Pflanzenwuchs (GefässpflanzeD ) bedeckt meist selbst die Gipfel und bildet in der Hochregion ober der ungleich massig entwickelten Krummholzzone steinige, kurkgrasige Triften; es gibt aber auch Gegenden, wo schon bei ± 1800 m Seehöhe das Pflanzenleben aufhört (z. B. im Rosskaar) uud öde Felswände und unförmliches Getrümmer den Ausklang des Pflanzenlebens schon in solch' geringer Seehöhe begleiten. In einzelnen Theilen des von mir besuchten Gebietes stehen als Fuss des Gebirges Kalk-Conglornerate oder mergelige Schiefer an (z. B. bei Hieflau selbst) oder es treten gar die Schiefergesteine des Urgebirges zu Tage (so z. B. bei Johnsbach und Freyenstein). Wie gewöhnlich in solchen Fällen sind damit auch hier Wasser- reiehthum und Ueberwiegen weitverbreiteter Pflanzen verbunden, und man sucht auf solchem Boden vergeblich nach jenen Boten der Hochlagen, welche im Kalkgebiete den Schritt des Wanderers selbst in der Thalsohle zu begleiten pflegen. Letzteres ist besonders im Gesäuse und im Thale des Johnsbaches der Fall, wo die Alpen- pflanzen nicht blos die Muhren der Giessbäche. sondern auch die Felswände bis etwa 500 m Seehöhe herab stellenweise in reicher Fülle bedecken. Es gilt dies nicht blos von der Latsche und den Alpenrosen, sondern auch von zarteren Bewohnern der Hochlagen, wie z. B. Rununculus alptstris, Thlaspi alpinum, Silene alpe.